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Kairo/Koptisches Museum

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Koptisches Museum in Alt-Kairo
Koptisches Museum ·المتحف القبطي
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Lagekarte von Ägypten
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Kairo/Koptisches Museum

Das Koptische Museum (englisch: The Coptic Museum, arabisch: ‏المتحف القبطي‎, al-Matḥaf al-qubṭī) befindet sich im Kairoer Stadtteil Alt-Kairo auf dem Gelände der Festung Babylon unmittelbar nördlich der Hängenden Kirche. Es widmet sich der Geschichte des koptischen, d. h. des ägyptisch-orthodoxen Christentums.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bereits im Ägyptischen Museum von Būlāq (1863 – 1890) wurden koptische Antiquitäten im so genannten Koptischen Saal präsentiert. 1908 gründete Marcus Simeika Pascha (‏مرقس سميكة باشا‎) im Auftrage der Koptischen Kirche ein eigenständiges Museum an seinem heutigen Platz auf dem Gelände der römischen Festung Babylon, um auch die christlichen Denkmäler einer breiten Öffentlichkeit angemessen zu präsentieren. Das Museum wurde in Form eines Wohnhauses unter Nutzung von Bauteilen anderer Häuser um einen Innenhof auf einem Grundstück der koptischen Kirche, auf dem Gebiet der römischen Festung Babylon, errichtet. Bis 1931 wurde es vom Koptischen Patriarchat unterhalten, 1931 aber verstaatlicht. Acht Jahre später wurden der Großteil der Koptischen Sammlung des Ägyptischen Museum dem Koptischen Museum übergeben. 1947 wurde es mit dem Nordflügel beträchtlich erweitert, 1984 und von 2001 bis 2006 restauriert und neu geordnet. Am Montag, dem 26. Juni 2006, wurde das Museum im Beisein des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak nach erneuter Restauration wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Die bedeutendste Sammlung koptischer Kunstwerke der Welt umfasst ca. 16.000 Exponate auf einer Fläche von ca. 8000 m2 in chronologischer bzw. thematischer Untergliederung.

Anreise[Bearbeiten]

Das Museum lässt sich mit Auto, Taxi oder U-Bahn erreichen. Die zugehörige U-Bahnhaltestelle heißt Mar Girgis.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

  • Das Museum ist täglich außer freitags von 09:00 bis 17:00 Uhr, an Freitagen von 09:00 bis 11:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
  • Der Eintrittspreis beträgt LE 100 (Stand 10/2017). Studenten zahlen den halben Eintrittspreis.

Es besteht Fotografierverbot, Kameras müssen am Eingang abgegeben werden.

Im Rahmen der Rekonstruktion wurde das Museum behindertengerecht umgestaltet. Es verfügt über einen Fahrstuhl, und die Treppen sind mit Treppenliften versehen.

Kontakt:

  • Telefon: (02) 2363 9742, 2362 8766 (Fakhry Abd el-Nour Str 4, Abbasiya, Kairo).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten im Untergeschoss[Bearbeiten]

Über einen kleinen Vorplatz mit dem Denkmal des Begründers Marcus Simeika Pascha (1864 – 1944) gelangt man zum Eingang des Museums.

Vorhang mit der darstellung des Flötenspielers
Jeremias-Kloster (vor der Umgestaltung des Museums)
Wandmalerei mit Apollon, Phib und Papohe

Die Ausstellungsobjekte sind auf zwei Etagen untergebracht. Die untere Etage beherbergt in neun Sälen hauptsächlich Architekturfragmente, während das Obergeschoss Manuskripte, Textilien, Ikonen, Bein- und Metallarbeiten beherbergt.

Man betritt das Museum durch den Saal 1, der jetzt aber keine Ausstellungsobjekte mehr enthält. In der Mitte des Saales befindet sich ein attraktiver Brunnen. An der nördlichen Rückwand kann sich der Besucher an den Plänen über die Aufgliederung des Museums informieren. Die Ausstellung beginnt linkerhand, die Räume des Untergeschosses sind im Gegenuhrzeigersinn angeordnet.

Im Saal 2 werden dem Besucher drei Meisterstücke der Sammlung präsentiert. Zum einen ist dies der Hamgig-Vorhang aus Leinen und Wolle, der aus dem 4. oder 5. Jahrhundert wohl aus Antinoe stammt (Inv.-Nr. 7948). Der ca. 1 × 1,4 m große Vorhang zeigt einen Flötenspieler mit rotem Schurz und grünem Umhang. Auf dem Streifen auf der linken Seite sind Krieger und Tänzer dargestellt. Das zweite Stück ist ein Kalkstein-Akanthusfries aus dem St.-Jeremias-Kloster in Saqqāra aus dem 6. Jahrhundert (Inv.-Nr. 7381). Auf ihm sind neben dem Kreuz ein Löwe und eine Antilope dargestellt. Das dritte Stück ist eine Wandmalerei aus dem 6. oder 7. Jahrhundert, die ebenfalls aus dem St.-Jeremias-Kloster stammt (Inv.-Nr. 7951). Dargestellt sind vier Heilige und ein Büßer. Auf der linken Seite sieht man die Heiligen Onophrius, Makarios, der Träger des Geistes, Apa Apollon und Pamun.

Im Saal 3 werden Baufragmente aus Ihnasya (Herakleopolis magna) aus dem 3. – 5. Jahrhundert präsentiert. Es handelt sich um Kalksteinfriese und -nischen. Die Stücke sind noch nicht christlich, sondern der griechischen Mythologie zuzuordnen. Dargestellt sind u.a. Dionysos (Inv.-Nr. 6471), Nereid auf einem Seeungetüm reitend (Inv.-Nr. 7033), Aphrodite (Inv.-Nr. 7011, 7012), Herakles und die Göttin Gaia (Inv.-Nr. 7072), Europa auf Zeus in der Gestalt eines Stieres reitend (Inv.-Nr. 7054), Daphne (Inv.-Nr. 7061), Herakles mit einem Gefolgsmann und einem Löwen (Inv.-Nr. 7005), zwei entblößte Liebesgötter mit einem Kreuz (Inv.-Nr. 7030), Leda mit Zeus als Schwan (Inv.-Nr. 7040), Pan und eine Sistrum spielende Bacchantin (Inv.-Nr. 7044), Orpheus (Inv.-Nr. 7055) und eine Nymphe auf einem Seeungeheuer (Inv.-Nr. 7017). In einer Vitrine erblickt man Kalkstein-Grabstelen aus Terenuthis (Kom Abu Billu) aus römischer Zeit (Inv.-Nr. 12346, 12341 und 12348) und eine Büste der Aphrodite (Inv.-Nr. 7586).

Der Saal 4 ist dem Vermächtnis des alten Ägyptens gewidmet, d.h., man sieht Ausstellungsstücke, deren altägyptischer Ursprung noch deutlich auszumachen ist: man findet so die Darstellung des Anch-Zeichens (Lebenszeichens, Henkelkreuze) und der Flügelsonne mit Uräen. Die Kalksteinstelen stammen aus dem 5. – 7. Jahrhundert von verschiedenen Fundorten. Hierzu gehören Kreuze, Anch-Zeichen, Löwen und Adler. In einer Vitrine ist ein beschriftetes Bronze-Anch-Zeichen mit einem Kreuz und Umrandung aus dem 5. Jahrhundert zu sehen (Inv.-Nr. 8612). In der Raummitte sind Kalksteingrabsteine zum Teil mit der Darstellung der Verstorbenen und christlicher Symbolik ausgestellt. In einer weiteren Vitrine wird ein Leinen- und Wolltuch präsentiert, das wohl im Besitz einer Kirche oder eines Klosters war und aus dem 6. oder 7. Jahrhundert stammt: Unter dem zweifach dargestellten Arkadenbogen sind das Crux ansata (Henkelkreuz) mit dem Monogramm Christus’ aus den Buchstaben X und P im Beisein und Pfauen und Tauben, den Symbolen für Ewigkeit und Frieden, sowie der koptischen Name des Phoibamon zu sehen (Inv.-Nr. 2023).

Die Säle 5, 6 und der Hof sind dem St.-Jeremias-Kloster von Saqqāra gewidmet. Im Saal 5 werden Kalksteinbaufragmente wie Akanthusfriese mit Tierdarstellungen und Nischen mit seitlichen Säulen und Pfeiler gezeigt. Im Saal 6 sind sieben dekorierte Nischen aus dem 6. – 7. Jahrhundert ausgestellt. Die ursprüngliche Lage von vier Nischen, A – D, sind auf einem Plan eingezeichnet. Die fünf Nischen in der Raummitte zeigen Christus von Engeln flankiert (Inv.-Nr. 7984), Christus und die Jungfrau Maria mit ihrem Kind im Beisein der Erzengel Gabriel und Michael (rechts) bzw. Jeremiah und wohl Enoch (Inv.-Nr. 8013 = B), die ihr Kind stillende Jungfrau Maria im Beisein von Michael und Gabriel (Inv.-Nr. 8014 = D), eine weitere Darstellung der stillenden Jungfrau im Beisein von Engeln und Heiligen (Inv.-Nr. 7987 = A) und die Darstellung des Christus (Inv.-Nr. 7989). In hinteren Teil des Raumes sind zudem die Nischen mit der Darstellung der Jungfrau Maria mit Engeln und Jeremiah und Enoch (Inv.-Nr. 7995) und die Darstellung des Christus und der Jungfrau mit ihrem Kind (Inv.-Nr. 7982 = C) zu sehen. In einer Vitrine sind weitere Utensilien wie Wandfragmente, ein Musikinstrument, einem Vorratsgefäß mit Blumen- und Fischdekoration (Inv.-Nr. 5877), Türriegel, Bronzelöffel, Beinschnitzereien und Siegel zu Schau gestellt. Vom Saal 6 aus erreicht man den Hof, in dem Säulenkapitelle aus dem Kloster ausgestellt sind.

In den Sälen 7 – 9 werden Funde aus dem Kloster von Bawit präsentiert. Saal 7 enthält drei bemalte Paneele von Wandsockeln aus dem 6. Jahrhundert (Inv.-Nr. 8439), eine Wandmalerei mit den drei Heiligen Apollon von Bawit (Mitte), Phib und Papohe mit Reiterheiligen an den Seiten aus dem 7. – 9. Jahrhundert (Inv.-Nr. 12090) sowie weitere Baufragmente. Auch Saal 8 zeigt Wand- und Nischenmalerei: Prunkstück ist die Nischendarstellung des Christus (oben) zusammen mit den vier Geschöpfen der Apokalypse Adler, Stier, Löwe und Mensch und den Erzengeln Michael (links) und Gabriel und der Heiligen Jungfrau mit ihrem Kind und den zwölf Aposteln (unten) aus dem 6. – 7. Jahrhundert (Inv.-Nr. 7118). In einer weiteren Nische erblickt man Christus (oben) und die Jungfrau Maria mit erhobenen Händen inmitten von Aposteln und Heiligen (unten) aus dem 7. Jahrhundert (Inv.-Nr. 8012). Eine weitere Wandmalerei zeigt Christus, den Retter, mit einem Gemmenkreuz im Beisein zweier fliegender Engel, nämlich des Engels des Herrn und des Engels Gottes, und der Büste des hl. Märtyrers Selebane aus dem 6./ 7. Jahrhundert (Inv.-Nr. 12089). Im Saal 9 sind hauptsächlich Kalkstein-Baufragmente wie Friese aus dem 6. – 7. Jahrhundert ausgestellt. Hierzu gehören zwei dekorierte Bögen (Inv.-Nr. 6472/3), Friese mit Darstellungen von Engeln, die ein Kreuz (Inv.-Nr. 7100) oder einen Evangelisten (Inv.-Nr. 7102) flankieren, ein Marmor-Kapitell mit der Darstellung des Lebensbaumes aus dem 6. Jahrhundert aus Alexandria (Inv.-Nr. 7178) sowie zwei Kragstücke aus Holz.

Über eine Treppe oder den Fahrstuhl erreicht man das Obergeschoss.

Sehenswürdigkeiten im Obergeschoss[Bearbeiten]

Geburt Christi aus der Kirche von Abdallah Nirqi
Psalter aus el-Mudil
Öllampe mit Ständer
Holzaltar mit Kuppel aus der Kirche des Hl. Sergius

Die Räume erstrecken sich sowohl über den neuen, nördlichen Flügel als auch den südlichen. Die Säle 10 – 17 sind im Uhrzeigersinn, die Säle 18 – 26 im Gegenuhrzeigersinn angeordnet.

Saal 10 steht unter dem Motto „Koptische Kultur“. Zu sehen sind u.a. Kalksteinbaufragmente mit Darstellungen zur Weinlese (Inv.-Nr. 7960 – 7965) und eines Musik spielenden Mannes auf einem Zentaur-Mischwesen (Inv.-Nr. 5923), ein Bronzeadler (Inv.-Nr. 1510, 3. – 4. Jahrhundert, Babylon), dekorierte Textilfragmente, Goldmünzen, Tuniken (4. – 6. Jahrhundert) und Lederschuhe aus byzantinischer Zeit. Weiterhin werden ein Lesepult mit Türen mit Elfenbeinarbeiten und Bücher mit Evangelien in koptischer und arabischer Sprache aus dem 11. – 17. Jahrhundert gezeigt.

Saal 11 ist religiösen Themen gewidmet. Hierzu gehören Baufragmente mit der Darstellung der Jungfrau Maria mit ihrem Kind und Heiligen (6. – 7. Jahrhundert) sowie Beinschnitzereien wie die eines Kamms mit der Darstellung der Auferstehung des Lazarus und der Heilung eines Blinden (Inv.-Nr. 5655, Deir Abū Ḥinnis, 6. Jahrhundert) sowie den Darstellungen der Offenbarung des Jesus vor Petrus, Johannes und Jakobus auf dem Berg (Inv.-Nr. 3833) und der des Jesus Christus (Inv.-Nr. 3832). Auf Wandmalereien sind Adam und Eva vor und nach dem Sündenfall (Inv.-Nr. 3962, 11. Jahrhundert, Umm el-Bureigat (Faiyūm)), das Abrahams Opfer (Inv.-Nr. 8411, Kloster St. Jeremias, Saqqāra, 6. – 7. Jahrhundert) und die Geburt Christi (Inv.-Nr. 11487) aus der Kirche von Abdallah Nirqi (Nubien, 10. Jahrhundert) zu sehen. Auf dem Fresco der Geburt Christi sieht man die Jungfrau auf einem Bett. Neben ihr sieht man die Ziegelkrippe, in der das Kind liegt. Linkerhand erkennt man Joseph, die drei Weisen und zwei Hirten.

Saal 12 stellt Amtstrachten und -gegenstände für die Liturgie aus verschiedenen Epochen vor. Hierzu gehören Tuniken, die Bronzekrone des Anba Kyril V. (112. Patriarch, 19. Jahrhundert, Inv.-Nr. 1563), Pastoralstäbe, vergoldete Silbermesser mit Scheide (Inv.-Nr. 1520/1) des Anba Johannes XVIII. (107. Patriarch, 18. Jahrhundert) sowie ein Kreuz und eine Kreuzkette.

In den Sälen 13 und 14 werden mit christlichen Motiven und Heiligen dekorierte Woll- und Leinenvorhänge und Fragmente von Tuniken aus unterschiedlichen Zeiten präsentiert. Zudem findet man hier auch eine Spindel und einen Webkamm ausgestellt.

Im Saal 15 stehen die im Dezember 1945 aufgefundenen Kodizes aus Nag Hammadi aus dem 4. Jahrhundert im Vordergrund. Es sind zwei Seiten und mehrere Ledertaschen für Manuskripte zu sehen. Diese Schriften sind die bedeutendste Quelle zum Verständnis der ägyptischen Gnostik.

Im Saal 16 werden verschiedene Schriften und Schreibwerkzeuge vorgestellt. Hierzu gehören koptisch beschriebene Ostraka (Steinscherben), Evangelien in Koptisch und Arabisch, ein Auszug aus der Schrift al-Bustan (Der Garten der Mönche) und Psalmen. Weiterhin wird ein Abschnitt der Heiligen Woche mit Homilien (Predigten) aus dem Jahr 1625 aus der Kirche der Hl. Jungfrau in Haret Zuweila (Kairo, Inv.-Nr. 1017) präsentiert. Neben Schreibwerkzeugen sind Rollen mit Texten zur Ernennung von Gelehrten zu Klosterverwaltern, Papyri-Handschriften aus dem 6. – 8. Jahrhundert und Einbände aus dem 9. Jahrhundert zu sehen.

Im Saal 17 wird nur ein einziges Stück gezeigt: ein Psalter aus dem 4. – 5. Jahrhundert aus el-Mudil im Gouvernement Beni Suef (Inv.-Nr. 12488). Er ist die älteste Schrift seiner Art im Museum und zudem vollständig erhalten. Er stammt aus dem Grab eines Mädchens, der man den Psalter unter ihren Kopf legte. Das aus Pergament-Lagen bestehende Buch erhielt einen Einband mit Lederrücken und einen Dorn aus Bein in Form des Lebenszeichens zum Verschließen des Buches.

Der Korridor (the tube), der den neuen mit dem alten Flügel verbindet, dient der Präsentation von Wandgemälden und Keramiken aus Kellia im Wādī en-Naṭrūn. Ein Wandgemälde zeigt ein Kreuz (7. Jahrhundert, Inv.-Nr. 12549), weitere Gemäldefragmente zeigen Vögel und Christus. Auf einem Teller sind zwei Fische und Pflanzenmotive dargestellt.

Zumeist Holzfriese und eine Kalksteinfragment mit Darstellungen der Tierwelt am und im Nil sind Gegenstand des Saales 18.

Die Thematik des Saals 19 sind das tägliche Leben und Heilige. Dies sind zumeist Holzarbeiten und wenige Steinfragmente, die aus Kirchen stammen. Hierzu gehört eine Holztür aus einer Ikonenwand aus der Kirche des Hl. Markus in Rosetta aus dem 12. – 13. Jahrhundert. Weiterhin sind Paneele mit Heiligendarstellungen und Elfenbeintäfelchen mit Textteilen aus dem Psalm 122 zu sehen. Aus byzantinischer Zeit stammen Holspielzeuge in Form von Pferden, Elefanten und Vögeln mit Rädern. Zu den ausgestellten Stücken gehören auch Kosmetikartikel wie Elfenbein- und Holzkämme und Schminkgefäße sowie Ketten, Armreifen, ein Spiegel und Fragmente einer Holzkiste mit Beineinlagen, die mit Vögeln und mythologischen Figuren dekoriert ist.

In den Sälen 20 – 22 werden zahlreiche Ikonen gezeigt. Zu den Themen gehören die Jungfrau Maria und der Erzengel Michael, die Kreuzigung Christi, Mariä Himmelfahrt, verschiedene Heilige wie Markus, Sergius, Bacchus, die Hl. Barbara, die Heiligen Araqas und Augani mit Hundeköpfen sowie die Heiligen Menas, Andreas, Antonius und Paulus. Zudem sieht man Jesus Christus, wie er als König nach Jerusalem reitet und die Flucht der Hl. Familie. Weitere Themen der Säle 21 und 22 sind die Heiligen Zacharias, Johannes der Täufer, jüdische Gelehrte, die dem Gebet Jesus Christ hören, der Tempel von Jerusalem, Christi Auferstehung, die Auferstehung des Hl. Thomas und ein Mandylion, das Christusgesicht.

Im Saal 23 werden verschiedenste Metallgegenstände gezeigt. Hierzu gehören Bronzegefäße, Bucheinbände, Weihrauchgefäße, Kannen und Gefäße aus Silber, Tabletts, Becken, Flaschen, Tassen, Löffel, Sistren, Kerzenständer, Kerzenlöscher, Öllampen, Schlüssel aus Metall und Keramik, häufig in Tierform, mit Griffen in Form von Kreuzen und Kästchen für Gewichte und Waagen. Aus dem Konstantinopel des 7. Jahrhunderts stammen ein Goldkreuz und Goldmedaillons, aus dem Roten Kloster bei Sōhāg zwei Metallschüsseln aus dem 12. – 13. Jahrhundert. Metallkreuze auf Stäben wurden bei Prozessionen verwendet. Zudem werden ein Doppelkreuz aus einem Grab mit einer Inschrift mit der Bitte um Frieden für den Verstorbenen und ein Metallthron eines Patriarchen, wohl aus dem 10. Jahrhundert, aus dem Faiyūm präsentiert. Eine Besonderheit stellt der so genannte „Schatz aus der Oase el-Bahrīya “ dar. Es handelt sich um den Gold- und Silberschmuck einer Frau, zu dem Fingerringe und Armreifen aus Silber, Beinarmreifen, Goldohrringe, Stäbchen zum Auftragen von Schminke und eine Münze mit dem Abbild des Kaisers Valens (374 – 378) gehören.

In den Sälen 24 und 25 werden Gegenstände aus Glas und Keramik vorgestellt. Im Saal 24 sind Krüge und Teller zu sehen, die mit christlichen Motiven dekoriert sind. Zu den Keramikartikeln des Saales 25 gehören Stempelsiegel, Terrakotta-Figuren, Keramikformen, dekorierte Gefäßfragmente, Siebe von den Tüllen von Wassergefäßen, Menas-Ampullen und Öllampen. Zu den ausgestellten Glasgefäßen gehören Wasserkannen, Parfümfläschchen, Flaschen und Becher, die zum Teil aus Böhmen importiert wurden.

Über eine Treppe gelangt man zum südlichen Hof. Am Fuße der Treppe sind eine mit Perlmutt und Bein eingelegte Sänfte für Jerusalem-Pilgerinnen aus osmanischer Zeit (Inv.-Nr. 716) und ein Holzkasten für die Aufbewahrung der Amtstracht des Klerus aus dem 17. – 19. Jahrhundert, ebenfalls mit Elfenbein und Bein dekoriert, zu sehen.

Sehenswürdigkeiten im Südhof[Bearbeiten]

An der Südseite des Hofes des alten Flügels kann man auf das Tor des Amr ibn el-'As blicken. In der Südwestecke des Hofes befindet sich die Halle der Kirchen Alt-Kairos. Zu den ausgestellten Stücken zählen eine Altardecke, Kerzenhalter, Evangelienkästen aus dem 15. – 16. Jahrhundert, Evangelien, mit Tieren und Heiligen dekorierte Holzpaneele, eine Silberlampe, ein Sanktuar und eine Holztür aus der Kirche der Hl. Barbara aus fatimidischer Zeit (6. Jahrhundert), Ikonen sowie ein rechteckiger Holzaltar samt Kuppel aus der Kirche des Hl. Sergius und Bacchus (5. Jahrhundert).

Die Museumsgebäude selbst[Bearbeiten]

Wenn man sich intensiv den Ausstellungsstücken zuwendet, vergisst man leicht, auch den Gebäuden Aufmerksamkeit zu schenken: Alle Räume sind mit bemalten oder unbemalten Holzdecken ausgestattet, die in Obergeschoss zudem Lichtdome besitzen können. Holzarbeiten findet man weiter an den Durchgängen, an den Regalen und dekorierten Fenstergittern (Maschrabiyen).

Festung Babylon[Bearbeiten]

Tor des Amr ibn el-'As, Südseite
Festung Babylon

Am Anfang oder besser am Ende des Besuchs lohnt eine Besichtigung der Türme der ehemaligen Festung Babylon unmittelbar am Eingangstor.

Einkaufen[Bearbeiten]

In der Nordwestecke des Parks vor dem Museum gibt es ein Souvenirgeschäft. Eine englische Beschreibung des Museums in seiner jetzigen Form ist seit Sommer 2007 erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gabra, Gawdat: Kairo : das Koptische Museum und die frühen Kirchen. Kairo : Egyptian International Publishing Company – Longman, 1996, ISBN 977-16-0238-91 (fehlerhaft). Die Beschreibung ausgewählter Objekte des Museums orientiert sich an der Ausstellungskonzeption von 1986 – 2006. Das Buch enthält weitere Literaturangaben.
  • Gabra, Gawdat ; Eaton-Krauss, Marianne: The Illustrated Guide to the Coptic Museum and Churches of Old Cairo. Cairo : The American University in Cairo Press, 2007, ISBN 978-9774160073. In Englisch.

Weblinks[Bearbeiten]

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