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Transnistrien

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Grenzfluß Tyra nach Moldawien in Tiraspol

Transnistrien, in Eigenbezeichnung Pridnestrowische Moldauische Republik, liegt in Südosteuropa und ist ein international nicht anerkannter Binnenstaat, der nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft weiterhin ein Teil Moldaus ist. Tatsächlich ist es jedoch seit 1990 vollständig unabhängig. Angrenzende Flächenstaaten sind die Moldau im Westen sowie die Ukraine im Norden, Osten und Süden. Transnistrien ist ein langer, schmaler Landstrich östlich des Flusses Dnister mit Tiraspol als Hauptstadt und gehört bislang zu den touristisch kaum erschlossenen Reisezielen im östlichen Europa.

Regionen[Bearbeiten]

Die administrative Gliederung Transnistriens
rus.: Каменский район, rum. Raionul Camenca
rus.: Рыбницкий район, rum. Raionul Rîbnița
rus.: Дубоссарский район, rum. Raionul Dubăsari
rus.: Григориопольский район, rum. Raionul Grigoriopol
rus.: Слободзейский район, rum. Raionul Slobozia
rus.: Тирасполь, rum. Tiraspol
rus.: Бендéры

Das Landesterritorium umfaßt zehn Städte und Ortschaften, sowie 69 Gemeinden, mit einer Gesamtheit von 147 Ortschaften (unter Mitzählung der nicht rechtsfähigen Ortschaften).

Städte[Bearbeiten]

Die wichtigsten Städte sind Tiraspol (168.000 Einwohner), Bendery und Rybniza.

Hintergrund[Bearbeiten]

Abgesehen von seiner jüngeren Geschichte bietet Transnistrien auch eine interessante kulturelle Mischung aus russisch-ostslawischen und rumänischen Elementen sowie Überresten jüdischer und osmanischer Kultur. Omnipräsent ist auch der Einfluß der glorreichen Sowjetmacht, überall finden sich noch sowjetzeitliche Symbole, Lenin-Statuen und entsprechende Straßennamen. Besonders auch unter dem Gesichtspunkt der „Ostalgie“ zieht es seit einigen Jahren verstärkt kleinere Zahlen an Touristen in die Region. Obwohl heute nicht mehr kommunistisch regiert, wird Transnistrien gelegentlich als letzter Überrest der Sowjetunion bezeichnet. Die Sicherheitslage ist inzwischen sehr stabil, so dass eine Reise keine Gefahr darstellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen der Pridnestrowischen Moldauischen Republik. Die Feldfrüchte unten zeigen die reiche Ernte, die das Leben im Sozialismus den Werktätigen bringt.

Als 1990 die Sowjetunion kurz vor dem Zerfall stand, ergriff in Moldawien eine neue Regierung an die Macht, die auf einen Austritt aus der Sowjetunion hinarbeitete. Sie verfolgte zudem eine nationalistische Politik, die sich gegen Minderheiten im Land richtete. Russisch, bis dato die Sprache zur interethnischen Kommunikation und die bevorzugte Sprache der Minderheiten, wurde als Amtssprache abgeschafft. Da Moldau mehrheitlich rumänischsprachig war, wurde auch ein Anschluß an Rumänien diskutiert. Im wirtschaftlich bedeutenderen Transnistrien waren die rumänischsprachigen Moldauer jedoch in der Minderheit, die dort lebenden Russen, Ukrainer und anderen Minderheiten sahen durch die neue Politik Moldaus ihre Rechte als bedroht an.

So erklärte Transnistrien bereits im Jahre 1990, als die Region offiziell noch zur Sowjetunion gehörte, seine Trennung von der Moldawischen SSR, falls diese sich von der Sowjetunion lösen wolle. Dies wurde von der moldauischen Regierung jedoch nicht hingenommen. Nachdem sich dann 1991 Moldau formell für unabhängig von der Sowjetunion erklärte, versuchte das nun unabhängige Moldau mit militärischen Mitteln die Region zurückzuerobern, was zu einem Bürgerkrieg im Jahr 1992 führte. Mit Unterstützung der in Transnistrien immer noch stationierten russischen Armee konnte das Land seine de-facto vollständige Unabhängigkeit erringen, und Moldau verlor die Kontrolle über das Gebiet.

Bis heute wünscht die Mehrheit der transnistrischen Bevölkerung keine Wiedervereinigung, was durch mehrere Volksbefragungen bestätigt wurde.

Bis heute wird Transnistrien zwar von keinem UNO-Mitgliedsstaat anerkannt, auch nicht von Russland. Dennoch wird es von Russland aktiv unterstützt. So agiert Russland international als Fürsprecher des Landes, unterstützt die Regierung in Tiraspol finanziell. Letzteres trägt 2018 etwa ein Fünftel zum Staatshaushalt bei. Die wenigen russischen Truppen, 2018 nur 800–1000, sind vermutlich der Hauptgrund, weshalb Moldau bislang nicht erneut versucht hat, Transnistrien mit Waffengewalt zurückzuerobern.

Wer das Land besucht, erkennt, daß es schon lange eigene staatliche Strukturen aufgebaut hat. Es gibt eigene Grenzkontrollen (an den Hauptverkehrsstraßen), Uniformen, Nummernschilder, Währung, Pässe und Medien.

Mittlerweile hat sich die Lage zwischen Moldau und Transnistrien soweit entspannt, daß sich beide Parteien mit dem Status quo weitgehend arrangiert haben. Die Situation ist stabil. Das Auswärtige Amt riet aber dennoch lange von Reisen in die „Region Transnistrien“ ab, da die BRD das Land Transnistrien nicht anerkennt und somit keine Vertretung im Land hat, mittlerweile wird von Reisen nicht mehr grundsätzlich abgeraten, wobei sich Reisende über die besondere Situation im Klaren sein sollten. Die deutsche Botschaft in Chișinău (Moldau) kann auf dem Gebiet Transnistriens keine konsularischen Dienstleistungen anbieten.[1] Problematisch wird dies, wenn man beispielsweise seinen Pass verliert oder festgenommen wird. Dennoch gibt es zahlreiche Berichte von Touristen aus dem deutschsprachigen Raum, die Transnistrien problem- und gefahrlos bereist haben. Auch vermitteln die transnistrischen Behörden im Falle eines Passverlusts den Kontakt zu ihren Amtskollegen in Moldau.

Reisemotive[Bearbeiten]

Angesichts der inzwischen sehr entspannten politischen Lage ist Transnistrien durchaus als Reiseziel interessant. Es wird immer wieder als „letzter Rest der Sowjetunion“ bezeichnet, nirgendwo sonst könne man das Lebensgefühl der untergegangenen Sowjetunion besser miterleben als in Transnistrien. Tatsächlich unterscheidet sich die Wirtschaft des Gebiets nicht von den neo-liberalen Verhältnissen, die in anderen Republiken der zerfallenen Sowjetunion herrschen. Der Unterschied ist lediglich, daß man die Vergangenheit als Bestandteil des eigenen Selbstverständnisses akzeptiert und es nicht für nötig hält wie in den Nachbarstaaten im nationalistischen Wahn deren Symbole, d.h. die eine oder andere verbliebenen Leninstatue, im Stile eines Bildersturms zu vernichten.

Ansonsten finden sich im Land einige interessante Klöster, Kirchen und alte Festungen. Transnistrien ist Transitland für Reisen zwischen Ukraine und Moldau.

Anreise[Bearbeiten]

Die bei Ankunft ausgestellte “migration card” hat 2019 die Form eines Ausdrucks auf Kassenzettelpapier.

Normalerweise wird man per Bus nach Transnistrien einreisen, und zwar meistens über die Hauptverkehrsstraße, die von Chișinău über Bendery und Tiraspol nach Odessa führt.

Grenz- und Zollkontrollen sind 2019 im normalen Umfang. Bei Einreise erhält man eine “migration card,” die sich kaum von einem Kassenzettel im Supermarkt unterscheidet. Sieben Tage Aufenthalt werden ohne Umstände gewährt. Wer sich hinreichend dumm stellt, wird nicht einmal nach einer Adresse gefragt. Gepäck wird kurz durchleuchtet - auch hier beschleunigt ein pa russki njet („Russisch kann ich nicht“) die Abfertigung, durchsucht wird dann äußerst selten.

Die bis 2018 übliche Anmeldung beim Innenministerium ist nicht mehr nötig. Der notierte Ausreisezeitpunkt sollte nicht überschritten werden, da dies einen illegalen Aufenthalt in Transnistrien darstellen würde. Die Kontrolleure sind praktisch ausnahmslos freundlich, wenn man als einfacher Tourist reist und dies auch glaubwürdig ist.

Automobil[Bearbeiten]

Bei Einreise benötigt man eine Vignette, die der Beamte für ca. € 3 austellt (August 2018).

Viele Wege führen nach Transnistrien. An den Hauptverkehrsstraßen wird wie an einer normalen Grenze kontrolliert, wobei die Wartezeiten zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden betragen können.

In Odessa und Chișinău bieten einige Fahrer ihre Dienste als inoffizielles Taxi an, was den Vorteil hat, schneller als der Bus zu sein (diese haben jedoch Vorfahrt an der Grenze und passieren die Warteschlangen). Die Fahrten können u.U. sehr günstig sein, da die Fahrer neben den Personen auch noch andere Dinge über die Grenze bringen, wessen man sich bewusst sein sollte.

Die transnistrischen Straßen sind im Juli 2017 wesentlich besser ausgebaut und instandgehalten als die ukrainischen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die einzigen größeren Bahnhöfe in Transnistrien sind der Bahnhof Tiraspol und Bendery.

Um aus der Ukraine (von Osten kommend) in ländliche Gebiete Transnistriens zu gelangen, ist es üblich, einen ukrainischen Zug auf der Strecke Odessa – Lemberg zu nehmen. Dieser wird an einem der Zwischenhalte verlassen und von dort per Bus, Taxi oder Anhalter die Grenze passiert. Allerdings ist nicht jeder Grenzübergang für internationalen Reiseverkehr eingerichtet; man sollte versuchen, vorher von Einheimischen verifizieren zu lassen, daß der gewählte Übergang nicht nur kleinen Grenzverkehr erlaubt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Busbahnhof in Tiraspol befindet sich auf dem Parkplatz am Bahnhofsvorplatz. Einzelne Linien sind im dortigen Artikel beschrieben.

Bendery (Бендеры) und Tiraspol (Тирасполь) sind auch über eine O-Bus-Linie Nr. 19 für 2,50 PRB (2017 = 15 Cent) miteinander verbunden, Pensionäre kostenlos.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt keine kommerziellen Flüge nach Transnistrien. Chișinău (Moldau) und Odessa (Ukraine) besitzen internationale Flughäfen. Von beiden Städten aus ist man per Zug, Bus oder Taxi innerhalb von etwa einer Stunde in Transnistrien.

Mobilität[Bearbeiten]

Fahrkarten Trolleybus.

Innerhalb von Transnistrien reist man in der Regel per Marschrutka, Taxi oder auf dem Land per Anhalter, wenn man kein eigenes Fahrzeug hat. In der Marschrutka bezahlt man spätestens beim Aussteigen. Es ist üblich, während der Fahrt das Geld über die anderen Fahrgäste nach vorn zu geben, das Wechselgeld kommt auf dem selben Weg und zuverlässig zurück. Keine Angst, der Fahrer registriert, wer bezahlt hat und wer nicht. Wie das geschieht, ist einigermaßen schleierhaft. Die Fahrt zwischen Chisinau und Tiraspol, 64 km, kostet 2019 43 TRbl.

Taxis kommen und halten nur auf Telefonanruf - danach erhält man innerhalb Sekunden den Autotyp, die Kennziffern des Autokennzeichens und die minutengenaue Ankunftszeit des Taxis per SMS. Taxis halten also niemals auf Winken vom oder am Straßenrand.
Liste der Ruftaxi-Unternehmen

In Rybnitsa befindet sich am transnistrischen Ende der Grenzbrücke über den Dnjestr ein Taxistandplatz (etwas versteckt hinter den Marktbuden). Da die dortige Hauptsehenswürdigkeit, die Erzengel-Michael-Kathedrale, ganz oben auf einem Hügel liegt, wohin keine Busse fahren, ist hier ein Taxi zu empfehlen. Wer sein eigenes Auto nicht aufwendig „importieren“ will, oder seinen Leihwagen nicht über die Grenze bewegen darf, läßt das Fahrzeug einfach auf der moldawischen Seite der Grenzbrücke stehen, geht zu Fuß über die Grenze und nimmt das Taxi.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprachen des Landes sind Russisch, Ukrainisch und Moldawisch. Letzteres ist jedoch nur eine lokale Bezeichnung für das Rumänische, die in Transnistrien zudem im kyrillischen Alphabet geschrieben wird. Die im Alltag überall dominierende und meistgesprochene Sprache in Transnistrien ist das Russische, es empfiehlt sich also zumindest grundlegende Russischkenntnisse zu besitzen. Beschilderung, Speisekarten in Restaurants, Broschüren, Stadtpläne oder Werbeplakate sind fast immer in Russisch gehalten.

Die Chance, jemanden zu treffen, der Englisch oder Deutsch spricht ist in etwa gleich hoch, in beiden Fällen leider nicht sehr wahrscheinlich. Es lohnt sich also immer, es auch auf Deutsch zu versuchen, da in sowjetischen Zeiten Deutsch als Fremdsprache recht verbreitet war. Auch junge Leute sprechen nicht unbedingt eine westliche Fremdsprache. An der Universität von Tiraspol kann allerdings Germanistik studiert werden, wenn man also Einheimische kennen lernen will, die Deutsch sprechen, könnte man es hier versuchen.

Grenzer sprechen gelegentlich ein paar Brocken Englisch und/oder Deutsch, auch treffen sie gelegentlich westliche Ausländer und wissen, wie sie sich verständlich machen können.

Einkaufen[Bearbeiten]

Transistrisches Geld
Aktuelle PRB-Banknotenserie.
Geldautomaten in Tiraspol 2019
moderner Supermarkt der Kette Sheriff
Mini-Magazin

Währung[Bearbeiten]

1-Rubel-Münte aus Plaste

Die umlaufende Währung ist der Pridnestrowische Rubel (Abkürzung: PRB, Währungssymbol: Pridnestrovie ruble sign.svg). Die offizielle Abkürzung PRB ist jedoch im alltäglichen Dienstleistungsgeschäft nicht sehr gebräuchlich. Oft wird nämlich auf Quittungen nur das Pridnestrovie ruble sign.svg oder die nicht offizielle Abkürzung RUP (für Rubel Pridnestrovie) benutzt. Auf dem Revers der Münzen prangt das Staatswappen mit „Hammer und Sichel.“ Die Geldscheine haben das praktische Kleinformat der Geldscheine des verblichenen Arbeiter- und Bauernstaates DDR. Münzen spielen keine große Rolle im Zahlungsverkehr, man hat üblicherweise einen dicken Stapel Banknoten in der Tasche. Im Supermarkt bekommt man Münzen als Wechselgeld, dazu gehören seit August 2015 auch die weltweit einmaligen, aber wenig zirkulierenden Plastemünzen, welche es zu 1, 2, 5 und 10 Rubel gibt. In Banken kann man Sammlermünzen erhalten, die gehobenen Standards entsprechen.

Umtausch ist nur in Transnistrien möglich, z. B. links am Bahnhofsgebäude Tiraspol und in der Mitte des Bahnhofsgebäudes an der Vorderseite. Die reichlich vorhandenen Wechselstuben akzeptieren mindestens Euro, moldawische Lei, ukrainische Hriwna und russische Rubel sowie US-Dollar. In manchen Hotels finden sich ebenfalls Wechselstuben. Die umzutauschenden Geldscheine sollten in gutem Zustand sein, da selbst nur leicht eingerissene Banknoten oft nicht akzeptiert werden. Ein Rücktausch in andere Währungen ist von den vorhandenen Wechselstuben nur nach jeweiligen Vorräten abhängig - bei Tausch Euro gegen PRB nach der Einreise muss man also ggf. vor der Ausreise die PRB zurück in ukrainische UAH oder Dollar tauschen, falls keine Euro da sind.

Der Kurs ist einigermaßen stabil und schwankte 2017–19 zwischen 17,5 und 20 PRB pro Euro. (Offizieller Wechselkurs tagesaktuell bei der Zentralbank.)

Geldautomaten[Bearbeiten]

Geldautomaten (ATM), die VISA oder Maestro/MasterCard akzeptieren, gibt es nur wenige in den größeren Städten des Landes. Die Geldautomaten gaben früher bei ausländischen Karten nur USD und RUB aus, die Scheine mußten danach in den Wechselstuben getauscht werden. Heute kann man entscheiden, in welcher Währung das Geld ausgegeben wird. Die Geldautomaten sind mit einem massiven Sichtschutz versehen. Ist ein Automat besetzt, hält man sich als Wartender in angemessener Entfernung (mehrere Meter). Warten mehrere Leute, wird keine "Schlange" gebildet, man merkt sich, wann man dran ist und steht irgendwo in der Nähe herum. Drängeln scheint man in Transnistrien nicht zu kennen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Kaufen kann man in Transnistrien zahlreiche Dinge zu Preisen, die ein Westeuropäer meist sehr gering findet, denn schließlich liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei nur ca. 100 € im Monat. So sollten Handeln und verantwortlicher Umgang mit Geld dort selbstverständlich sein.

Ein wesentlicher Teil der Wirtschaft wird vom Unternehmen Sheriff kontrolliert, das bis 2012 von der Regierung gefördert wurde. Zum Sheriff-Konzern gehören eine Tankstellen- und Supermarktkette, ein nach der Firma benannter Profi-Fußballverein sowie unter anderem auch der Spirituosenhersteller Kvint, der Fernsehsender TSW, und das Telekommunikationsunternehmen Interdnestrkom.

Bekleidung[Bearbeiten]

Schuhe fangen bei umgerechnet 10 € und gut verarbeitete Lederschuhe ab 20 € an. Warme Kleidung läßt sich um die Wintermonate auch sehr preiswert kaufen.

Tabakwaren[Bearbeiten]

Zigaretten sind sehr günstig, falls man sich mit einer ortsüblichen Sorte anfreunden kann (1 Schachtel 15-19 TRbl). Ausländische Markenzigaretten liegen 2019 bei gut 0,80 bis 1,40 € pro Schachtel. Selbst westliche Marken gibt es jedoch in der russischen Papierosy-Variante, also mit einem "Filter", der nur aus einem Papierröhrchen besteht und den der Raucher kreuzweise eindrückt.

Alkoholhaltiges[Bearbeiten]

Alkohol, tja wer wirds vermuten: Wodka, Schnaps und ein Flachmann im Centbereich. Der lokale Weinbrand Kvint ist gut, qualitativ entsprechen sie deutschen Weinbränden der einfachen Marken aus Rüdesheim am Rhein. Die 0,5-Liter-Flasche Surprisny mit zehn Jahre altem Cognac kostet im Laden um die 5 €. Der Standard-Kvint kostet um 1,50 € für 0,5 Liter; 1- bis 2-Liter-Flaschen Bier ebenfalls. Kvint-Wodka ist ab 90 Cent pro 0,5-Liter-Flasche erhältlich.

Küche[Bearbeiten]

Die Landesküche der heutigen Pridnestrowisch-Moldauischen Republik ist eng mit der der Republik Moldau verbunden, da beider Küche auf den gleichen historischen Grundlagen fußt. In einem Gebiet, das von verschiedenen Kulturen und Epochen geprägt wurde, und seit der Antike verschiedene Einflüsse aus benachbarten Regionen durch Handel und Krieg wirkten. Andererseits konnten insbesondere russische, ukrainische und gagausische Einflüsse nach dem Zweiten Weltkrieg in der Moldauischen SSR stärkeren Einfluss auf die weitere Entwicklung der Küche nehmen. Am östlichen Ufer des Dnjestr sind die dominanteren Einflüsse die aus der russischen und auch der ukrainischen Küche (die selbst sehr vielfältig mit Elementen aus der deutschen, türkischen, polnischen und ungarischen Küche bestückt ist).

Das Land bietet ein geschmackliches Potpourri, das sich lohnt entdeckt zu werden. Einen guten Einstieg bietet zum Beispiel das Borschtsch-Süppchen mit Schmand und Dill oder die leckeren gefüllten Wareniki-Teigtaschen (mal süß, mal würzig gefüllt). Wer lieber ‚fast food‘ nach „westlichem Muster“ bevorzugt, findet zum Beispiel bei der moldawischen Pizzakette «Andy's Pizza» (auch Burger und Broiler) oder «La Placinte», mit Filialen in den Städten Transnistriens, ein sehr günstiges, mit zum Teil (vor allem bei «La Placinte») regional angehauchtes “fast food”

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Anzahl an Hotels ist nicht groß; man kann also ohne Probleme Passanten (oder einen Taxifahrer) bitten, einen zu einem Hotel zu bringen und er wird nicht vor der Schwierigkeit stehen, eins aus hunderten auswählen zu müssen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Das Fotografieren militärischer Anlagen und wichtiger Industrieeinrichtungen ist verboten! In der Praxis ist es jedoch kein Problem, wenn man als Tourist erkennbar ist.

Es existiert, abgesehen von Rußland, Abchasien und Südossetien keinerlei konsularische Vertretung der BRD oder anderer Staaten in Transnistrien, in dringenden Angelegenheiten (Passverlust, Inhaftierung, &ct.) erhält man keine direkte Hilfe von europäischen Behörden. Es soll an dieser Stelle jedoch darauf hingewiesen werden, daß transnistrische Behörden westlichen Ausländern gegenüber in einem solchen Fall relativ hilfsbereit sind.

Diskriminierung[Bearbeiten]

Es gibt einen kulturell verbreiteten Heterosexismus mit entsprechenden Diskriminierungen.

Kriminalität[Bearbeiten]

Nichtorganisierte Kriminalität Touristen gegenüber scheint gering zu sein, da relativ viel Militär und Polizei präsent ist. An deren Anweisungen sollte man sich halten. Selbst im eng besetzten Bus halten die Einheimischen ihre Taschen nicht etwa vorsichtig mit den Händen vor dem Bauch fest wie in deutschen Großstädten, Taschendiebstahl scheint nicht zu existieren.

In der PMR, vor allem in Tiraspol herrscht ganz offenbar das Gebot der gegenseitigen Besitzstandswahrung. Zudem wird man als Tourist derart zuvorkommend, höflich, respektvoll und ehrlich behandelt, daß man sich keine Sorgen machen braucht. Kleinkriminalität ist gemäß diverser Reiseberichte de facto inexistent. Wenn es denn so etwas wie Kriminalität gibt, dann im ganz großen Stil, von dem Reisende nur in den seltensten Ausnahmefällen betroffen sein könnten.

Viele Transnistrier freuen sich, Ausländer zu sehen und wirken sehr freundlich, wenn auch ein wenig schüchtern auf den ersten Blick. Taxifahrer sehen Ausländer wie überall auf der Welt als Quellen des leichten Geldes. Daher am besten Preise für Taxi (ohne oder mit „defektem“ Taxameter) Fahrten immer vorher verhandeln, mit Stift und Papier, wenn man nicht Russisch spricht, bevor man einsteigt. Informieren Sie sich über die Preise, bevor Sie diese bestellen in einer Bar oder Gaststätte. Es ist nicht üblich, betrogen werden, aber es ist alles andere als selten. Doch selbst, wenn Betrug versucht wird, ist es oft nicht mehr als ein paar Euro. Also einfach acht geben und freundlich bleiben.

Verkehrs- und Ordnungswidrigkeiten[Bearbeiten]

Selbst ohne vorliegendes Vergehen führt die Polizei Spontankontrollen durch. Man sollte auch nicht auf Konfrontationskurs mit Polizisten oder Beamten gehen. Kleinste Vergehen können dann zu drastisch hohen Verkehrsstrafen führen (Juli 2010: 90 EUR für nicht regelkonformes Abbiegen; eine „Einigung“ konnte nur mühsam erzielt werden - hat immer noch rund 30 EUR gekostet). Auch hier gilt, nicht größere Mengen Valuta mit sich zu führen, bzw. diese in einem zweiten Portemonnaie zu verstecken. Es ist ratsam sich die Nummer des Beamten zu merken.

Das Transnistrische Innenministerium bittet bei Bestechung die Hotline +373 (0)533 94578 oder +373 (0)778 50986 (englischsprachig) anrufen, wenn eine Polizist oder Beamter versuchte, Bestechungsgelder von Ihnen zu erpressen (das ist jedoch zunehmend unwahrscheinlich).

Beachten Sie außerdem, daß Trinken auf der Straße illegal ist und (unnötig zu sagen) äußerst unbeliebt ist.

Gesundheit[Bearbeiten]

Man begann mit EU- und russischer Entwicklungshilfe 2017 ein Programm, das das Gesundheitswesen, zunächst durch Krankenhausrenovierungen, stark verbessern soll.

Apotheken und Medikamente[Bearbeiten]

Die überwiegend russischen Arzneien sind sehr preiswert, so kostet Aspirin nur einige EUR Cent.

Regeln und Respekt[Bearbeiten]

Der offizielle Name des De-facto-Regimes lautet Pridnestrowische Moldauische Republik oder kurz Pridnestrowien, also das Land am Dnistr. „Transnistrien“ (rumänisch Transnistria), also das Land jenseits des Dnister entspricht hingegen der rumänischen bzw. kern-moldawischen Sicht. Der Begriff wurde während der Annexion durch das faschistische Rumänien unter Marschall Antonescu im Zweiten Weltkrieg geprägt und wird von der eher pro-russischen bzw. pro-sowjetischen Bevölkerung der Region, die sich selbst natürlich diesseits des Dnistr sieht, abgelehnt. Auch wenn „Transnistrien“ die im Deutschen übliche Bezeichnung ist, sollte man sie im Land selbst bzw. gegenüber Einheimischen nicht verwenden (schon gar nicht gegenüber Behördenvertretern).

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Tourist Information Center[Bearbeiten]

In der Lenin-Straße 33 (ul. Lenina 33; schräg gegenüber vom Werksverkauf der Kvint-Brennerei; also die Straße Richtung Bahnhof ("Gara Voksal")) gibt es nun ein Tourist Information Center. Es gibt Flyer und Broschüren. Die Mitarbeiterinnen sprechen Englisch und helfen gerne weiter. E-Mail: tourism@ngo-ardt.com (April 2018)

Postdienste[Bearbeiten]

Das Hauptpostamt befindet sich zentral in Tiraspol. Für den Postversand gibt es Postämter in den größeren Orten Transnistriens. Auslandspost wird mit moldawischen Marken frankiert.

Die Portokosten sind so preiswert das man ruhig mal seine Lieben mit Ansichtskarten erfreuen kann.

  • Ansichtskarten in die Zone A (Die GUS-Staaten und Europa, einschließlich der Republik Moldau) kosten per Überlandpost 3,30 PRB und per Luftpost 4,29 PRB.
  • Briefe bis 20 g in die Zone A kosten per Überlandpost 4,95 PRB. Per Luftpost sind es dann 5,94 PRB. Die vollständige Tarifliste ist der Tarifseite der SUE «Post Pridnestrovia» zu entnehmen.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Die Kommunikations-Dienstleistungen in Transnistrien sind alle privatisiert und das Fernsprecher-System läuft auf einer digitalen Infrastruktur.

Kostenloses Internet per W-LAN wird in vielen Cafés, Gaststätten und Hotels angeboten und auch in den damit ausgerüstete neuere Nahverkehrs-Oberleitungsomnibusse.

Der Provider Interdnestrkom (IDC) bietet mobiles Internet-Tarife für Laptop, Tablet und Smartphone an. IDC ist der Mobilfunkanbieter in Transnistrien. Das Unternehmen bietet mobilen Internet-Zugang über EVDO Rev.A-Netze mit Download-Geschwindigkeiten bis zu 3,1 Mbit/s (GSM) und einer Netzabdeckung über den Großteil des Landes. Der Zugang über das 4G/LTE-Netz mit bis zu 10 Mbit/s ist auf die großen Städte beschränkt. Ob sich bei Kurzzeitaufenthaltung die Anschaffung einer SIM-Karte lohnt, ist genau zu prüfen.

Internet[Bearbeiten]

Kostenloses WLAN wird in vielen Cafés, Gaststätten und Hotels angeboten und auch in den damit ausgerüsteten neueren ÖPNV Oberleitungsautobussen. Der Provider „Interdnestrkom“ bietet ebenfalls mobiles Internet Tarife für Laptop, Tablet und Smartphone an.

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
7. Jan. Weihnachten
(Рождество Христово)
In den Russisch-Orthodoxen Kirchen wird noch nach den altem, nicht verändertem, Datum am 7. Januar Weihnachten gefeiert. Üblich ist es an diesem Tag, die Paten mit Kulitsch Aschkuchen (Rosinentörtchen mit Zuckerguss und Streuseln) zu besuchen.
23. Feb. Tag der Verteidiger des Vaterlandes
(День защитника Отечества(
Zu Ehren der Bewahrer des Friedens (womit alle Armeeangehörigen gemeint sind) wird nach alter sowjetischer Tradition begangen.
1. Mär. Märzchen Frühlingsfest
(Мэрцишор, Mărțișor)
Ein traditionelles Bulgarisch-Rumänisch-Moldauisches Frühlingsfest. Es symbolisiert das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf. Bei diesem Anlaß werden wiederum in allen Städten und Bezirken der Republik Auftritte der Tanzkollektive aufgeführt. Das an diesem Tage verschenkte weiß-rote Märzchenband (meist mit Anhänger) symbolisiert den Frühling und wird von Verwandten oder guten Freunden verschenkt.
8. Mär. Internationaler Frauentag
(Международный женский день)
Wie es auch bei uns in der ehem. DDR Tradition war; wird den Frauen oder Freundinnen Blumen geschenkt. Und vor allem in den Kindergärten aber auch in den Grundschulen organisiert man Mal- und Zeichen-Wettbewerbe für die besten Zeichnungen für die Mütter. In allen Städten und vielen größeren Dörfern in den Bezirken werden zu diesem Anlaß Tänze aufgeführt.
1. Mai Tag der Arbeit
(День международной солидарности)
28. April 2019 Orthodoxes Osterfest
(Пасха)
9. Mai Tag des Sieges
(День Победы)
An diesem Tage des Sieges des Sowjetvolkes über Nazi-Deutschland marschiert die Führung und einige der, von der ganzen Gesellschaft geehrten, Veteranen (1941-1945) mit eingeladenen Gästen durch das Zentrum der Stadt zum Suworow Denkmal, an dem noch weitere Feierlichkeiten abgehalten werden. Danach wird werden am Kai des Dnister traditionelle Semljankas (Gelage im Freien) für die Veteranen organisiert, wo man die traditionellen 100 ml auf den Sieg und den verstorbenen Kameraden trinkt.
13. Mai orthodoxes Allerseelen
(День поминовения усопших)
Christliches Fest zur Ehrung der Totenseelen das am zweiten Montag nach Ostern stattfindet.
1. Aug. Tag des Gedenkens
(День памяти)
In Erinnerung an die gefallenen Helden des Krieges die den bewaffneten entfesselten Angriff durch die herrschenden Kreise Moldau gestoppt haben. An diesem Tag wird im ganzen Land werden in Gedenken an die gefallenen und Opfern des bewaffneten Konflikts am Dnister von 1990-1992 in Trauer gedacht. In Tiraspol am Ehrenmal.
2. Sept. Tag der Republik
(День Республики)
Der Nationalfeiertag ist ebenfalls ein arbeitsfreier Feiertag seit der Ausrufung der Pridnestrowisch Moldauischen Republik 1990. Die an diesem Tag in der Hauptstadt Tiraspol stattfindenden Konzertaufführungen, Tänze, aber vor allem die Militärparade (nach sowjetischem Vorbild) ist inzwischen zu einer gut besuchten touristischen Attraktion geworden. Zum Ausklang der Feierlichkeiten findet ein großes Feuerwerk statt und die aus Russland eingeladenen Kapellen beenden das Fest mit Musik.
14. Okt. Stadtgründungsfest Tiraspol
(годовщина со дня основания города Тирасполя)
7. Nov. Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution
(День Великой Октябрьской социалистической революции)
31. Dez. bis 3. Jan. Neujahrsfest
(Новогодний праздник)
Das Neujahrsfest wird stets im Rahmen der Familie begangen. Man tafelt gemeinsam in das neue Jahr und man hört den Neujahrsreden des transnistrischen und des russischen Staatschefs (um 23 Uhr abends nach Ortszeit) zu. Das gemeinsame Essen sowie Besuche bei Angehörigen, gemeinsame Spaziergänge gegen Mitternacht zum großen Tannenbaum im Zentrum der Stadt, kleine Feuerwerke auf den Straßen sowie Geschenke füreinander sind die wesentlichen Bestandteile des transnistrischen Neujahrsfestes.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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