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Apt

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Apt
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Apt ist eine französische Stadt im Département Vaucluse, in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Sie liegt in den Montagne du Lubéron in der Provence.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Städtchen ist Hauptort des Arrondissements Apt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Kantons.

Die Stadt liegt im Bassin d'Apt am Flüsschen Calavon, sie ist durch den Hügelzug des Luberon mit seiner höchsten Erhebung, dem Mourre nègre des Grand Luberon, vom Flusstal der Durance abgetrennt.

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war die Region besiedelt, was steinzeitliche Funde aus Agnels und Roquefure belegen. An der Via Domitia, der alten Römerstrasse von Mailand nach Arles wurde die Colonia Apta Iulia Vulgentis unter Julius Caesar im Jahre 45 v.Chr. gegründet und wuchs bald zu einer Grösse von 10'000 Einwohnern heran; mit ihrer Infrastruktur mit Forum, Theater, Thermen und einem Triumphbogen war sie wohl mit Orange gleichbedeutend.

Offenbar hat bereits im 4. Jhdt. ein Bischofssitz bestanden, die Stadt erweiterte im Mittelalter ihre Befestigungen nach einem Sarazeneneinfall 895 n.Chr. Im Jahre 1258 gelangte die Stadt unter die Herrschaft von Karl I von Anjou und wurde fortan von Fürstbischöfen regiert. Kandierte Früchte waren bereits im Mittelalter wichtiges Handelsgut, 1365 erhielt der Papst Urban V. Fruits confits aus Apt; König René gestand der Stadt im Jahre 1470 das Marktrecht zu. Der Markt von Apt entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt für die Region.

Nochmals geriet Apt mit einem republikanischen Aufstand gegen Napoleon Bonaparte 1851 und mit einem Angriff der Résistencekräfte der "Maquis Ventoux" gegen eine sich von Avignon auf der Route des Alpes - RN100 in Richtung Digne zurückziehende Kolonee der Wehrmacht (wegen einer Barrikade in Apt musste die Kolonne den Weg auf der RN143 nach Sault nehmen und geriet dort in einen schweren Hinterhalt) in den Blickpunkt der Weltgeschichte.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist derjenige von 1 Avignon - Provence, mehr internationale Fluggesellschaften bedienen hingegen 2 Marseille - Marignane - Provence.

Mit der Bahn / mit dem Bus[Bearbeiten]

Avignon kann aus dem Norden problemlos mit dem TGV erreicht werden. Von dort aus geht es weiter auf der Linie 15.1 der TransVaucluse, die Linie 15.2 verbindet Apt mit Cavaillon, die Linien 16.1 und 16.2 mit Sault resp. Banon im Dept. Alpes de Haute Provence.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die D900 (die ehemalige RN100 - Route des Alpes) verbindet Avignon (und die Autobahn A7, Symbol: AS 24 Avignon-Sud) mit Caumont-sur-Durance (und Cavaillon weiter südlich) und führt weiter nach Apt und in östlicher Richtung nach Digne-les-Bains und Sisteron im Département Alpes-de-Haute Provence.
Die D943 führt auf der westlichen Seite in Nord-Südrichtung vorbei an Apt in Richtung Saint-Saturnin-lès-Apt und Sault im Norden, nach Süden führt sie über den Grand Luberon nach Cadenet und Pertuis im Tal der Durance. Die D22 führt vom Zentrum von Apt aus nach Rustrel und Simiane-la-Rotonde.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Apt

Im Städtchen bewegt man sich zu Fuss.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Cathédrale Ste Anne
Cathédrale Ste Anne
Cathédrale Sainte-Anne
La tour de l'Hôpital
Tour de l'Horloge
Römerbrücke / Pont Julien
  • 1 Cathédrale Sainte-Anne. Tel.: +33 4 90 04 85 44. Ein christliches Heiligtum hatte sich bereits im 3. Jhdt. ausserhalb der Stadtmauern befunden, aus dieser Zeit fanden sich eine paläochristliche Nekropole mit Sarkophagen. Im 4./5. Jhdt. muss sich in Apt ein Bischofssitz befunden haben, das entsprechende Gotteshaus wurde wohl bei Sarazeneneinfällen im 8. Jhdt. in Mitleidenschaft gezogen. Zum frühesten Gotteshaus intra muros gehört die heute über einen schmalen Gang erreichbare untere Krypta (Crypte inférieure), hier finden sich ein Säulenpodest aus römischer Zeit und eine Altarraumabschrankung mit karolingischen Motiven. Die obere Krypta (Crypte supérieure) wurde zeitgleich mit dem Bau der romanischen Kirche im 11. Jhdt. angelegt, in den Nischen zu beiden Seiten finden sich Sarkophage aus dem 13. Jhdt. und auch das Grab von Jean-Baptiste de Vaccon, Bischof im 18. Jhdt. Die Steinplatte des Altars stammt aus dem 8. Jhdt. aus der ehem. Kathedrale Saint-Pierre. Das Hauptschiff wurde im 16./18. Jhdt. im Barockstil umgebaut und mit einem neogotischen Chor versehen, das linke Seitenschiff stammt noch aus dem 11. Jhdt. und ist im romanischen und das rechte Seitenschiff aus dem 14. Jhdt. im gotischen Stil ausgeführt. Die reich ausgestattete Chapelle Sainte-Anne verläuft gleich hinter dem Eingang nach links, sie wurde zum Grossteil von der Königinmutter France-Anne von Österreich finanziert und 1643/64 errichtet. Die Verehrung der Heiligen Anna reicht in Apt schon in die Zeit des frühen Christentums zurück. Geöffnet: 09.00-12.00/14.30-18.30, Sa geschlossen.
  • die ehem. 2 Chapelle Sainte-Catherine in der Rue Scudéry, aus der zweiten Hälfte des 17. Jhdt.
  • die ehem. 3 Chapelle Saint-Michel aus dem 13. Jhdt.
  • den 4 Bischofspalast aus dem 18. Jhdt.
  • der 5 Palais Consulaire Colin d'Albertas wurde vom Consul d'Albertas im 17. Jhdt (zeitgleich zur Pilgerreise von Anne von Österreich nach Apt) im provenzalischen Barock errichtet.
  • das Stadttor 6 Porte de Saignon mit aufgesetztem Uhrtürmchen aus dem 14./17. Jhdt.
  • die Reste der Stadtbefestigung mit der 7 Tour de l'Hôpital aus dem 14. Jhdt., die weiteren Türme der gut gesicherten Stadt wurden geschleift.
  • der Uhrturm 8 Tour de l'Horloge aus dem 16. Jhdt.

Und in der Umgebung:

  • 9 die römische Brücke Le Pont Julien über den Calavon wurde als wichtiges Bauwerk der Via Domitia um die Zeitenwende errichtet. Das 46,6 m lange und 4,2 m breite Bauwerk wurde bis 2005 für den Alltagsverkehr benutzt.
  • die 10 Chapelle Saint Massian
  • die Ruinen der 11 Abbaye Saint-Pierre-des-Tourettes d'Apt, von der ehemaligen Abtei bleiben noch Resten der Kapelle aus dem, 11/13. Jhdt.
  • die Ruinen der 12 Chapelle Notre-Dame-de-Clairmont / de-Claymont aus dem 12. Jhdt.

Museen[Bearbeiten]

  • 13 Maison du Parc du Luberon, 60, place Jean-Jaurès. Tel.: +33 4 90 04 42 00. informiert über die Geologie des Luberon und den Naturpark Parc Naturel Régional du Luberon und verfügt über eine Sammlung von Fossilien. Geöffnet: 8.30-12.00/13.30-18.00. Preis: freier Eintritt.
  • 14 Musée d'Histoire et d'Archéologie / archäologische Museum, Rue de l'Amphithéâtre. Tel.: (0)4 90 74 95 30, Fax: +33 4 90 04 52 48, E-Mail: . mit Funden aus der gallo-romanischen Zeit und einer Sammlung von Keramikgefässen & Gegenständen aus dem historischen Spital Geöffnet: auf Voranmeldung für Gruppen, an "Jours du Patrimoine, Nuit du Musée, etc.
  • 15 Musée de l'aventure industrielle, Place du Postel. Tel.: +33 4 90 74 95 30, Fax: (0)4 90 04 52 48, E-Mail: . Geöffnet: Feb.-Mai und Okt.-Dez. 10.00-12.00/14.00-17.30h, Di-Sa; Juni-Sept. 10.00-12.00/14.00-17.30h Mo-Sa. Preis: 4.00/2.00€.
  • 16 Observatorium SIRENE, Observatoire Sirene, 84400 Lagarde d'Apt. Tel.: +33 4 90 75 04 17, E-Mail: . im Bereich des früheren Raketentestgeländes auf dem Plateau d’Albion lädt für Astronomie begeisterte zur Beobachtung des Sternenhimmels in dieser von wenig Streulicht belasteten Region des Luberon ein.

Parks[Bearbeiten]

  • der Park 17 Jardin Public d'Apt wurde 1903 mit zahlreichen exotischen Bäumen, Alleen und Wasserläufen gestaltet.
  • 18 Verger conservatoire d'amandiers : vierzig Mandelvarietäten werden auf einem Areal beim Moulin de Salignan gezüchtet.
  • 19 Le potager d'un curieux : bei Saignon werden alte Gemüse- (unter anderem 50 Tomatenvarietäten) und Blumenarten gezüchtet.
  • Les Jardins du Château de Bourgane, im Park des Schlosses in Saint-Saturnin-lès-Apt um 1750 eingerichteter Park mit Alleen und Wasserbecken, Besichtigung Sa/So/Feiertage, 11.00-17.00h, 1.00€.
  • 20 Le jardin de la Louve in Bonnieux, eine "aus Pflanzen bestehende Skulptur"
  • 21 La Roseraie de l'Abbaye, Abbaye de Valsaintes. Tel.: +33 (0)4 92 75 94 19. bei der ehem. Abtei Valsaintes bei Simiane-la-Rotonde: hier werden neben anderen Pflanzen 500 Varietäten von Rosen gezüchtet, Preis: 6.00€.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wandern: die Region des Luberon wird von zahlreichen Wanderwegen durchzogen, so beispielsweise dem aus Norden an Saint-Saturnin vorbei nach Apt und von dort zum Grand Luberon ziehenden GR9, der GR92 zieht über Saignon zum Mourre-Nègre, der höchsten Erhebung des Grand Luberon. Als Teil des Jakobswegs von Rom nach Santiago de Compostela verläuft der GR653D entlang des Flüsschens Calavon resp. entlang dem Verlauf der antiken Via Domitia.
  • Wandern / Spaziergang im Bereich der ehemaligen Ockerbrüche des Colorado de Rustrel mit seinen bunten Felsflanken.
  • am Plan d'Eau de la Riaille kann gesegelt und gepaddelt werden, mit einem entsprechenden Patent kann hier auch dem Angelsport nachgegangen werden.
  • Klettern an verschiedenen Orten im Luberon, u.a. in den Klettergeländen von Bosque oder Pont-Julien und in Buoux.

Einkaufen[Bearbeiten]

Kandierte Kirschen aus Apt

Jeden Samstag ist Markttag, der große Markt von Apt wurde als "marché classé de la France" ausgezeichnet.

  • Fruits confits: Apt wird als "Welthauptstadt der kandierten Früchte" bezeichnet. Wenn schon Papst Urban V im 14. Jhdt. kandierte Früchte als Geschenk erhalten hat, sind solche also sicher ein geeignetes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.
  • Ocker aus dem Lubéron
  • Faïences flammés d'Apt

Küche[Bearbeiten]

Die Website des Office de Tourisme gibt in erschöpfender Art und Weise Auskunft über die zahlreichen Restaurants in und um Apt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Website des Office de Tourisme verfügt über eine Datenbank aller möglichen Unterkunftsmöglichkeiten.

Günstig[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • 1 Hôpital d'Apt, Route de Marseille, 84400 Apt. Tel.: (0)8 26 02 00 84.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • ein 3 Postamt befindet sich an der D900 / Av. Victor Hugo

Ausflüge[Bearbeiten]

  • 22 Prieuré de Carluc: zwischen Céreste und Reillane liegen die Ruinen von drei Kirchen und einer Nekropole aus dem 12. Jhdt., die Priorei stand in Verbindung mit der Abtei Montmajour.
  • zu den Ockerbrüchen von Roussillon und dem Colorado Provençal in Rustrel.
  • 23 Mines de Bruoux, Route de Croagnes, 84400 Gargas. Tel.: +33 (0)4 90 06 22 59, E-Mail: . die Ockerminen im Luberon wurden 1880-1950 ausgebautet, vom bis 50 km langen Gangsystem wurden 650 m zur Begehung hergerichtet; in der Kulisse der ockerfarbenen Tunnels werden auch Theratervorführungen und kulturelle Veranstaltungen organisiert. Preis: 7.50/5.50€.
  • 24 L'oratoire de Provence : das Oratorium, eine überdimensionale Gebetskapelle wurde 1840 beim Ortseingang von Caseneuve errichtet, indem man die Steine eines gewaltigen Bogens des in der Nähe gelegenen nach der französischen Revolution aufgegebenen Cluniazienserklosters Notre-Dame-des-Aumades abtrug und neu aufrichtete.
Prieuré de Carluc: Apsis
Prieuré de Carluc: Höhlenkapelle
Oratoire de Caseneuve

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website des Office de Tourisme du Luberon
  • Website des Parc Naturel Régional du Luberon
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