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Mar Saba

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Mar Saba Monastery, griech. Ἱερὰ Λαύρα τοῦ Ὁσίου Σάββα τοῦ Ἡγιασμένου, hebr. מנזר מר סבא, arab. دير مار سابا‎‎
Palästinensische Autonomiebehörde hat keine übergeordnete Region.
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Das Kloster Mar Saba ist eine griechisch-orthodoxe Klosteranlage am Kidrontal zwischen Bethlehem und dem Toten Meer in der Judäischen Wüste. Korrekterweise wird die Form einer Kolonie von Einsiedlermönchen als Laura bezeichnet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das griechisch orthodoxe Kloster an einem Felsabhang über dem Kidrontal zwischen Jerusalem und dem Toten Meer wurde im 5. Jhdt. gegründet und gilt als eines der bedeutendsten dauernd bewohnten griechisch - orthodoxen Klöster im Nahen Osten.

Geschichte[Bearbeiten]

Santa Saba, August Löffler, ca. 1849
Mar-Saba, ca. 1895

Der Heilige Sabas stammt aus Kappadozien im damals griechischen Kleinasien, als achtzehnjähriger junger Mann begab sich der Mönch als Nachfolger von Euthymius dem Großen, einem Begründer einer Bewegung von asketischen Einsiedlermönchen, ins Heilige Land. Im Jahre 478 habe er sich in einer von einem Engel angezeigten Höhle an einer Steilwand oberhalb des Kidrontals niedergelassen, nach fünf Jahren ließ er es zu, dass sich weitere Einsiedlermönche in der Nähe ansiedelten und eine erste Höhlenkirche des Hl. Nikolaos wurde errichtet.

Als diese bald zu klein wurde, wurde unter dem Heiligen Sabas die wesentlich größere Hauptkirche des Klosters gebaut, die der Verkündigung Mariae geweiht wurde; das bis heute als Hauptkirche dienende Gotteshaus wurde im Jahre 502 n.Chr. geweiht. Nachdem der Hl. Sabas im Jahre 532 verstorben war, wurden seine Gebeine einige Jahre später unversehrt aufgefunden und verehrt, die Kreuzfahrer führten die Gebeine als Reliquien nach Rom. Nachdem der Hl. Sabas im Jahre 1964 römisch-katholischen Geistlichen erschienen war und um die Rückführung seiner Gebeine ins Kloster gebeten habe, wurden die Gebeine 1965 ins Kloster Mar Saba rückgeführt und in der Hauptkirche beigesetzt.

Vom Heiligen Saba wurden Regeln zum mönchischen Zusammenleben aufgestellt, die Einsiedlermönche verbrachten ihr Leben auf den schmalen Landstrich des Klosters und ernährten sich von Wasser, Brot und wohl den Erzeugnissen der Klosterumgebung. Bis zum Einfall der Perser 614 und der Araber 638 n.Chr. erlebte die Mönchsgesellschaft eine Blütezeit, es sollen hier bis 5'000 Mönche gelebt haben (in der ganzen Wüste zwischen Bethlehem, Jerusalem, Jericho und dem Toten Meer sollen in verschiedenen Klöstern und Einsiedeleien bis 15'000 Mönche gelebt haben).

Im 8. Jhdt. lebte hier Johannes von Damaskus, weitere bekannte Bewohner waren Theodor der Sabait und Michael der Märtyrer. Bis zur Ankunft der Kreuzfahrer wurde die Messe nach der Alt-Jerusalemer Liturgie gefeiert, dann ging man auf den Byzantinischen Ritus über. Die Gottesdienstordnung und Liedersammlung Jerusalemiter Typicon aus dem Kloster Hl. Sabas wurde zur Grundlage der Gottesdienstordnung und Klosterordnung der orthodoxen Kirchen und wurde später in Byzanz weiterentwickelt. Die Tradition der Voll-Vigil, der Nachtwache, während der alle 150 Psalmen in zwanzig Abschnitten gesungen resp. gebetet werden, stammt beispielsweise aus dem Kloster.

Nach der Eroberung des Heiligen Lands durch die Kreuzfahrer, die Mameluken und Osmanen erlebte die Laura des Hl.Sabas keine weitere Blütezeit mehr, blieb aber als bedeutendstes Kloster der Judäischen Wildnis erhalten. Das Klosterleben konnte über die Jahrhunderte unverändert weitergeführt werden, eine dauernd sprudelnde Quelle am Felshang über dem Kidron versorgte Mönche und Pilger immer mit frischem Wasser. Viele Pilger berichten von Heilungswundern; eine Dattelpalme, deren Früchte unfruchtbaren Paaren zur Hilfe wurden, soll nach der Rückgabe der Gebeine des Hl. Sabas im Jahre 1965 wieder ausgetrieben haben.

Die Mönche in der Laura des Hl. Sabas leben unter einer strikten Regel, die Gottesdienste beginnen um 2–3 Uhr morgens und dauern 6–7 Stunden, in der Fastenzeit gar 9–10 Stunden. An Wochentagen gibt es lediglich eine Mahlzeit, nur an Samstagen und Sonntagen werden zwei Mahlzeiten gereicht, in der Fastenzeit müssen die Mönche mit ungekochter Nahrung vorliebnehmen (Xerophagie), aufgrund der Regel der vom Hl. Sabas empfohlenen Beschränkung auf einfache Kost wurde nie Wert auf Gartenbau gelegt und Öl- und Zitronenbäume sind die einzigen Pflanzen im Klosterbereich. Aufgrund der Legende, dass der Hl. Sabas einmal in der Fastenzeit durch Gedanken, einen Apfel zu essen, versucht worden war, und dieser Versuchung durch Zerstörung des Apfels und dem Gelübde, zu Lebzeiten keinen Apfel mehr zu essen, widerstanden hatte, essen die Mönche von Mar Sabas bis heute keine Äpfel.

Abgesehen von Regenwasser aus Zisternen und der göttlichen Versorgung durch die Quelle, kommt das Kloster vollständig ohne Wasserzufuhr aus, in gleicher Weise wird auch (außer für Bauarbeiten) auf den Einsatz von elektrischem Strom verzichtet.

Trotz dem gelegentlichen Eindringen von Giftschlangen und Skorpionen aus der Wüste, sind die Mönche stets vor Schaden durch solche Gifttiere bewahrt geblieben, was sie auf göttlichen Schutz zurückführen.

Eine Kontroverse ergab sich durch die Publikation einer Photographie eines Briefs von Clemens von Alexandria, in dem auf das Geheime Markusevangelium Bezug genommen wird, im Jahre 1973 durch Morton Smith. Die Authentizität dieses Briefes wird weiterhin stark angezweifelt, dass Originaldokument ist nach dem Transfer ins griechisch-orthodoxe Patriarchat nicht mehr zur Prüfung einsehbar.

Ähnlich wie die Klöster auf dem Berg Athos wird Frauen kein Einlass in die Laura des Hl. Sabas gewährt, lediglich der außerhalb gelegene Women's Tower ist für Frauen zugänglich. So wird die Legende, dass die Mauern von Mar Saba fallen, wenn eine Frau ins Kloster eingelassen wird, weiterhin bewahrt.

Anreise[Bearbeiten]

Wegsäule markiert den Weg nach Mar Saba
Hirtenunterstände im Kidrontal bei Mar Saba

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die meisten Reisenden dürften über den Flughafen Tel Aviv - Ben Gurion anreisen.

Mit der Bahn / mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Region um Bethlehem ist nicht per Eisenbahn erschlossen. Eine Möglichkeit zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ergibt sich mit einem Kleinbus von Bethlehem - Ubeidiya, der Pilger zur Pforte der Klosteranlage führt, zur Anreise kann man sonst ab Bethlehem ein Taxi nehmen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Es gibt grundsätzlich drei Wege zum Kloster bzw. in dessen Nähe:

Von Bethlehem führt eine ausgeschilderte, asfaltierte Straße über Ubeidiya von Norden her bis zum Kloster. Dies ist die einfachste Möglichkeit, die auch von Taxifahrern in Bethlehem angeboten wird.

Von der Straße Nr. 1 (Jerusalem - Jordantal) zweigt 2 km nördlich von Almog eine mit "Nabi Musa" ausgeschilderte, rund 18 km lange, asfaltierte Stichstraße ab, die bis in die Nähe des Klosters führt.

Von der Straße Nr. 90 am Toten Meer zweigt bei einem Checkpoint der israelischen Armee eine schmale, asfaltierte Straße zur jüdischen Siedlung Mizoke Dragot ab. Der Asfalt endet bei der Siedlung. Ab dort kann mit geländegängigen Allradfahrzeugen auf Schotterpisten der Gebirgszug südlich des Kidrontals (Mar Saba Lookout) erreicht werden. Vom Lookout kann auf einem Fußweg ins Kidrontal hinab - und nach Überquerung des Bachs zum Kloster aufgestiegen werden. (Fahrzeug nicht unbeobachtet lassen, Gefahr von Fahrzeugaufbrüchen!).

Autos mit israelischen (gelben) Kennzeichen dürfen in die Palästinensergebiete einfahren - sonst wäre ja für Israelis die Zufahrt von Jerusalem zum Toten Meer nicht gestattet. Ein Versicherungsschutz für Mietwagen besteht aber nur, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde. Da sich viele Israelis mit ihren in Israel zugelassenen Autos in den Palästinensergebieten bewegen, wird es rein faktisch kaum Probleme geben, wenn dies auch Touristen machen.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Eine Möglichkeit ist es, über die Strasse 417 vorbei an Ma'ale Adumim in die Nähe der Siedlung Kedar HaYeshana zu gelangen. Vom Parkplatz nahe des Zugangs kann man auf der rot-weiß markierten Piste nach Südosten und dann auf der schwarz-weiß markierten Route nach Südwesten wandern. Entlang des die ungeklärten Abwässer Ost-Jerusalems drainierenden und deshalb übel stinkenden Kidron-Flüssschens wandert man auf der Ostseite bis zum Brückenübergang bei Bir Ibrahim.
Eine Wegsäule mit griechisch - hebräisch - arabischer Inschrift zeigt an, dass man ins Gebiet des Klosters gelangt ist. Ein breiter Weg führt an der Nordseite hoch oberhalb des in einem malerischen Canyon tief eingeschnittenen Kidron zum Kloster.

Die andere Möglichkeit ist der Zugang von Süden her. Über eine asphaltierte Straße, die bei Al Nabi Musa von der Hauptstraße 1 Jerusalem - Jericho abgeht, kann durch das Plateau der judäischen Wüste in die Nähe gefahren werden. Die blau-weiß markierte Piste erreicht den südlichen Abhang über dem Kidron Tal, den Mar Saba Lookout, nach knapp 5 km Distanz. Von hier aus kann man auf einem Fußweg in Serpentinen ins Kidrontal hinab- und auf der Gegenseite zum Kloster hinaufsteigen.

Diese Lösung würde sich anbieten, wäre da nicht die hohe Gefahr von Fahrzeugaufbrüchen in der judäischen Wüste durch an den Habseligkeiten interessierte Beduinen... Eine Option würde da noch ein gemietetes Motorrad bieten.

Mobilität[Bearbeiten]

Lokal bewegt man sich zu Fuß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang in die Laura Ag.Sabba
Grabstätte des Hl.Sabba
Fresko: Ag.Sabbas
Schädel der beim Einfall der Perser getöten Mönche
Mar Saba, Blick von der Terrasse ins Kidrontal
Women's Tower bei Mar Saba

Vom Mar Saba Lookout am Südabhang des Kidrontals aus ergibt sich ein hervorragender Ausblick auf die Klosteranlage.

In die Klosteranlage Laura des Agios Sabbas oder Mar Saba werden seit Jahrhunderten nur Männer eingelassen, Frauen unter den Pilgern müssen enttäuscht draußen bleiben.

  • Auf einer Anhöhe gegenüber des Eingangs liegt der Women's Tower, der Frauenturm ist das einzige Frauen zugängliche Bauwerk des Klosters Mar Saba.

Im ganzen Kloster herrscht Photographierverbot!

  • Die ganze Klosteranlage, die einem Adlernest gleich über dem Felsabgrund über dem Kidrontal thront, ist von einem Mauerring umgeben. Der Zugang erfolgt von Norden her, wo die Straße von Bethlehen im einigen Kehren bis zum Hauptportal führt.
  • Vom Eingang her gelangt man rechterhand über eine Treppe in einen Vorhof, hier steht das sechseckige Grabmal des Heiligen Sabas mit einer mit Kupferblech überzogenen Kuppel.
  • Die Hauptkirche aus dem 6. Jhdt., hier wurden die Gebeine des Hl. Sabas nach der Rückgabe aus Rom beigesetzt. Der Zugang zur reich mit griechischen Fresken ausgemalten Hauptkirche wird von den Mönchen in der Regel von den Mönchen nur Besuchern zum Gebet freigegeben.
  • in das Beinhaus mit den Schädeln von Tausenden von Mönchen kann durch ein Fenster ein Blick geworfen werden.
  • Über einen Korridor gelangt man zu einer Terrasse vor dem Wohntrakt der Mönche, der Ausblick hier auf das von Grün umsäumte Kidrontal gleicht der Aussicht von griechischen Klöstern. Hier sind Photographien erlaubt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Besichtigung des Klosters (für Männer) als Ziel einer Wandertour. Besichtigung in der Regel von 8.00 - 16.00 oder 17.00 h, an Feiertagen oder anderen Gelegenheiten kann es vorkommen, dass das Kloster Besuchern verschlossen bleibt.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • im Kloster werden keine Andenken, Devotionalien oder andere Waren verkauft.
  • ein geschätzter Dienst an den Besuchern ist das für sie bereit gehaltene frische kühle Wasser.

Küche[Bearbeiten]

Es gibt vor Ort keine Verpflegungsmöglichkeiten, Wanderverpflegung und vor allem Trinkwasser für die Tagestour in der judäischen Wüste muss mitgeführt werden.


Unterkunft[Bearbeiten]

Im Kloster besteht keine Übernachtungsmöglichkeit, evtl. bestehen Sonderregelungen für griechisch - orthodoxe Pilger auf persönliche Rücksprache.

Gesundheit[Bearbeiten]

In der judäischen Wüste ist bei Wanderungen auf ausreichenden Trinkwasservorrat zu achten, die heissen Sommertage sind zu meiden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • The Laura of Saint Sabas the Sanctified in the Wilderness of Judea, Druckschrift abgegeben vom Mar Saba Kloster, engl.

Weblinks[Bearbeiten]

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