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Amerikanische Jungferninseln

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Die Amerikanischen Jungferninseln liegen in der Karibik.

Regionen[Bearbeiten]

Karte der Amerikanischen Jungferninseln

Die Amerikanischen Jungferninseln bestehen aus drei Hauptinseln:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Amerikanischen Jungferninseln liegen im Bereich der Passatwinde, die Segelschiffe auf dem direkten Weg von Portugal hierher bringen. Sie liegen nur etwa 65 km östlich von Puerto Rico. Sie bestehen aus 68 überwiegend kleineren Inseln. Nur die drei größten Inseln sind dauerhaft bewohnt. Die Inseln St. John und St. Thomas sind nur durch den 3,5 km breiten "Pillsbury Sound" getrennt. Die Insel St. Croix liegt rund 60 km südlich von diesen Inseln.

1917 kauften die Amerikaner die Inseln von Dänemark. Seit dem Ende des Zuckeranbaus 1966 sind sie nur noch exquisite Ferienparadiese. Zur Zeit stehen etwa 4.600 Hotelzimmer zur Verfügung.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie bei allen anderen Karibischen Inseln auch, kann man davon ausgehen, dass die Inseln zunächst von Ciboney-Indianern bewohnt waren. Archäologische Ausgrabungen auf den Inseln St. Croix und St. Thomas datiert deren Inselleben auf den Zeitraum zwischen 1500 bis 150 vor Christus. 200 Jahre später kann man den Aufenthalt von Igneri-Indianern belegen. Diese wurden um 650 nach Christi von Taino-Indianern vom Stamme der Arawak abgelöst. Um 1425 wurden die friedlichen Arawaks von kriegerischen Carib-Indianern von den Inseln vertrieben oder umgebracht.

Auf seiner zweiten Reise erreichte Christoph Kolumbus am 14. November 1493 die Nordküste von St. Croix an der Mündung des Salt River. Er nannte die Insel Santa Cruz. Da seine Besatzung bei der Landung von Carib-Indianern angegriffen wurde segelten die Schiffe nach kürzester Zeit weiter nach Nordosten. Dort tauchten am Horizont bald eine Vielzahl kleiner, hügeliger Inseln auf. Wegen der einbrechenden Dunkelheit gingen seine Schiffe vor Anker. In Anlehnung an die heilige Ursula und ihre 11.000 Jungfrauen nannte er die Inseln Las Islas Virgenes - die Jungferninseln. Am nächsten Tag verließ er die Inselgruppe in Richtung Puerto Rico. Spanien betrachtete die Inseln in der Folgezeit als nutzlos und überließ sie schutzlos anderen Seefahrern. Neben unzähligen Piraten kamen auch englische Seehelden wie John Hawkins, Sir Francis Drake und der Earl of Cumberland, französische Korsaren, holländische und dänische Handelsschiffe in diese Gewässer.

Erste dauerhafte Siedlungen entstanden 1625 durch Engländer auf St. Croix und 1648 durch Holländer auf Tortola, während St. John und St. Thomas um 1660 immer noch unbewohnt waren. Diese beiden Inseln waren klein, gleichzeitig aber sehr hügelig, bewaldet, hatten aber wenig Wasservorkommen. Das größte Problem war aber ihre Nähe zum spanischen Puerto Rico. Ab 1650 kam die Insel Saint Croix in französischen Besitz.

Ab 1652 schmiedete auch das Vereinigte Königreich von Dänemark und Norwegen Pläne, in der Karibik eine Kolonie zu errichten. Zur Ausführung dieser Pläne gründeten dänische Handelsherren 1665 in Kopenhagen die Dänische Westindien Gesellschaft. Mit Rückendeckung der Regierung wurde ein Jahr später eine kleine Expeditionsflotte nach St. Thomas geschickt. Im gleichen Jahr wurde die kleine holländische Kolonie auf Tortola von Piraten geplündert. Die Siedler flüchteten sich zu den Dänen nach St. Thomas. Fehlender Nachschub zwang die Kolonisten aber im Jahre 1668 zur Aufgabe.

1672 wurde eine zweite Expeditionsgruppe unter der erfahrenen Leitung von Jorgen Iversen, der zwischen 1651 und 1665 auf Saint Kitt´s gelebt hatte, nach St. Thomas geschickt. Dieses Mal legte der spanische Gouverneur auf Puerto Rico sowie der Gouverneur der englischen Leeward Islands Sir Charles Wheeler Einspruch gegen die dänische Besiedlung ein. Auf diplomatischem Wege einigten sich Dänemark und England aber in dieser Frage. Die Engländer zogen Wheeler von seinem Posten ab, woraufhin der spanische Einspruch zurückgezogen wurde.

Jorgen Iversen wurde erster dänischer Inselgouverneur. Er ließ das Land roden, Wege bauen und Felder anlegen. Seine Siedler segelten auch regelmäßig zur nahen Insel St. John, wo sie Bäume als Baumaterial fällten und zusätzlich kleine Felder anlegten. Im Jahre 1680 bat Jorgen Iversen um seine Abberufung. Zu der Zeit lebten auf St. Thomas 156 Weiße und 150 Sklaven. Auf 46 vermessenen Plantagen pflanzten sie Baumwolle, Zuckerrohr und Tabak.

Etwa zur gleichen Zeit stellte der Herzog von Brandenburg, dessen Erben Könige von Preußen werden sollten, Geld für die Brandenburg Gesellschaft bereit. Die Gesellschaft hatte an der afrikanischen Goldküste Lager und brachte Sklaven von dort nach Amerika. 1685 kam es zu einem Vertrag mit Dänemark, der es der Gesellschaft erlaubte, auf St. Thomas über einen Zeitraum von 30 Jahren eine Niederlassung zu gründen. 1690 wurde die Niederlassung für zehn Jahre an den norwegischen Händler Georg Thormuellen verpachtet. Schon vier Jahre später wurde der Vertrag annulliert, da Thormuellen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte.

Die Spanischen Erbfolgekriege verwickelten alle europäischen Nationen mit ihren karibischen Besitzungen außer Dänemark zwischen 1701 und 1713 in kriegerische Auseinandersetzungen. Dies führte dazu, dass der Hafen von Charlotte Amalie in jener Zeit der einzige neutrale Hafen in der ganzen Region war. Gleichzeitig kam es zu einem regen Handel und die Zahl der Plantagen wuchs auf 160. In den Jahren zwischen 1700 und 1754 wurden 11.750 „Negersklaven“ auf die Inseln gebracht. Da die beackerbaren Landflächen nicht mehr ausreichten wurde 1717 auf der Insel St. John eine kleine Befestigung gebaut und die Insel für dänisch erklärt. Schon 1722 war die ganze Insel in Parzellen aufgeteilt. Aber schon im November 1733 kam es an der Coral Bay zu einem Sklavenaufstand, der erst nach sechs Monaten vollständig niedergeschlagen werden konnte.

Da die Ländereien immer noch nicht ausreichten, den Bedarf an Zuckerrohr zu decken, wurde ein Vertrag mit König Louis XV. von Frankreich ausgehandelt, der die Insel Saint Croix in dänischen Besitz bringen sollte. Seit 1695 war diese Insel unbewohnt, die französischen Siedler waren gezwungen worden, nach Saint Dominique, dem heutigen Haiti überzusiedeln. 1733 kam der Vertrag zustande, ein Jahr später begann die Besiedlung der Insel.

Die Dänische Westindien Gesellschaft handelte in den Kolonien gleichzeitig als Plantagenbesitzer und Großhändler. Die Gesellschaft vertrat die dänische Regierung und war damit für die Gesetzgebung und das Gerichtswesen verantwortlich. Sie setzte die Verkaufspreise für die Ernten fest und hatte das Monopol auf alle Waren die in die Kolonien kamen. Das Anwachsen der Plantagen und damit verbunden die Zunahme der Bevölkerung führte schnell zu Spannungen zwischen den Bauern und der Westindien Gesellschaft. 1706 und 1715 wurden Abordnungen nach Kopenhagen geschickt, die dort gegen das Monopol der Gesellschaft klagten. Da sich wenig änderte forderten die Bauern 1746 und 1754, dass der dänische Staat die Kontrolle über die Kolonien übernehmen solle. Daraufhin kaufte König Frederik V. 1755 alle Aktien der Westindien Gesellschaft auf und die Inseln wurden somit Kronkolonien.

Die Napoleonischen Kriege führten zu einer dramatischen Verschlechterung der gesamten Lage in der Kolonie. England verhängte eine Blockade über alle französischen Häfen in Europa und verlangte von Dänemark und Norwegen den Abbruch des Handels mit Frankreich.

Dänemark und Norwegen schlossen ihrerseits einen Neutralitätspakt mit Russland und Schweden und ließen Handelsschiffe nur noch im Konvoi fahren. Im Jahre 1801 griff eine große englische Flotte dann die dänischen Karibikinseln an und besetzte sie ohne große Gegenwehr. Drei Wochen später kreuzte die englische Flotte in der Ostsee und bombardierte die dänische Hauptstadt Kopenhagen. 1802 wurden die Inseln an Dänemark zurückgegeben.

Schon 1807 kam es zu neuen Kampfhandlungen. Da Dänemark und Norwegen zu jener Zeit nach England die größte Handels- und Kriegsflotte besaßen forderte man Dänemark und Norwegen auf zusammen mit England gegen Napoleon zu kämpfen, da England sonst keine Chance sah, den Krieg zu gewinnen. Das vereinigte Königreich Dänemark und Norwegen lehnte diesen Vorschlag ab. Kopenhagen wurde erneut angegriffen und schwer beschädigt, die dänischen Karibikinseln bis 1815 besetzt. In der Folge zerbrach das Königreich Dänemark und Norwegen in zwei Teile, der Verkehr zu den Kolonien kam zum erliegen.

Das Ende der Sklaverei und der Anbau von Zuckerrüben in Europa ließ die Gewinne der karibischen Plantagen schrumpfen. Ab 1865 machte man sich in Kopenhagen Gedanken darüber, die Inseln zu verkaufen. In einer Volksabstimmung bekannten sich die Inselbewohner für den Verkauf an Amerika. Der amerikanische Senat verweigerte aber zunächst seine Zustimmung. 1901 wurde ein neuer Vertrag ausgehandelt, diesmal verweigerte der dänische Senat sein “Ja”. In den Jahren 1911 bis 1912 wurde erneut verhandelt. Der Erste Weltkrieg verhinderte zunächst Ergebnisse, deutsche Kriegsdrohungen führten aber am 17. Januar 1917 zu neuen Verhandlungen, am 31. März 1917 gingen die dänischen Karibikinseln schließlich für 25 Millionen US Dollar in den Besitz der USA über. 1927 erhielten die Inselbewohner amerikanische Staatsbürgerschaft.

Bis 1931 wurden die Inseln von der amerikanischen Marine und dem Verteidigungsministerium verwaltet. 1936 verabschiedete der US-Kongress den Organic Act, ein Gesetz, das den Inseln die erste eigene Verfassung brachte.

Die Legende von den 11.000 Jungfrauen[Bearbeiten]

Der Legende nach bat der Sohn eines mächtigen heidnischen Prinzen um die Hand von Ursula, der wunderschönen Tochter des Königs von Britannien. Ursula hatte sich zu einem Leben in Frömmigkeit verschworen, doch um ihren Vater und sein Königreich von den Heiden zu befreien, willigte sie in die Heirat ein. Ihre Bedingung war aber, dass 11.000 der schönsten Jungfrauen der beiden Königreiche drei Jahre lang ihre Begleiterinnen sein sollten. Nach Ablauf dieser Zeit würde sie den Prinzen heiraten.

Ursula bildete die Jungfrauen zu einer Armee von Amazonen aus, was von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt wurde. Dann fuhren sie mit einem Schiff den Rhein hinauf nach Basel, von wo aus sie zu Fuß nach Rom gingen, um ihre Treue zu geloben. Der erzürnte heidnische Prinz erwartete die Rückkehr der Jungfrauen mit seiner Armee in der Nähe von Köln. In der Schlacht, die angeblich am 21. Oktober 238 stattfand, wurden alle 11.000 Jungfrauen getötet. Doch die Legende von ihrer Schönheit hat bis zum heutigen Tag überlebt.

Pflanzen- und Tierwelt[Bearbeiten]

Die Nationalpflanze ist der Yellow Cedar. Neben diesen Bäumen findet man überwiegend Bougainvillea, Flamboyant, Frangipani, Heliconia, Hibiscus, Ixora und Oleander. Im Straßenverkehr trifft man immer wieder auf Ziegen und von Zeit zu Zeit auch Munguse. Besonders auf der Insel St. John leben wilde Esel, die häufig nach Menschen treten. Daneben gibt es Eidechsen und die größeren Iguanas. Kolobris und Papageien, Möven und den grauen Pelikan kann man öfter sehen. Nachts fliegen Fledermäuse wie Schmetterlinge um Lichtquellen.

Im Meer gibt es Seesterne und Muscheln, Delphine und Wale, Papageienfische und Rochen. Fischer gehen zum Lobsterfang aufs Meer. Einige Inselstrände sind Eiablageplätze für Meeresschildkröten. Während dieser Zeit werden die Strände gesperrt. Die Schildkröten sind gesetzlich geschützt.

Politischer Status[Bearbeiten]

Die amerikanischen Jungferninseln sind ein sogenanntes „Unincorporated Territory“, ein US-Außengebiet, seit 1931 unter der Aufsicht des US-Innenministeriums. Die USA werden durch einen Gouverneur vertreten.

Das Parlament, der Senat mit 15 Mitgliedern, wird seit 1952 alle 4 Jahre gewählt. Seit 1970 darf auch der Gouverneur von der Bevölkerung bestimmt werden. Obwohl die Inselbewohner die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, dürfen sie sich nicht an den Präsidentschaftswahlen beteiligen. Seit 1972 schicken sie einen eigenen Delegierten in den US Congress, er hat bisher aber kein Stimmrecht.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Englisch, Spanisch und Kreolisch sind weit verbreitet.

Anreise[Bearbeiten]

Auf den Inseln Saint Croix und Saint Thomas gibt es jeweils einen internationalen Flughafen.

Die Insel Saint John ist nur mit dem Schiff erreichbar. Es gibt einen regelmäßigen Fährverkehr zwischen St. Thomas, St. John und den Britischen Jungferninseln.

Zwischen St. Thomas und St. Croix verkehrt eine Schnellfähre.

Der Hafen von Charlotte Amalie auf St. Thomas wird regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen.

Küche[Bearbeiten]

Auf der Insel Saint John´s wird das Fischbraten immer zu einem großen Fest. Für diese Feiern gibt es keinen besonderen Termin und keinen bestimmten Grund. Auf der Insel Saint Croix hat das „Pig Roast“ die gleiche Bedeutung.

  • Eine weitere Inselspezialität ist Leg of Lamb, Lammkeule.
  • Der Virgin Kallaloo enthält neben Spinat auch noch Rindfleisch, Schweineschwänze und Schinkenknochen.
  • Auf der Insel bekommt man auch ein Maisgericht, in Italien als Polenta bekannt, hier heißt es Virgin Funghi.
  • Ein besonderes Festessen ist Roast Duck with Pineapple, gebratene Ente mit Ananas.
  • Ein ganz einfaches Gericht verbirgt sich hinter Rice with Yellow Lentils, Reis mit gelben Linsen.
  • Natürlich bekommt man in vielen Restaurants auch den Lobster, die amerikanische Languste (ähnlich dem Hummer).
  • Als Teil der USA dürfen natürlich auch die echten Angus Steaks nicht fehlen.
  • Aus der Guavenfrucht machen die Insulaner eine Art Rote Grütze.
  • Einige landestypische Getränke sind neben Rum und Bier Mauby oder Mawby, das man als Syrup auch in den Geschäften kaufen kann. Grundstoff ist die Rinde der heimischen Mauby-Bäume. Auch aus den Früchten der Kaktusfeige versteht man ein erfrischendes Getränk herzustellen. Auf der Insel gibt es auch einen Hibiscus-Rum.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Kriminalität auf den Inseln nimmt zu. Wertgegenstände sollten daher nicht im Auto zurückgelassen werden. Dunkle Straßen in Charlotte Amalie sollte man nachts meiden.

Klima[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Mobiltelefon[Bearbeiten]

  • GSM 1900, Netzbetreiber sind BlueSky Communications, Cellular One und Vitel Cellular.

Ausflüge[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Verkehrsverbindungen zwischen den drei Hauptinseln, aber auch zu den Britischen Jungferninseln. Die Flugzeit von St. Thomas nach San Juan auf der Insel Puerto Rico beträgt 35 Minuten.

Literatur[Bearbeiten]

Landkarten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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