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Gran Buenos Aires

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Typisches Haus im Tigre-Delta, dem beliebtesten Naherholungsgebiet des Ballungsraums

Gran Buenos Aires ist der Ballungsraum von Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Er hat etwa 12,8 Millionen Einwohner, rechnet man La Plata und einige andere nahgelegenen Städte hinzu, erhöht sich der Wert auf 14,2 Millionen. Die Außenbezirke gehören zur Provinz Buenos Aires, die Stadt selbst ist autonom.

Für Reisende interessant sind vor allem die Städte am Río de la Plata sowie das Paraná-Delta, ein beliebtes Naherholungsgebiet bei den porteños. Beide Gebiete sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Regionen[Bearbeiten]

Das Gran Buenos Aires besteht aus einem inneren Gürtel, der durchgängig bebaut ist, und Satellitenstädten mit Grünflächen, die fast unmerklich in die Pampa übergehen. Es ist neben der Stadt Buenos Aires, auch Capital Federal genannt, in Partidos (Großgemeinden) eingeteilt, die mit wenigen Ausnahmen mehr als 200.000 Einwohner aufweisen. Geographisch ist die Einteilung in drei Zonen üblich, zu denen die Stadt Buenos Aires und das Ballungsgebiet La Plata kommen:

  • Zona Norte: die touristisch interessanteste Zone am Río de la Plata, nordwestlich der Hauptstadt. Sie umfasst die Partidos Escobar, General San Martín, San Fernando, San Isidro, Tigre und Vicente López.
  • Zona Sur: die südlich des Riachuelo gelegenen Partidos Avellaneda, Quilmes, Berazategui, Esteban Echeverría, Ezeiza, Florencio Varela, Lanús, Lomas De Zamora, Almirante Brown, Presidente Perón, Quilmes und San Vicente. Mit Ausnahme des alten Badeortes Quilmes und dem naturnahen Berazategui sind sie touristisch wenig interessante Industrie- und Wohngebiete.
  • Zona Oeste: General Rodríguez, Hurlingham, José C. Paz, La Matanza, Malvinas Argentinas, Marcos Paz, Merlo, Moreno, Morón, Pilar, San Miguel und Tres de Febrero. Mit wenigen Ausnahmen ein relativ neu besiedeltes Gebiet ohne große Höhepunkte.
  • Gran La Plata: umfasst neben der Stadt La Plata auch die Partidos Ensenada und Berisso.
  • und natürlich Buenos Aires selbst.

Orte[Bearbeiten]

Von den über 100 Orten sind folgende hervorzuheben:

  • Tigre mit seinem Hafen, ein beliebtes Naherholungsgebiet
  • San Isidro, Nobelvorort mit zahlreichen Altbauten
  • La Matanza, der bei weitem größte Bezirk (1,7 Mio. Einwohner) mit der Hauptstadt San Justo (allerdings wenige Sehenswürdigkeiten)
  • Olivos, der Sitz des Präsidenten

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Gran Buenos Aires ist ein sehr dicht besiedeltes Gebiet von etwa 5.000 Quadratkilometern Ausdehnung. Es konzentriert 30 Prozent der Bevölkerung Argentiniens und einen großen Teil der Industrie des Landes. Die für Reisende interessanteste Gegend ist natürlich die Stadt Buenos Aires selbst mit ihrer riesigen Kulturszene. Dennoch kann bei einem längeren Aufenthalt auch ein Ausflug in die Vororte attraktiv sein.

Besonders das Tigre-Delta, in dem sich eine ganz eigene suburbane Kultur gebildet hat, in denen Straßen durch kleine Kanäle ersetzt werden und sich eine üppige subtropische Vegetation neben Sportklubs und 4-Sterne-Restaurants findet, ist einen Besuch bei schönem Wetter immer wert. Die Zentren einiger Städte bieten ebenfalls einige architektonische Reize, wie im Fall von Adrogué, Tigre, Quilmes, Lomas de Zamora oder San Isidro, aber keine dieser Sehenswürdigkeiten ist für sich alleine die Anfahrt wert. Wer jedoch in der Nähe, z.B. bei Bekannten, logiert, sollte durchaus eine Runde drehen, der Stilmix der Architektur ist oft bemerkenswert.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Städte im Norden des Ballungsraums für Reisende am attraktivsten sind, es sind gleichzeitig die mit dem insgesamt höchsten Lebensstandard, was sich bis zum bereits fast abstoßenden Elitismus in den Country-Clubs wie Nordelta äußert, in denen die Reichen isoliert von dem Rest der Bevölkerung eingezäunt einem üppigen Lebensstil frönen, von dem selbst die meisten Europäer nur träumen können. Die Elendsviertel auf der anderen Seite, die Villas Miseria, beherbergen über eine Million der Ärmsten der Armen. Sie werden zwar Schritt für Schritt urbanisiert, doch entstehen gleichzeitig immer wieder neue prekäre Siedlungen auf schlecht kontrollierten freien Flächen. Auch die Elendsviertel finden sich kurioserweise am dichtesten im nördlichen Ballungsraum, besonders im Partido San Martín. Doch dies sind nur die Extreme, die meisten Gegenden sind ruhige Arbeiter- und Mittelklasseviertel mit gelegentlichen urbanen Zentren, von denen aber keines ernsthaft die Vorherrschaft der Hauptstadt herausfordert.

Der Süden bietet ebenfalls seine Reize. Neben der Provinzhauptstadt La Plata, die bereits fast mit Buenos Aires zusammengewachsen ist, ist das naturbelassene Gebiet am Río de la Plata mit Parks und einem Naturreservat zu nennen. Die Zona Oeste (Westzone) ist am wenigsten mit Sehenswürdigkeiten gesegnet und wohl nur von Interesse, wenn man dort sowieso übernachtet.

Sprache[Bearbeiten]

Siehe Buenos Aires.

Anreise[Bearbeiten]

Siehe Buenos Aires.

Mobilität[Bearbeiten]

Der Ballungsraum Buenos Aires wird von zahlreichen Verkehrsmitteln bedient und hat inzwischen auch ein gut ausgebautes Straßennetz. Siehe auch den Abschnitt Mobilität im Artikel über Buenos Aires.

Vorortbahnen[Bearbeiten]

Das für den Reisenden am bequemsten zu nutzende Verkehrsmittel im Gran Buenos Aires ist die Bahn, auch wenn der Ausbau des Netzes langsam vorankommt und an einigen Strecken in der Rush-Hour mit übervollen Zügen gerechnet werden muss. Die Strecken breiten sich von den sieben Kopfbahnhöfen von Buenos Aires sternförmig aus, einige Strecken sind elektrifiziert (darunter nur eine Minderheit mit modernen Oberleitungen), die restlichen, insbesondere die längeren Strecken werden von Dieselzügen bedient. Die Fahrkarten werden in bar bezahlt, entweder am Schalter oder an (im Vergleich zu Europa sehr simplen) Automaten, und sind dank hoher Subventionen sehr preisgünstig. Einen kostenlosen Linienplan des gesamten U-Bahn- und Vorortbahn-Netzes kann man hier herunterladen.

Die Kopfbahnhöfe:

  • Retiro (Avenida Ramos Mejía Ecke Libertador) ist der zentrale Kopfbahnhof für die Orte im Nordwesten des Ballungsraums. Er liegt direkt südöstlich der Plaza San Martín und der Avenida del Libertador im Zentrum (Stadtteil Retiro). Erreichbar ist er mit der U-Bahn-Linie C und zahlreichen Buslinien. In Retiro fahren die Züge der Liniennetze Mitre, San Martín und Belgrano Norte ab.
  • Constitución (Av. Brasil zwischen Gral. Hornos und Lima) ist der zentrale Kopfbahnhof für die Orte im Süden und liegt im gleichnamigen Stadtviertel südöstlich von San Telmo. Erreichbar ist er mit der U-Bahn Linie C sowie Stadtbussen. Nachts sollte die Umgebung des Bahnhofs gemieden werden, da sich dort ein bekanntes und unsicheres Rotlichtviertel befindet. Das Liniennetz Roca wird von diesem Bahnhof aus bedient, unter anderem fahren hier Züge nach La Plata und Ezeiza (allerdings nicht bis zum Flughafen) ab.
  • Once de Septiembre (kurz Once, Av. Pueyrredón Ecke B. Mitre) liegt im Stadtteil Balvanera südlich des Zentrums an der Plaza Miserere. Die Züge des Liniennetzes Sarmiento bedienen Ortschaften im Süden und Südwesten, darunter der Wallfahrtsort Luján (mit Umsteigen in Moreno). Once ist erreichbar mit den U-Bahn-Linien A und H.
  • Federico Lacroze (Av. Federico Lacroze 4181) liegt im Stadtteil Chacarita südlich des großen Friedhofs und bedient Ortschaften im Westen des Ballungsraums über eine Linie des Netzes Urquiza. Es ist erreichbar mit der U-Bahn-Linie B.
  • Estación Buenos Aires (Av. Vélez Sarsfield Ecke Olavarría) liegt im Stadtteil Parque Patricios nördlich von La Boca. Das Netz Belgrano Sur, das von hier aus Ortschaften im riesigen Partido La Matanza bedient, gilt als technisch rückständigstes und ist häufig von Problemen wie Ausfällen und Überfüllung geplagt. Der Bahnhof ist nicht ans U-Bahn-Netz angeschlossen und kann vom Zentrum aus mit dem Bus der Linie 59 erreicht werden.
  • Puente Alsina (Av. Sáenz 50 m hinter dem Riachuelo, Valentín Alsina) liegt direkt an der Stadtgrenze in der Stadt Valentín Alsina am Fluss Riachuelo (Partido Lanús); von hier aus wird die Stadt Aldo Bonzi (Netz Belgrano Sur) angefahren. Diese Strecke ist die am schlechtesten erhaltene des Bahnnetzes überhaupt, für den Reisenden ist wohl allenfalls die Anbindung an den großen Kleidermarkt La Salada interessant.
  • Auch in Puerto Madero gibt es einen Kopfbahnhof (Avenida Alicia Moreau de Justo ca. 700), von dem ein komfortabler Dieselzug (tren diferencial) nach Merlo abfährt.

Einige Zielbahnhöfe können nur nach Umsteigen erreicht werden, dies ist bei fast allen längeren Strecken der Fall (z.B. die Züge nach Zárate, Villa Rosa, Luján und Lobos).

Bus (Colectivo)[Bearbeiten]

Das Bussystem von Buenos Aires bezieht auch den Ballungsraum mit ein. Die Linien 0 bis 199 sind Linien von Buenos Aires selbst, von denen viele auch Städte in der Provinz Buenos Aires erreichen. Die Linien 200 bis 499 sind "provinzeigene" Busse, die zwischen verschiedenen Partidos (Gemeinden) der Provinz Buenos Aires verkehren. Linien mit Nummern oberhalb von 500 sind gemeindeeigene Busse, die nur in einem einzigen Partido verkehren. Gezahlt wird mit normalen Münzen, ein System mit Karten befindet sich im Testbetrieb auf wenigen Linien und soll in den nächsten Jahren flächendeckend eingeführt werden.

Während in der Stadt Buenos Aires selbst die Haltestellen in der Regel beschildert sind, ist in den Vorstädten dies oft nicht der Fall, häufig besteht nur eine einfache Markierung mit Farbe und (mit Glück) der Liniennummer. In jedem Fall sollte man Ortskundige (z.B. Kioskbesitzer) fragen, wo der Bus genau hält.

Detaillierte Informationen zu den Buslinien gibt es beim Webportal X Colectivo.

Straßennetz[Bearbeiten]

Der Ballungsraum hat heute ein gut ausgebautes Straßennetz. Neben den drei Stadtautobahnen von Buenos Aires selbst, die fast alle auf Pfeilern errichtet wurden gibt es eine nicht ganz geschlossene Ringautobahn bzw. -Schnellstraße (Avenida 27 de Febrero von Barracas am Riachuelo entlang bis zur Stadtgrenze, dann Avenida General Paz zwischen Riachuelo und Río de la Plata, dann Av. Lugones / Intendente Cantilo bis zur breiten Av. 9 de Julio). Die Autobahn Buenos Aires-La Plata (RN 1) bindet La Plata und die Zona Sur an diesen Ring an, die RN 9 und RN 8 ("Ruta Panamericana") die Zona Norte sowie Tigre, die RN 7 Luján und die Zona Oeste, die A002 den Flughafen Ministro Pistarini und die umliegenden Städte, und der Camino Juan D. Perón die Städte des südlichen Ballungsraums. Ein zweiter Teilring befindet sich mit den Camino del Buen Ayre zwischen RN 9 und RN 7. Die Autobahnen kosten Mautgebühren, die neben Bargeld auch mit einem Abo-Modell bezahlt werden können.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kathedrale von San Isidro
  • Altstadt von San Isidro. Mit der attraktiven neogotischen Kathedrale.
  • Delta des Río Paraná.
  • Hafen von Tigre.
  • Tren de la Costa. Touristenzug, der von Olivos bis Tigre am Río de la Plata entlangführt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Man kann in dem großen Ballungsraum zahlreichen Aktivitäten nachgehen. Wassersport ist in vielen Formen im Tigre-Delta möglich. Baden kann man ebenfalls am besten rund um Tigre; nicht jedoch im Río de la Plata (auch wenn dies einige tun - es ist sehr ungesund). Die Strände in Tigre sind in der Regel abgesperrt und kosten Eintritt. Vielfältige Sportmöglichkeiten erhält man, wenn man einen Einheimischen kennt, der Mitglied in einem Vorstadt-Sportklub ist.

Freunde von Vergnügungsparks können im (vergleichsweise kleinen) Parque de la Costa in Tigre glücklich werden. Wer es lieber ruhig angehen lässt, kann im Parque Pereyra Iraola auf dem Weg nach La Plata das Grün genießen, reiten und radfahren. Kultur-Angebote gibt es ebenfalls, fast jedes Viertel hat sein Kulturzentrum, die Kinos liegen meist in den shoppings (Einkaufszentren nach US-Art). Die Dichte dieser Angebote ist aber in Buenos Aires selbst ungleich höher.

Wer gerne den Hauptstadt-Jet-Set erleben möchte, kann dies beim Pferderennen in San Isidro tun; die dortige Pferderennbahn ist etwas weniger überfüllt als die in Palermo aber die Wettlust durchaus vergleichbar. Auch das Besichtigen eines Polo-Spiel ist bei dieser Klientel beliebt - rund um Buenos Aires trainieren und spielen einige der besten Mannschaften der Welt (im Rest des Landes ist der Sport weit weniger beliebt).

Küche[Bearbeiten]

Zwar ist die Restaurantdichte niedriger als im Zentrum, dennoch gibt es auch in den Vororten von Buenos Aires ein großes Angebot, besonders in reicheren Städten wie San Isidro oder Olivos.

Nachtleben[Bearbeiten]

Der wohl bekannteste Club des Ballungsraums ist der Techno/House-Tempel Sunset, Roque Saenz Peña 440. Tel.: +54 (0)11 4795-8585. in Olivos, nur wenige Meter vom Präsidentenpalast entfernt. Weiterhin hat jede der Ortschaften in der Regel eigene Nachtlebensstätten, allzu "progressive" Töne sollte man jedoch nicht erwarten. Eines der Zentren des Nachtlebens ist Quilmes, wo wohl die Brauerei mit zu einer eigenen Bier-Kultur geführt hat.

Sicherheit[Bearbeiten]

Besonders in schlecht beleuchteten Gegenden und ärmeren Stadtvierteln sollte man nach Einbruch der Dunkelheit höchste Vorsicht walten lassen. Die Vororte von Buenos Aires haben die höchste Kriminalitätsrate des Landes. Das heißt nicht, dass man Angst zu haben braucht - denn so schlimm wie etwa in den Großstädten Brasiliens ist es noch lange nicht. Man sollte aber die gängigen Sicherheitstipps befolgen und sollte z.B. nicht mit der offen sichtbaren Kamera in Elendsvierteln herumspazieren, auch tagsüber nicht.

Wer ärmere Gebiete besuchen will (beispielsweise die interessante Isla Maciel in Avellaneda oder den kuriosen Fälscher-Markt La Salada), sollte das morgens zwischen etwa 8 und 11 Uhr tun - dann schlafen die Gauner noch. Wird es später, auf jeden Fall Gruppen von Jugendlichen meiden, da sich die Kriminellen häufig auf ein Bier an der Straßenecke treffen und auswärtige Passanten überfallen, während die Polizei meist durch Abwesenheit glänzt. Auf diese Tatsachen gründet sich auch das schlechte Image dieser Stadtteile, denn die meisten Bewohner der Armenviertel sind ehrlich und arbeiten hart für ein bescheidenes Leben.

Klima[Bearbeiten]

Das Gebiet um Buenos Aires hat ein feuchtes, vom Río de la Plata beeinflusstes warmgemäßigtes Klima. Die Sommer sind warm bis heiß und oft schwül, die Winter dagegen mild und relativ trocken und sonnig. Lange Regenperioden sind rar, oft kann man auf Schönwetterperioden hoffen. Beste Reisezeiten sind Frühling und Herbst mit angenehmen bis warmen Temperaturen.

Klimatabelle:

  Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchsttemperatur 29 28 26 22 19 15 15 16 18 22 26 28
Tiefsttemperatur 18 17 15 12 8 5 5 6 8 12 15 17

Literatur[Bearbeiten]

  • Guía YPF, Band 1, Buenos Aires y alrededores, Ausgabe 1998. Der sehr günstige Führer (für unter 10 Pesos an Kiosken und in Buchhandlungen zu haben) ist zwar schon etwas älter, bietet aber im Gegensatz zu den meisten anderen Reiseführern über Buenos Aires auch Informationen und Karten über das Tigre-Delta und einige andere Gebiete des Ballungsraums.

Weblinks[Bearbeiten]

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