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Unesco-Welterbestätten in Afrika
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Kilimandscharo

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Kilimandscharo
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Der Kilimanjaro ist ein Bergmassiv in Tansania an der Grenze zu Kenia. Der höchste Gipfel heißt "Uhuru Peak" und ist auch der höchste Punkt von Afrika. Der 1973 gegründete Kilimanjaro National Park gehört seit 1987 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Orte[Bearbeiten]

Gletscher am Uhuru Peak mit Mt.Meru in der Ferne. (Blick vom Gipfel des Kilimandscharo)

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt, allgemein wird "kilima njaro" als „weiß leuchtender Berg“ bzw. „Schneeberg“ interpretiert, auf Kiswahili bedeutet Kilimanjaro aber "Berg des bösen Geistes". Kibo bedeutet "die Helle" und Mawenzi "die Dunkle".

Das "Dach Afrikas" hat im Grundriss die Abmessungen von ca. 50 x 80 km. Die höchste Stelle auf dem Kilimanjaro ist der "Uhuru Peak" mit 5.895 m, das Massiv als ganzes ist nicht nur der höchste Berg Afrikas, sondern auch der höchste freistehende Berg der Welt, denn er überragt die umgebende Savannenlandschaft (1000 m) um ca. 4.900 m. Die drei Gipfel sind der Kibo mit der höchsten Erhebung Uhuru Peak (5.895 m), der Mawenzi (5.148 m) und der Shira (3.962 m).

Kibo: äußere Caldera und Vulkankegel (Bildmitte), Furtwängler-Gletscher (links)

Seine Entstehung verdankt der mehrfach-Vulkan Kilimanjaro dem Eastern Rift, dem östlichen Ast des zentralafrikanischen Grabens, einer vulkanischen Verwerfungszone der kontinentalen Plattentektonik.

Von den drei Vulkangipfeln ist der Shira der älteste, er ist bereits seit ca. 500.000 Jahren inaktiv, der letzte große Ausbruch am Hauptgipfel fand vor ca. 360.000 Jahren statt. Verschiedene neuere Theorien gehen davon aus, dass sich der Vulkan derzeit nur in einer langen Ruhephase befindet. Indizien deuten auf einen kleineren Ausbruch vor 5000 Jahren hin, in den Überlieferungen der Chagga gibt es Hinweise auf Feuer über dem Kibo vor ca. 200-400 Jahren.

Der Hauptgipfel Kibo besitzt einen äußere Caldera (Vulkankrater) mit rund zwei Kilometern Durchmesser bei 200 m Tiefe und mit dem eigentlichen Vulkankegel und der inneren Caldera von 800 m Durchmesser, aus der noch Schwefelgase (Fulmarolen) und Wasserdampf entweichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ersten Berichten, die in Europa bekannt wurden, stammen vom Missionar Rebmann aus dem Jahre 1846 über einen vergletscherten Berg in Afrika in Äquatornähe denen jedoch kein Glaube geschenkt wurde. Im Jahre 1862 kamen dann jedoch Claus von Decken und Otto Kersten bereits bis auf 4.316 m Höhe und bestätigten die weiße Farbe des Gipfels als Eis, und nicht als das vermutete Salz.

Die Erstbesteigung gelang dann am 6. Oktober 1889 dem deutschen Professor Hans Meyer (Verleger des Lexikons) zusammen mit dem bedeutenden österreichischen Bergführer Ludwig Purtscheller nach mehreren Fehlversuchen. Meyer benannte den höchsten Punkt am Kraterrand zu Ehren des deutschen Kaisers als "Kaiser Wilhelm Spitze", da das Festland zu der Zeit als Kolonie Deutsch-Ostafrika zum Deutschen Reich gehörte. Der Gipfel ist der höchste Punkt auf einem breiten Plateau am Kraterrand der äußeren Caldera.

Die gegebene Namensbezeichnung dürfte auch der Grund gewesen sein, dass Königin Victoria von England (damals die wichtigste Frau der Welt) im Zuge der Festlegung der Einflusszonen zwischen der damaligen britischen Kolonie Kenia und Deutsch-Ostafrika den ganzen Berg ihrem Enkel, dem deutschen Kaiser Wilhelm II. (damals der mächtigste Mann der Welt) schenkte: Der Knick der Grenze am Kilimanjaro im ansonsten völlig geraden Grenzverlauf zwischen Kenia und Tansania ist auch heute noch auf jedem Globus klar zu erkennen.

Die ersten Vermessungsversuche verhalfen dem "höchsten deutschen Gipfel" in den alten Karten mit etwas gutem Willen noch über die wichtige 6000-er Marke (Werte bis zu 6014m), mit GPS ist die Höhe des Kibo heute mit 5.895 m gesichert festgestellt.

Im Jahre 1964 lies der erste Präsident Julius Nyerere des seit 1961 unabhängigen Tansania den Gipfel des Kibo in "Uhuru-Peak" (Freiheitsgipfel) umbenennen.

Kilimanjaro National Park[Bearbeiten]

Das Gebiet um den Kilimanjaro wurde 1973 zum Nationalpark erklärt. Er umfasst die Regionen oberhalb von 1.800 m und hat eine Fläche von ca. 750 km². Seit 1987 gehört der Nationalpark zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Notwendig für die Erteilung des Titels "Weltnaturerbe" ist Einzigartigkeit. Die Organisation führt hier als Begründung unter Anderem die Superlative des Riesenvulkans als der höchste freistehender Berg der Welt mit seinen fünf unterschiedlichen Klimazonen und den Artenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt an.

  • Seite der Unesco zum Nationalpark.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Klimanjaro hat rund 20.000 Besucher im Jahr, mit bis zu 500 Touristen an Spitzentagen, hinzu kommen zur Hochsaison noch 1500 Träger und Bergführer täglich. Mit dem weiteren Ausbau der Infrastruktur ist die Tendenz weiter steigend.

Die Einnahmen aus dem Tourismus sind die wichtigste externe Geldquelle der Bevölkerung am Kilimanjaro. Der Tageslohn für Träger und Führer von umgerechnet rund 10 Euro bis 13 Euro (ohne die Trinkgelder) ist vergleichsweise hoch, allerdings sind die Strapazen für die Träger erheblich: die offizielle Obergrenze für die Lasten der Träger sind zwanzig Kilo, hinzu kommen aber noch die persönlichen Gegenstände. Unterwegs sind die Träger mit meist mangelhafter Ausrüstung wie Sandalen und dünnen Hosen oder Pullovern in der weiter oben kalten Umgebung. Die Probleme mit der Höhenanpassung in der dünnen Luft unterscheiden sich für die Einheimischen nicht von denen andere, obgleich sie sich durch Training besser an die dünnere Luft anpassen können. Folge ist, das die meist jungen Träger ihr Geschäft aus gesundheitlichen Problemen oft schon nach rund fünf Jahren wieder aufgeben müssen.

Dazu ein Artikel im tagesspiegel

Heute interessiert der Berg neben den Bergsteigern auch die Klimaforscher: Der dramatische Rückgang der letzten Gletscher am Kraterrand gilt als deutliches Indiz für die Klimaerwärmung. Tansanische und amerikanische Forscher führen das Schmelzen der Gletscher auf eine Wechselwirkung zurück. In den letzten Jahrzehnten wurde immer mehr Agrarland auch in höheren Lagen des Kilimanjaro durch Rohdung gewonnen. Dadurch sinkt die Luftfeuchtigkeit. Einerseits kommt es so zu weniger Niederschlag, andererseits reißt aber auch immer öfter die schützende Wolkendecke über dem Massiv auf.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprachen in Tansania sind Kiswahili und Englisch, wobei Englisch nur von gebildeten Menschen gut gesprochen wird. Die an den Hängen des Kilimanjaro lebenden Wachagga sprechen neben diesen beiden Sprachen noch ihre eigene Bantu-Sprache, das Kichagga. Fast alle Guides können fließend Englisch und auch viele Träger können Englisch.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Kilimanjaro International Airport ist der nächste große Flughafen mit regelmäßigen Linienflügen. Er ist die Option für alle Flugreisenden an den Kilimanjaro. Condor fliegt einmal die Woche ab Frankfurt und KLM fliegt gleich mehrmals die Woche ab Amsterdam. Vom Kilimanjaro Airport gibt es weiterhin eine Reihe guter Verbindungen in der Region, vor allem mit Precision Air (Nairobi, Dar es Salaam, Mombasa, Zanzibar, Mwanza) und Air Tanzania (Dar es Salaam, Zanzibar). Außerdem liegen neben KLM auch andere Internationale Fluglinien, wie z.B. Ethiopian Airlines und Turkish Airlines den Flughafen an. Ethiopian Airlines bietet zwei Mal täglich eine Verbindung nach Addis Abeba in Äthiopien an.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Elefanten nahe Amboseli Nationalpark (Kenia), im Hintergrund der Kilimandscharo (Tansania)

Das ausgeklügelte Bewässerungssystem der Chagga in der Klimazone des Regenwaldes ist mehrere hundert Jahre alt und besteht aus zahlreichen künstlichen Wasserkanälen. Diese Wasserbauten wurden lange in ihrer Bedeutung unterschätzt und gelten heute als Beleg für eine Hochkultur. Die Landwirtschaft der Kleinbauern am Kilimanjaro ist eine der effektivsten in ganz Tansania. Die besten Beispiele finden sich bei Marangu. Der Kulturraum und das einmalige Ökosystem ist mit dem Rückgang der Gletscher und mit den geringeren Wassermengen aus den Niederschlägen und in den natürlichen Wasserläufen in seiner Existenz bedroht.

Wandernde Felsen sind ein bisher noch nicht endgülig erklärter Effekt in der Hochlagenwüste mit starker Sonneneinstrahlung und großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht: Zentnerschwere einzelne Felsblöcke bewegen sich bei völlig ebenem Terrain auf dem Sand der Vulkanasche wie von Geisterhand und ziehen eine deutlich sichtbare Spur hinter sich her. Das Pänomen ist auch aus anderen Wüstenregionen [1] bekannt. Vermutet wird ein Effekt aus Eisbildung in der Nacht in Folge von Feuchtigkeit aus Nebel.

Flora[Bearbeiten]

Auffälligster Effekt in der Pflanzenwelt des Kilimanjaro ist der Riesenwuchs in der afro-alpinen Klimastufe über ca. 2.800 Metern: unter den speziellen klimatischen Bedingungen und unter dem Einfluß der UV-Strahlen erreichen Lobelien und Senecien, eigentlich niedrigwachsende Blumen und Kräuter, Wuchshöhen von mehreren Metern.

Der Bergregenwald ist abseits der Pfade undurchdringlich und durch seine Pflanzenvielfalt gekennzeichnet: Auf alten Regenwaldriesen wachsen Epiphyten wie Baumfarne und Orchideen und bis zu einen Meter lang herabhängenden Flechtenbärte.

Fauna[Bearbeiten]

Im Bergregenwald sind die Schreie der Halbaffen (Diademmeerkatzen, Mantelaffen und Guerezas) unüberhörbar, gelegentlich bekommt man sie auch zu sehen. Die auffälligsten Stimmen der Vogelwelt sind vor allem die gemeinsamen „Gesangskonzerte“ der Seidenturakos am Abend.

Großtiere sind selten zu sehen, es gibt Buschböcke, erzählt wird die Geschichte von den Elefanten, die sich bis hoch hinauf in 4000 Meter Höhe verirren. Genannt wird auch der Leopard: die Tiere sind aber sehr scheu und bemerken den Menschen, bevor dieser das Tier sieht.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Die Besteigung[Bearbeiten]

vom Kibo-Kraterrand ("Gipfel") aus: der Mawenzi im Gegenlicht (links unter der Sonne)

Der Kilimanjaro ist auf den Normalrouten ein reiner Wanderberg ohne technische oder alpine Anforderungen. Einzig eventuell in den Regenzeiten vereiste Stellen der Gipfeletappe können zu sorgfältigem Gehen zwingen. Demgegenüber steht die absolute Höhe des Gipfels, die zur Folge hat, das nur ein Bruchteil der Kandidaten das Ziel erreicht.

Wichtigste Voraussetzung ist eine Top Konstitution, bereits eine Erkältung verringert die Erfolgschancen dramatisch.

Eine gute Kondition ist natürlich sehr hilfreich, aber viele durchtrainierte Sportler ohne jegliche Höhenerfahrung scheitern, weil sie eher bereit sind, sich auf den durchgehend leichten Strecken zu verausgaben, was dann aber häufig einen völligen körperlichen Zusammenbruch mit Abtransport und oft einen anschließenden längeren Krankenhausaufenthalt zur Folge hat. Außerdem benötigen große Muskelmassen wesentlich mehr Sauerstoff als andere Gewebearten, was ebenfalls einen Nachteil bedeuten kann.

Die Höhenkrankheit kommt in der Regel nicht auf der Strecke, sondern in der Erholungsphase des Körpers in der Nacht. Die Faustregel ist, dass derjenige, der die angegebenen Laufzeiten der einzelnen Tagesetappen (ca. 4 bis 7 Stunden) um nochmals 1 bis 2 Stunden oder mehr verlängert, die Erfolgschancen für den Gipfel deutlich erhöht. Der ernsthafte Bergwanderer sollte die Tour also in aller Ruhe angehen, um die entscheidende Gipfeletappe mit einer "vollen Batterie" antreten zu können: "pole pole" (langsam, langsam) sagen die erfahrenen Führer deshalb immer wieder.

Ausführlichere Hinweise zur Höhenanpassung gibt es auch im Artikel zum Thema Bergsteigen;

Kleidung: Allgemein gelten die Anforderungen an eine "spätsommerliche Wanderung" im Hochgebirge:

  • Gute und eingelaufene Bergwanderschuhe sind Pflicht.
  • In den unteren Regionen geht es tagsüber eher "hemdsärmlig" zu: man wandert im T-Shirt. Spätestens die Gipfeletappe findet dann aber bei Temperaturen um die -7°C oder auch darunter statt: Winterausrüstung ist vorzuhalten, zudem ist die Tagesetappe vorher auch meist recht zugig: "xxx-tex" als Windschutz.
  • Je nach der Jahreszeit müssen auch Regenfälle mit eingeplant werden.
Uhuru Peak, das alte Gipfelbrett aus dem Ende des letzten Jahrhunderts ist mittlerweile durch neue Bretter ersetzt

Kosten: Je nach Aufenthaltsdauer betragen die Nationalparkgebühren für ca. 6 Tage rund 500 Euro pro Person. Hinzu sind noch die Trägerkosten (10 US$ pro Tag), die Kosten für den Guide (Pflicht, ca. 25 US $ pro Tag) und die Kosten für Essen und Transport von und bis zur Unterkunft zu rechnen. Insgesamt sind damit für eine sechstägige Kilimanjaro Besteigung ab Nationalpark-Gate gute 1000 Euro pro Person zu rechnen. Als Trinkgeld für Guide und Träger sollten dann noch einmal ca. 5-10 Euro pro Person und je Tag Aufenthalt gerechnet werden, und nur dieses Geld landet vollständig beim arbeitenden Team (Stand 2012). Wer will kann auf Träger verzichten und sein gesamtes Gepäck auch selber tragen, man spart aber wenig Geld, nimmt einem Einheimischen eine Verdienstmöglichkeit und vermindert damit seine Gipfelchancen deutlich.

Verschiedene Agenturen übernehmen die Organisation des Teams vor Ort und gewährleisten damit auch eine gewisse Erfahrung von Guides und Trägern.

Die einschlägigen deutschen und europäischen Reiseveranstalter haben die Besteigung in verschiedenen Varianten und als „All-Inclusive“-Paket in ihrem Programm. Vor Ort, vor allem in Moshi und Arusha, lassen sich ebenso gute und sichere Pakete buchen. Es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen das Trägerteam nach dem ersten Tag erhebliche Nachforderungen stellte.

Für Tansania besteht eine Visumpflicht.

Veranstalter vor Ort:

Marangu Route[Bearbeiten]

Auch scherzhaft als "Coca-Cola-Route" bezeichnet, weil es auf allen Hütten Coca-Cola zu kaufen gibt, ist der einfachste Aufstieg und damit auch die sicherste Möglichkeit, den Gipfel zu erreichen. Die gesamte Streckenlänge (Hin- und Rückweg) beträgt ca. 68 km, die reinen Laufzeiten je Tagesetappe sind nur vier bis sechs Stunden. Eile macht jedoch keinen Sinn: an den Hütten gibt es keine besonderen Unterhaltungsmöglichkeiten und langsames Gehen fördert außerdem die Höhenanpassung!

Im Regelfall wird die Tour an sechs Tagen mit drei Anstiegsetappen zu den Hütten, einem Akklimatisationstag, den entscheidenden Tag der Gipfeletappe und einem Abstiegstag absolviert.

Die Hüttenbauten entstanden in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts auf Initiative der Norweger. Es gibt eine einfache Infrastruktur: an den Hütten können Getränke (einschließlich Bier) und kleine Snacks gekauft werden.

  • Horombo Hut (3.725 m, 3° 8′ 20″ S 37° 26′ 21″ O), üblicherweise wird hier ein Ruhetag zur Höhenanpassung eingelegt, was die Gipfelchancen deutlich erhöht. Von hier ist eine Akklimatisierungstour zum Fuß des Mawenzi möglich. Der Gipfel des Mawenzi ist wegen der technischen Schwierigkeiten (Kletterberg) und wegen brüchiger Felsen nichts für Bergwanderer. Außerdem ist eine Besteigung durch die Parkverwaltung generell verboten.
abendliche Kibo - Hütte, der Gipfelanstieg ist der Pfad hinter der Hütte
  • Kibo Hut (4.700 m, 3° 4′ 54″ S 37° 23′ 21″ O), letzte Station vor der Gipfeletappe, der Hüttenzustieg führt ziemlich monoton und über 11 Kilometer Strecke durch die fast vegetationslose Hochlagenwüste. Die Hütte ist ein kalter Steinbau mit Massenlager, Schlaf ist "Mangelware". Der Start zum Gipfel ist dann mitten in der Nacht (Stirnlampe). Die Gipfeletappe mit knapp vier Kilometern Strecke ist ein mühsamer "Hatscher": runde vier bis sechs Stunden geht es auf Vulkanschotter wie auf einem steilen Kieshaufen bergauf nach dem Motto "Zwei Schritte vorwärts, einer wieder abgerutscht" mühsam bis zum Kraterrand der äußeren Caldera:
  • Gilmans Point (5.715 m, 3° 4′ 28″ S 37° 22′ 6″ O) am Kraterrand, wer es bis hier geschafft hat, erhält von den Guides die in grüner Farbe umrandete "Besteigungsurkunde" als Erfolgsbeleg am Parkausgang. Bei planmäßigem Aufstiegstempo kann man hier den Sonnenaufgang erleben.
  • Wer am Gilmans Point noch fit genug ist, kann auch noch die letzten knapp zwei Kilometer (eine gute Stunde) bis zum höchsten Punkt am Berg, dem Uhuru Peak (5.895 m, 3° 4′ 33″ S 37° 21′ 12″ O) weitermarschieren, dieser Streckenteil ist deutlich flacher als der Anstieg zum Kraterrand, jedoch sind mehrere Gegenanstiege in dieser Höhenlage sehr kräfteraubend. Bei Erreichen des Uhuru Peak erhält man die goldumrandete Gipfelurkunde.

Üblicherweise erfolgt der Gipfelabstieg zur Kibo-Hütte und der Weitermarsch bis zur Horombo Hut noch am gleichen Tag, der letzte Tag ist dann der Abstieg zum Parkausgang.

Machame Route[Bearbeiten]

Diese Route ist sportlicher als die Maranga-Route, bietet wegen der Anstiegsführung rund um die Südseite des Kili auf etwa 4.000 m noch Akklimatisierung während der Tour und wird auch Whisky-Route genannt.

Die Route ist eine reine Zelt-Route. Die Zelte werden von der einheimischen Agency gestellt und von deren Trägern (Porter) von Camp zu Camp transportiert und täglich auf- sowie abgebaut. Eigene Zelte mitzubringen ist erlaubt - dann muss man jedoch die auch von Porters zu transportierenden Zelte täglich selbst auf- und abbauen.

Diese Route führt am ersten Tag vom mit Mini-Bus oder Gelände-Bus angefahrenen Machame Gate auf 1.800 m in offiziell 5-7 h über 18 km im Regenwald auf feuchten bis schlammigen Pfaden bis zur Machame Hut in 3.000 m. An diesem Tag haben viele Besteiger viel zu viel Kleidung an, weil sie an die 3.000 m Höhenlage des Tagesziels denken und dies mit Kenntnissen aus den Alpen verbinden - die Tagestour ist jedoch schwül-warm, weshalb Shorts und T-Shirt meistens als Oberkleidung ausreichend sind.

Am zweiten Tag geht es vom Machame Hut in 4-7 h über 9 km im Heide- und Grasland mit festem bis felsigem Untergrund bis zum Shira Camp auf 3.840 m. Lange Hosen und Anorak werden erforderlich. An diesem Tag treten bei einigen Besteigern Probleme mit der Höhenkrankheit auf, da sie häufig nicht unmittelbar vor Abreise an den Kili durch Touren in den Alpen über 3.000 m mit Schlafstellen über 2.500 m akklimatisiert sind.

Der dritte Tag wird noch anstrengender als vorher, da die Route vom Shira Camp auf 3.840 m bis zur Mittagspause ständig bergauf zwischen rein-schwarzen Lavasteinen in heftigem und kalten Wind zunächst bis zum Abzweig Lava Tower auf 4.600 m führt. Starke Sonnenbrille, Handschuhe, Kopfbedeckung und Sun-Blocker im Gesicht, an den Ohren und auf der Nase werden erforderlich. Am Abzweig Lava Tower werden Probleme der Höhenakklimatisierung in Form des Zuschlagens der Höhenkrankheit mit Kurzatmigkeit, rasselndem Husten, schwankendem Gang, Gesichtsfähle und Erbrechen bei mehreren Besteigern sehr deutlich. Am Abzweig Lava Tower kann der kurze Umweg nach links fast höhengleich zum Lava Tower oder der direkte steile Abstieg zunächst auf eine Hochebene in 4.300 m und dann weiter abwärts ins Barranco Camp auf 3.960 m genommen werden. Dabei erhellen beim Abstieg zahlreiche Senecien ( bis 5 m hohe Kreuzblütergewächse) das Auge und das Gemüt.

Am vierten Tag ist Tour "nur" vom Barranco Camp auf 3.960 m über 3-6 h für 7,5 km Felswüste bis ins Karanga Camp auf 3.930-4.005 m zu empfehlen. Gleich nach dem morgendlichen Start wartet der Breakfast Wall mit etwa 180 m Höhenunterschied ab dem Camp - hier geht es in steilen Serpentinen sofort 1,5 h hoch. Danach wellig auf und ab, bis der tiefe Einschnitt des Karanga Valley erreicht wird, wo man steil runter (Reep-Schnur als Sicherung zu empfehlen) und noch steiler wieder hoch muss, bis man an der Talkante das Karanga Valley erreicht. Vom Karanga Camp sind bei gutem Wetter die Shira Gipfel und der Mount Meru mit dem Socialist Peak zu sehen. Achtung: Wer hier am vierten Tag gleich über weitere 3-6 h und damit insgesamt je nach Wetter 6-12 h Tagestour ins Barafu Camp auf 4.600 m ziehen will, um einen Tag Reisedauer und etwa 250 $ Reisekosten zu sparen, riskiert unnötig das Scheitern der Besteigung, weil das für die meisten zu anstrengend wird und der ersehnte Gipfelerfolg auf den Uhuru Peak ausbleibt.

Der fünfte Tag führt sinnvollerweise nur vom Karanga Camp auf 4.005 m über 3-6 h für 6,5 km Felswüste teils in Schnee und Eis bis ins regelmäßig eisige Barafu Camp auf 4.600 m. Hier schimmert der Mawenzi mit seinen wilden Zacken in 5.148 m direkt gegenüber.

Am sechsten Tag ist Gipfelsturm angesagt für die, die es bis hierher geschafft haben. Weckzeit ist bereits 23:00 Uhr, Startzeit auf den Gipfel dann 24:00 Uhr. Zuerst wird nach etwa 5-6 h äußerst anstrengendem Anstiegs Stella Point auf 5.745 m erreicht. Der zählt als Kraterrand bereits als Gipfelerfolg und man bekommt unten dann die grün umrandete Gipfelurkunde. In gemächlicher Steigung entlang des Kraterrandes geht es am Rebmann Gletscher und Kersten Gletscher vorbei. Eine letzte kurze deutliche Steigung führt dann über den Hans Meyer Point auf 5.888 m und ein Büßer-Eisfeld auf den Uhuru Peak mit seinen 5.895 m. Diese Gipfel-Tagestour wird mit 12,5-15 h reine (!) Gehzeit veranschlagt, Gipfelpause auf 5.895 m mit 0,25 h sowie Pause abwärts im Barafu Camp auf 4.600 m mit 0,75-2 h und im Millenium Camp auf 3.900 m mit 0,25-0,5 h sind mindestens hinzu zu rechnen. Etwa 7 km Aufstieg und 23 km Abstieg. Ende Juli ist um ca. 06:30 Uhr Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Ende Juli herrschen auf dem Uhuru Peak bis - 26°C und schärfster Wind. Kopfmaske, Halsschutz, warme Bergstiefel, Ersatzhandschuhe, Thermosbehälter für Getränke und mehrfacher Kälteschutz des Fotoapparates sind auch notwendig. Dieser Tag dürfte für die meisten Besteiger der härteste Tag ihres bisherigen Lebens werden - hier ist nicht nur Ausdauer, sondern Zähigkeit und Durchhaltewillen bei (!) genügend vorhandener Höhen-Akklimatisierung notwendig. Die meisten Besteiger scheitern an diesem Tag irgendwann in der Nacht irgendwo im rutschenden steilen Geröllhang und müssen rechtzeitig selbst umkehren oder von Assistant Guides und auch Guides herunter geschleift werden, weil sie körperlich zusammenbrechen. Hier gibt es keine Hubschrauberrettung. "Runterschaffen" bedeutet hier auf dem Rücken eines Assistant Guides oder Guides bzw. einer Trage, wenn noch zwei Assistant Guides oder Guides der eigenen Gruppe da sind - schlimmstenfalls in einer Bahre. Wenn eine Gruppe mit 8 Besteigern üblicherweise einen Guide und zwei Assistant Guides hat, steigt der erste Assistant Guide mit dem ersten Touristen ab, der nicht mehr kann. Wenn der zweite Tourist der Gruppe nicht mehr kann, geht der zweite Assistant Guide mit nach unten. Falls dann von den sechs verbliebenen Touristen ein weiterer Probleme bekommt, müssen dann alle sechs mit dem einen verbliebenen Guide absteigen. Schippe drauf, Glück auf. Gipfel ade. Der Abstieg vom Barafu Camp ist wegen der Länge des Weges und zahlreichen meterhohen Abbrüchen im Weg nochmals kräftezehrend. Im Mweka Camp auf 3.100 m kann dann erstmals auf dieser Tour Bier erworben werden - das schmeckt als Gipfelbier auch, wenn die kleine Flasche 3,- $ kostet.

Am siebenten Tag führt der Weg vom Mweka Camp auf 3.100 m in 3-4 h für 15 km durch feucht-schlammigen Regenwald mit schwarz-weißen Flugaffen in den Baumwipfeln bis zum Mweka Gate auf 1.800 m mit dortiger Aus-Registrierung, Empfang Gipfel-Urkunden oder nicht und weiter bis ins Dorf Mweka auf 1.700 m. Je nach Veranstalter und eingesetztem Fahrzeug sowie wagemutigem Fahrer Abholung mit Kfz am Mweka Gate oder im Dorf Mweka zur Fahrt vorbei an Drei-Etagen-Feldern (unten Kartoffeln, in der Mitte Kaffee, oben Bananen) und reinen Kaffee-Plantagen ins Hotel nach Moshi mit Unterwegs-Halt an Souvenir-Laden für Kili-T-Shirt und Kili-Busch-Hut.

Mweke Route[Bearbeiten]

Shira Route[Bearbeiten]

Breach Wall (Western Breach)[Bearbeiten]

Die Route durch die Breschenwand wurde von Reinhold Messner erstbegangen. Diese Route ist zwar überhaupt und auch am Gipfeltag über den Arrow Gletscher und Western Breach kürzer als alle anderen Routen, jedoch seit 2004 von der Nationalparkverwaltung gesperrt, nachdem dort zwei US-Amerikaner an den Kletterstellen im eigentlich beherrschbaren niedrigen Schwierigkeitsgrad III tödlich abgestürzt sind.

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Alle Aufstiegsrouten sind mit Übernachtungen in Zelten für zwei bis vier Mann und extra Küchenzelten verbunden, mit Ausnahme der Marangu-Route, auf der ausschließlich in Hütten geschlafen wird.

Sicherheit[Bearbeiten]

In den Orten am Fuß des Berges gibt es für ausländische Touristen in Gruppe keine großen Probleme. Am Berg selbst und in den umliegenden Wild-National-Parks sind die Ranger an den Gates mit chinesischen Kalaschnikow-Sturmgewehren und alten britischen Repetiergewehren als Schutz vor wild lebenden Tieren und vor Wilddieben ausgerüstet. Großwild wie Elefanten und Leoparden gibt es am Kili auf den Normal-Routen jedoch seit Jahrzehnten nicht mehr. Bei Akklimatisierungstour am Mount Meru erfolgt regelmäßig Begleitung der Gruppe durch bewaffnete Ranger, da das Großwildrisiko hier besteht.

Klima[Bearbeiten]

Klimazone "afro-alpine Stufe": Riesen-Senezien vor den Horombo-Hütten

Am Kilimanjaro gibt es zwei Trockenzeiten und zwei Regenzeiten. Die Trockenzeiten sind die Wochen ab Dezember bis Mitte März und von Anfang Juni bis Mitte September und allgemein die beliebtesten Monate für einen Besuch. Bei Besteigung im Juli oder August kann man sich in den Alpen unmittelbar vor der Tour auf den Kili mit Höhentouren deutlich über 3.000m und Schlafstellen über 2.500 m am sichersten für die Höhe akklimatisieren. Am besten geeignet ist im afrikanischen Hochsommer der Monat Januar, bei dem man allerdings Touren zur Höhenakklimatisierung z. B. am Mount Meru in der Nähe einschieben sollte.

Die kleine Regenzeit beginnt im Oktober und endet im Dezember, die Niederschläge beschränken sich aber meist auf den Nachmittag. Ein Grund für den Besuch in der kurzen Regenzeit ist, dass die Routen dann nicht so überlaufen sind, es gibt zwischendurch auch immer wieder mal Sonnenschein mit dann beeindruckenden Wolkenformationen und außerdem ist ein Bergregenwald ohne Regen nur ein halbes Erlebnis. Außerdem ist nur die Region unter rund 4000 m von den Wolken und den Niederschlägen betroffen.

Die große Regenzeit ist von Mitte März bis Ende Juni mit einem Großteil der Niederschläge, diese Monate empfehlen sich nicht für einen Besuch. Hier fallen in einem Monat durchschittlich Wassermengen, wie in Hannover in einem Jahr.

Die Niederschläge am Berg sind stark von der Höhenlage abhängig, auf einer Höhe von 1.800 m fallen jährlich etwa 2300 mm Niederschlag, die Gipfelregion ist mit nur noch 100 mm Niederschlag im Jahr eine Wüstenregion.

Die Temperatur ist im Januar am wärmsten, während es im August und im September deutlich kälter werden kann (knapp 10 °C Temperaturdifferenz). In der Savanne gilt eine mittlere Temperatur von 30 °C, das Jahresmittel am Gipfel des Kibo beträgt nur rund 0 °C, es sind in der Nacht und früh am Morgen bei Erreichen des Gipfels Temperaturen bis -26 °C und bei schärfstem Wind möglich.

Klimazonen[Bearbeiten]

Die fünf am Berg unterschiedenen Klimazonen sind:

  • Über der Trockensavanne des Umlands beginnt ab ca. 1.000 m der so genannte Kaffee-Bananen-Wald, eine von Kleinbauern landwirtschaftlich intensiv genutzter Kulturwald. Die Region bezieht ihr Wasser über ein ausgeklügeltes Kanalsystem (siehe bei den Sehenswürdigkeiten) aus der feuchten Region des Regenwalds darüber.
  • Der Bergregenwald beginnt ab 1.700 m reicht bis ca. 2.800 m als der Waldgrenze, hier fallen die meisten Niederschläge, der Bereich ist seit dem Jahre 1921 Wildreservat.
  • Die afro-alpine Stufe beginnt ab 2.800 m als Grasland, Heidegebüsch- und Steppenregion, ihr oberes Ende liegt bei rund 4.000 m. Kennzeichen der Region ist der Riesenwuchs von Senezien und Lobelien, eigentlich niedrige Blumen, von mehreren Metern Höhe.
Klimazone Hochlagenwüste: Blick vom Gilmans-Point zum Mawenzi, fast exakt in Bildmitte die Kibo Hut
  • Die Hochlagenwüste sind die Bereiche über 4.000 m und gekennzeichnet durch extreme Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Mit den geringen Niederschlägen kommen hier nur noch rund fünzig Pflanzenarten vor.
  • Die nivale Stufe als der obersten Klimaregion am Klimandscharo beginnt ab 4600 bis 4700 Metern und ist die Schnee- und Gletscherregion, der wenige Niederschlag fällt als Schnee. Über 4900 Metern wächst als einzige Pflanze nur noch eine Krustenflechte und mit einem Zuwachs von nur einen Millimeter pro Jahr, sie kann aber mehrere hundert Jahre alt werden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Krankenhäuser und medizinische Zentren nach europäischen Standards gibt es in Arusha und Moshi. Kleine Krankenstationen in jedem größeren Dorf in den unteren Höhenlagen, wie zum Beispiel in Marangu oder Himo.

Großes Gesundheitsthema ist die Malaria, sie wird durch nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Hier ist eine Propylaxe (Vorbeugung) durch Einnahme von Medikamenten vor, während und nach der Tour zu empfehlen. Hinsichtlich des Mittels Lariam sind Berichte über ausgeprägte Nebenwirkungen in der Höhe bekannt.

In den unteren Regionen am Berg gibt es giftige Tiere wie Schlangen, Spinnen und Skorpione und auch giftige Tausendfüßler oder Raupen. Man sollte daher nicht in Felsspalten oder Erdlöcher fassen. Schlafsack, Bettwäsche, Kleidung und Schuhe sollten vor jeder (!) Benutzung wie jeden (!) Morgen und jeden (!) Abend einer Sichtprüfung unterzogen und ausgeschüttelt sowie die Schuhe mit Löffel oder Messer ausgepult werden. Bevor man sich auf einen Baum oder Stein setzt, sollte man ihn prüfen. Dennoch stellen Gifttiere das geringste Risiko dar.

Das größte Risiko einer Besteigung liegt nicht in mangelnder Kondition, sondern in mangelnder Höhenanpassung unmittelbar vor der Tour auf den Kili. Deswegen liegt die Erfolgsquote für den Gipfel deutlich schwankend bei 20–33 % (britische Angaben), 50–60 % (einheimische tansanische Agenturen) und 80–100 % (deutsche und österreichische Bergtourenveranstalter) je nach Jahreszeit, Wetter und Vorbereitung der Teilnehmer. Dabei bezieht sich die Erfolgsquote regelmäßig auf den Kraterrand mit Gilmans Point bzw. Stella Point je nach Route, also nicht auf den Uhuru Peak. Es gibt allerdings auch Angaben, dass sich die 20 % Erfolgsquote für Gilmans Point nur auf die beziehen, die überhaupt bis zum Kibo Camp auf 4.700 m als Ausgangspunkt für den Gipfelsturm gelangt sind. Jüngere scheinen tendenziell eher vom Risiko der Höhenkrankheit betroffen zu werden, weil sie in Höhenlagen bis etwa 3.500 m ihre sportgestählte Kondition zeigen wollen und deshalb viel (!) zu schnell aufsteigen, zumal in den unteren Höhenlagen der einfache Wegverlauf zum schnellen Schreiten verleitet. Prospektangaben deutscher Bergführerbüros wie „technisch unschwer, Kondition erforderlich, Tagesetappen 4 bis 6 Stunden, am Gipfeltag etwas mehr“ sind wegen Weglassung der auch lebensbedrohlich werden könnenden Höhenprobleme verharmlosend und verleiten Wanderer zur Tour-Buchung, die mit der gewaltigen Höhe von 5.895 m nicht ansatzweise klarkommen. Notwendig sind innerhalb von 14 Tagen vor Abreise an den Kili eigene mehrtägige Höhentouren mit Schlafstellen oberhalb 2.500 m und mehreren Tagestouren deutlich über 3.000 m, besser über 3.500 m z. B. auf der Oetztaler Runde in Tirol mit allen Gipfeln wie Wildspitze und Similaun oder in den Walliser Alpen um Saas Fee mit den dortigen leichten Viertausendern wie Breithorn, Allalin und Weißmies. Als Mindestalter werden teilweise 16 Jahre, jedoch vorwiegend 18 Jahre empfohlen.

Siehe außerdem auch die allgemeinen Ausführungen zum Thema Gesundheit im Artikel zu Tansania.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Handyempfang vor Ort ist fast überall möglich, in Gipfelnähe gibt es seit 2001 einen Mobilfunkmast der Mobiltelefongesellschaft Safaricom, er war seinerzeit der höchstgelegene Telekommunikations-Mast der Erde. Lediglich in den Höhenmetern 5.000 bis 5.400 m gibt es am Osthang des Kibos ein Funkloch. Allerdings haben deutsche Netzanbieter kein oder kaum Roaming-Abkommen mit dem einheimischen Netzanbieter - wer vom Gipfel Grüße senden will, sollte ein Satellitentelefon mitführen und vor Kälte geschützt halten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Hamann, Alexander Honold: Kilimandscharo: Die deutsche Geschichte eines afrikanischen Berges. Klaus Wagenbach, 2011, ISBN 978-3803136343; 192. 22.90 €.
  • Hans Meyer ; Heinrich Pleticha (Hg.): Die Erstbesteigung des Kilimandscharo 1889. Edition Erdmann, 2001, ISBN 978-3865031464, S. 318. 24.- €. Reiseberichts des Erstbesteigers.
  • Ernest Hemingway: Schnee auf dem Kilimandscharo: 6 Stories. rororo, 1999, ISBN 978-3499226045, S. 128. 7.99 €. Die Kurzgeschichtensammlung des Nobelpreisträgers für Literatur enthält auch seine vielleicht bekannteste: In einfachen Worten werden die letzten Tage und das Sterben des Schriftsteller Harry in der ostafrikanischen Wildnis erzählt. Die Kurzgeschichte wurde 1952 mit Gregory Peck, Susan Hayward, Ava Gardner und Hildegard Knef verfilmt.
  • P. Werner Lange, Robert Bösch: Kilimandscharo: Der weiße Berg Afrikas. As Verlag, 2011, ISBN 978-3909111169; 280. 39.80 €. Fotoband

Karten[Bearbeiten]

  • Kilimanjaro-Trekkingkarte 1 : 50.000; GPS-kompatibel. Brigitte Rotter, 2007, ISBN 978-3922396345. 8.50 €
  • Kilimanjaro National Park: Trekking Karte 1:100.000: Tourist Map. harms-ic-verlag, 2008, ISBN 978-3927468290. 12.50 €

Weblinks[Bearbeiten]

  • offizielle Seite des Nationalparks
  • www.ra-brumme.de und dort im Button Vita unten bei Hobby: detaillierter Bericht einer individuellen Besteigung von Reiner Brumme und Marcus Brumme durch Vater-Sohn-Gespann auf der Machame-Route im Jahr 2006 mit zahlreichen Farbfotos, Höhen-Zeit-Diagramm und historischer Einstimmung sowie konkreten Empfehlungen in Vorbereitung und bei Durchführung einer Besteigung einschließlich zur Höhenkrankheit
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