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Schrofenpass

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Der Schrofenpass südlich von Oberstdorf

Der Schrofenpass stellt zusammen mit dem Stillach- bzw. Rappenalptal eine Direktverbindung zwischen den Urlaubszentren Oberstdorf im Allgäu und Lech-Zürs bzw. St. Anton am Arlberg her. Mit nur 1687 m sieht der Pass auf den ersten Blick nach einer ansprechenden, einfachen Verbindung aus. Dem ist aber nicht so, da der alte, recht breite Saumpfad (im Jahr 1795 angelegt) im II. Weltkrieg gesprengt wurde.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Pass liegt im Hauptkamm der Allgäuer Hochalpen etwa 16 km Luftlinie südlich von Oberstdorf.

Die Strecke über den Pass hatte in früheren Zeiten eine größere wirtschaftliche Bedeutung als Saumpfad, der mit Lasttieren begangen wurde. Laut Oberstdorfer Heimatmuseum wurde bereits 1440 ein erster Weg über den Pass erwähnt (… „Weg und Steg über Biberalp und über die Lechlyten“ …) [2]

1795 sprengte man einen komfortablen, sechs Schuh (etwa 1,5 bis 2 m) breiten Weg durch die Felswand, die das Nadelöhr darstellte. Der Weg wurde sogar mit einer 40 cm hohen Steinmauer abgesichert. Im II. Weltkrieg wurde dieser Weg gesprengt, so dass heute hier nur noch ein schmaler Bergpfad vorhanden ist.

Mit der „Technisierung“ des Transports ab dem 19. Jahrhundert verlor der Pass seine Bedeutung als Transitroute über die Alpen.

Weitere detaillierte Infos zur Passgeschichte siehe Seite des Oberstdorfer Heimatmuseums zum Schrofenpass.

Anreise[Bearbeiten]

Nächste größere Ortschaft nördlich des Passes ist Oberstdorf. Anreise siehe im dortigen Artikel

Passquerung[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Über den Schrofenpass führt keine Straße. Wer von Obersdorf aus mit dem Auto Richtung Arlberg möchte, muss größere Umwege fahren.

Zu Fuß[Bearbeiten]

DAV-Wegweisung mit Gehzeiten auf der Passhöhe (in der Bildvergrößerung lesbar).

Über den Pass führt ein Bergpfad, für dessen Bezwingung man schon etwas schwindelfrei und vor allem trittsicher sein sollte. Entsprechende Bergwanderausrüstung (feste Bergwanderschuhe und Teleskopstöcke) sollte ebenfalls genutzt werden (siehe auch Abschnitt Sicherheit). Einen ersten Eindruck von Teilen der schwierigen Passage vermittelt auch das recht aussagekräftige Video unter Weblinks.

Wer die gesamte Etappe von Oberstdorf bis Lechleiten bzw. Warth an einem Tag zurücklegen möchte, sollte schon recht fit sein, da sehr lange Gehzeit. Es bietet sich an, die Strecke von Oberstdorf aus mit dem Bus abzukürzen. Der Fahrplan der Linie Oberstdorf - Birgsau ist hier zu finden.

Alternativ kann man die Etappe auch auf zwei Tage verteilen. Übernachtungsmöglichkeiten im Stillachtal sind z. B. der Berggasthof Einödsbach und das Hotel Birgsauer Hof.

  • Gehzeit Birgsau - Lechleiten: 5 1/2 bis 6 h
  • Gehzeit Gesamtstrecke Oberstdorf - Lechleiten - (Warth): ?
  • Übergang Rappenseehütte - Schrofenpass - Mindelheimer Hütte: 5 1/2 h

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Transalp: Die Heckmair-Route

Laut Wikipedia wurde die Route 1991

vom Bergführer Andreas Heckmair ausgearbeitet und veröffentlicht. Als Jahr für die Erstbefahrung nennt das Oberstdorfer Heimatmuseum das Jahr 1989.[3] Die 318 km lange Strecke führt über 13500 Höhenmeter von Oberstdorf nach Riva an den Gardasee. Traditionell wird die Route in 6 Etappen bewältigt (Übersicht siehe im entsprechenden Wikipedia-Artikel)

Für viele Mountainbiker ist der Schrofenpass die erste, noch recht einfache Herausforderung auf ihrer Transalp Richtung Gardasee.

Im Bereich des Nordaufstiegs gibt es über etwa 150 Höhenmeter längere Schiebe- bzw. Tragepassagen für das Rad (siehe auch Bilder unten). Hier ist gleichzeitig auch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt, da das Mountainbike teilweise geschultert werden muss. Bei Begegnungverkehr mit Wanderern kann es hier auch schon mal eng werden. Wenn man sich aber vorausschauend verhält bzw. nicht gerade ohne Verständigung in eine Engstelle bei Gegenverkehr einsteigt, gibt es in der Regel eher geringe Probleme mit Begegnungsverkehr. Solch eine Engstelle ist zum Beispiel der Bereich rund um die bekannte Aluminiumbrücke, die auf vielen Bildern im Netz zu sehen ist. Im Steilabschnitt der Felswand finden sich aber immer wieder Stellen, an denen man recht einfach aneinander vorbeikommt.

Die Südabfahrt ist dagegen für gut geübte MTB'ler weitgehend fahrbar. Wer weitere detaillierte Infos zur Tragezeit und zur Schulterung des Rades hat, darf diese hier gerne ergänzen. Einen ersten Eindruck von Teilen der schwierigen Passage vermittelt auch das recht aussagekräftige Video unter Weblinks.

Aus Sicht des Bergwanderns von der Wegbeschaffenheit her benötigt man für den Bergpfad knöchelhohe Bergstiefel, um sicher auftreten zu können.

Wer mit dem MTB unterwegs ist, sollte sich daher zumindest unbedingt „Fahrrad-Bergschuhe“ mit Klickpedal-Adapter zulegen. Diese Fahrrad-Trekkingschuhe besitzen Profilsohlen und haben im Knöchelbereich einen festeren Halt als z. B reine Radschuhe, da sie etwas weiter hochgezogen sind (sonst siehe auch Abschnitt Sicherheit).

Die Strecke bis zur Unteren Biberalpe ist aber eine wunderschöne Tourenstrecke für eine Tagestour ab Oberstdorf, wenn man die Hauptstraße bis zur Fellhornbahn umfährt.

Streckenabschnitte:

  • Oberdorf (810 m) - Untere Biberalpe (1310 m): etwa 16 - 17 km auf Straße, bzw. asphaltierten und geschotterten Fahrwegen
  • Untere Biberalpe (1310 m) - Schrofenpass (1687 m) - Lechleiten (1500 m): etwa 6 km meist auf Bergpfaden (teilweise mit längeren Schiebepassagen


Sicherheit[Bearbeiten]

Obwohl der Schrofenpass nur 1687 m hoch ist, bewegt man sich im Bereich der Passhöhe im hochalpinem Gelände. Entsprechend schnelle Wetterumschwünge können die Folge sein. Bei Gewittergefahr die Passquerung nicht in Angriff nehmen!

Das Bergwetter des Österreichischen Alpenvereins gibt einen guten Überblick über die Großwetterlage im Alpenraum.

Weiter geht’s[Bearbeiten]

Wer mit dem Mountainbike auf der Heckmair-Route oder der Joe-Route Richtung Süden zum Gardasee unterwegs ist, setzt seine Reise nach dem Schrofenpass ab Warth durch das obere Lechtal Richtung Lech zur Freiburger Hütte fort. Hier endet die erste von 6 Etappen der Alpenquerung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wander-, Rad-, und Skitourenkarte „Allgäuer Alpen / Kleinwalsertal 1:50000“ aus dem Kompass Verlag

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Schrofenpasses auf der Seite der Oberstdorfer Heimatmuseums
  2. laut Seite des Oberstdorfer Heimatmuseum; Materialsammlung zur Zusammenarbeit mit dem Museum "Huber Hus" - Fußnote 2
  3. laut Seite des Oberstdorfer Heimatmuseum; Materialsammlung zur Zusammenarbeit mit dem Museum "Huber Hus" - Fußnote 7

Weblinks[Bearbeiten]

  • Nur für Schwindelfreie: Begehung des Felswandwegs im Nordaufstieg als Video auf Youtube (2:35 min).
  • Schrofenpass Überquerung mit dem Mountainbike


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