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Salamis

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Salamis
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Karte (von 1878) der Ruinen von Salamis, der Nekropole und der Grabstätte von Barnabas
Lageplan des nördlichen Bereichs von Salamis

Salamis ist den Name einer antiken Stadt und Ausgrabungsstätte in Nordzypern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Salamis ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses Teils der Insel und hat eine lange und bewegte Geschichte.

Geschichte (Kurzfassung)[Bearbeiten]

Die Stadtgründung von Salamis dürfte ins 11. Jahrhundert vor Chr. zu datieren sein, zwischen 1160 und 1120 v. Chr. gab es mehrere Einwanderungswellen vom griechischen Festland und den Inseln nach Südost-Anatolien und Zypern: dabei entstehen mehrere Städte oder werden mykenisch geprägt. Hierzu könnte auch Salamis gehört haben. Die weitere Ausbreitung der Stadt erfolgte im 8. Jahrhundert, vielleicht im Zusammenhang mit weiteren Einwanderungen aus dem griechischen Raum Richtung Anatolien. Salamis wurde zu einem bedeutenden Stadtheiligtum Zyperns und häufte beträchtliche Reichtümer in ihren Mauern an. Um 450 v. Chr., am Ende der Perserkriege, siegte die griechische Flotte über die Perser und die mit ihnen kooperierenden Phönizier, Zyprer und Kilikier bei Salamis, die Bewohner von Salamis arrangierten sich jedoch mit den fremden Machthabern und festigten somit ihre Position. Weiteren Aufschwung erlebte Salamis unter der ptolemäischen Herrschaft im ausgehenden 4. Jahrhundert v. Chr.. 58 v. Chr. (Kleopatra & Co.!) gelangte die Insel unter römische Herrschaft, endgültig 31 v. Chr. Zypern blieb römisch und byzantinisch bis 1184, wurde aber zuletzt unter Kaiser Isaak Komnenos unabhängig. Salamis profitierte mit seinem Hafen von seiner neuen Rolle als wichtiges Handelszentrum der Römer in der Levante. Um 45 n.Chr. zählte die Stadt rd. 100.000 Einwohner und wurde zur Missionsregion der Apostel Paulus, Johannes Markus und des Zyprioten Barnabas. Salamis musste auch große Zerstörungen über sich ergehen lassen: 76 n. Chr. durch ein verheerendes Erdbeben, um 115 n. Chr. im Zuge einer Revolte der Juden und im Jahre 332 durch ein weiteres Erdbeben. Unter Kaiser Constantius II., dem Sohn Konstantins des Großen, wurde Salamis auf verkleinerter Grundfläche wieder aufgebaut und zu Ehren des Kaisers Constantia umbenannt (345). Weiterhin spielte Salamis als christlich-byzantinische Metropole eine Führungsrolle auf der Insel, auch wenn Paphos inzwischen Hauptstadt Zyperns geworden war. Als jedoch der Hafen, Grundlage für den Wohlstand der Stadt, verlandete und später, 647, die Araber mit einer Flotte von 1.700 Schiffen vor Salamis auftauchten, war es mit der Glanzzeit von Salamis vorbei: Die Araber legten die Stadt in Schutt und Asche, ihre Bewohner flohen ins nahe Arsinoë, das spätere Famagusta.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Wer aus der Türkei anreist, z.B. von Izmir, Ankara oder Antalya: Nächstgelegener Flughafen ist der Ercan-Flughafen, etwa 15 km östlich von Nikosia. Wer aus Deutschland oder anderen mitteleuropäischen Ländern anreist, benutzt den Flughafen in Larnaca, in Südzypern, dem griechischen Teil der Insel.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnverbindungen gibt es auf Zypern nicht.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Für eine Anreise nach Salamis eignet sich am besten der Minibus, das sogenannte Dolmuş. Von Nikosia fahren diese vom Kyrenia-Tor am Nordrand der Altstadt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Wer sich ein Auto gemietet hat, erreicht Salamis von

  • Famagusta aus (Start am Kreisverkehr bei der Rivellino-Bastion) über den Ismet Inönü-Bld. und die Salamis Yolu (10 km)
  • Flughafen Ercan aus über Ercan Havaalani Yolu, Lefkoşa-Gazimağusa Anayolu (50 km)

Alle übrigen Straßen aus Nord- oder Südzypern führen ebenfalls über Famagusta.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

In Girne ist ein Hafen, zu dem und von dem täglich Fährverbindungen nach Anatolien bestehen. Im Personenschiffsverkehr bestehen Autofährverbindungen nach Taşucu und Mersin, das auch durch eine Tragflügelbootlinie angebunden wird.

Mobilität[Bearbeiten]

Salamis kann bequem zu Fuß erkundet werden.

Bilder aus Salamis
Blick ins Theater: Die Statue ist wie viele andere geköpft, die unteren Sitzreihen sind rekonstruiert, es sind nur noch 18 von einst 50 Sitzreihen zu sehen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Amphitheater: Geht man vom Eingangskiosk in nordwestlicher Richtung, so stößt man nach wenigen Metern auf die Reste eines römischen Amphitheaters, von dem derzeit (2017) nur ein paar Sitzreihen zu sehen sind. Die Freilegung und Erforschung dieses Bereichs ist noch nicht geschehen.
  • 2 Theater: Das große Theater südlich des Amphitheaters wurde in den Jahren 1952 bis 1974 ausgegraben. Es war eines der größten Theater im Mittelmeerraum. Erbaut wurde es in der Zeit von Kaiser Augustus (um die Zeitenwende). Es fasste etwa 15.000 Zuschauer. Der Zuschauerraum war ursprünglich 20 m hoch und wies 50 terrassenartig ansteigende Sitzstufenreihen auf. Acht Treppen führten die Zuschauer zu ihren Sitzreihen. Wo heute die Sitzreihen enden, war früher ein rd. 1,8 m breiter Umgang (Diazoma), der den unteren von den oberen Rängen trennte. Hier befand sich früher die Ehrenloge für wichtige Persönlichkeiten, sie hatten die Sonne hinter sich und saßen evtl. unter Sonnensegeln. Die Vorführungen fanden auf einem Bühnenpodest statt, das heute überwuchert und nicht mehr erkennbar ist. Die Treppen unterteilten den Zuschauerraum in neun keilförmige Blöcke. Es hatte ein 40 m langes Bühnenhaus, das bis auf die Grundmauern völlig verschwunden ist, von den Marmorsäulen und Inschriftentafeln der Prunkfassade wurden allerdings viele Stücke wiederentdeckt. Darunter war auch eine Tafel, die Kaiser Hadrian (117-138) als Wohltäter preist, der das Theater in einen Prachtbau umgestalten ließ. Einen 27 m breiten Orchestergraben mit Marmorboden hatte das Theater ebenfalls. In spätrömischer Zeit wurden hier Naumachien veranstaltet, wozu der Graben mit Wasser gefüllt wurde. Viele Statuen wurden später verstümmelt ("geköpft"), weil die Darstellungsart oder die dargestellten Personen nicht mehr dem Zeitgeschmack oder der religiösen Richtung entsprachen. Im Jahre 332 wurde die Region von einem großen Erdbeben heimgesucht, das die Stützbögen des Theaters einbrechen ließ. Der obere Rang der Sitzreihen stürzte mit den Stützbögen 20 m tief. Auch das Bühnenhaus, das Bühnenpodest und die reich gestaltete Rückwand stürzten ein. Das Theater wurde nicht wieder aufgebaut, aber vieles der Ausstattung, vor allem die Marmorsäulen und die Inschriftentafeln der prachtvollen Prunkfassade dienten dem Aufbau der Bäder und des Gymnasiums. Heute ist das Theater bis zum Rang wieder aufgebaut und dient häufig als Bühne oder Kulisse für Konzerte oder Schauspiele.
  • 3 Gymnasion: Das Gymnasium, in der Antike Stätte der Erholung, der Begegnung und Entspannung, wurde unter Ptolemäos V. (Pharao 205-180 v. Chr.) in bescheidenen Ausmaßen gebaut und um die Zeitenwende unter Augustus ausgebaut. Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahre 76 n. Chr. wurde das Gymnasium unter den römischen Kaisern Trajan (98-117) und Hadrian (117-138) zu dem weit über Zypern hinaus bekannten und gerühmten Prachtbau. Der Sportplatz mit den Marmorsäulen und Kyrinthischen Kapitellen hat die Maße von 52,5 x 39,5 m.
  • 4 Latrinen: Die Latrinenanlage, für uns Mitteleuropäer ungewohnt, war für 44 Benutzer ausgelegt. Die Latrinenanlage war damals durchaus kein "stilles Örtchen", sondern eine prachtvolle, technisch anspruchsvolle öffentliche Bedürfnisanstalt, die den großen Menschenansammlungen im Thermengymnasium Stand halten musste. Die Benutzer (consessores = Mitsitzer) saßen auf marmornen Sitzen (siehe Foto in der Galerie: Beispiel aus Ephesos) im Halbkreis unter einem von Marmorsäulen getragenen Dach. Vor ihnen plätscherte ein Brunnen, es gab keine die Geselligkeit trennenden Wände, und die Sicht auf das Treiben auf dem Sportplatz war ungestört - solange in Salamis noch nicht das Christentum verbreitet war. In der Mitte des Geschehens sprudelte Wasser aus der Wand in ein steinernes Becken, das als Handwaschbecken diente. Zugleich wurde der Wasserfluss zum breiten Spülwasserkanal unter den Sitzen geregelt und auch noch Wasser auf die davor verlaufende schmale Rinne verteilt. Diese Rinne hatte eine besonders delikate Funktion: in ihr wurden die zur Gesäßreinigung benutzten, an kurzen Stöcken befestigten Schwämmchen ausgewaschen.
  • 5 Therme: Die salaminischen Thermen zeigen noch Spuren einstiger Pracht. Man fand Reste von Wandmosaiken und Freskenfragmente, mit „opus sectile“ ausgelegte Böden, Marmorbänke und Überbleibsel der Heizungsanlage. Die Thermen als größte Wasserverbraucher machten eine Wasserzuführung, -speicherung und Abwassertechnik nötig. Die Funktion des Wassersspeichers und Verteilers übernahm das langgestreckte, mit einem Tonnengewölbe überdeckte Gebäude vor dem südlichen Sudatorium. Man vermutet eine Wasserkapazität von 600 m³, bei einer Grundfläche von 30 x 5 m und einer geschätzten Wassertiefe von 4 m.
  • 6 Römische Villa: Südlich des Theaters findet der Besucher die Reste einer 1882 ausgegrabenen römischen Villa mit ursprünglich zwei Stockwerken. Der Fußboden zeigt Mosaike, die in Medaillons eingeschlossene Tiere darstellen. Sie gruppierten sich vermutlich um das zentrale Bild des Orpheus.
  • 7 Kampanopetra-Basilika: Die aus dem 4. Jahrhundert stammende Kampanopetra-Basilika ist eine der umfangreichsten Basilikabauten des Mittelmeerraums gewesen. Die vier großen Teilbereiche Westhof, West-Atrium mit Vorhalle (Narthex), Basilika und Ost-Atrium ergaben eine Länge von 152 m bei einer Breite von fast 38 m. Die Basilika hatte ein Mittelschiff und zwei kleinere Seitenschiffe mit je einer Apsis. Im Westen liegt ein von Säulen umgebenes Atrium mit achteckigem Brunnen.
  • 8 St. Epiphanius-Basilika: Die um 400 n. Chr. erbaute Epiphanius-Basilika war nach dem Bischof Epiphanius benannt, der im Jahre 368 von den zyprischen Bischöfen zum Insel.Metropoliten gewählt wurde, was er bis zu seinem Tod im Jahre 403 blieb. Die Basilika hatte die Ausmaße 58x42 m und entsprach damit anderen römischen Vorbildern. Sie war eines der größten Gotteshäuser der damaligen Welt und übertraf mit ihren Maßen sogar berühmte, zur gleichen Zeit erbaute Basiliken wie die auf Roms Aventin gelegene dreischiffige Santa Sabina-Basilika (54,5 x 24,8 m) oder die fünfschiffige Agios Dimitrios-Basilika in Thessaloniki (44 x 33 m). Die Kirche hatte ein breites Mittelschiff mit jeweils zwei schlanken Seitenschiffen. Nach Osten schloss eine halbrunde Zentralapsis das Mittelschiff ab. Die Apsis war mit halbrund angeordneten und übereinander gereihten Steinbänken und einem zentralen Bischofsthron ausgestattet. Südlich der Apsis befindet sich ein weiterer Kirchenbau mit der Grablege des Epiphanias. Die Gebeine des Bischofs sind Jahrhunderte später von Kaiser Leo (886-912) nach Konstantinopel überführt worden. Besucher der Ausgrabungsstätte finden jedoch heute nur noch grasüberwucherte Fundamente, dazwischen Gänge, Säulenstümpfe und am Boden liegende korinthische Kapitelle. Die Basilika teilte das Schicksal anderer salamischer Bauten, die nach Zerstörung und Verfall gegen Mitte des 7. Jahrhunderts skrupellos als Steinbruch ausgeschlachtet wurden. In der östlichen Verlängerung des südlichen Seitenschiffs findet man die Ruinen einer im 7. Jahrhundert erbauten kleinen Kirche. Etwas weiter östlich liegt ein Taufbecken und südöstlich angrenzend ein Baptisterium. Im 9. Jahrhundert wurde sie mit drei Kuppeln überdeckt und mit Pfeilern verstärkt.
  • Voutra, westlich der St. Epiphanius-Basilika: Aquädukt und Wasserreservoir
  • 9 Agora: Nach den Zerstörungen durch das Erdbeben im Jahre 76 n.Chr. wurde dieser Platz als einer der größten des römischen Imperiums mit den Maßen 288 x 55 m gestaltet. Heute säumen die umgestürzten Säuen das Forum . Hier trafen sich einst im Angesicht des Hauptheiligtums der Stadt, des benachbarten Zeus-Tempels, Händler und Käufer, Reisende und Bettler, Seeleute und Sklaven. Die Agora war das Zentrum von Salamis in jeder Hinsicht. Gleich nördlich angrenzend ist eine byzantinische Zisterne
  • 10 Zeus-Tempel. Südlich der Agorá stand der Zeus-Tempel auf einem Podium. 1890 fand man eine Inschrift, die belegt, dass der Tempel Livia, der Gattin von Kaiser Augustus, und dem Gott Zeus gewidmet war. Heute findet man nur noch ein paar aussagekräftige korinthische Kapitelle. Der Tempel stand auf Fundamenten eines hellenistischen Vorgängerbaus vom Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr., Eine über die gesamte Breite reichende, noch heute sichtbare Front hoher Stufen war seiner Nordseite vorgelagert. In die Stufenfront eingepasst führte eine Freitreppe in die von zwei Reihen mit je sechs Säulen getragene Vorhalle (Portikus). Im Hintergrund lag das fensterlose Allerheiligste, die Cella, Wohnsitz der Gottheit, Domizil ihres Standbildes. Kolonnaden flankierten die Cella, je vier Säulen waren es an den Längsseiten, sechs an ihrer Rückseite.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Auf dem 3,4 km langen Weg von Salamis zum Barnabas-Kloster kommt man an einem Gräberfeld auf der linken Straßenseite vorbei, den Königsgräbern oder der Nekropole von Salamis.
  • Fährt man vom Barnabas-Kloster auf der Straße weiter nach Südwesten, so stößt man nach 1,2 km unmittelbar am Ende der Straße auf das Ausgrabungsfeld der antiken Stadt Tuzla, die schon 2 Jahrhunderte vor Salamis gegründet worden war.

Einkaufen[Bearbeiten]

Salamis ist eine Ausgrabungsstätte, die nur mit einem kleinen landestypischen Kiosk ausgestattet ist.

Küche[Bearbeiten]

Da es in Salamis keine Restaurants gibt, empfiehlt es sich, nahe gelegene Hotelrestaurants oder solche in Famagusta aufzusuchen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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