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Puerto Edén

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Spetakuläre Umgebung von Puerto Edén
Villa Puerto Edén
Region Región de Magallanes
Einwohner 176 (2002)
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Höhe 15 m
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Lage
Lagekarte von Chile
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Puerto Edén

Puerto Edén ist ein Ort mit etwa 200 Einwohnern im Großen Süden Chiles. Er liegt an der Ostküste der Wellington-Insel im Südpazifik und ist nur auf dem Seeweg zu erreichen.

Der spektakulär auf einer Halbinsel gelegene, aber akut von Abwanderung bedrohte Ort ist das isolierteste Dorf Chiles, es liegt inmitten einer beinahe unbewohnten Gegend direkt westlich des riesigen Nationalparks Bernardo O'Higgins, der nächstgelegene größere Ort Puerto Natales liegt 400 km südlich. Er beherbergt die letzte organisierte Gemeinschaft des Kawesqar-Volks.

Hintergrund[Bearbeiten]

Puerto Edén liegt in einer unwirtlichen rauhen Gegend mit einem extrem feuchten subpolaren Regenwaldklima mit bis zu 5.000 mm Niederschlag im Jahr und Temperaturen, die auch im Sommer nur selten über 20 Grad steigen. Die Küste ist fast überall felsige Steilküste. Die Umgebung ist landschaftlich sehr reizvoll: Grüne Regenwälder und saftige Wiesen werden von schneebedeckten Felsbergen eingerahmt.

Der Ort ist noch jung, auch wenn die Gegend schon seit dem Mittelalter von den Kawesqar-Indianern bewohnt wird, die dort als Seenomaden von der Fischerei und in geringerem Maße als Jäger und Sammler lebten. 1937 wurde eine Wasserflugzeug-Route von Puerto Montt bis Puerto Natales eingeweiht und Puerto Edén als Stützpunkt eingerichtet. Viele der in der Region lebenden Kawesqar siedelten sich daraufhin in der Umgebung des Stützpunktes an. 1969 wurde Puerto Edén offiziell zum Ort erhoben. Die Einwohner leben heute abgeschnitten von der Außenwelt und zum großen Teil sehr einfach, ihre Haupteinnahmequelle ist der Verkauf von Muscheln und in geringerem Maße die Fischerei und der Verkauf von Kunsthandwerk. Nur wenn die Fähre zweimal pro Woche für einige Stunden anlegt, gibt es etwas "städtisches Leben".

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt zwei Möglichkeiten nach Puerto Edén anzureisen:

  • mit den wöchentlichen Fähren von Puerto Montt nach Puerto Natales (Informationen, Preise und aktualisierte Fahrzeiten auf der Website des Betreibers Navimag). Die Reise dauert insgesamt 4 Tage. Diese machen Halt in Puerto Edén und sind damit die einzige einfache Möglichkeit, den Ort kennenzulernen. Tipp: Wer mit dem Auto die Fähre nutzen will, sollte wissen, dass die Fahrt von Süd nach Nord fast 50% günstiger ist als die von Nord nach Süd, eine Anreise über Argentinien ist daher zu empfehlen.
  • mit einem nur monatlich verkehrenden Passagierboot von Caleta Tortel nahe der Carretera Austral.

Es gibt Pläne, touristische Fahrten zum Ort anzubieten und dort auch kleine Hotels einzurichten, insbesondere wegen der Nähe zum Pio XI-Gletscher.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Ort ist alles zu Fuß zu erreichen. Es gibt keine Autos.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Bootshafen von Puerto Edén

Zwar bietet der Ort keine herausragenden Sehenswürdigkeiten, seine Anlage selbst ist aber bereits sehr interessant. Die Häuser wurden ohne Genehmigung dort gebaut, wo man es für richtig hielt, und die Wege bestehen aus Holzstegen. Der Kawesqar-Friedhof kann einen Spaziergang wert sein.

Aktivitäten[Bearbeiten]

In der Umgebung kann man die Natur genießen und wandern. Man sollte aber keinerlei Infrastruktur erwarten. Wege führen zum Eva-Wasserfall, zum Lago Valdera, zum Río Valdera und auf die Berge Yetarte und Panchote, letzterer im Rahmen einer dreitägigen Tour.

Da es im Ort keine organisierten Reiseveranstalter gibt (nur einige Herbergen bieten kurze Ausflüge an), sollte man größere Ausflüge bereits vorher organisieren und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen. So liegt in der Nähe der sehenswerte Gletscher Pio XI, der per Boot in einer siebenstündigen Fahrt erreichbar ist.

Einkaufen[Bearbeiten]

Jedesmal wenn die Fähre vorbeikommt, bieten Kawesqar-Kunsthandwerker ihre Kreationen zum Kauf an. Auch Muscheln (der in der südamerikanischen Gastronomie sehr bekannten cholgas oder mejillones-Art) werden verkauft, was die Haupteinnahmequelle der Einwohner darstellt. Es gibt einige kleine Souvenirshops sowie einen Laden für den täglichen Bedarf.

Küche[Bearbeiten]

Die meisten werden wohl auf der Fähre verpflegt werden, die auch die Bewohner mit allen nötigen Lebensmitteln versorgt. Im Ort selbst werden nur Muscheln gesammelt und etwas Fischerei betrieben, woraus sich die Kost der Bevölkerung ergibt. Es gibt nur kleine private Kantinen mit lokaler Kost.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt einfache Familienunterkünfte, ebenfalls ist im Sommer Zelten möglich.

  • Hostería Yekchal, Ribera Norte S/N. Tel.: (02) 1969650. Typ ist Gruppenbezeichnung, kleine Unterkunft, die Eigentümer bieten auch geführte Ausflüge an.
  • Hostería Puerto Edén, Ribera Sur S/N. Tel.: (02)-1969620. Typ ist Gruppenbezeichnung, die größte Herberge des Ortes, mit Kantine
  • Hostería Don Manuel, Ribera Norte S/N. Tel.: (02)-1960677. Typ ist Gruppenbezeichnung, Herberge mit Kantine, bietet Bootsausflüge an.

Gesundheit[Bearbeiten]

Wegen der Abgelegenheit gibt es trotz der geringen Größe eine recht gut ausgestattete Gesundheitsstation. Besondere Gesundheitsgefahren drohen keine.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Im Ort gibt es nur ein öffentliches Satellitentelefon, das auch nur von 10 bis 13 Uhr funktioniert. In der Ortsverwaltung gibt es auch Internetverbindung.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Gletscher Pio XI ist einer der größten und spektakulärsten der südchilenischen Küste, er liegt gegenüber von Puerto Edén. Seine Front ist 75 Meter hoch, und das Abbrechen von größeren Eisstücken kann bis zu 10 Meter hohe Wellen verursachen. Touren müssen bisher vorher organisiert werden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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