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Calvados

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Département Calvados

Calvados ist ein Département in der französischen Region Normandie und trägt die Ordnungsnummer 14. Es grenzt im Norden an den Ärmelkanal und im Nordosten an das Seine-Delta, im Osten an das Département Eure, im Süden an das Département Orne und im Westen an das Département Manche.

Topografische Karte des Départements

Regionen[Bearbeiten]

Verwaltungstechnisch unterteilt sich das Département in die vier nachfolgenden Arrondissements:

  • Arrondissement Bayeux
  • Arrondissement Caen
  • Arrondissement Lisieux
  • Arrondissement Vire

Touristisch interessant ist eher die Einteilung in traditionelle Landschaften:

  • Bocage normande, charakteristische Wallheckenlandschaft im Westen und Südwesten
  • Normannische Schweiz, felsige, aber nicht besonders hohe Berglandschaft im Süden und Südwesten; setzt sich im Département Orne fort.
  • Pays de Falaise im Süden.
  • Pays d'Auge gilt als das Musterbild der Normandie: Viehzucht, Gestüte, Fachwerkhäuser und Apfelgärten – Käse, Cidre und Calvados. Im Osten; setzt sich im Département Orne fort.
  • Bessin und Cotentin, Marschlandschaft mit Heiden und Mooren. Im Nordwesten; setzt sich im Département Manche fort.

Orte[Bearbeiten]

Abbaye aux Hommes, Caen

Landschaften[Bearbeiten]

Landschaft im Bocage virois
Fotomontage der bekanntesten Produkte des Pays d'Auge

Das in den Grenzbereichen des Armorikanischen Massifs (massif armoricain) und des Pariser Beckens (bassin parisien) gelegene Département zeichnet sich durch seinen Abwechslungsreichtum aus. Es untergliedert sich in mehrere, vom ozeanischen Klima geprägte Landschaften.

Das Plateau du Calvados
im Norden bildet den Küstenstreifen. Es gab dem Département seinen Namen. Wichtigste Einnahmequelle ist der Fremdenverkehr, sowohl an der im Westen gelegenen Landungsküste als insbesondere in dem von Paris aus schneller zu erreichenden östlichen Küstenabschnitt, bei Cabourg, Dauville, Trouville und Honfleur.

Die normannische Bocagelandschaft
im Südwesten, in der Umgebung von Vire, wird bedingt durch die höhere Lage und das feuchtere Klima mehr zur Viehzucht als zum Ackerbau genutzt;

Der Bessin
im Nordosten, bei Bayeux, bildet eine fast ausschließlich von Wiesen und Weiden geprägte Landschaft;

Die Ebene von Caen
im Herzen des Départements ist, bedingt durch den kalkhaltigen Boden, Anbaugebiet von Getreide und Zuckerrüben;

Das Pays d'Auge
im Osten bildet das der Klischeevorstellung von der Normandie wohl am nächsten kommende Bild: jenes der Kühe auf sanft gewellten, sattgrünen, mit Apfelbäumen bepflanzten Weidegründen. Wichtigste Einnahmequellen sind die Erzeugung von Milchprodukten, Cidre und Calvados.

Die Küste der Pays d'Auge wird als Côte Fleurie bezeichnet, hier liegen die Orte Honfleur, Trouville-sur-Mer, Deauville, Houlgate und Cabourg.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Gedenkstätte am Omaha Beach

Die Landungsküste
Die bei der Landung der Alliierten benutzten Code-Namen für die verschiedenen Küsten-Abschnitte haben sich als Orts- bzw. Strandbezeichnungen etabliert und finden sich auch auf Karten oder Wegweisern. Utah Beach liegt im Westen, jenseits der Vire-Mündung und damit im Département Manche (siehe dort). An der Calvadosküste erstrecken sich, vom Westen ausgehend:

Hintergrund[Bearbeiten]

Der längste Abschnitt des 100 km langen Küstenstreifens, an dem am 6. Juni 1944 (D-Day) die Landung der Alliierten begann, liegt im Département Calvados. Entlang der gesamten Küsten bis ca. 10 km ins Landesinnere hinein sind zahlreiche Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg sowie Museen und Denkmäler zu besichtigen.

Die Küste von Calvados wäre aber auch ohne diese große historische Bedeutung allemal einen Besuch wert. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen die Sandstrände zunehmend Sommerfrischler aus den Städten des Inlands an. Viele der alten Strandvillen sind durch die Besatzung und die Kämpfe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, nach dem Krieg konnten jedoch viele wieder restauriert werden. Die bis zu 50 m hohen Kreidefelsen, die sich teilweise senkrecht aus dem Meer emporheben, und die dazwischen liegenden Buchten tragen zum besonderen Charakter der Küste bei.

Das Landesinnere ist weniger spektakulär und eher beschaulich. Aber auch die sog. Bocage-Landschaft mit kleineren Feldern, die durch Wallhecken und Bächen voneinander abgegrenzt sind, hat ihren eigenen Reiz. Landwirtschaftliche Nutzflächen und Sumpfgebiete wechseln sich ab. Calvados ist bekannt für seinen Cidre (Apfelwein) und natürlich der namengebende Apfelbrand.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Das Département verfügt über zwei Flughäfen:

  • der Aéroport de Caen-Carpiquet bei Caen wird von Linienmaschinen aus Lyon und Brighton angeflogen. Beispiel: Der Flug München - Caen und zurück mit Umsteigen in Lyon dauert jeweils 3 1/2 Stunden und kostet knapp 400 EUR.
  • der Aéroport de Deauville Saint-Gatien, im Osten des Departements am Mündungstrichter der Seine, empfängt Linienflüge aus London-City und Charterflüge.

Eine Landung auf dem im benachbarten Département Seine-Maritime gelegenen Flughafen Le Havre, der Flüge aus Amsterdam, London und Brighton empfängt, oder dem Flughafen Rennes in der Bretagne ist aufgrund der komplizierten Umsteigeprozeduren (keine Direktflüge aus Deutschland, Busfahrt vom Flughafen zum Bahnhof, keine direkte Bahnverbindung aus Le Havre) unter Umständen weniger interessant als die Buchung eines Direktfluges nach Paris mit Bahnverbindung nach Caen oder Viré (siehe Anreise mit der Bahn).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnverbindungen gibt es von den Herkunftsbahnhöfen

  • Paris St-Lazare: ungefähr stündlich IC-Züge nach Caen (Fahrtzeit ca. zwei Stunden), täglich sieben IC nach Lisieux, dreimal täglich direkte IC nach Trouville-Deauville (gut zwei Stunden, sonst mit Umsteigen in Lisieux, was nicht viel länger dauert)
  • Paris Montparnasse: fünfmal täglich IC nach Vire, Fahrtzeit ca. 2½ Stunden
  • Rouen: siebenmal täglich TER nach Lisieux (1:10 Std.), Mézidon (1½ Std.) und Caen (1:45 Std.)
  • Le Havre Hauptbahnhof: Fahrtdauer bis Caen min. 2:40 Std. Stunden mit Umstieg in Rouen
  • Rennes Hauptbahnhof: Fahrtdauer bis Caen ca. 3 Stunden

Des Weiteren existieren Bahnlinien zwischen Cherbourg und Caen sowie Le Mans und Caen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ouibus, die Fernbustochter der SNCF, bietet dreimal täglich Busse von La Défense, einem westlichen Vorort von Paris, nach Caen. Die Fahrt dauert knapp drei Stunden und kostet 12 €, bei frühem Buchen kann man u. U. sogar den Sparpreis von 9 € bekommen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Auto erfolgt

  • vom Westen ab Paris, Porte de Saint-Cloud über die A 13 in Richtung Rouen über Pont-Audemer, Pont l'Evêque nach Caen (232 km)
  • vom Norden ab Lüttich über die A 29 über Amiens nach Honfleur oder Caen (534 km)
  • vom Süden ab Le Mans über die A 28 und die A 88 über Alençon nach Falaise oder Caen (164 km)
  • aus der Bretagne ab Rennes über die A 84 bis Caen (190 km)

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Fährhafen mit Verbindungen von Portsmouth ist Ouistreham. Es fährt Brittany Ferries mit Standardfähren (6 Stunden Fahrtzeit, 400 EUR für Hin- und Rückfahrt mit PKW und 2 Fahrgästen) und High-Speed Fähren (3 1/2 Stunden, 420 EUR). Starke Preisschwankungen je nach Fahrtzeit.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Durch das Département führt der europäische Fernradweg EuroVelo 4, der von Deutschland, Belgien und den Niederlanden, durch Deauville, Cabourg, Ouistreham und die D-Day-Landungsküste entlang weiter zum Mont-Saint-Michel und in die Bretagne führt. Außerdem gelangt man auf dem französischen Radwanderweg V40 nach Calvados, der von Angers an der Loire über Laval und Flers nach Caen und Ouistreham führt.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Basilika Sainte-Thérèse in Lisieux

Unter den Sakralbauten sind – neben zahlreichen interessanten Pfarrkirchen und Kapellen – die beiden zur Abbaye aux Hommes (Männerabtei) und zur Abbaye des Dames (Frauenabtei) gehörenden romanischen, später im gotischen Stil überwölbten Kirchen Saint-Étienne und Sainte-Trinité in Caen hervorzuheben, von denen die erstgenannte im Jahr 1064 von Wilhelm, Herzog der Normandie (1035-1085) dem späteren Eroberer, die zweite 1062 von seiner Gattin gegründet wurde. Die beiden Kirchen beherbergen ihre Grabstätten.

Nennenswert sind auch die in ihrer Grundstruktur romanische, aber stark gotisierte und mehrmals dem Zeitgeist angepasste Kathedrale Notre-Dame de Bayeux (11./12. Jh. und 15. Jh.) und die ebenfalls romanisch/gotische Kathedrale Saint-Pierre de Lisieux (1170-1250, Turm 16. Jh.). In Lisieux, dem zweitgrößten Wallfahrtsort Frankreichs zieht die der Heiligen Therese vom Kinde Jesu geweihte Basilika jährlich rund eineinhalb Millionen Pilger und Besucher an.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

  • Burg des Herzogs Wilhelm I.. Ab 1066 als Wilhelm der Eroberer König von England, in Caen. Die Burg beherbergt ein Museum zur Geschichte der Normandie und ein Kunstmuseum.
  • Burg von Falaise.
  • Burgruine von Bonneville-sur-Touques.
  • Schloss Saint-Germain-de-Livet. 15./16. Jh., bei Lisieux, auf einer Insel gelegenes romantisches Schloss aus der Übergangszeit von Mittelalter zur Renaissance.
  • Schloss und Park Fervarques.
  • Schloss Fontaine-Henry. 16. Jh.
  • Schloss Balleroy. Klassizistisch-barockes Schloss (17. Jh.) mit englischem Landschaftsgarten.

Weiteres[Bearbeiten]

Fachwerkhäuser in Beuvron-en-Auge
  • Teppich von Bayeux, über 68 Meter langer und 52 Zentimeter hoher, gestickter Bildteppich aus dem 11. Jahrhundert, der die Eroberung Englands durch die Normannen darstellt.
  • Beuvron-en-Auge: eines der schönsten Dörfer Frankreichs mit historischen Fachwerkhäusern
Amerikanischer Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer
  • Die Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges, insbesondere den D-Day werden durch Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg, zahlreiche Gedenkstätten, Denkmäler und Museen sowie nicht zuletzt durch eine Reihe von Soldatenfriedhöfen wachgehalten.
    Auswahl von geschichtlich bedeutenden Punkten an der D-Day-Landungsküste von West nach Ost:
    • Deutscher Soldatenfriedhof – Nahe dem Ort La Cambe befindet sich der Deutsche Soldatenfriedhof der Normandie, Hierher hat man nach dem Krieg alle deutschen Gefallenen umbestattet. Äußerst beeindruckend, auf schlichten Metallplatten öfter das Alter der Toten erkennbar, schlimmer gehts nimmer, es sind dort 22.221 Tote beigesetzt.
    • Pointe-du-Hoc – Ein sehr beliebtes Ausflugsziel, welches nahezu unverändert so anzusehen ist, wie es nach den Kämpfen und Bombardements hinterlassen wurde. Einen Besuch dort kann man mit dem Friedhof La Cambe verbinden. Wer es nicht scheut, besucht diesen Ort bei schlechtem Wetter, um etwas von dem Gefühl der Menschen damals andeutungsweise nachzuempfinden.
    • Omaha Beach war der mit mehr als zehn Kilometer Länge ausgedehnteste Landungsabschnitt und war noch einmal unterteilt in acht Landungszonen, die von West nach Ost als Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red, Fox Green und Fox Red bezeichnet wurden. Easy Red war mit rund 2,2 km der längste Abschnitt. Omaha erstreckte sich von der im Westen liegenden Mündung der Vire bei Vierville-sur-Mer bis zum kleinen Fischerhafen von Port-en-Bessin.
    • Amerikanischer Soldatenfriedhof – Oberhalb von Omaha Beach und WN62, ist der größte amerikanische Soldatenfriedhof in der Normandie angelegt. Hier befinden sich die Gräber von rund 9400 amerikanischen Soldaten. Gleichzeitig ist es ein Mahnmal von 1560, bis heute, vermissten Soldaten. Berühmt wurde dieser Friedhof aus den Anfangszenen des Kriegsdramas "Der Soldat James Ryan", bei dem ein Kriegsveteran das Grab seines ehemaligen Captains aufsucht.
    • Widerstandsnest 62 (WN62) – Einen kurzen Fußmarsch weiter, unterhalb der Ortschaft Collevile-sur-Mer, kann man auch heute noch die Verteidigungsstellungen der Deutschen Soldaten anschauen. Der Strandabschnitt rund um WN62 war einer der am härtesten umkämpften Landungszonen am D-Day 1944.
    • Port-en-Bessin – Ein kleiner umkämpfter Hafen, der nach Eroberung zur Treibstoff-Versorgung der Landungseinheiten genutzt wurde. Er wurde von Stellungen zu beiden Seiten des Hafenbeckens gesichert. Eine der beiden Stellungen ist sehr schwer zu finden, da sie nicht ausgeschildert ist.
    • Longues-sur-Mer – Die wohl am besten erhaltene Küstenbatterie steht hier. Der Weg ist bestens beschildert.
    • Arromanches – Überbleibsel im Wasser erinnern an den künstlichen Hafen (Harbour B) der hier gebaut wurde. Ein sehr tolles Museum veranschaulicht den Bau dieses erstaunlichen Bauwerks sehr deutlich. Eintritt: 6,50 Euro

Aktivitäten[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Casino von Deauville
  • Casino von Deauville. Das Casino ist eines der größten Casinos Frankreichs und ganz Europas. Hier finden regelmäßig internationale Poker- oder Bridgeturniere statt. Zur Anlage gehört auch ein Kino und ein Nachtclub.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Réserve Naturelle de l'Estuaire de la Seine

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles-Henri de Bossieu, Yves Garnier, Philippe Lacrouts (Hg.): Atlas départemental de la France. Larousse, 2004, ISBN 2-03-505448-6; 288.

Weblinks[Bearbeiten]

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