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Mont Ventoux

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Mont Ventoux
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Der Mont Ventoux ist ein markanter Berg im Départment Vaucluse in der französischen Provence.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die markante Pyramide des Mont Ventoux ist eine der drei charakteristischsten Berge der Provence und bildet eine Sprach- (zwischen Nord- und Südokzitanisch) und auch Klimagrenze (zwischen gemässigtem und Mittelmeerklima), der praktisch ganzjährig aus Norden das Rhônetal hinabwehende Mistral hat ihm zu seinem Namen verholfen.

Neben seiner touristischen Bedeutung (Wandern, Fahrrad- und Motorsport) wurde der Mont Ventoux auch zum UNESCO - Biosphärenreservat erklärt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mont Ventoux: Motorradrennen 1904

Auf dem windumtosten "Mons Ventosus" wurde wohl bereits zu keltischer Zeit eine Windgottheit angebetet; die vom italienischen Dichter und Humanisten Francesco Petrarca literarisch festgehaltene Beschreibung der Erstbesteigung des Mont Ventoux gilt als bedeutende Schwelle des Übergangs vom Mittelalter ins Zeitalter der Aufklärung, zumindest als "Geburtsstunde" des Alpinismus, indem die Natur als inspirierende Schöpfung und naturwissenschaftliches Interessensgebiet einen neuen Stellenwert bekam.

Im 15. Jhdt. wurde in Gipfelnähe die Chapelle Sainte-Croix erbaut, von der nach den Religionskriegen nur noch die Apsis bestehen blieb.

In den folgenden Jahrhunderten erlebte der Mont Ventoux die Abholzung seiner Flanken zugunsten des Baus von Kriegsschiffen in Toulon und die Wiederaufforstung. Um 1882 wurde ein meteorogisches Observatorium im Gipfelbereich eingeweiht, im 2. Weltkrieg formierte sich ein Abschnitt der Résistance im Bereich des Mont Ventoux.

Auf der 1885 erbauten Zufahrtsstrasse auf den Mont Ventoux wurde 1900 erstmals ein Automobilrennen mit drei Teilnehmern durchgeführt, später wurden in den vom Automobilclub Avignon organisierten Rennen Kategorien von Motorrändern und Seitenwagen geführt. Nachdem bereits zu Beginn des 20. Jhdt. Fahrradrennen durchgeführt wurden, wurde der Mont Ventoux erstmals 1951 von der Tour de France überquert, seither gehört der Ventoux immer wieder zum Tour-Programm. Traurige Berühmtheit erlangten die letzten Kehren unterhalb des Gipfels im brütendheissen kargen Geröllgebiet durch den durch Aufputschmittel und Überlastung herbeigeführten Dopingtod des britischen Fahrers Tom Simpson im Jahre 1967.

Auf den Ventoux werden auch Marathon resp. Halbmarathonläufe durchgeführt, gemächlicher geht sich's auf den Wegen der Grandes Randonnées, die Fernwanderwege GR4 und GR9 führen über den Ventoux. Seit ca. 1925 befindet sich Mont Serein ein Skigebiet.

Landschaft[Bearbeiten]

schotterbedeckte Gipfelregion
schneebedeckter Abhang an der Nordseite

Die 1912 m hohe Pyramide des Mont Ventoux zeigt nach Norden steilere Abhänge als gegen Süden, der Gipfel ist stark dem Wind (vor allem dem aus Norden oft stark wehenden kühlen Mistral blanc) ausgesetzt. Nach weitgehender Abholzung (zur Holzgewinnung für Schiffbau, Holzkohle- und Brennholzgewinnung) wurden die Flanken in den vergangenen Jahrzehnten aufgeforstet, die Gipfelregion mit feinem Geröll ist weiterhin kahl und schimmert hell (auch wenn der Schnee nach dem Mai dann geschmolzen ist).

An Tagen mit guter Fernsicht sollen vom Ventoux aus die Gipfel der Alpen, der Pyrenäen und auch das Mittelmeer zu erkennen sein, eindrücklich ist die Aussicht auf das im Westen liegende Rhônetal und den nächsthöchsten Gipfel der Region, Signal de Lure.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

An den aufgeforsteten Hängen des Ventoux wachsen Pinien, Zedern (u.a. Libanonzedern) und Tannen, an den aus dem Flachland ansteigenden Abhängen auch Ölbäume, Eichen und Nussbäume.

Die Flora verändert sich von der Mittelmeerflora in den Niederungen bis zu gewissen arktischen Pflanzen in der Gipfelregion, die ganze Region des Ventoux wurde als Biospärenreservat unter Schutz gestellt. Nennenswert sind auch die Lavendelfeldern an den ansteigenden Bergflanken und die von Feinschmeckern geschätzten Trüffel.

An den Abhängen ist neben Wildschweinen Rotwild heimisch, der Wolf breitet sein Revier aus Norditalien über die Südalpen in Richtung des Ventoux aus und wurde bereits in 20 km Nähe gesichtet. Zahlreiche Greifvögel wurden im Ventouxmassiv gesichtet.

Klima[Bearbeiten]

In der Gipfelregion geht das am Südhang herrschende Mittelmeerklima in ein durch die Windverhältnisse dominiertes Voralpenklima über: an 240 Tagen im Jahr weht auf dem Ventoux ein bisweilen extrem stürmischer Wind, der Mistral blanc aus Norden entlang des Rhônetals fegt an 150 Tagen im Jahr den Himmel rein, der Mistral noir aus östlicher Richtung bringt Wolken und der Marin aus südlicher Richtung bringt vom Mittelmeer Regenwolken, welche sich dann am Ventoux-Massiv entleeren. Der Ventoureso bringt als Kühle Brise vom Ventoux kühlere Luft im Sommer bis in die Camargue.

Der Gipfel ist in der winterlichen Jahreshälfte oft in Nebel gehüllt, während es in der Talsenke bald sommerlich warm wird, liegt auf dem Ventoux 150 Tage im Jahr auf Gipfelhöhe noch Schnee.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Strasse[Bearbeiten]

Aufstieg zum Gipfel des Mont Ventoux

In die Region des Mont Ventoux gelangt man am einfachsten auf der A7 - Autoroute du Soleil über die Symbol: AS 22 oder Symbol: AS 23 über Carpentras.

Die Zufahrt von Südwesten erfolgt über die D974 von Carpentras über Bédoin zum Gipfel, aus Südosten vereinigt sich die D164 aus Sault - Apt mit dieser Strasse, die in den markanten Kehren zum Gipfel führt.

Aus Nordwesten erfolgt die Zufahrt über Malaucène und auf der D9 - Route du Mont Serain vorbei am Wintersportort Mont Serein auf der stärker bewaldeten Nordflanke bis zum Gipfel.

Klssisch erfolgt die Fahrt auf den Ventoux auf dem Fahrrad auf einer der drei Routen, die von der Tour de France am häufigsten befahrene sind die 21,6 km ab Bédoin mit 1'610 m Höhenunterschied; die Nordzufahrt am Malaucène mit ihren 21 km und einer Steigung von 1'570 m ist mit Steigungen bis 12% herausfordernd, dafür weniger windexponiert. Am einfachsten sind die 26 km und 1'220 Höhenmeter der Ostroute ab Sault zu bewerkstelligen.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

keine

Mobilität[Bearbeiten]

Im Ventoux - Massiv bewegt man sich zu Fuss, mit dem Fahrrad / Mountainbike oder zum "Sight seeing" mit dem Motorfahrzeug.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mont Ventoux: Observatorium
Chapelle Sainte Croix
Tom Simpson memorial
  • das 1 Observatorium im Gipfelbereich, die meteorologische Beobachtungsstation mit dem im gleichen Gebäude untergebrachten Fernsehsender.
  • die 2 Gedenkstätte an den Fahrradrennfahrer Tom Simpson, der hier 1967 an Herzproblemen als Doping- und Hitzefolgen kurz vor der Gipfelankunft auf dem Mont Ventoux verstorben ist.
  • die 3 Chapelle Sainte-Croix, von der eigentlich nur die ursprüngliche Apsis erhalten ist.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Tour de France
  • Wandern,u.a. führen die Fernwanderwege GR4 / GR9 auf den Mont Ventoux. Zu Fuss können vor allem in den bewaldeten Abschnitten des Biosphärenreservats Vögel und andere Tiere beobachtet und seltene Pflanzen gefunden werden.
  • ein Klassiker ist die Fahrt auf den Mont Ventoux mit dem Rennrad, um die Leiden der Tour de France - Fahrer besser nachempfinden zu können, oder die Bewältigung verschiedener Pisten mit dem Mountainbike (in Frankreich "VTT"" - Vélo tout terrain").
  • Wintersport (alpin und Langlauf) kann bei der Station du Mont Serain betrieben werden, hier treffen sich vorwiegend Skiläufer aus der weiteren Umgebung. Für Wintersportbegeisterte aus den deutschsprachigen Ländern gibt es in den Alpen wohl weitläufigere und anspruchsvollere Skigebiete.

Einkaufen[Bearbeiten]

Einkaufsmöglichkeiten ergeben sich in den Ortschaften am Fuss des Ventoux, in Bédoin, Malaucène und Sault, auf dem Mont Ventoux selber kann nicht eingekauft werden.

Erwähnenswert ist der Wein Côtes du Ventoux AOC aus den Gemeinden am Fuss des Ventoux.

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Um Bédoin finden sich zahlreiche Campingplätze, B&Bs und Hotels, welche auf der Website des Orts aufgeführt sind.

Camping[Bearbeiten]

Die meisten Camingplätze werden nur saisonal betrieben:

Hotels und Herbergen[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Sicherheitslage in dieser ländlichen Region der Provence ist unbedenklich, bei längeren Abwesenheiten sollten keine Wertsachen offensichtlich im Fahrzeug liegen gelassen werden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Gorges de la Nesque / Mont Ventoux
Gorges de la Nesque
Chapelle Saint-Michel

Gorges de la Nesque[Bearbeiten]

Die Schlucht des im Sommer ausgetrockneten Flüsschens Nesque hat sich 400 m tief in den Kalkstein eingegraben und verläuft von Monieux bis Methamis. Die Strasse D942 - Route de Nesque von 1 Monieux nach 2 Villes-sur-Auzon führt durch die unbewohnte Schlucht.

Vom 4 Belvédère auf 734m Höhe ergibt sich ein schöner Ausblick in die Schlucht und den gegenüber liegenden Rocher de Cire, der vom provencalischen Dichter F. Mitral besungen wurde.

Im Schluchtgrund wurden bei Bau de l'Aubesier Siedlungsreste aus der Zeit der Neandertaler entdeckt (nicht zugänglich). Ebenso sehenswert ist die 5 Chapelle de Saint Michel am Grund der Schlucht. Die Kapelle aus dem 12. Jhdt. wurde wiederholt erneuert, die Apsis liegt in der Art einer Grottenkirche unter einem Felsvorsprung. Die in prähistorischer Zeit genutzten oberhalb der Kapelle gelegenen Höhlen können von Schwindelfreien erklettert werden, vor allem nach Regen sind die Zugänge rutschig und nur schwindelfreien Wanderern zu empfehlen.

Literatur[Bearbeiten]

Websites[Bearbeiten]

  • Website von Vaucluse Tourismus, u.a. in deutsch
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