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Badenweiler

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Badenweiler

Badenweiler ist eine Gemeinde im Markgräflerland, etwa 30 km südlich von Freiburg im Breisgau im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz gelegen.

Der 425 m hoch gelegene Kurort im Südschwarzwald, ursprünglich eine Römersiedlung, ist vor allem wegen seiner Therme und dem milden Klima überregional bekannt und zieht auch viele Besucher aus dem angrenzenden Ausland (Frankreich, Schweiz) an. Seit 1972 ist Badenweiler Heilbad. Im Sterbeort von Anton Tschechow (1860–1904) gibt es mit dem Tschechow-Salon eines von vier Tschechow-Museen weltweit zu besichtigen. Die schöne Literatur und die bildende Kunst werden hier vielerorts gepflegt. Historische Sehenswürdigkeiten sind die hochmittelalterliche Burg Baden, die den Ort und die Umgebung überblickt, sowie die Römerbadruine.

Hintergrund[Bearbeiten]

Mildes Klima
Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Badenweiler mit seinem Kurpark und den angrenzenden Wald-, Feld- und Bergwegen ausgesprochen schön angelegt worden ist. Teilweise mediterrane Pflanzen prägen das Stadtbild, im Kurpark gedeihen auch fernöstliche und nordamerikanische Gewächse, was am milden Klima infolge der Lage zwischen Schwarzwald und Rhein sowie an den warmen Quellen liegt. Die Tourismuswerbung hebt die 1.700 Sonnenstunden pro Jahr hervor. In der Regel kann man mit milder Witterung rechnen. Im Herbst dagegen herrschen mitunter dichte Nebel vor, die den ganzen Tag im Ort hängen können, und schon Mitte November kann der ersten Schnee fallen. Bereits Ende Oktober, Anfang November stecken sie an der Straße, die auf den Hochblauen führt, die Schneestangen, damit der Schneepflug später sicher seinen Weg findet.

Nach Badenweiler kommt man, um es sich in schöner und ruhiger Umgebung gut gehen zu lassen und um an einem eher zurückgezogenen Ort wieder aufzutanken. Der größte Teil des Umsatzes im Fremdenverkehr wird nicht mit den Rehakliniken, sondern mit den privaten Häusern erzielt, die Wellness-Arrangements für Badegäste anbieten.

Zahlreiche Künstler hatten und haben sich Badenweiler als Wohnsitz und Arbeitsstätte gewählt, darunter der Maler Emil Bizer und der Schriftsteller René Schickele. Gabriele Wohmann und Hermann Hesse haben ihren Aufenthalt in Badenweiler literarisch verarbeitet, und der Schauspieler Charles Regnier wurde auf dem Badenweiler Friedhof an der Lipburgerstraße beigesetzt. Bekannte Bürger Badenweilers sind heute der Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski und der Kleinkünstler und Kabarettist Georg Schramm. Beide fühlen sich in Südbaden wohl, wo das politische Klima liberal bis konservativ geprägt ist.

Die schönen Künste prägen die Stimmung, auf die der Reisende vor Ort trifft. Theateraufführungen und Lesungen mit Ensemblemitgliedern des örtlichen literatheater aus dem Werk von Anton Tschechow, Hermann Hesse, Christian Morgenstern oder Manfred Kyber und leichte klassische Konzerte im Kurhaus sowie die sonntägliche musikalische Matinee im Café ARTig stehen für den Kurgast im Vordergrund.

Den äußeren Rahmen bildet das hügelige Markgräflerland mit seinen Weinbergen, dem dichten, steilen Wald und den Feldern, auf denen Apfelbäume die Wege markieren. Bei schönem Wetter kann man von manchen Stellen bis in die Vogesen blicken.

Blick von der Burg Baden auf die Vogesen

Badenweiler besteht aus den Stadtteilen Oberweiler, Schweighof, und Lipburg-Sehringen. Die Nachbarorte Müllheim, Sulzburg, Malsburg-Marzell und Schliengen sind nah, aber auch die Schweiz und das Elsass sind von hier aus gut erreichbar – was übrigens auch umgekehrt gilt: Am Wochenende wird der Ort gerne von Tagesgästen aus diesen Regionen besucht, man hört viel Französisch auf den Straßen, und der Ort erhält so ein leicht romanisches Flair. Es kann hier auch einmal vorkommen, dass in einem Linienbus der nächsten Halt in französischer Sprache angezeigt wird.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächstgelegener Flughafen ist der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, der von mehreren Fluglinien bedient wird. Von dort empfiehlt die Touristeninformation die Weiterfahrt mit einem Mietwagen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Badenweiler hat seit 1955 keinen eigenen Bahnhof mehr. Der Bahnreisende erreicht die Gemeinde deshalb über den Bahnhof Müllheim. Von dort fahren Regionalzüge nach Freiburg und Basel, wo man Anschluß an den Fernverkehr hat. Weiter geht es mit dem Bus oder mit einem Taxi nach Badenweiler. Die Kurkliniken und die Hotels bieten einen Fahrservice für ihre Gäste an. Die Benutzung des Nahverkehrs mit Bus und Bahn ist während des Aufenthalts für private Kurgäste mit der KONUS-Karte in Verbindung mit einem amtlichen Ausweis kostenlos in den teilnehmenden Schwarzwald-Gemeinden sowie Basel.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Vom Bahnhof Müllheim fahren regelmäßig Busse nach Badenweiler. Der Busverkehr endet während der Winterzeit bereits am späten Nachmittag. Die Benutzung des Nahverkehrs mit Bus und Bahn ist während des Aufenthalts für private Kurgäste mit der KONUS-Karte in Verbindung mit dem einem amtlichen Ausweis kostenlos in den teilnehmenden Schwarzwald-Gemeinden sowie Basel.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Autofahrer erreichen Badenweiler über die Autobahn A5, Ausfahrt Müllheim, weiter über die L378 und die B131/B132. Dauerparkplätze findet man bei den großen Hotels und Kliniken. Im Ort gibt es ein Parkhaus und eine Tiefgarage. Kostenfreie Parkplätze finden sich an den Ortseingängen. Badenweiler ist verkehrsberuhigt und durchgehend Tempo-30-Zone, was zu der ruhigen Atmosphäre im öffentlichen Raum beiträgt.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Badenweiler

Badenweiler verfügt schwarzwaldtypisch über ein sehr hügeliges Gelände. Steigungen von 20 bis 30 Prozent sind daher üblich, auch für einige Gehwege innerorts. Die Straßen und Wege sind sehr gut ausgebaut, auch ins Umland hinein als Sport- und Wanderwege, die gut ausgeschildert sind. Man ist daher gut zu Fuß unterwegs. Radfahrer nutzen die steilen Aufstiege zum nahegelegenen Hochblauen zum Training mit dem Mountainbike.

Im Ort und auf den Wegen rund um Badenweiler sind alle wichtigen Ziele gut erkennbar ausgeschildert.

Es gibt einen regelmäßigen Busverkehr innerhalb Badenweilers und in das Umland, der aber während der Winterzeit schon am späten Nachmittag endet – es gibt dann beispielsweise keine Busverbindung mehr vom Bahnhof Müllheim nach Badenweiler, wenn man mit dem Zug aus Freiburg zurückkommt. Die Benutzung des Nahverkehrs mit Bus und Bahn ist während des Aufenthalts für private Kurgäste mit der KONUS-Karte in Verbindung mit dem einem amtlichen Ausweis kostenlos in den teilnehmenden Schwarzwald-Gemeinden sowie Basel. Zum Kauf von Bahnfahrkarten muss man zum Bahnhof von Müllheim fahren.

Ein Taxi kann man aus Müllheim anfordern. Seit Mai 2013 gibt es auch Elektromietwagen, die man, wie die Taxis, seit Oktober 2013 über drei Rufsäulen anfordern kann, die vor der evangelischen Kirche, Parkplatz Ost sowie an der Luisenstraße platziert worden sind.

Autofahrer finden im ganzen Gemeindegebiet öffentliche Parkplätze, die teilweise kostenpflichtig sind. Die großen Parkplätze am Ortseingang sind kostenlos zu nutzen. Der Ort ist rund um die Uhr zu durchfahren. Die Regelung, nach der Autos nach 22 Uhr nicht mehr einfahren durften und außerorts abgestellt werden mußten, besteht seit 1995 nicht mehr.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Die evangelische Pauluskirche, in der Ortsmitte gelegen

Burg Baden und der Burgberg[Bearbeiten]

Die Burg Baden, im Vordergrund das Kurhaus
Das Belvedere
  • Burg Baden (Die Burg Baden wurde im Hochmittelalter erbaut. An der Stelle gab es früher ein Römerkastell. Es folgten die Alemannen und die Zähringer, später die Welfen, danach die Staufer. Im Jahr 1678 wurde sie von abrückenden französischen Truppen gesprengt und seitdem nicht wieder aufgebaut, sondern nur noch für den Tourismus erschlossen. Die Burg Baden ist ein Wahrzeichen von Badenweiler, das mitten im Ort gelegen ist. Der Zugang erfolgt über den Kurpark beim Kurhaus. Von der Burg aus hat man einen sehr schönen Blick auf die Umgebung bis hin zu den Vogesen. Vorsicht ist im Burghof geboten, dort kann es zu Steinschlag kommen. Um die Burg herum erstreckt sich der Kurpark mit dem Gutedelgarten und dem Hildegard-von-Bingen-Garten. Nachts wird die Burg schön beleuchtet. – Nicht zu verwechseln mit der Burg Neuenfels, die südöstlich von Britzingen gelegen ist.). Geöffnet: Die Burg ist frei zugänglich.

Auf dem Burgberg gibt es weitere Sehenswürdigkeiten, zu denen der Weg ausgeschildert ist:

  • Belvedere (Lustschlößchen, das der Maler Emil Bizer in den 1930er Jahren als Atelier genutzt hatte. Von Mai bis September wird es vom Standesamt für Eheschließungen genutzt.).
  • Anton-Tschechow-Denkmal (Das ursprüngliche Denkmal wurde im Ersten Weltkrieg im Rahmen einer Metallsammelaktion konfisziert. Erst zu Tschechows 100. Todestag am 15. Juli 2004 wurde ein neues Denkmal errichtet und in Anwesenheit einer Delegation aus Russland eröffnet, nebst einem „symbolischen Kirschgarten“, der der Völkerverständigung zum Ende des Kalten Krieges gewidmet ist.).
  • Denkmal von Großherzog Friedrich I. von Baden (1912 erschaffen).

Römische Badruine[Bearbeiten]

Römische Badruine
  • Römische Badruine Badenweiler (Die alte Römerbadruine lohnt eine Besichtigung, weil sie sehr gut erhalten ist. Das futuristische Glasdach schützt die Ausgrabungsstätte seit 2001. Am Eingang wird eine Dokumentation des SWR über die Ruine gezeigt. Außerdem liegen Broschüren mit weiteren Informationen auf Deutsch, Französisch und Englisch frei aus.), Zugang von Kurpark und Kaiserstraße, zwischen Cassiopeia-Therme und Kurhaus gelegen. Geöffnet: April–Oktober: 10–19 Uhr, November–März: 10–17 Uhr. Preis: Erwachsene: 2,00 €, ermäßigt: 1,50 €, Familien: 5,50 € am Kassenautomat vor dem Eingang; Führungen: April bis Oktober: Di und Do um 16 Uhr, ganzjährig: So um 11 Uhr.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Großherzogliches Palais (Früheres Amtshaus der Markgrafen von Baden aus dem 16. Jahrhundert. Heute im Besitz der Gemeinde. Ort wechselnder Kunstausstellungen. Beherbergt das Café ARTig, Ausstellungs- und Veranstaltungsort für das KunstPalais Badenweiler.), Blauenstraße 2.
  • Kurhaus (Der moderne Bau aus dem Jahr 1972 wurde im Stil der Zeit ausgeführt und im Kurpark an den Burgberg angebaut. Er bietet mehrere Geschosse, auf denen u.a. der Tschechow-Salon sowie eine Freiluftbühne untergebracht sind. Außerdem gibt es im Kurhaus einen Vortragssaal. Für Gäste liegen hier Zeitungen aus, und es gibt Internet-Arbeitsplätze. Seit Februar 2011 wird das Kurhaus energetisch saniert, die Arbeiten sollen Ende 2014 abgeschlossen sein.). Tel.: (0)7632 799-400.

Literarisches Museum „Tschechow-Salon“[Bearbeiten]

  • Literarisches Museum „Tschechow-Salon“ (im Juli 2015 neu eröffnete und dabei völlig neu gestaltete umfangreiche Ausstellung zur Literatur mit Bezug zu Badenweiler; Schwerpunkt: Leben und Werk Anton Tschechows, der am 15. Juli 1904 in Badenweiler verstarb, nachdem er hierher zur Genesung überwiesen worden war. Seine Ärzte hielten Badenweiler für einen Luftkurort. Tatsächlich verschlechterte sich Tschechows Zustand nach seiner Ankunft schnell. Badenweiler unterhält enge Beziehungen zu den russischen Tschechow-Museen. Auch hat die Deutsche Tschechow-Gesellschaft ihren Sitz in Badenweiler.), im Untergeschoß des Rathauses in der Ernst-Eisenlohr-Straße 4. Geöffnet: Täglich 10–18 Uhr.

Anton-Tschechow-Platz[Bearbeiten]

Blick auf das Sterbezimmer Tschechows, davor das Bildnis der „Möwe“
  • Anton-Tschechow-Platz (mit der Darstellung einer „Möwe“ und Blick auf den Balkon von Tschechows Sterbezimmer in dem Gebäude, das heute noch als Reha-Klinik genutzt wird. Am Balkon ist ein Schild angebracht, auf dem steht: „Hier lebte Anton Tschechoff im Juli 1904.“ Neben dem Fenster: Ein Porträt des Schriftstellers.), Ernst-Eisenlohr Straße, vor der Tourist-Information, schräg gegenüber von der Cassiopeia-Therme.

Parks[Bearbeiten]

  • Kur- und Schlosspark (Der Kurpark zu Füßen der Burg Baden und, etwas abseits südlich am Großherzoglichen Palais gelegen, der Schlosspark bilden eine ruhige Ortsmitte, die zu kürzeren Spaziergängen und zum Verweilen einlädt. Der Park wurde ursprünglich vor etwa 250 Jahren vom Markgraf von Baden als englischer Garten angelegt. Er wurde im Laufe der Zeit schrittweise erweitert und immer wieder neu bepflanzt. Heute beheimatet er insbesondere auch viele ausländische (mediterrane, ostasiatische und nordamerikanische) Pflanzen, die hier aufgrund des milden Klimas gedeihen. Am spektakulärsten sind sicherlich die Mammutbäume im Schlosspark. Um die Burg herum führt der sogenannte Kaffeemühlenweg, der zu den schönsten Aussichtspunkten führt.).
  • Park der Sinne (Der Park der Sinne wurde im Jahr 2011 eröffnet. Der Landschaftspark befindet sich nordöstlich vom Kurpark und bietet mit 20 Exponaten den Besuchern die Gelegenheit, „ihre Sinne neu zu entdecken und damit auch das Verhältnis zur Natur zu beleben“. Im Info-Pavillion erfährt man mehr über den Park (Tafeln). – Führungen finden nach einer Anmeldung bei der Tourist-Information statt.), Ernst-Eisenlohr-Straße 27.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Eingang der Cassiopeia-Therme

Die größte Wellness-Attraktion hierorts bietet die Cassiopeia-Therme, die aus dem Umbau des ehemaligen Markgrafenbads hervorgegangen ist. Sie ist ganzjährig gut besucht, vor allem am Wochenende, wenn sich vor dem Eingang Schlangen von Badegästen bilden. Man sollte daher auf die weniger ausgelasteten Nebenzeiten ausweichen.

  • Cassiopeia-Therme. Geöffnet: Thermalbäder täglich 9–22 Uhr; Sauna, Römisches Bad und Wellnessoase täglich 11–22 Uhr; Einlass bis 20.45 Uhr. Preis: Tageskarten; Thermalbäder Einzelkarte: 12,50 Euro, mit Gästekarte 10,50 Euro; Kinder: 8,50 Euro; Ermäßigung durch Familien-, 5er-, 10er-, Halbjahres- und Jahreskarten, außerdem gibt es Kombikarten zur gleichzeitigen Nutzung der andere Einrichtungen neben dem Thermalbad; Abendtarif ab 18 Uhr: 8,50 Euro.

Außerdem gibt es ein Sport- und Freizeitbad:

  • Sport- und Freizeitbad. Geöffnet: täglich 9–20 Uhr; Juni–August Frühbadetage ab 7 Uhr. Preis: Erwachsene: 3,50 Euro; ermäßigt: 2 Euro; 10er-Karte mit 10% Rabatt.

Badenweiler verfügt über ein sehr gut ausgebautes Wanderwegenetz, das vorbildlich ausgeschildert ist und das sich sowohl zum Wandern als auch zum Walking eignet. Es gibt mehrere Routen mit unterschiedlichen Anforderungen und unterschiedlichen Höhenprofilen. In der Tourist-Information wird eine kostenlose Landkarte zur Orientierung bereitgehalten. Spaziergänge von etwa einer Dreiviertel- bis zu einer Stunde in den Wald rund um Badenweiler sind aus dem Ort heraus möglich. Ein beliebtes Ziel ist die Sophienruhe, von der aus man bereits einen schönen Blick hat. Wer höher hinaus möchte, kann zum Alten Mann oder zum Prinzensitz, zwei weitere Aussichtspunkte, gehen. Diese Wege werden auch gerne von Mountainbikern zum Training genutzt.

Es gibt Gäste, die während ihres Aufenthalts in Badenweiler täglich den nahegelegenen Hochblauen besucht haben (näheres siehe unter Ausflüge). Von dort kann man auch mit dem Gleitschirm fliegen.

Wer joggen möchte, sollte sich nach Süden orientieren, vorbei am Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Weltkriege; die Feldwege in Richtung Lipburg sind nicht ganz so steil.

Am südlichen Ortsrand gibt es Tennisplätze.

Außerdem laden ganzjährig Kunstausstellungen, Theater und Lesungen ein.

Während der Sommerzeit werden Stadtführungen veranstaltet.

Einkaufen[Bearbeiten]

Geschäftsstellen der Sparkasse Markgräflerland und der Volksbank Müllheim befinden sich in der Haupteinkaufsstraße, der Luisenstraße. Dort erhält man Euro und Schweizer Franken.

Für den täglichen Bedarf gibt es einige kleine Händler innerorts. Es gibt mehrere Kioske und Zeitungshändler, außerdem zwei Buchhandlungen, man kann sie nicht übersehen, wenn man durch die Ortsmitte läuft. Außerdem ein schöner kleiner Blumenladen. Meist höherwertige Kleidung bieten mehrere Fachhändler an, auch am Sonntagnachmittag. Daneben gibt es ein Reformhaus und einen regelmäßigen kleinen Markt von Bauern aus der Umgebung. Mehrere Cafés bieten Kuchen, Konditorei und Pralinen aus eigener Herstellung. Es gibt ein Goldschmiedeatelier und einen Juwelier.

Ein größerer Discounter (Treff 3000) liegt etwas außerhalb an der Ernst-Eisenlohr-Straße am östlichen Stadtrand. Er ist sinnvoll nur mit dem Auto zu erreichen.

Für alles weitere muss man nach Müllheim fahren, entweder mit dem Bus oder mit dem Auto.

Küche[Bearbeiten]

Kurgäste werden in den jeweiligen Hotels und Reha-Kliniken in der Regel gut verköstigt. Daneben bestehen einige günstige Restaurants und Cafés im Ort. Von letzteren gibt es mehrere, die sowohl von Privat- und Tagesgästen als auch von den Rehagästen sehr gern genutzt werden. Sie bieten ein großes Angebot an Kuchen, Torten und Pralinen. Die gute französische und Schweizer Küche beeinflusst auch diese Gegend nachhaltig.

Schon bei der Anreise sieht man, dass das Markgräflerland Weinanbaugebiet ist. Die Weinberge erheben sich zu Seiten der Bahnstrecke von Freiburg nach Müllheim, und sie bilden das Umland von Badenweiler. Typisch für die Region ist die Rebsorte Gutedel. Es werden aber natürlich auch andere badische Weinsorten angebaut. Die Winzergenossenschaften unterhalte eigene Ladengeschäfte im Ort, wo man Wein günstig einkaufen kann; Bestellungen sind auch online möglich.

Nachtleben[Bearbeiten]

Badenweiler verfügt über ein ruhiges Nachtleben. Ganzjährig werden Lesungen und Theateraufführungen geboten, teils in den Kliniken.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Der Hochblauen-Berglauf findet seit 1993 jährlich im Juni statt.
  • Alle zwei Jahre wird im Juli das Burgfest abgehalten.
  • Im Oktober finden die Badenweiler Literaturtage statt.
  • Am Silvesterabend gab es bis 2010 ab 0.30 Uhr ein Feuerwerk von der Burg. Die Tradition wurde seitdem eingestellt, über eine Wiederaufnahme wird aber diskutiert.

Unterkunft[Bearbeiten]

Von privaten Urlaubs- und Kurgästen wird eine Kurtaxe erhoben. Diese entfällt, wenn der Aufenthalt im Rahmen einer Rehabilitation durch einen Sozialversicherungsträger erfolgt.

Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten ist weit gefächert. Gehobenen Komfort bieten die größeren Häuser Römerbad, Schwarzmatt und Post. Kleinere, gut geführte Hotels (z. B. „Anna“ und „Am Park“) sowie gut ausgestattete Ferienwohnungen und ein Camping Platz stehen zur Verfügung.

Lernen[Bearbeiten]

Badenweiler verfügt über eine Grund- und Hauptschule, die René-Schickele-Schule, sowie über einen Kindergarten. Eine Montessori-Schule soll hinzukommen, was jedoch kommunalpolitisch umstritten ist.

Arbeiten[Bearbeiten]

Die meisten Arbeitsplätze bestehen im Tourismus und im Kurbetrieb, in den Hotels, den Pensionen und Reha-Kliniken. Daneben gibt es zahlreiche kleine Handwerker und Händler vor Ort, darunter zwei Buchhandlungen im Ortskern. Für die Gegend prägend ist auch die Weinerzeugung; die Winzergenossenschaften unterhalten eigene Geschäfte, in denen Wein aus Badenweiler und Müllheim erhältlich ist. Die Landwirtschaft und die Holzwirtschaft spielen keine große wirtschaftliche Rolle mehr.

Sicherheit[Bearbeiten]

Badenweiler ist ein relativ sicherer Ort. Seit einigen Jahren gibt es hier keine Polizeiwache mehr, örtlich zuständig ist seitdem die Polizei in Müllheim. Es wird erzählt, auf einem Parkplatz am Ortsrand hätten einmal hochwertige Fahrzeuge mehrere Wochen lang nicht abgeschlossen gestanden, bis der Halter sie wieder abgeholt hätte. Nichts sei passiert. Wenn es trotzdem zu Kriminalität kommt, wird darüber in der örtlichen Presse ausführlich berichtet. So habe es auch in Badenweiler einmal eine Bande gegeben, die sich auf den Diebstahl von teuren Autofelgen verlegt hatte und diese nach Frankreich verbracht hätte, außer Reichweite der deutschen Polizei. In der Kriminalitätsstatistik lag Badenweiler im Jahr 2011 im Landkreis im Mittelfeld. Die Kriminalität in Freiburg im Breisgau liegt mehr als viermal so hoch wie in Badenweiler.

Gesundheit[Bearbeiten]

Vor Ort gibt es 3 Apotheken sowie einige Allgemein- und Fachärzte, davon mehrere, die Naturheilverfahren anwenden. Teilweise bieten auch die Reha-Kliniken (auch zur anthroposophisch erweiterten Medizin) ambulante Behandlung an.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Über lokale Ereignisse in Badenweiler und Umgebung berichtet die Badische Zeitung.

Während man im Fremdenverkehr Hochdeutsch spricht (und versteht), spricht die einheimische Bevölkerung oft nur Mundart.

Zuständig ist das Amtsgericht Müllheim, in Registersachen das Amtsgericht Freiburg im Breisgau.

Die Vorwahl von Badenweiler aus Deutschland ist 07632. Die Postleitzahl lautet 79410.

Wer mit einem Handy telefonieren möchte, sollte seinen Provider/ sein Netz fest einstellen, weil es sonst leicht dazu kommen kann, dass sich das Gerät selbsttätig bei einem französischen Provider einwählt. Telekom D1 funktioniert in der Gegend meist gut bis sehr gut.

Links neben der „Bar den Weiler“ (der ehemaligen „Red Coffee Box“) in der Ernst-Eisenlohr-Straße gibt es eine Postfiliale.

Zeitungen und Internet kann man im Kurhaus nutzen, während dessen Sanierung im Foyer der Cassiopeia-Therme.

Wer ein Radio mitführt, kann hier die französischen Sender France Musique und France Culture sehr gut hören, außerdem die deutschen Programme des SWR und des Deutschlandfunks, die vom Sender Blauen ausgestrahlt werden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Gipfel des Hochblauen mit Blick auf den derzeit geschlossenen Gasthof, links der Sender Blauen, rechts die Straße, die zum Gipfel führt, abzweigend der Weg zum Aussichtsturm, von dem aus diese Aufnahme entstand
Freiburg im Breisgau
Die nächstgelegene größere deutsche Stadt ist Freiburg im Breisgau, und wer länger in Badenweiler bleibt, sollte sich den Samstagsausflug dorthin nicht entgehen lassen, um das Freiburger Münster zu besichtigen oder um einfach einen Einkaufsbummel zu machen. Freiburg ist eine kleine und abwechslungsreiche Universitätsstadt, die man gut zu Fuß vom Bahnhof aus erlaufen kann. Die Stadt bietet auch eine Reihe kleiner Museen mit günstigen Eintrittspreisen. Wenn es geht, sollte man sich allerdings von den gastronomischen Touristenfallen fernhalten und auf Selbstversorgung setzen oder eine studentische Kneipe besuchen. Samstags kann man in Freiburg den Markt vor dem Münster besuchen. Am Bahnhof gibt es eine große Auswahl an französischer Presse. Bei längeren Kuraufenthalten in Badenweiler ist das ein anregender und auch gut zu verkraftender Kontrast.

Der Hochblauen oder kurz „Blauen“ ist der „Hausberg“ des Markgräflerlands. Er erhebt sich unmittelbar neben Badenweiler. Die Paßstraße führt in Schlangenlinien steil nach oben auf den Gipfel, wo sich neben einer Gaststätte mit Hotel auch ein Aussichtsturm befindet, von dem aus man einen noch besseren Blick auf die Umgebung hat. Seit 2011 fährt im Sommer auch ein Bus an Sonn- und Feiertagen über Marzell und Kandern nach Basel über den Gipfel des Hochblauen. Der Ausblick ist tatsächlich traumhaft, denn von hier aus hat man den Schwarzwald, die Vogesen und die Alpen in einem Panorama gleichzeitig im Blick. Man schaut auf das sanft hügelige Land herab, das bei gutem Wetter unter einem leichten Wolkenschleier liegt. Besonders schön sind die Sonnenauf- und -untergänge hier oben. Einzig der Rundfunk-Sendemast trübt das Gipfelerlebnis etwas. Seit 2011 wird diskutiert, auf dem Hochblauen Windkraftanlagen zu installieren. Es lohnt sich also, den Gipfel zu besuchen, solange es hier noch schön ruhig ist. Nur wer eine sehr gute Kondition hat, sollte sich den Aufstieg zu Fuß oder mit dem Mountainbike auf 1.165 m Höhe zutrauen. Das Gelände ist teilweise sehr steil. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich erschöpfte Ausflügler mit dem Taxi vom Gipfel abholen ließen. Der Westweg des Schwarzwaldvereins verläuft von Pforzheim nach Basel in der Variante A über den Blauen.

Das Markgräflerland ist Grenzland. Deutsche, französische und Schweizer Einflüsse vermischen sich. Man trifft durchweg auf Bürger aus den Nachbarländern, was bereits darauf hinweist, dass es ebenso leicht ist, von hier aus der französischen oder der Schweizer Seite einen Besuch abzustatten. Man sollte das machen, wenn sich dazu die Gelegenheit bietet. Diese Einschränkung ist wichtig, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es nicht leicht, nach Frankreich zu kommen. Eine Bahnverbindung gibt es von Müllheim aus nicht, man muss erst nach Freiburg und von dort aus weiter mit dem Bus über den Rhein fahren. Nach Basel fahren die Bahn aus Müllheim und der ICE aus Freiburg. Für den Regionalverkehr kann man bis dorthin die KONUS-Karte benutzen. Ein schönes Ziel dort ist beispielsweise das Tinguely-Museum oder auch die Fondation Beyerler. Leider nehmen die Schweizer Museen sehr viel höhere Eintrittspreise als in Deutschland üblich. Auch das Goetheanum in Dornach, das Zentrum der Anthroposophie, ist gut von hier aus zu erreichen.

Ein lohnendes Ausflugsziel in Frankreich, das innerhalb einer Stunde mit dem Auto zu erreichen ist, ist insbesondere Colmar mit dem Isenheimer Altar. Die nächste französische Stadt ist Mulhouse, man kann sie von Badenweiler aus sehen, wenn der Blick in die Vogesen frei ist. Einheimische fahren dorthin zum Einkaufen, vor allem, wenn sie frischen Fisch suchen. Die Auswahl im Carrefour-Supermarkt sei erheblich besser und reichhaltiger als auf der deutschen Rheinseite, „die Fische schaffen es einfach nicht über die Grenze.“ Die Abgase aus der Industrie von Mulhouse sorgen für die intensiv rote Färbung am Abendhimmel.

Die Tourist-Information in Badenweiler stellt Wanderkarten und Fahrpläne kostenlos bereit und berät bei der Planung von Ausflügen.

Literatur[Bearbeiten]

Historische Darstellungen[Bearbeiten]

  • Gustav Wever: Badenweiler mit seinem Umgebungen: topographisch, historisch und medicinisch dargestellt; mit zwei Ansichten, einem Plane der römischen Bäder, einem Panorama der Alpenkette und einer Karte der Umgegend. Zweite, vermehrte Auflage. Fr. Wagner. Freiburg im Breisgau. 1854. Google Books.
  • Heinrich Leibnitz: Die Römischen Bäder bei Badenweiler im Schwarzwald. Nach der Natur aufgenommen im Sommer 1855 und mit Rücksicht auf fühere Editionen erläutert. Leipzig. T. O. Weigel. 1856. Google Books.

Zeitgenössische Werke[Bearbeiten]

  • Römische Badruine Badenweiler – Entdeckung, Erforschung, Faszination. Katalog zur Ausstellung des Museum für Ur- und Frühgeschichte in der Universitätsbibliothek der Stadt Freiburg im Breisgau. 2004.
  • Gustav Faber: Badenweiler – Ein Stück Italien auf deutschem Grund. Verlag Karl Schillinger. Freiburg. 2. Auflage. 1981.
  • Norbert Fichtlscherer: Geschichtliche Miniaturen aus Badenweiler. Digital+Print. Freiburg. 2003.
  • Adolf Schmid: Tschechow-Gedenken in Badenweiler – Nach 74 Jahren ein neues Denkmal am „Vogesenblick“. Badische Heimat. 1992. S. 299 ff.

Literarische Zeugnisse[Bearbeiten]

  • Gabriele Wohmann: Frühherbst in Badenweiler. Darmstadt. 1978.
  • Eine raffiniert humane Kur – Hermann Hesse und Badenweiler in Texten, Briefen und Bildern. Suhrkamp Verlag. 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

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