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Tlos

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Tlos
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Tlos ist eine lykische Ruinen-Stätte in der Türkei.

Hintergrund[Bearbeiten]

Archäologische Funde führen in die Bronzezeit in das 2. Jahrtausend v. Chr. In hethitischen Quellen wird auf einen Ort namens Tlawa oder Dalawa am Xanthos Fluss hingewiesen. Mittlerweile ist man sich sehr sicher, dass hier eine Übereinstimmung mit Tlos vorliegt. Münzfunde aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. mit der Stadtbezeichnung Tlava unterstützen das. Die Stadt konnte ihre strategische Lage entlang der Handelsroute gut verwerten, und wuchs stetig. Zur Zeit des lykischen Städtebundes besaß die Stadt dreifaches Stimmrecht und bei der Eingliederung in das römische Reich war die Stadt so wichtig, dass Sie den Titel "glänzendste Metropolis der lykischen Nation" erhielt. Selbst ein Erdbeben im Jahre 141 n. Chr. konnte den Einfluss und Größe der Stadt nicht bremsen. Schäden wurden mit Hilfe reichlicher Spenden repariert. Im byzantinischen Reich bekam die Stadt natürlich auch einen Bischofssitz und entsendete 451 n. Chr. und 787 n. Chr. Bischöfe zu den Konzilen von Kalchedon und Nikaia. Doch überschritt die Stadt in diesem Zeitraum wie so viele in der Region ihren Zenit und verlor nach und nach an Bedeutung. Erst im 19. Jahrhundert gewann die Stadt wieder regionale Bedeutung als der Feudalherr Kanlı Ali Ağa eine Festung auf der Akropolis errichtete um von hier eine kurzzeitige aber einprägende Schreckensherrschaft auszuüben. Archäologisch wurde im Jahre 1838 schon die Stadt als die antiken Ruinen von Tlos identifiziert. Die ersten Ausgrabungsarbeiten fanden jedoch erst 1970 statt. Noch im Jahre 2012 wurden einige entscheidende Funde in Tlos gemacht. Heute ist die Ruinenstätte (meist in Kombination mit Saklikent und Xanthos) ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen aus Dalyan, Fethiye, Patara oder Kaş. Das katholische Titularbistum Tlos wird auf den byzantinischen Bischofssitz zurückgeführt, und seit dem Jahr 2000 vom mexikanischen Bischof Francisco Ramírez Navarro ausgeübt.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Dalaman. Von dort gibt es keine direkten Verbindungen. Aber es ist möglich über Dalaman oder Fethiye über die Straße hierher zu gelangen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Es gibt keine direkte Dolmuş- oder Busverbindung.

Der einfachste Weg ist eine Besichtigungstour in z.B. Fethiye oder Dalyan zu buchen und dort zu nächtigen. Ansonsten bleibt einem nur die Möglichkeit auf ein eigenes Fahrzeug umzusteigen.

Für Selbstfahrer ist aber sehr einfach Tlos zu erreichen. Einfach z.B. von Fethiye auf die Küstenbundesstraße D400 und dann auf die D350 in Richtung Antalya wechseln. Kurz darauf ist schon alles ausgeschildert. Man fährt dann über die Ortschaften Girmeler und Güneşli direkt nach Tlos.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Fethiye ist der nächst gelegene Hafen wo man mit seinem Boot vor Anker gehen kann. Von hier ist es einfach sich einer Reisegruppe anzuschliessen oder einen Mietwagen zu nehmen.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Anlage ist durchaus überschaubar und zu Fuß zu erkunden. Ist man nicht sonderlich trittfest, sollte man sich überlegen ob man sich die Akropolis und Nekropolen spart.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Ruinenstätte von Tlos liegt malerisch auf einem Hochplateau. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Umgebung. Im Zentrum liegt die Akropolis, der die Stadt zu Füßen liegt.

Die Akropolis[Bearbeiten]

Verwittertes Relief an einem Felsengrab von Tlos
  • 1 Burg - Auf der Akropolis befindet sich die Burg, von der nur noch die Mauern zu sehen ist. Diese basiert auf lykischen Grundmauern. Später errichteten die Byzantiner auf denselben Grundmauern eine Burg. Als letztes hatte der Kanlı Ağı Ali, bekannt als der blutige Ali, die Idee. Er benutzte wiederum die lykischen Fundamente. Auch von dieser Burg sind auch nur die Mauern geblieben. Ein Aufstieg lohnt sich aber dennoch schon wegen des Ausblickes auf die unglaubliche Landschaft.
  • 2 Grab des Bellerophons - Das Grab des Bellerophons ist gut von der Zufahrtstraße zu erkennen und liegt in einem Steilhang seitlich an der Akropolis. Um zu dem Grab zu gelangen hält man sich vor der Akropolis rechts, steigt in eine Senke hinab und läßt alle anderen Gräber hinter sich. Die nicht komplett fertig gestellte Front des Felsengrabes stellt einen Tempel bestehend aus 4 Säulen dar. In dieser Tempelfront findet sich die Darstellung des Bellerophons auf dem Pegasus wieder. Der griechische Held aus alten Sagen zähmte das fliegende Pferd und so manch einer Heldentat wollte er aufsteigen zum Olymp. Darüber waren aber die Götter nicht so begeistert und sendeten nicht mehr als eine Bremse, die dem Pegasus kurz stach. Darauf warf der Pegasus den Bellerophon ab und stürzte auf die Erde. Schwer verletzt verlebte der Bellerophon seine letzten Jahre in Lykien und verstarb. Natürlich glauben viele hier das Grab des Bellerophons gefunden zu haben, aber gesichert ist das nicht. Gesichert ist das man im Grab ein weiteres Relief mit der Darstellung eines Löwen oder Leoparden findet. Wer sich auf den Weg zum Grab macht, sollte aber festes Schuhwerk nicht vergessen, da die Wege teilweise geröllig oder nach Regenfällen glitschig sind. Ein Gehstock als Steighilfe kann helfen.
Lykische Sarkophage in Tlos
  • 3 Felsnekropole - Steht man vom Parkplatz kommend vor der Akropolis fallen einem sofort eine Reihe von Felsengräber ins Auge. Dabei sind die offensichtlichsten direkt unter der Burg recht langweilig, da diese rechteckige leere Kammern ohne jegliche Inschriften oder Reliefs haben. Je mehr man sich rechts hält, so mehr steigt der Anspruch an das Schuhwerk und die Kletterfähigkeiten des Entdeckers, da man in eine Senke hinab steigt. Hier zeigen sich weitere Felsgräber mit Inschriften und verwitterten Reliefs von Kriegerdarstellungen aus dem 5.Jhr.v.Chr.. Wer sich auf den Weg zu den Gräbern macht, sollte aber festes Schuhwerk nicht vergessen, da die Wege teilweise geröllig oder nach Regenfällen glitschig sind. Ein Gehstock als Steighilfe kann helfen. Wem das zu gefährlich oder anstregend ist, dem bleiben immer noch die Totalen aus der Entfernung.
  • 4 Lykische Sarkophage - Vor der Akropolis finden sich einige lykische Sarkophage. Typisch für lykische Sarkophage ist immer der Deckel, der spitz ausgeführt ist und an einen umgedrehten Bootskiel erinnert.

Die Stadt[Bearbeiten]

  • 5 Stadion - Am Fuße der Akropolis befindet sich das Stadion, das einst 2.500 Zuschauern platz bot. Heute sind lediglich die Zuschauerränge auszumachen. Wahrscheinlich war der zentrale Zugang zum Stadion an der Nordseite.
  • 6 Markthalle - Parallel zum Stadion findet sich ein 150 Meter langes und 30 Meter breites Gebäude. Höchstwahrscheinlich war das Gebäude zweigeschossig und hatte die Funktion einer Markthalle.
  • 7 Palastra - An die Markthalle schließt sich mit der Palastra eine große sandbedeckte Fläche an und diente Wettkämpfen wie Ringen aber auch Faustkämpfen.
  • 8 Kleine Therme - Diese Therme schliesst sich direkt an die Palastra an.
  • 9 Große Therme - Die große Therme gehörte sicherlich in der Antike schon aber heutzutage bestimmt zu den Highlighst eines Tlos Besuches. Drei große Räume bestimmen den Grundzug des Gebäudes. Dabei hat der östlichste Raum eine Besonderheit. Dieser hat am Südende eine Apsis mit 7 Fenstern (bekannt auch als Yedi Kapı), die ein traumhaften Blick auf das Xanthos-Tal bieten.
  • 10 Kirche - Die Überreste der Kirche stammen aus der Spätantike.
Das Theater in Tlos
  • 11 Theater - Das Theater von Tlos gehört mit einem Durchmesser von 56 Metern und einem Fassungsvermögen von bis zu 16.000 Zuschauern zu den größten in Lykien. Errichtet wurde es anders als z.B. in Patara freistehend. Größe und Bauweise ähneln sehr dem Theater in Side. Auch hier wurde eine große Gewölbekonstruktion mit einem außen umlaufenden Gewölbegang in die freie Ebene gesetzt. Ob das Theater wie in Side auch in der Lage war Schiffswettkämpfe in einem Wasserbecken darzustellen ist unbekannt. Das Bühnenhaus (Orchestra) ist zwar komplett zerstört, doch die Cavea ist noch ganz gut erhalten. Inschriften am Theater weisen darauf hin, dass das Theater um die Jahrhundertwende erbaut wurde. Das Theater wurde während des Erdbebens im Jahre 141 n.Chr. schwer beschädigt, doch dank reichhaltiger Spenden des Herrn Euerget Opramoas von Rhodiapolis wieder aufgebaut.
  • 12 Agora - Die Agora war einer der zentralen Handelsplätze in Tlos und hatte eine Größe von 80 Metern x 80 Metern. Euerget Opramoas von Rhodiapolis spendete auch hier reichlich. Etwa 50.000 Denare, was einer Kaufkraft von über € 100.000,00 entspräche lies der reiche Herr Opramoas alleine in die Agora fließen. Heute ist leider nicht mehr viel davon zu sehen.

In der Umgebung[Bearbeiten]

Eingang der Schlucht von Saklikent

In der Umgebung gibt es vor allen eine Sehenswürdigkeit und das ist die 13 Schlucht von Saklikent. Hier entspringt aus einer teilweise bis zu 300 Metern hohen Schlucht ein Fluss. Die Schlucht lässt sich zu Fuß erwandern. Die kostenpflichtige 18 Kilometer lange Schlucht ist ein besonderes Highlight und wird je tiefer man in die Schlucht kommt zunehmend anspruchsvoll. Wer die ersten 300 Meter überschreiten will sollte auf jeden Fall Kleidung tragen die leicht trocknet. Auch sollte technisches Gerät (wie Fotoapparat) so verstaut sein, das es nicht Nass werden kann. Vor dem Betreten der Schlucht erhält man spezielle Gummischuhe mit denen man einfacher über glatte Steine klettern kann. Hierbei gibt es nur Schuhgrößen bis 45 als Leihschuhe. Wer Übergrößen trägt zwängt sich halt in 45 oder bringt seine eigenen Schuhe mit. Die ersten 300 Meter sind auf einem am Felsen hängend trockenen Fußes zurückzulegen. Danach erreicht man einen Zusammenfluss der Schlucht mit einigen Quellläufen, an dessen Ufer im Sommer ein beliebter Picknick-Platz steht. Diese muss man durchwaten und ab hier sollte man auf jeden Fall entsprechend gekleidet sein. Die Strömung kann gerade an dieser Stelle je nach Jahreszeit sehr stark sein. Hier stehen aber willige Helfer bereit, die diese Furt genau kennen und jeden durch den Fluss begleiten. Gegen ein Trinkgeld begleiten einige den Touristen auch weit in die Schlucht hinein. Ist die Schlucht anfangs noch 10 bis 20 Meter breit, verengt sie sich zunehmend auf bis zu 2 Metern. Hier bilden sich auch tiefe Pools durch die man auch mal schwimmen muss. Der Legende nach wurde die Schlucht durch Zufall entdeckt, weil Hirten ein paar Schafe vermissten. Mittlerweile kommen hier jährlich etwa 200.000 Besucher hin und seit 1996 ist die Region Nationalpark. Zahlreiche Restaurants und Angebote wie Rafting, Schlammbäder etc. ergänzen das Angebot.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Entdecken
  • Wandern
  • Rafting
  • Relaxen

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Am Parkplatz der Ruinenstätte gibt es am Kiosk eine überschaubare Anzahl von Souvenirs zu kaufen. Anders sieht es in Saklikent aus. Hier gibt es zahlreiche Souvenirs zu kaufen. Allerdings gilt zu beachten, dass diese in den Städten wie Fethiye oder Dalyan in der Regel preiswerter zu erstehen sind.
  • Wasser und kleine Snacks sind sowohl in Tlos als auch in Saklikent zu erstehen.

Küche[Bearbeiten]

In Saklikent gibt es zahlreiche gute Restaurants

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die meisten Gäste übernachten in Dalyan, Fethiye oder Kaş. Wem aber ein Tagesausflug zu stressig ist oder doch mehr Zeit bei der Besichtigung der Ruinen benötigt, der hat durchaus Alternativen in der Nähe:

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Griechische Mythologie von Reiner Abenstein erschienen im UTB-Verlag, Stuttgart 2011. ISBN 978-3825236236

Weblinks[Bearbeiten]

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