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Santa María del Yocavil

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Santa María del Yocavil
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Santa María vom Pucará aus gesehen
Das Yokavil-Tal, der südliche Teil des Valle Calchaquí

Die Stadt Santa María del Yocavil (auch die Schreibweise Yokavil existiert) liegt im Norden der Provinz Catamarca im Andinen Nordwesten Argentiniens. Mit ca. 20.000 Einwohnern ist es die größte Stadt des farbenfrohen Bergtals Valle Calchaquí und der Naturregion der Quebradas.

Attraktiv ist der Ort wegen seiner landschaftlichen Reize sowie der zahlreichen Ruinenstädte in der Umgebung. Hier wurden entscheidende Schlachten zwischen Spaniern und Ureinwohnern im 16. und 17. Jahrhundert geschlagen, bei denen sich die Kolonialherren am Ende durchsetzten und die Indianer zu einem großen Teil als Arbeitssklaven deportierten. Einer kleinen Gruppe von ihnen gelang es jedoch, ein Stück Land in der Umgebung zu erhalten, aus dem der heutige Nachbarort Amaichá del Valle entstand.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stadt hat ihren Ursprung in der präkolumbianischen Calchaquí-Kultur, deren Zentrum die Festungsstadt Quilmes war. Sie gehörte zur Diaguita-Volksgruppe, einer weit fortgeschrittenen, sesshaften Kultur, die lange den Inkas widerstehen konnte. Dennoch wurde das Tal 1480 von diesen eingenommen und bis 1536 beherrscht.

In der selben Zeit gelangten auch die Spanier in die Region, die aber zunächst immer wieder zurückgeschlagen wurden. 1550 wurde eine erste spanische Siedlung gegründet, die jedoch genauso wie eine katholische Mission aus dem Jahr 1618, die bereits den Namen Santa María trug, nur kurz Bestand hatte. Nachdem 1667 endgültig Quilmes von den Konquistadoren eingenommen wurde, war der Weg für eine Besiedlung der Region frei. 1710 wurde die Stadt endgültig gegründet.

Für Archäologiefreunde ist Santa María ein lohnendes Reiseziel, denn es finden sich in der Umgebung zahlreiche alte Festungen. Insbesondere ist dabei die Festung Quilmes zu nennen, die bekannteste archäologische Stätte des Landes, die etwa 20 km nördlich der Stadt liegt und zum Teil restauriert wurde. Aber auch in den Vororten der Stadt selbst wird man fündig.

Trotz seiner reizvollen Umgebung und des durchaus vorhandenen Fremdenverkehrs hat die Stadt noch nicht den Charakter eines Touristenorts, eher den einer normalen nordargentinischen Kleinstadt. Das Leben spielt sich rund um die Plaza ab, die Siesta wird strikt eingehalten (14-17 Uhr). Dort mischen sich moderne Gebäude (u.a. die Kathedrale aus den 1990er Jahren, ein schlichter Backsteinbau) mit alten, kolonialen Wohnhäusern, die aber erst in den Seitengassen die Szenerie bestimmen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist San Miguel de Tucumán, von dort aus muss man einen Bus nehmen. Auch eine Anreise über Salta und Cafayate ist empfehlenswert.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Santa María liegt an der Ruta Nacional 40. Nach Norden hin ist die Straße Richtung Salta durchgehend geteert, nach Süden fehlt ein kurzes Stück (ca. 30 km) nahe Belén. Von Tucumán aus gelangt man über die kurvenreiche, aber sehr reizvolle Ruta Provincial 307, die durch vier vollkommen unterschiedliche Landschaften, u.a. mitten durch eine Urwaldschlucht führt, nach Santa María.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Folgende Städte werden direkt angefahren:

  • San Miguel de Tucumán / Tafí del Valle (mehrmals täglich, spektakuläre Strecke) Gesellschaft: Aconquija
  • Salta (einmal täglich) Gesellschaft: El Indio
  • Cafayate (mehrmals täglich) Gesellschaften: Aconquija und El Indio
  • San Fernando del Valle de Catamarca (einmal täglich) Gesellschaft: Aconquija und Gutiérrez
  • Belén (drei- bis viermal in der Woche, sehr lohnende Fahrt) Gesellschaften: Parra und San Cayetano

Der Busbahnhof liegt in der 9 de Julio 400, etwa 500 m südlich des Stadtzentrums (Tel. 421257). Die Busse Richtung Norden und nach Tucumán (Firmen Aconquija und El Indio) fahren ebenso an der Plaza ab.

Mobilität[Bearbeiten]

In die zahlreichen kleinen Vororte, die idyllisch und versteckt in Nebentälern liegen, gibt es Busse. Eng verzahnt ist Santa María außerdem mit dem Ort Amaichá del Valle (15 km nördlich in Tucumán)

Remiserias (Radiotaxis):

  • Nueva Remis, Tel. 420180/81
  • Belgrano, Tel. 422850/622
  • Rita Luján, Tel. 420192/041
  • La Nueva Unión. Tel. 421230/232
  • Virgen del Valle, Tel. 422600
  • Mitre, Tel. 420285
  • Remis 0, Tel. 422280/281

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eine Befestigung des Pucará von Las Mojarras. Die Mauern sind original so erhalten und wurden nicht restauriert

Die Bauwerke von Santa María sind schlichter als die anderer Städte der Quebradas, doch in den Nebengassen kommt koloniales Flair auf.

  • Archäologisches Museum "Eric Boman". Dort sind Fundstücke aus der Region ausgestellt, etwa aus der Quilmes-Fundstätte und Las Mojarras. Integriert in das Kulturzentrum Yokavil.
  • Kulturzentrum Yokavil, Straße Belgrano gegenüber der Plaza. Hier findet man Informationen über kulturelle Veranstaltungen in der Stadt, insbesondere im Hinblick auf die autochtonen Traditionen. Außerdem gibt es einen Kunsthandwerkermarkt.
  • Pachamama-Statue. Ca. 10 m hohe Figur am nördlichen Stadteingang auf einem Kreisverkehr, einer indianischen Skulptur nachempfunden. Sie ehrt die Göttin von Raum und Zeit, also des gesamten Kosmos, die Pachamama (fälschlicherweise oft mit "Mutter Erde" übersetzt, die Bezeichnung "Erde" nimmt hier den allgemeinen Sinn der gesamten Welt an).
  • Pucará Cerro Pintado, 2 km nördlich des Zentrums nahe Las Mojarras. Ein Lokalbus (stündlich) fährt den Vorort an, man kann aber auch gut laufen. Die Stätte wurde noch nicht restauriert, man kann also gut die originalen Wände der Behausungen sehen. Links neben dem Aufstieg wohnt ein Führer, dieser sieht es nicht gerne, wenn man alleine hochsteigt (es sollen schon viele Touristen sich an den Steinen und Fundstücken bereichert haben), außerhalb der Saison trifft man ihn aber nur selten an.
  • Fuerte Quemado. Archäologische Fundstätte 8 km nördlich von Las Mojarras. Hier haben die Diaguitas ein "Fenster" ("La Ventanita") auf einem Berg gebaut. Diesen kann man problemlos besteigen, man könnte allerdings feststellen, das das Fenster am Ende deutlich kleiner ist als erwartet. Das Fenster diente astronomischen Zwecken: Am Winteranfang, also dem tiefsten Stand der Sonne, der mit dem traditionellen südamerikanischen Neujahr zusammenfällt (das Inti-Raymi-Fest) scheint die Sonne genau durch den Bogen hindurch auf den ehemaligen Ort, der sich am Fuß des Berges befand und von dem nur schwer zu erkennende Ruinen übrig blieben. Zu diesem Datum wird jedes Jahr am Fuß des Berges ein Fest veranstaltet.

Aktivitäten[Bearbeiten]

In der Umgebung gibt es gute Möglichkeiten zum Wandern, Reiten und Mountainbiken. Zahlreiche Pfade durchqueren die Landschaft. Allerdings befinden sich einige Grundstücke besonders in Richtung Fuerte Quemado im Privatbesitz, diese sollte man nicht betreten, was auch durch Schilder und / oder Zäune gekennzeichnet ist.

Eine sehr lohnenswerte Tour, die gut mit dem Fahrrad (natürlich auch Auto oder Motorrad) bewerkstelligt werden kann, ist die Fahrt auf der alten Ruta 40 durch die archäologischen Stätten, angefangen mit Las Mojarras und dem Cerro Pintado, über Fuerte Quemado bis hin zu den Ruinen von Quilmes. Details zu den Stätten in den Abschnitten Sehenswürdigkeiten und Ruinen von Quilmes. Als Abschluss bietet sich der Besuch des Pachamama-Museums in Amaichá del Valle an.

Einkaufen[Bearbeiten]

Im Ort selbst gibt es einige kleine Supermärkte und zahlreiche Geschäfte, auch den für Nordwestargentinien typischen "Fälschermarkt" findet man. Da Santa María das wirtschaftliche Zentrum des Valle Calchaquí ist, findet man auch Fachgeschäfte (z.B. für Campingausrüstung), man muss jedoch mit etwas höheren Preisen als in den Großstädten rechnen. Das Einkaufszentrum ist nicht direkt rund um die Plaza zu finden, sondern die Straße Mitre, 100 Meter westlich davon.

Auf der Plaza findet zudem ein Kunsthandwerkermarkt statt. Die Handwerker sind in einem Verein organisiert (Asociación de Artesanos de Santa María) und ziehen in der Saison durch die Städte der Umgebung, beispielsweise zum Pachamama-Fest in Amaichá del Valle.

Küche[Bearbeiten]

  • El Colonial del Valle, an der Plaza, Ecke Esquiú/San Martín. Tel.: +54 420897. Typisch argentinische Küche, gute Mittelklasse.
  • Restobar Plaza, San Martín 258. Tel.: +54 420309.
  • Comedor Albina, Tomás Guido 250. Tel.: +54 420681.
  • El Rey del Sandwich, 1° de Mayo 258. Tel.: +54 420842.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben konzentriert sich auf das Gebiet rund um den Busbahnhof, wo sich einige Bars und die einzige größere Diskothek befinden. Diese heißt K-Sama und befindet sich im Caasama-Komplex (neben dem gleichnamigen Hotel). Wie in allen Kleinstädten Argentiniens sehr mainstream-lastig, man kann aber auch auf Techno-/House-Parties treffen.

Festivals[Bearbeiten]

Die Stadt ist Schauplatz mehrerer Festivals. Das bekannteste ist der Folkloreevent Reina del Yocavil Ende Januar, das im Rahmen der sogenannten Expo Valle (einer Messe, auf der die Produkte des Valle Calchaquí präsentiert werden) stattfindet. Weiterhin gibt es zu Beginn der Saison (Anfang Januar) ein Folklore- und Rockfestival. Ein weiteres Rockfestival ist Rockavil Mitte Januar.

Weiterhin hat jedes der kleinen Vororte ein eigenes, traditionelles Fest, das mit den landwirtschaftlichen Produkten der Region - Wein, Obst, Nüsse sowie Viehzucht, insbesondere Lamas - zusammenhängt.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Hotel de Turismo, San Martín 450. Tel.: +54 420240.
  • El Algarrobo Apart Hotel, Sarmiento 410. Tel.: +54 420336.
  • Hotel Caasama, beim Busbahnhof, 9 de Juli 500. Tel.: +54 420627. Hotel in kuriosem Iglu-Design. Mittelklasse.
  • Hotel Inti Huaico, Belgrano 146. Tel.: +54 420476.
  • Hotel del Valle, 9 de Julio 300. Tel.: +54 422266.
  • Camping Municipal, nah am Zentrum in einem schattigen Park. Tel.: +54 421083. Mit Swimmingpool und Jugendherberge.
  • Camping El Sol, Camino a El Puesto, km. 1. Tel.: +54 421985.

Gesundheit[Bearbeiten]

Wegen der hohen Lage auf 1.700 m ü.NN. und dem sehr trockenen Klima (es soll die meisten Sonnentage Südamerikas besitzen) ist ein Sonnenschutz dringend erforderlich, auch bei kurzen Spaziergängen. Ansonsten drohen keine besonderen Gesundheitsgefahren. Es gibt ein Krankenhaus in Santa María (1 de Mayo 250, Tel: 420263/591) , bei schweren Fällen ist Tucumán nicht weit.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Es gibt drei Touristeninformationen: einmal an der Plaza selbst (Tel. 421093), dann am Busbahnhof sowie an einem kleinen Posten in der Nähe der Pachamama-Statue. Da der Ort bisher vom Massentourismus verschont blieb, gibt das Personal auch gerne einmal umfangreichere Auskünfte.

Die Banco Nación (mit Geldautomaten) befindet sich in der Straße Mitre, zwischen Sarmiento und San Martín.

Die Postleitzahl von Santa María ist K4139, die Telefonvorwahl lautet 03838.

Santa María ist eine der wenigen Städte des Valle Calchaquí mit Breitband-DSL-Anschluss. Internetcafés gibt es einige rund um die Plaza. Ein digitales GSM-Handynetz ist vorhanden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Ruinen von Quilmes[Bearbeiten]

Die Ruinen vom Tal aus gesehen
Der restaurierte Teil der Anlage

Die Ruinen von Quilmes sind eine präkolumbianische Festung, in der die Diaguita-Indianer den Spaniern zwischen 1530 und 1650 mehr als ein Jahrhundert lang widerstehen konnten. Sie wird häufig als die bedeutendste archäologische Stätte Argentiniens angesehen und liegt am Osthang der Präkordillere, genauer gesagt des Berges Alto El Rey, 25 Kilometer nördlich von Santa María.

Der Besuch kostet einen symbolischen Betrag als Eintritt. Führungen sind möglich (zur Hauptzeit ca. alle 30 min.) und kostenlos, aber keine Pflicht. Unterhalb der Ruinen gibt es ein Besucherzentrum mit einem kleinen Museum, sowie einem Shop, in dem man Teppiche und anderes Kunsthandwerk kaufen kann, ebenfalls ist ein Hotel vorhanden (preislich obere Mittelklasse). Im März 2008 wurde die Anlage jedoch von einer Indianergruppe besetzt, die die Gegend für sich reklamieren, daher sind Hotel und Museum solange geschlossen, bis der Streit geklärt ist (die Gruppierung führt dennoch weiterhin Führungen durch die Anlage durch, dem Besuch steht also allenfalls geringerer Komfort entgegen).

Der zentrale Teil der Festung, der in einem engen und steilen, kurzen Bergtal liegt, wurde rekonstruiert, mit Ausnahme der Dächer, außerhalb davon ist die Anlage noch in Originalzustand. Bemerkenswert sind die Wege auf die das Tal flankierenden Bergspitzen.

Anfahrt: Über Amaichá del Valle (RN 40 / RP 307) Richtung Cafayate bis zum winzigen Ort Quilmes, oder auf der alten Ruta 40 über Fuerte Quemado (siehe Abschnitt Sehenswürdigkeiten). Von dort führt (sichtbar nur durch mehrere große Steinhäufen) eine Erdstraße hoch zu den Ruinen (ca. 5 km, Laufen gut möglich). Lokalbusse Richtung Cafayate halten am Eingang (3-5mal am Tag).

Sonstige Ziele[Bearbeiten]

  • Amaichá del Valle, die größte Stadt Argentiniens, die einer Indianergruppe gehört und von ihr nach traditioneller Art verwaltet wird. 15 km nördlich. Berühmt ist sie für das Nationale Pachamama-Fest im Februar/März und das sehr sehenswerte Pachamama-Museum. Auch hier sind zahlreiche Wanderungen und Ausflüge möglich, u.a. zum Observatorium Ampimpa oder zur Schlucht El Remate.
  • San José, kleine Stadt mit 2.500 Einwohnern, nur 8 km südlich von Santa María.
  • Los Nacimientos de Arriba. Winziges Thermalbad, 40 km südlich der Stadt, auf 3.000 m Höhe auf einer spektakulären Hochebene neben einem rotgefärbten Berghang gelegen. Nur rudimentäre Unterkunftsmöglichkeiten.
  • Bajo de la Alumbrera, das größte Kupferbergwerk Argentiniens, in einem Nebental nahe Los Nacimientos de Arriba. Wegen zeitweiligen Verstößen gegen Umweltauflagen hochumstritten. Führungen sind nur mit Spezialgenehmigung möglich.

Weblinks[Bearbeiten]


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