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Fontaine-de-Vaucluse

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Fontaine-de-Vaucluse
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Fontaine-de-Vaucluse ist ein Städtchen im Département Vaucluse, hier entspringt die Sorgue in einem eindrücklich unterirdisch gespeisten Quellbecken.

Hintergrund[Bearbeiten]

Am Ende des Tals von Fontaine de Vaucluse entspringt das Flüsschen Sorgue aus einem gewaltigen Quellbecken. Im karstigen Untergrund laufen vom Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure die Wassermassen zusammen, die das Quellbecken speisen. Sein Untergrund reicht bis in einen Siphon von 308 m Tiefe, er wurde unter anderem vom Taucher Jacques-Yves Cousteau erforscht.

Im Sommer kann tief in den Quellschlund hinabgestiegen werden, die Sorgue tritt erst einige hundert Meter weiter unten zutage. Im Frühjahr, wenn der Pegelstand hoch ist, treten die Wassermassen über den Rand des Quellbeckens. Die Karstquelle gilt als die ergiebigste Frankreichs und die fünftmächtigste Quelle weltweit.

Der Oberlauf der Sorgue war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, zu römischer Zeit wurde die Wasserkraft bereits genutzt und an der von Plinius dem Älteren beschriebenen Nobilis fons Orgae Quellgottheiten verehrt.

Im 6. Jahrhundert soll sich der Eremit und später heiliggesprochene Veranus von Cavaillon hier niedergelassen haben, im 10. Jhdt. wurde eine Klosterbruderschaft im Vallis clausa angesiedelt. Der italienische Dichter Petrarca, dem wir die Beschreibung der Ersteigung des Mont Ventoux verdanken, liess sich 1339-1353 hier nieder.

Im 15. Jahrhundert erlebte der Ort durch seine Papiermühlenindustrie einen großen Aufschwung. Nachdem die letzte Papiermühle um 1950 stillgelegt wurde, erlangte Fontaine-de-Vaucluse durch die Sorgue-Quelle und das Papiermuseum an touristischer Bedeutung.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist der von 1 Typ ist Farbbezeichnung Avignon - Provence, mehr internationale Fluggesellschaften bedienen hingegen 2 Typ ist Farbbezeichnung Marseille - Marignane - Provence.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Avignon kann aus dem Norden problemlos mit dem TGV erreicht werden, von dort aus geht es weiter auf der Linie Avignon - L'Isle-sur-la-Sorgue - Cavaillon der SNCF.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Von Avignon aus bedient die Linie 6 der TransVaucluse das Städtchen L'Isle-sur-la-Sorgue und mit einigen Kursen auch Fontaine-de-Vaucluse selbst.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die D901 verbindet Avignon (und die Autobahn A7) mit L'Isle-sur-la-Sorgue, von dort aus geht es auf der D25 weiter nach Fontaine-de-Vaucluse. Nach Süden führt die eher touristisch genutzte D100A über Lagnes zur D900, der Verbindung zwischen Avignon und Apt. Die Parkplätze im Städtchen sind zu einem Einheitstarif (4€/Tag in 2013) kostenpflichtig.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Auf der Sorgue kann flussabwärts gepaddelt werden, zur Anreise eignet sich das Flüsschen weniger.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Fontaine-de-Vaucluse

Lokal bewegt man sich zu Fuß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder des Ortes und von Saumane-de-Vaucluse
Sorgue-Quelle: Karstquelle bei Niedrigwasser
  • Die 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Résurgence de la Sorgue, die enorme Karstquelle der Sorgue, die das Hauptreiseziel im Ort bedeutet.
Die wohl grösste Karstquelle Frankreichs führt sehr unterschiedliche Wassermassen. Im Sommer kann man bei niedrigem Wasserstand tief in den Quelltopf bis zu einem dunkelgrünen Teich hinuntersteigen, die Sorgue entspringt dann eigentlich erst einige hundert Meter weiter flussabwärts. Zur Zeiten des Hochwassers im Frühjahr steigt der Spiegel im Quelltopf an, bis die Wassermassen den Rand übersteigen und schäumend das Bachbett füllen. Auf einem Schottersträsschen kann man problemlos bis zur Quellregion spazieren.
Der Siphon mit einer Tiefe von 308 m (was einer Tiefe von 223 m unter dem Meeresspiegel entspricht) wurde 1985 von einem Tauchroboter der speläologischen Gesellschaft von Fontaine de Vaucluse erkundet. Der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau erreichte 1946 immerhin eine Tiefe von 46 m und einige Jahre später noch grössere Tiefen. Wassermarkierungsversuche ließen nachweisen, dass Sickerwasser von den Abhängen des Mont Ventoux und der Montagne de Lure ein gewaltiges unterirdisches Wasserbecken und somit die Sorgue-Karstquelle speisen.
  • Die 1 Typ ist Gruppenbezeichnung romanische Kirche Notre Dame Saint-Véran wurde wohl im 11. Jhdt. im Bereich des Grabes des Heiligen Veranus errichtet und 1952/66 renoviert. Bei der Kirche steht die Statue des Coulobre, eines im Bereich der Sorgue-Quelle hausenden sagenumwobenen Ungeheuers.
  • Die 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Petrarca-Säule wurde vom Athenäum zu Ehren des italienischen Dichters im Jahre 1804 errichtet.
  • Das 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Château d'Evecques: die über Fontaine-de-Vaucluse thronende Burg wurde wohl zeitlich mit der Kirche im frühen 11. Jhdt. erbaut und 1034 urkundlich erwähnt, die noch bestehenden Ruinen stammen aus dem 13. Jahrhundert, Petrarca besuchte hier den ihm freundschaftlich verbundenen im Schloss residierenden Bischof von Cavaillon Philippe de Cabassole.
  • Der 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Aqueduc de Gallas wurde 1857 erbaut. Im Canal de Carpentras wird das Wasser der Durance zu Bewässerungszwecken über das Tal geleitet.
  • Das 5 Musée Petrarca, Rive gauche de la Sorgue, 84800 Fontaine-de-Vaucluse. Tel.: (0)4 90 20 37 20, Fax: (0)4 90 20 53 45. Geöffnet: 10.00-12.00/14.00-18.00 von April - Oktober; 10.00-12.30/13.30-18.00 in der Sommersaison, Di geschlossen. Preis: 3.50/1.50€. befasst sich mit dem italienischen Dichter und Humanisten, der hier etliche Lebensjahre verbrachte, gezeigt werden auch seltene Ausgaben seiner Werke, von denen die Beschreibung der Ersteigung des Mont Ventoux das bekannteste sein dürfte.
  • Die 6 Moulin à Papier Vallis Clausa (Papiermühle), Chemin de la Fontaine, 84800 Fontaine-de-Vaucluse. Tel.: (0)4 90 20 34 14, Fax: (0)4 90 20 23 40. Preis: freier Eintritt, Verkauf von handgeschöpftem Papier.
  • Das 7 Ecomusée du Santon, Place de la Colonne, 84800 Fontaine-de-Vaucluse. Tel.: (0)4 90 20 20 83. mit einer bedeutenden Sammlung der provenzalischen Krippenfiguren, der Santons.
  • 8 Musée d’Histoire Jean Garcin : 39-45 L’appel de la Liberté, Chemin de la Fontaine, 84800 Fontaine-de-Vaucluse. Tel.: (0)4 90 20 24 00. Geöffnet: April - Oktober täglich ausser Dienstag 10.00-12.00/14.00-18.00, in der Sommersaison durchgehend, im Winter nur Sa/So,. Preis: 3.50/1.50€. Darstellung aus der Zeit des 2. Weltkriegs und der Résistance in Frankreich.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

  • jeweils am Freitag wird am Vormittag entlang dem Fußweg zur Quelle ein kleiner Markt abgehalten, die Stände mit Kunsthandwerk sind ganztags geöffnet.
  • in L'Isle-sur-la-Sorgue wird jeweils am Sonntagmorgen ein provenzalischer Markt abgehalten, der viele Besucher anzieht. Der Markt vom Donnerstagmorgen ist bescheidener und urtümlicher.

Küche[Bearbeiten]

Zahlreiche Kneipen und Restaurants laden zum Essen ein, sie sind auf der Website des Touristenbüros aufgeführt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • von März bis November geöffnet ist der kleine 1 Camping Les Prés, ein Camping municipal mit im Hochsommer betriebenem Schwimmbad
  • ganzjährig ist der 2 Camping Car Park Wohnmobilstellplatz (mit Ver-/Entsorgungsmöglichkeiten und Elektrizität) am Ufer der Sorgue geöffnet.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • das 3 Postamt befindet sich an der Place de l'Eglise

Ausflüge[Bearbeiten]

Die Ortschaft Saumane-de-Vaucluse mit seinen gut 850 Einwohnern liegt auf einer Hügelkuppe etwa 4 km von Fontaine-de-Vaucluse entfernt.
Grotten in der Karstlandschaft wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Im 12. Jhdt. begann man, das Land mittels Terrassierung urbar zu machen.
Sehenswürdigkeiten:
  • das 1 Typ ist Farbbezeichnung Schloss Château de Saumane: eine erste Festung wurde im 12. Jhdt. errichtet, unter den Herren de Sade, später den Marquis de Sade wurde das Schloss bis ins 18. Jhdt. wiederholt umgebaut.
  • die 2 Typ ist Farbbezeichnung Kirche Saint-Trophime wurde im 14. Jhdt. im provenzalisch - romanischen Stil erbaut, im Türmchen ist noch die Glocke aus dem Jahre 1400 erhalten. Von der Terrasse aus ergibt sich eine schöne Aussicht ins Tal der Sorgue.
  • der Uhrturm Tour de l'Horloge und der Waschbrunnen (Lavoir).
  • die Mur de la peste ("Pestmauer"): nachdem sich 1720 die auf dem Seeweg eingeschleppte Pest in der Provence bereits bis Apt ausgebreitet hatte, entschied sich der päpstliche Vize-Legat, die 27 km lange Trockenmauer zum Schutz der Bevölkerung von Monieux bis zur Durance ziehen zu lassen.
  • zahlreiche Bories, von Hirten als Schuppen und Unterstände genutzte kegelförmige Trockensteinhütten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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