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Patara

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Patara ist ein Naturschutzgebiet, eine antike Ruinenstadt und ein kleines Dorf mit dem offiziellen Namen Gelemiş im türkischen Teil der Ägäis. Am bekanntesten ist Patara als Geburtsstätte des heiligen Nikolaus. Doch hier findet sich auch ein endloser einsamer Strand, der gleichzeitig Naturschutzgebiet ist. Daher ist dieser bisher von großen Hotelbauten verschont geblieben. Und so ergießen sich 8km endloser feinster Sandstrand in ein strahlend blaues Meer ohne von größeren Touristenscharen behelligt zu werden. Und wem das nicht reicht dem bleibt eine der großen archäologischen Stätten mitten in einer Dünenlandschaft.

Patara
Lycia et Pamphylia hat keine übergeordnete Region.
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Hintergrund[Bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsfunde gehen auf das 7. Jahrhundert v. Chr. zurück. Die strategisch gute Lage an der Mündung des Xanthos Flusses in das Mittelmeer sorgte für ein stetiges Wachstum. Zudem war Patara sitz eines Apollon-Orakels welches in der Antike durchaus mit Orakeln in Delphi oder Didyma konkurrierte. Hier arbeitete man mit dem Apollon Orakel in Delos zusammen. Nur in den Wintermonaten, wen die Götter in Delos schwiegen, wurde hier orakelt. Spätestens ab dem 4.Jahrhundert v.Chr. gewann die Stadt auch militärisch an Bedeutung, als die Perser den Ort als Seestützpunkt ausbauten. Als im Jahre 334 v.Chr. Alexander der Große anrückte, wurde die Stadt allerdings kampflos übergeben. Fortan spielte die Stadt eine entscheidende Rolle im lykischen Städtebund. Als einer der ersten Hafenstädte erhielt Patara einen Leuchtturm. Als die Römer die Provinz "Lycia et Pamphylia" gründeten, wurde Patara im Jahre 42 v.Chr. Provinzhauptstadt. Im ersten Jahrhundert n.Chr. verweilte Paulus hier und im 3. Jahrhundert n.Chr. wurde hier Nikolaus von Myra geboren. Einige seiner frühen Taten soll er hier vollbracht haben. Doch Patara hatte stets mit Dünen und der zunehmenden Versandung des Xanthos-Flusses zu kämpfen. Dieser Kampf war im 14. Jahrhundert verloren und der Ort wurde aufgegeben. Übriggeblieben ist nur das kleine Örtchen Gelemiş. Im Jahre 1988 entdeckten fast zeitgleich Umweltverbände, Archäologen und die Tourismusindustrie den Ort. In Ankara wurde ein Bauverbot ausgesprochen, nur das schon errichtete durfte bleiben. Der Strand wurde zur Schutzzone für die unechte Karettschildkröte erklärt und die Nutzung klar geregelt. In der archäologischen Zone wird seither ausgegraben und immer wieder Sensationelles entdeckt, wie z.B. im Jahre 2004 der Leuchtturm von Patara. Nach dem Orakel des Apollon wird z.B. aber immer noch gesucht. Die Bewohner von Gelemiş haben sich darauf eingestellt, und ihre Häuser in Pensionen und Hotels umgebaut. So stehen auf 900 Einwohnern ca. 1500 Gästebetten zu Verfügung. Doch bei einem 8 km langen und bis zu 400 Meter breiten Strand verläuft sich diese Anzahl von Badegästen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächst gelegene Flughafen befindet sich in Dalaman. Etwas weiter entfernt ist der Flughafen von Antalya. Von hier aus geht es auf der Straße weiter.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Es gibt natürlich eine Busverbindung zwischen Fethiye und Kaş. Gibt man beim Ticketkauf das Ziel Patara an, erhält man einen Preisnachlass und wird auf der Höhe von Patara aus dem Bus gelassen. Hier steht in der Regel schon ein Dolmuş, der einen ins Dorf bringt. Zur Not reicht aber auch ein kurzer Anruf bei einer Pension, um von hier abgeholt zu werden. Des Weiteren gibt es direkte Dolmuş-Verbindungen mit Kalkan, Kaş und Fethiye.

Wer mit dem Auto kommt, fährt die D400 von/nach Fethiye nach/von Antalya. Zwischen Kınık und Kalkan verlässt man die Hauptstraße in Richtung Patara bzw. Gelemiş. Nach zwei Kilometern erreicht man den Ort Gelemiş, wo die Pensionen zu finden sind. Nach weiteren zwei Kilometern erreicht man die archäologische Stätte und den Strand. Parkmöglichkeiten sind sowohl in Gelemiş als auch am Strand vorhanden.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Strand, die archäologische Stätte und das Dorf gehen zwar praktisch in einander über, haben aber doch ihre Längen. Alleine der Strand ist 8 km lang und der antike Hafen zieht sich 2 km ins Landesinnere. Da macht es Sinn, sich vorher über die verschiedenen Mobilitätsvarianten Gedanken zu machen.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Immer noch die schönste Variante. Da es von Gelemiş eh nur 20 Minuten Fußweg bis zum Strand sind, sollte man sich dieses nicht entgehen lassen, da der Weg mitten durch die archäologische Stätte führt. Außerdem hat man so die Möglichkeit, auch die äußeren Teile des Strandes zu besuchen, die man dann auch mal für sich alleine hat.

Shuttle Dienste[Bearbeiten]

Wer in einer Pension in Gelemiş untergekommen ist, hat zumeist Zugriff auf einen kostenlosen Travelservice zur Bushaltestelle an der D400 und zum Strand.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Parkplätze sind in Gelemiş, am Strand und an der Abzweigung von der D400 in Richtung Patara vorhanden. Am Strand selber und in den Ruinenanlagen ist ein Fortkommen nur zu Fuß möglich.

Wer keinen eigenen Wagen hat, aber auf den Komfort hier nicht verzichten will, kann sich bei Kirca Travel ein Auto mieten: 1 Kirca Travel. Tel.: +90 (242) 843 5298, Fax: +90 (242) 843 5034, E-Mail: .

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Patara Plajı
  • 1 Patara Plajı - Der Strand von Patara ist das Highlight hier. Viele Touristen kommen auch nur für einen Tagesausflug hierher. 8km Traum-Sandstrand teilweise bis zu 400 Meter breit ergießen sich in blaues Wasser. Nicht umsonst kürte die Sunday Times unlängst diesen Strand zum schönsten in Europa, obwohl er ja schon in Asien liegt. Zwar teilt man sich den Strand mit den unechten Karettschildkröten. Aber die Legeflächen sind klar abgesteckt und bei der Länge und Breite des Strandes bleibt für Menschen und Schildkröte genügend Platz, zumal selbst zur Hochsaison hier nur etwa 1500 Badegäste zu finden sind. Diese konzentrieren sich meist direkt an dem Strandabschnitt von der Zufahrtsstraße von Gelemiş. Dort ist ein Strand Café und ein Sonnenschirm bzw. Sonnenliegenverleih. Aber auch dort wird es nicht richtig voll. Wer mehr Ruhe sucht, der sollte den nördlichen Teil aufsuchen (Kumluova Plajı). Hier ist es nicht nur ruhiger, sondern die Dünenlandschaft hat viel mehr zu bieten.
  • Heroon
  • Töpferei
  • Grabmonument
  • Getreidespeicher
  • Agora
  • Stadtmauer
  • 2 Therme
Der Metius-Modestus-Triumphbogen in Patara
  • 3 Metius-Modestus-Triumphbogen - Dieser imposante Triumphbogen mit einer Bogenbreite bis zu 3,6 Metern, gehört zu den am besten erhaltenen der Antike. Man nimmt an, dass es sich hierbei um das zentrale Stadttor handelte. Es wurden zwar an den Seiten Reste der Stadtmauer gefunden, aber es konnte bisher keine befestigte Straße nachgewiesen werden. Errichtet wurde der Triumphbogen im Namen von C. Trebonius Proculus Mettius Modestus um 100 v.Chr., der Stadthalter der römischen Provinz Lykien-Pamphylien war. Sechs Büsten der Familie des Stadthalters waren früher auf jeder Seite des Bogens zu sehen.
  • Korinthischer Tempel
  • 4 Thermen des Vespasianus
  • 5 Kolonadenstrasse
Der antike Leuchtturm in Patara
  • 6 Leuchtturm - Patara war schnell berühmt in der Antike einen Leuchtturm zu besitzen. Lange kannte man diesen nur aus antiken Quellen, bis man die Fundamente des Leuchtturms im Jahr 2004 unter einer Sanddüne entdeckte. 4000 LKW-Ladungen Sand mussten angeblich abgetragen werden um das Fundament und einige Steine des Leuchtturms mit Schriftzügen, die eine Identifizierung ermöglichten, freizulegen.
  • 7 Bouleuterion - Das Versammlungshaus in Patara war über 500 Jahre das offizielle Versammlungshaus des lykischen Städtebundes. Hier trafen sich Vertreter der über zwanzig Städte wie Xanthos, Tlos oder Myra. So gesehen ist das Bouleuterion aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. das älteste demokratische Parlamentsgebäude der Welt. Schon im Jahre 1991 wurde das 43 Meter lange und 30 Meter breite Gebäude ausgegraben. 400 Abgeordnete hatten einst hier Platz. Im Jahr 2010 begannen aufwendige Restaurierungserbeiten. Rund 7,5 Millionen türkische Lira standen zu Verfügung. Die Arbeiten konnten im Jahre 2012 abgeschlossen werden.
  • 8 Theater - Das Theater stammt ursprünglich aus dem 3.Jahrhundert v.Chr.. Im 2.Jahrhundert n. Chr. wurde unter Kaiser Hadrian das Theater umfangreich überarbeitet. Das Bühnenhaus stammt aus dieser Zeit. Des Weiteren wurden die Zuschaueränge erweitert so dass 15.000 Personen Platz finden konnten. Ein Sonnensegel und ein kleiner Theatertempel gehörten ebenso zu den Umbauarbeiten. Im Jahre 141 n.Chr. wurde das Theater von einem Erdbeben schwer beschädigt. Doch es fand sich in Opramoas aus Rhodiapolis ein reicher Spender und mit diesem Geld konnten die Schäden repariert werden. Im 3.Jahrhundert n.Chr. wurde schliesslich auch dieses Theater zur Arena umgebaut. Im Jahre 2002 begannen auch hier die Ausgrabungsarbeiten. Seit dem Jahr 2002 ist das Theater komplett vom Sand befreit. Das Theater ist sehr gut erhalten und gilt als eines der schönsten in ganz Lykien.
  • 9 Zisterne

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Baden
  • Entdecken
  • Wandern
  • Reiten
  • Kanu fahren

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Strandcafe

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Aufgrund der baulichen Bestimmungen durch die archäologische- und Umweltschutzzone sind große Hotelbauten bisher nicht zugelassen worden. So finden sich nur in Gelemiş einige kleine familiäre Hotels und Pensionen. Hier eine kleine Auswahl.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Es gibt klare Richtlinien zur Nutzung des Strandes und zum Schutz der unechten Karettschildkröte:

  • Das Betreten der Sperrflächen für die Eiablage der Schildkröte ist verboten. Sollten diese nicht vorhanden sein, sollte man Strandabschnitte die weiter als 5 Meter von der Uferlinie entfernt sind meiden.
  • Man sollte unbedingt die Öffnungszeiten des Strandes einhalten. (Im Sommer 08:00 Uhr bis 19:30 Uhr und im Winter 08:00 Uhr bis 17:30 Uhr)
  • Es ist katastrophal, irgendwelche Lichtquellen hinter dem Strand zu schaffen. Die frisch geschlüpften Schildkröten krabbeln zur hellsten Lichtquelle (Normalerweise das gespiegelte Mondlicht im Wasser). Sollte ein Lagerfeuer oder Autoscheinwerfer heller wirken, krabbeln sie in diese Richtung und vertrocknen.
  • Es ist verboten, frisch geschlüpfte Jungtiere zu berühren.

Die Post befindet sich im Stadtzentrum in der Nähe des Parkplatzes 1

Ausflüge[Bearbeiten]

Für einen Tagesausflug bieten sich folgende Reiseziele:
Folie55.JPG
Saklikent- Eine bis zu 300 Meter tiefe Schlucht zum erwandern. Gut kombinierbar mit der Besichtigung der archäologischen Stätte Tlos
Xanthos 1.JPG
Xanthos- Mit der archäologischen Stätte Letoon Weltkulturerbe und bekannt für lykische Grabmonumente
Fethiye Einkaufen.JPG
Fethiye - Schöne Hafenstadt mit Altstadt zum Bummeln und zum Relaxen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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