Unesco-Welterbestätten in Afrika
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Kairo/Stadtmauern, en-Naṣr-Friedhof und Azhar-Park

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Die Stadtmauern umfassen den Kern der Islamischen Altstadt von Kairo. Die heute noch sichtbaren Überreste stammen aus fatimidischer und ayyubidischer Zeit. Unmittelbar vor den Stadtmauern befinden sich der en-Naṣr-Friedhof und der Azhar-Park.

Hintergrund[Bearbeiten]

Stadtmauer der Islamischen Altstadt

Unter dem vierten Fatimidenkalifen Abū Tamīm Maʿadd al-Muʿizz li-Dīn Allāh (geb. um 930, gest. 975) dehnte sich das fatimidische Reich von Ifrīqiya auf dem Gebiet des heutigen Algeriens und Tunesiens nach Osten bis nach Ägypten aus. Unter dem Heerführer und General Gauhar as-Siqillī, ‏جوهر الصقلي‎, wurde Ägypten in der Schlacht bei Gīza 969 gegen die Ichschididen erobert, und Gauhar, der vom Sklaven bis zum persönlichen Sekretär des Kalifen aufgestiegen war, bereitete die neue Palaststadt für den Kalifen auf bis dato unbewohntem Gebiet nördlich von el-Fusṭāṭ. Diese Stadt, anfangs el-Manṣūrīya, die Siegreiche, genannt, wurde zur neuen Hauptstadt des Fatimidenreichs und erhielt wenig später ihren neuen Namen: el-Qāhira, die Bezwingerin, also Kairo. Diese Stadt wurde unter Gauhar mit einer ersten Stadtmauer aus Lehmziegeln umgeben.[1]

Unter dem achten Kalifen, el-Mustanṣir billāh (geb. 1029, gest. 1094), geriet das Fatimidenreich, das sich zwischenzeitlich bis nach Syrien und Irak ausgedehnt hatte, durch die seit 1071 andauernden Seldschuckenfeldzüge in Bedrängnis. Er bat den aus Armenien stammenden General Badr el-Gamālī (1074–1094), das Reich von der neuen Militärmacht zu befreien. el-Gamālī gelang es, Kairo 1074 und das restliche Ägypten bis 1078 wieder für die Fatimiden zu sichern – lediglich Damaskus musste 1076 aufgegeben werden – und zum de-facto-Herrscher des Fatimidenreiches aufzusteigen. Er besaß die wichtigsten zivilen Ämter: Wesir, Oberbefehlshaber der Armee, obersten Richter und Oberhaupt der fatimidischen Missionsorganisation. Er ließ Kairo mit einer neuen Stadtmauer etwas außerhalb der alten, mittlerweile verfallenen bzw. überbauten Mauer absichern: dieses Mal wurde sie aus Stein errichtet und mit imposanten Stadttoren versehen. In den Namen der Stadttore lebt die alte Mauer aber weiter: sie wurden beibehalten.

Unter Ṣalāḥ ed-Dīn (Saladin, geb. 1137/1138, gest. 1193), dem ersten Herrscher der Ayyubiden wurde die Stadtmauer in geringer Entfernung zur alten in großen Teilen neu errichtet und die Mauer nach Süden bis ins el-Fusṭāṭ verlängert.

Anreise[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nordmauer[Bearbeiten]

Bāb el-Futūḥ[Bearbeiten]

  • Top-Sehenswürdigkeit 1 Bāb al Futūḥ (باب الفتوح) Bāb al Futūḥ in der Enzyklopädie Wikipedia Bāb al Futūḥ im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBāb al Futūḥ (Q4164858) in der Datenbank Wikidata (30° 3′ 19″ N 31° 15′ 48″ O)
  • Top-Sehenswürdigkeit 2 Moschee el-Ḥākim bi-Amr Allāh (مسجد الحاكم بامر الله) Moschee el-Ḥākim bi-Amr Allāh in der Enzyklopädie Wikipedia Moschee el-Ḥākim bi-Amr Allāh im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMoschee el-Ḥākim bi-Amr Allāh (Q775838) in der Datenbank Wikidata (30° 3′ 16″ N 31° 15′ 50″ O)

Bāb en-Naṣr[Bearbeiten]

En-Naṣr-Friedhof[Bearbeiten]

  • 4 en-Naṣr-Friedhof (جبانة باب النصر, Gabbānat Bāb en-Naṣr) (30° 3′ 17″ N 31° 16′ 3″ O)
  • 5 Qubba des Scheichs Yūnus (قبة الشيخ يونس) (an der östlichen Straßenseite). Nördlich neben dem Grab des Scheichs befindet sich noch das Grab Saiyid Ḥamūda el-Chaḍarī, ‏سيد حمودة الخضري‎. (30° 3′ 24″ N 31° 16′ 3″ O)
  • 6 Grab von Johann Ludwig Burckhardt (Grab von Scheich Ibrahim). Der Schweizer Orientreisende Burckhardt (1784–1817) ist der Wiederentdecker der Wüstenstadt Petra und des Tempels Ramses’ II. in Abu Simbel. 56 Jahre nach seinem Tod wurde hier eine Stele mit einer arabischer Inschrift aufgestellt: „Wer bleibt lebend? Dies ist das Grab des seligen, nun zur Gnade des Höchsten Gottes gelangten Scheich Ibrahim Sohn des Abdallah Burckhardt von Lausanne. Das Datum seiner Geburt ist der 10. Moharrem des Jahres 1199 und das Datum seines Ablebens in Gott zu Kairo, der Glücklichen, der 6. Dulhigga des Jahres 1232. Im Jahre 1288 Im Namen Gottes des Barmherzigen und Gnädigen.“. (30° 3′ 24″ N 31° 15′ 59″ O)

Ostmauer[Bearbeiten]

  • 7 Burg eẓ-Ẓafar (برج الظفر). Wachturm in der Nordostecke zwischen Nord- und Ostmauer. (30° 3′ 6″ N 31° 16′ 15″ O)
  • 8 Bāb el-Ǧadīd (باب الجديد) (30° 3′ 1″ N 31° 16′ 13″ O)
  • Bāb el-Barqīya (westlich des Parkplatzes ed-Darāsa).
  • 9 Bāb el-Ǧadīd (باب الجديد) (30° 2′ 36″ N 31° 15′ 54″ O)
  • 10 Burg el-Maḥrūq (برج المحروق). Manchmal ungenau Burg eẓ-Ẓafar genannt. Verbindet Ost- mit der Südmauer. Wenige Meter westlich beginnt die Süderweiterung, die unter Ṣalāḥ ed-Dīn angelegt wurde. (30° 2′ 32″ N 31° 15′ 50″ O)

Azhar-Park[Bearbeiten]

Eingang zum al-Azhar-Park
Blick auf die er-Rifa'i-Moschee und die Madrasa des Sultans Hasan südlich des al-Azhar-Parks
Blick zur ayyubischen Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert
Blick zum Studio Misr-Restaurant im Norden des al-Azhar-Parks

Im Osten der Stadt, östlich des Stadtteils ed-Darb el-aḥmar entstand seit 1984 die mit 30 Hektar größte Parkanlage Kairos, der 11 al-Azhar-Park, arabisch: ‏حديقة الازهر‎, Ḥadīqat al-Azhar, auf dem Gelände der ehemaligen, seit 500 Jahren genutzten Müllhalde ed-Darāsa. Die Bauarbeiten und archäologischen Grabungen wurden und werden vom Aga Khan Trust for Culture ausgeführt, wofür bisher ca. 30 Millionen US-$ ausgegeben wurden. Für die Gestaltung der Anlage wurden vielfach Kairoer Architekten herangezogen.

Der 12 Eingang des Parks (30° 2′ 24″ N 31° 15′ 57″ O) befindet sich in seinem Osten an der östlichen Ringautobahn (Ṣalāḥ Sālim St.). Man kann den Park auch zu Fuß erreichen, indem man von der el-Azhar-Moschee, vorbei an der el-Azhar-Universität nach Osten läuft und beim Erreichen der Ringautobahn seinen Weg nach Süden fortsetzt. Man benötigt für diesen Weg ca. 30 Minuten. Der Eintrittspreis beträgt für Ausländer LE 10. Der Park lässt sich sehr gut zu Fuß ergründen, es steht aber auch eine Parkeisenbahn zur Verfügung.

Der Park ist als ein großer botanischer Garten angelegt. Zu ihm gehören acht Cafés und Restaurants, ein künstlicher See, ein Kinderspielplatz und ein Sportplatz, ein Bazar und eine Aussichtsplattform im Zentrum. Eine Promenade im Ostteil des Parks lädt zum Spazieren ein. Im Westen grenzt der Park an die alte Stadtmauer, die unter dem Ayyubiden-Herrscher Ṣalāḥ ed-Dīn (12. Jahrhundert) errichtet wurde. Bei den archäologischen Grabungen, die aber 2007 noch nicht abgeschlossen waren, wurde ein 1,5 km langes Teilstück der Stadtmauer freigelegt. Teil der Stadtmauer sind mehrere Tore (z.B. Bab el-Mahruq und Bab el-Barqīya) und Türme (z.B. der Burǧ el-Mahruq). Im nördlicheren Teil der Stadtmauer befindet sich das el-Genaina-Theater. Zum Projekt gehört es auch, die an die Stadtmauer angrenzenden Gebäude auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Hierzu gehören der Chair-Bek-Komplex und die Darb-Schughlan-Schule. Vom Park aus hat man eine gute Aussicht auf die Zitadelle im Süden des Parks.

Zu den größeren Restaurants gehören das Studio Misr & Le Notre im Norden der Parkanlage (Tel.: (0)2 2510 9150/1), das Trianon-Café in der Nähe der Stadtmauer und das Lake-side Restaurant & Palm Court Café (Tel. (0)2 2510 9162) am künstlichen See.

Bāb Zuweila und Südmauer[Bearbeiten]

  • Top-Sehenswürdigkeit 13 Bāb Zuweila (باب زويلة, Bāb el-Mitwallī, ‏باب المتولي‎, MMC 199). Bāb Zuweila in der Enzyklopädie Wikipedia Bāb Zuweila im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBāb Zuweila (Q2041270) in der Datenbank Wikidata. Errichtet 485 AH, 1092. Geöffnet: Täglich 8:30–17 Uhr. Preis: für Ausländer LE 40, Studenten LE 20; für Ägypter LE 10, Studenten LE 5 (Stand 11/2019). (30° 2′ 34″ N 31° 15′ 28″ O)

Süderweiterungen unter Ṣalāḥ ed-Dīn[Bearbeiten]

Bis zum Bāb el-Wazīr-Friedhof[Bearbeiten]

Fusṭāṭ[Bearbeiten]

Ayyubidische Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Baubeschreibung der Stadtmauern und Stadttore[Bearbeiten]

  • Creswell, K[eppel] A[rchibald] C[ameron]: The Muslim Architecture of Egypt; 1: Ikhshīds and Fāṭimids; A.D. 939–1171. Oxford: Oxford Univ. Press, 1952, S. 23–33, 161–219, Abb. 10 gegenüber S. 30, Tafeln 49–76. Nachdruck New York: Hacker Art Books, 1978.
  • Creswell, K[eppel] A[rchibald] C[ameron]: The Muslim Architecture of Egypt; 2: Ayyūbids and Early Baḥrite Mamlūks; A.D. 1171–1326. Oxford: Oxford Univ. Press, 1959, S. 41–63, Tafeln A, 14–21. Nachdruck New York: Hacker Art Books, 1978.
  • Kay, Henry C.: Inscriptions at Cairo and the Burju-ẓ Ẓafar. In: Journal of the Royal Asiatic Society of Great Britain & Ireland (JRAS), ISSN 2051-2066, Bd. 18,1 (Jan. 1886), S. 82–88, doi:10.1017/S0035869X00019195. Bauinschrift am Bāb en-Naṣr.

En-Naṣr-Friedhof[Bearbeiten]

  • Kadi, Galila, el- ; Bonnamy, Alain: Architecture for the dead : Cairo’s Medieval Necropolis. Cairo: The American Univ. in Cairo Press, 2007, ISBN 978-977-416-074-5, S. 127–170.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pradines, Stéphane: The fortifications of Cairo : the wall of Gawhar, Egypt, mission report 2012. In: Nyame Akuma, ISSN 0713-5815, Bd. 79 (Jun. 2013), S. 4–12.
ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.