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Orange (Vaucluse)

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Orange: Arc de Triomphe
Orange
DépartementVaucluse
Einwohner
29.561 (2015)
Höhe
50 m
Tourist-Info+33 (0)4 90 34 70 88
http://www.otorange.fr
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Lage
Lagekarte von Frankreich
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Orange

Orange ist eine Stadt in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Département Vaucluse. Sie ist bekannt durch das zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene römische Theater und den Triumphbogen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Orange: Théâtre antique

Die Stadt Orange, die Bezeichnung hat seinen Ursprung im römischen Namen Arausio, liegt an einem historischen Verkehrsknotenpunkt zwischen der Nord-Süd-Verbindung entlang der Rhône und der Verbindung nach Osten in Richtung Italien. Heute ist die Region zum einen durch die Landwirtschaft und den Weinbau und zum anderen durch den touristischen Anziehungspunkt der römischen Monumente geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 105 v.Chr. wurden die römischen Legionen aufgrund strategischer Fehlentscheidungen ihrer Feldherren von den (aus dem Lateinunterricht her bekannten) Timbern und Teutonen in der Schlacht von Arausio vernichtend geschlagen; die römische Seite hatte 84'000 gefallene Legionäre zu beklagen. Nachdem die Teutonen einen Zug der Verwüstung durch Nordspanien gemacht hatten, wurden sie ihrerseits von den neu aufgestellten römischen Truppen in der Schlacht von Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) vernichtend geschlagen.

Um 36 v.Chr. gründeten entlassene römische Legionäre der II. Gallischen Legion am Knotenpunkt zwischen der Via Agrippina (entlang des Rhônetals) und der Verbindung nach Rom die Siedlung Colonia Julia Secundanorum Arausio, die rasch an Bedeutung zunahm und im ersten Jahrhundert mit der notwendigen Infrastruktur wie einem Forum, dem Theater und dem an der Ausfallstraße Via Agrippina nach Norden errichteten Triumphbogen verschönert wurde.

Die florierende Stadt mit ihrem Bischofssitz wurde 412 von den Westgoten geplündert. Nach Fehden zwischen Franken und Burgundern, die sich dort niedergelassen hatten, wurde Orange ein nächstes Mal im Jahre 509 von den Ostgoten unter Theodorich geplündert und die Bevölkerung deportiert.

Die um 800 gegründete Grafschaft Orange konnte sich im 11. Jhdt. von der Grafschaft Provence ablösen. Nachdem sie 1163 von Kaiser Friedrich Barbarossa zum Fürstentum Orange erhoben worden war, ging dieses 1182/1289 in Besitz der Herren von Baux und später im Jahre 1393 in Besitz des Hauses Chalon über.
Zu Beginn des 16. Jhdts. wurde das Fürstentum vom französischen König annektiert; aufgrund seiner Verdienste in einem Feldzug erhielt Philibert de Chalon 1529 seinen Besitz zurückerstattet. Nachdem er kinderlos verstorben war, ging das Fürstentum in Besitz seiner mit Heinrich von Nassau verheirateten Schwester Claude de Chalon über. Die Geschichte des Fürstenhauses von Oranien-Nassau war im 16./17. Jhdt geprägt von Erbstreitigkeiten im Rahmen des oranischen Erbfolgestreits. Im Jahre 1713 fiel das Fürstentum im Rahmen des Friedens von Utrecht endgültig an Frankreich, lediglich das Recht Titel und Wappen des Prinzen von Oranien zu führen, ging an den Preussischen König Friedrich I. über. Im Jahre 1733 erwarben das Haus Nassau wieder das Recht auf den Titel, weshalb es noch heute zwei "Prinzen von Oranien" gibt, den Thronfolger des Hauses Oranien-Nassau und den Thronfolger des Hauses Hohenzollern.

Mit der französischen Revolution wurde Orange 1793 in das Département Vaucluse integriert. 1924 und erneut 2002 wurde die Stadt von Überschwemmungen im Rhônetal in Mitleidenschaft gezogen, 2006 entschied man sich, das römische Theater mit einem Schutzdach vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Flughäfen sind diejenigen von 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Avignon-Provence, der auch von internationalen Gesellschaften angeflogene Flughafen 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Marseille-Marignane-Provence und der regionale Flughafen von 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Nîmes-Arles-Camargue.
Der Flugplatz von 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Orange-Caritat wird ausschliesslich militärisch genutzt.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Orange liegt an der TGV-Bahnstrecke zwischen Paris und Miramas bei Marseille, täglich gibt es zwei bis drei TVG-Verbindungen nach Paris, die Fahrt nimmt 3h 20min in Anspruch.
Der 1 Gare SNCF Bahnhof der SNCF liegt etwas östlich vom Zentrum an der Avenue Frédéric Mistral.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Busverbindungen im Département Vaucluse in die grösseren Ortschaften werden von TransVaucluse sichergestellt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Autobahn (Autoroute du Soleil)A7 kommt von Lyon - Valence und verläuft westlich an Orange vorbei weiter nach Avignon - Marseille. Auf der Höhe von Orange zweigt die A9 - La Languedocienne in Richtung Nîmes - Mittelmeerküste und weiter zur spanischen Grenze ab. Die Symbol: AS Orange Centre (21) ist mit einer Stichstraße mit dem Stadtzentrum verbunden.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Orange (Vaucluse)

Ein städtisches Busnetz in Orange mit drei Linien wird von TCVO betrieben, eine interaktive Karte gibt über die Linien Auskunft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Antike Bauwerke[Bearbeiten]

Orange: Théâtre antique
Arc de Triomphe
Orange: römische Befestigungsmauer
Orange: Forum, sogen. "röm. Gymnasium"
  • 1 Theater von Orange / Théâtre antique. Tel.: (0)4 90 51 17 60, Fax: (0)4 90 51 74 70, E-Mail: . im 1. Jahrhundert n.Chr. unter Kaiser Augustus erbaut. Auf den 36 Sitzreihen konnten 7'000 - 10'000 Zuschauer Platz finden. Außergewöhnlich am römischen Theater von Orange ist der Umstand, dass das Bühnenhaus mit einer 3.50 m hohen Monumentalstatue, die Kaiser Augustus darstellt, fast unversehrt erhalten geblieben ist. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen wurde über dem Bühnenhaus und der 61 m breite und 9 m tiefe Bühne 2006 ein Schutzdach errichtet. Im Theater findet seit 1902 regelmäßig im Juli das Opernfestival Chorégies d'Orange mit Aufführungen auf der antiken Bühne statt. Geöffnet: 09.30-16.30 h im Winter,ca. 09.00-19.00 h im Sommer. Preis: 9.00/7.00€ (inkl. Museum).
  • Der 18 m hohe dreibogige an der Via Aggrippa, der Ausfallstrasse nach Norden, gelegene 2 Arc de Triomphe d'Orange Triumphbogen wurde wohl um 25/26 n.Chr. zu Ehren der siegreichen II. Legion errichtet und unter Tiberius um 27 n.Chr. zur Feier des Sieges des Germanicus adpatiert. 1820 wurde der Triumphbogen restauriert und von mittelalterlichem Beiwerk befreit.

Diese beiden Monumente wurden 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

  • Teile der römischen 3 Stadtbefestigung ("Rempart romain") sind ebenfalls noch erkennbar.
  • westlich des Theaters finden sich 4 Ruinen des römischen Gymnasium, bei dem es sich wohl nicht um eine Sportanlage, sondern - wie neuere Forschungen ergaben - um Ruinen der Forumsanlagen handelt.

Kirchen und Sakrale Bauten[Bearbeiten]

Kirchen in Orange
Cathedrale Notre-Dame de Nazareth
  • die 5 Cathédrale Notre-Dame-de-Nazareth sah seit dem Bau des ersten Gotteshauses im 5./6. Jhdt. in der Stadt zahlreiche Veränderungen. Das heutige Gebäude stammt in Teilen aus dem 12. Jhdt., der Glockenturm aus dem Jahre 1338. Im Rahmen der Religionskriege räumten die Protestanten 1561 das Innere weitgehend leer, die Kirche kam wenig später bis zur französischen Revolution wieder unter Obhut der katholischen Kirche und wurde restauriert, bis in der französischen Revolution das Gebäude erneut entweiht und zu einem "Temple de la Raison" (der revolutionären Ersatzreligion) gemacht wurde. Im frühen 19. Jhdt. gelangte die Kathedrale wieder zu ihrer ursprünglichen Bestimmung als Pfarrkirche zurück.
  • die 6 Typ ist Gruppenbezeichnung Eglise Saint-Florent, im gotischen Stil im 15. Jhdt. erbaut, diente den Herren von Baux als Grabstätte. Im Rahmen der Religionskriege wurden offenbar Gräber der Fürsten von Orange entweiht, später trug die französische Revolution durch Umnutzung der Kirche als Kornspeicher und Gefängnis das ihre zur Zerstörung der Innenausstattung bei. 1844 wurde die Kirche wieder ihrer ursprünglichen Nutzung als Gotteshaus übergeben.
  • ein erstes protestantisches Gotteshaus wurde nach kurzer Zeit mit der Vertreibung der Hugenotten wieder zerstört, der neue 1633/36 erbaute Grand Temple wurde 50 Jahre später erneut zerstört und mit der Anerkennung der Protestanten durch Louis XIV wieder aufgebaut. Diesmal wurde das Gotteshaus bis zur erneuten Vertreibung der Protestanten 1718 genutzt und dann einem katholischen Orden übergeben, bis im Rahmen der französischen Revolution ein Revolutionsgericht hier seine blutige Justiz praktizierte.
  • die ehemalige Jakobinerkirche aus dem 16. Jhdt. wurde von der Stadt ab 1812 den Protestanten zur Nutzung als 7 Typ ist Gruppenbezeichnung Gotteshaus übergeben.

Burgen, Schlösser und Palais[Bearbeiten]

ehem. Festung auf der Colline Saint-Eutrope
Orange: Hôtel de Ville
  • auf der 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Colline Saint-Eutrope im Süden der Stadt wurden bereits im 12./14. Jhdt. Festungsanlagen errichtet, Moritz von Nassau erbaute 1621/24 eine "zeitgemässe Festung", die nach längerer Belagerung durch Louis XIV nach 1671 endlich zerstört wurde. Heute sind nur noch wenige Mauerreste zu erkennen, 1952 pflanzte die holländische Königin Juliana bei ihrem Besuch in Orange eine Eiche.
  • das 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Rathaus / Hôtel de Ville aus dem Jahre 1671 wurde von der Stadt 1713 erworben, der Glockenturm aus dem 18. Jhdt. ("Beffroi") wurde als nationales Kulturgut unter Schutz gestellt.
  • das 10 Typ ist Gruppenbezeichnung städtische Theater wurde 1885 eingeweiht.

Museen[Bearbeiten]

Druck der Indiennes - Stoffe
  • das 11 Typ ist GruppenbezeichnungMusée d'Art et d'Histoire, 1,. Geöffnet: 09.45-12.30/13.30-16.30 im Winter, 09.15-19.00 im Sommer. Preis: 5.50/4.50€. zeigt antike Funde aus Orange, so u.a. den auf Marmorplatten gravierten römischen Katasterplan und das Zentaurenmosaik, Informationen zur Geschichte des Fürstenhauses Oranien- Nassau und im Obergeschoss eine Schau zur Geschichte der "Indiennes d'Orange": im 18. Jhdt. begann in Orange die Herstellung der gedruckten von indischer Ornamentik inspirierten "typischer Provencestoffe" aus Baumwollstoff.
  • das Musée de la B.A 115 - Capitaine de Seynes, Base Aérienne 115. Tel.: (0)4 90 11 56 26, E-Mail: . Geöffnet: Di, 09.00-12.00/13.30-17.00h., für den Besuch des Luftwaffenmuseums der Base Aérienne 115 ist eine Voranmeldung per email (Namen, Geburtsdaten und Zeitpunkt des Besuchs) notwendig.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Chorégies: Opernfestspiele im Theater von Orange
  • jeweils Ende Juli / Anfang August werden im Theater die Chorégies veranstaltet, im historischen Theater werden Opern und Symhoniekonzerte aufgeführt, die teils weltweites Renommée haben.
  • das Jazz Festival wird jeweils im Juni mit Auftritten auf der Place Clémenceau organisiert.
  • die Fêtes Romaines mit Gladiatorenspielen, etc. jeweils im September im antiken Theater
  • jeweils im Dezember wird ein Weihnachtsmarkt auf der Place Clémenceau abgehalten.
  • beginnend beim Touristenbüro wurde ein Entdeckungspfad zu Relikten und Spuren des Fürstenhauses Oranien-Nassau durch die Altstadt beschildert.
  • am 30. April begeht das I. Kavallerieregiment der Fremdenlegion feierlich den Erinnerungstag an die Schlacht von Camerone
  • alljährlich wird auf der Base Aérienne 115 ein großes Flugmeeting organisiert, welches Flugzeugfanatiker nach Orange zieht.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • jeweils am Donnerstagmorgen wird ein großer Wochenmarkt mit Obst, Gemüse und Spezialitäten aus der Region abgehalten.
  • die Tradition des Safrananbaus in der Region wird seit 2008 in den Safranières, Chemin des Ramas. Tel.: (0)6 20 52 80 23, E-Mail: . Typ ist Gruppenbezeichnung wieder gepflegt.

Küche[Bearbeiten]

Eine Übersicht über die zahlreichen Restaurants in Orange findet sich auf der Website des Tourismusbüros von Orange.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine Übersicht über die zahlreichen Hotels in Orange findet sich auf der Website des Tourismusbüros von Orange.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das Spital 1 Centre Hospitalier Louis Giorgi. Tel.: (0)4 90 11 22 22. führt eine Notfallstation.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • 3 LaPoste. , das Postamt befindet sich im Osten der Stadt am Bvd Edouard Daladier

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.ville-orange.fr – Offizielle Webseite von Orange
  • Website des Tourismusbüros von Orange, franz., mit Stadtplänen zum Download
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