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Teplice

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Teplice Teplitz
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Teplice (früherer deutscher Name: Teplitz oder Teplitz-Schönau) ist eine Stadt und Kurort in Nordböhmen, am Fuße des Erzgebirges und des Böhmischen Mittelgebirges.

Hintergrund[Bearbeiten]

In der Umgebung von Teplice gibt es warme Heilquellen. Der Ortsname leitet sich von dem slawischen Wortstamm für „warm“ ab (vgl. tschechisch teplý, „warm“). Das Benediktinerkloster Teplice wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, die Heilbäder im 16. Jahrhundert. Große Teile der Stadt wurden 1793 bei einem großen Brand zerstört und anschließend im klassizistischen Stil wiederaufgebaut, was der Stadt den Beinamen „Klein-Paris“ einbrachte. Im 19. Jahrhundert erfreuten sich die Thermalquellen großer Beliebtheit und lockten zahlreiche Kurgäste an. In diesem Zusammenhang entstanden auch die Casinos.

Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte die Stadt zu Österreich, anschließend zur Tschechoslowakei. Die Bevölkerung war jedoch überwiegend deutschsprachig (1930: 23.100 Deutsche, 5.300 Tschechen). Teplitz war Sitz verschiedener deutsch-böhmischer bzw. sudetendeutscher Organisationen. Mit dem sogenannten Sudetenland kam Teplitz-Schönau 1938 zum Deutschen Reich. Die Synagoge der Stadt, die größte Synagoge Böhmens, wurde im März 1939 niedergebrannt. Nach Kriegsende wurde Teplice an die Tschechoslowakei zurückgegeben, die deutschsprachige Bevölkerung infolge der Beneš-Dekrete größtenteils vertrieben und durch Tschechen und Slowaken aus anderen Landesteilen ersetzt.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Teplice

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Flughäfen Prag und Dresden sind jeweils knapp 90 Straßenkilometer entfernt. Der Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Teplice ist allerdings von beiden umständlich und langwierig.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Am 1 Bahnhof Teplice Bahnhof Teplice im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBahnhof Teplice (Q12058668) in der Datenbank Wikidata (Teplice v Čechách) halten zweistündlich Schnellzüge (R) der tschechischen Bahn aus Prag (Fahrtzeit 1½ Stunden), Ústí nad Labem (17 Minuten), Chomutov (45 Minuten), Karlsbad (1:35 Std.) und Cheb (2:20 Std). Zudem gibt es wenigstens stündlich Regionalzüge (Os) aus Ústí n.L. (20 min), Děčín (50 min) sowie Most (35 min).

Aus Richtung Berlin kommend, muss man in Ústí n.L. umsteigen und braucht etwas über 3½ Stunden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Mit der Buslinie 360/398 des Regionalverkehrs Dresden (RVD), die im Zweistundentakt fährt, erreicht man Teplice von Dresden Hbf binnen 1:35 Std., von Dippoldiswalde in einer Stunde.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Teplice liegt etwa 12 km abseits der tschechischen Autobahn D8 Prag–Ústí n.L.–Dresden, die eine Fortsetzung der deutschen A17 (Dresden–Prag) darstellt. Wer keine Tunnel mag oder sich die tschechische Autobahnvignette sparen will, kann aus Richtung Dresden stattdessen die herkömmliche Route über die B170 (Dresden–Dippoldiswalde–Altenberg–Teplice) nehmen, die jedoch recht kurvig ist und rund 20 Minuten länger dauert.

Von Chemnitz und dem Mittleren Erzgebirge gelangt man über die B174, Chomutov und die I/13 nach Teplice.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Kirche Johannes der Täufer
  • 1 Dekanatskirche Johannes der Täufer (Kostel svatého Jana Křtitele). Dekanatskirche Johannes der Täufer in der Enzyklopädie Wikipedia Dekanatskirche Johannes der Täufer im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDekanatskirche Johannes der Täufer (Q18907477) in der Datenbank Wikidata. 1585–94 errichtete dreischiffige Basilika; 1700–03 im Barockstil umgebaut und vergrößert. Rechteckiger Kirchturm mit geschwungener Haube und achteckigem Spitztürmchen. Barocker Hauptaltar von 1730, Gemälde von Wenzel Lorenz Reiner, Grabstellen der Adelsfamilien Wchynsky, Aldringen und Clary-Aldringen.
  • 2 St. Bartholomäus-Kirche (Kostel svatého Bartoloměje). St. Bartholomäus-Kirche in der Enzyklopädie Wikipedia St. Bartholomäus-Kirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSt. Bartholomäus-Kirche (Q12030687) in der Datenbank Wikidata. Evangelische Kirche, 1861–84 auf Initiative des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. im neoromanischen Stil errichtet.
  • 3 Rote Kirche (Herz-Jesu-Kirche; Červený kostel, Farní kostel Božského srdce Páně). Rote Kirche in der Enzyklopädie Wikipedia Rote Kirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRote Kirche (Q11176470) in der Datenbank Wikidata. Katholische Kirche im Stadtteil Trnovany, der bis ins 20. Jahrhundert eine eigene Gemeinde war. Die Kirche wurde 1907–09 im neogotischen Stil aus rotem Backstein errichtet, daher der umgangssprachliche Name.

Schlösser und Burgen[Bearbeiten]

Schloss Teplice, davor die barocke Pestsäule
  • 4 Schloss Teplice (Regionalmuseum Teplice). Schloss Teplice in der Enzyklopädie Wikipedia Schloss Teplice im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchloss Teplice (Q1245405) in der Datenbank Wikidata. Hervorgegangen aus einem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, von der Klosterbasilika ist noch die romanische Krypta erhalten. Im 15. Jahrhundert wurde auf den Ruinen des aufgegebenen Klosters eine Veste errichtet, mittelalterliche Gemäuer sind heute noch im Ostteil des Schlosses zu finden. Die spätgotische Schlosskirche stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der Haupttrakt der Burg wurde während der Herrschaft der Kinskys zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gelangte das Schloss in Besitz der Fürsten von Clary und Aldringen. In den folgenden Jahrhunderten wurde es zum Teil im Barock- und klassizistischen Stil umgebaut. Giacomo Casanova, Johann Wolfgang Goethe, Frédéric Chopin und Franz Liszt waren auf dem Schloss zu Gast. Das Anwesen weist ein wertvolles Interieur auf, u. a. einen Renaissancesaal mit gemalter Kassettendecke und einen Rokokosaal mit reicher Stuckdekoration. Das Schloss beherbergt seit 1947 das Regionalmuseum Teplice mit Ausstellungen zur Stadt-, Kur- und Regionalgeschichte.
Burgruine Doubravská Hora
  • 5 Burg Doubravská Hora (Daubersberg). Burg Doubravská Hora in der Enzyklopädie Wikipedia Burg Doubravská Hora im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBurg Doubravská Hora (Q19800574) in der Datenbank Wikidata. Auf dem 393 Meter hohen Teplitzer Schlossberg befindet sich die Ruine einer gotischen Höhenburg aus dem 15. Jahrhundert, die in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs aufgegeben wurde.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kaiserbad
  • 6 Bahnhof Teplice (Teplice v Čechách nádraží). Bahnhof Teplice in der Enzyklopädie Wikipedia Bahnhof Teplice im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBahnhof Teplice (Q12058668) in der Datenbank Wikidata. 1858 erbaut, denkmalgeschützt.
  • 7 Kaiserbad (Císařské lázně). Kaiserbad in der Enzyklopädie Wikipedia Kaiserbad im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKaiserbad (Q11773939) in der Datenbank Wikidata. Repräsentatives Kurhaus; ursprünglich 1845 errichtet, 1870–72 im Neorenaissance-Stil vollkommen umgebaut. Zu den Kurgästen gehörten die Kaiser Wilhelm I. von Deutschland und Franz Josef von Österreich.
  • 8 Steinbad (Kamenné lázně). Steinbad in der Enzyklopädie Wikipedia Steinbad im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSteinbad (Q12027827) in der Datenbank Wikidata. Kurhaus im Stadtteil Šanov (Schönau). Eine erstes schindelgedecktes Badehaus aus Holz wurde 1800 an dieser Stelle errichtet, zwei Jahre später durch einen Steinbau ersetzt. Das heutige prächtige Neobarock-Gebäude stammt hingegen von 1911.

Parks[Bearbeiten]

Im Schlossgarten
  • 9 Schlossgarten (Zámecká zahrada). Schlossgarten in der Enzyklopädie Wikipedia Schlossgarten im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchlossgarten (Q10937639) in der Datenbank Wikidata. Im 16. Jahrhundert angelegt. Sein heutiges Erscheinungsbild als englischer Landeschaftsgarten erhielt er im 19. Jahrhundert. Beliebt bei Spaziergängern und Kurgästen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • 1 FK Teplice, Stadion Na Stínadlech. FK Teplice in der Enzyklopädie Wikipedia FK Teplice im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFK Teplice (Q738886) in der Datenbank Wikidata. Die Herren-Fußballmannschaft spielt in der ersten tschechischen Liga und hat bereits mehrmals um den UEFA-Pokal bzw. in der Europa League gespielt. Das Stadion fasst gut 18.000 Zuschauer.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • 1 Olympia, Srbická 464. Einkaufszentrum Geöffnet: 7:00 - 22:00.

Küche[Bearbeiten]

  • 1 Zahrada, 28.října 780/10. Geöffnet: Monday - Friday from 8:00 - 16:00.

Nachtleben[Bearbeiten]

  • 1 Musicclub BUNKR, Krušnohorská 1631. Geöffnet: Freitag - Samstag 21:00 - 5:00.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Hotel & Restauraci Zlatý Kříž, Masarykova 43. Tel.: +420 417 531 343. Hotel mit Restaurant. Zimmer mit Bad und WC, Satelliten-TV und Internet. Kinderspielplatz neben der Restaurantterrasse. Parkplatz verfügbar. Preis: EZ 745Kč, DZ 1 300Kč.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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