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Kanalinseln

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Die Kanalinseln liegen im Ärmelkanal zwischen England und Frankreich, nahe der Normandie. Sie sind der britischen Krone direkt verbunden und haben somit einen verwaltungsmäßigen Sonderstatus.

Karte

Regionen[Bearbeiten]

Karte

Die Inseln liegen unmittelbar vor der französischen Küste, von dort gesehen nennt man sie Îles Anglo-Normandes. Es gibt zwei Verwaltungsbezirke (bailiwick):

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Mittelalter waren die Kanalinseln Teil der Ländereien des Herzogs der Normandie; dieser Titel wird auch heute noch in Personalunion von den Königen und Königinnen des Vereinigten Königreichs getragen. Die Inseln gehören nicht zum Vereinigten Königreich sondern sind direkt der britischen Krone unterstellt (crown dependency), sie haben eigenen Gesetzgebungskompetenz. Aus diesem Grund ist ein wichtiges Geschäftsfeld die Einrichtung von Briefkastenfirmen zur Steuervermeidung besonders auf Jersey.

Die Inseln waren nach dem Fall Frankreichs der einzige Teil Großbritanniens der unter deutsche Verwaltung kam (Churchill hat seine Truppen kampflos zurückgezogen). Lediglich Alderney wurde evakuiert, gerade hier baute dann die Organisation Todt Verteidigungsanlagen für den Atlantikwall. Auch den 1944 in anderen Teilen der Normandie landenden Alliierten waren die Insel keine Kugel wert, man versuchte sie auszuhungern. Die Deutschen kapitulierten hier erst am 9. Mai 1945, englische Militärs landeten in Alderney erst eine Woche später.

Anreise[Bearbeiten]

Aufgrund eines Zusatzprotokolls zum EU-Vertrag gehören die Inseln noch bis mindestens März 2019 auch zum Zollgebiet der EU. Sie sind als Teil der anglo-irischen Common Travel Area, nicht Teil des Schengen-Raums.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Siehe zu den jeweiligen Flughäfen Jersey bzw. Guernsey.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Fährdienste, die die Kanalinseln untereinander und mit Frankreich (Saint-Malo, Cherbourg) und England (Portsmouth, Weymouth, Poole) verbinden.

Einzelheiten zu den Häfen der jeweiligen Hauptorte Saint Helier und Saint Peter Port.

Mobilität[Bearbeiten]

Auf den Kanalinseln wird links gefahren. Ein eigenes Auto ist nicht zwingend erforderlich, Jersey und Guernsey haben sehr gute Busnetze. Auch das Erkunden per Fahrrad ist praktikabel.

Einzelheiten in den Artikeln der Inseln Jersey und Guernsey.

Sprache[Bearbeiten]

Englisch als Amts- und Umgangssprache, allerdings teilweise (auch in der Rechtssprache) mit einigen französischen Einschüssen, einem Patois.

Kaufen[Bearbeiten]

Freie Währungswahl bieten diese Geldautomaten auf Jersey.

Es gibt zwei lokale Währungen, das Jersey Pfund und das Guernsey Pfund. Sie werden nur auf den Kanalinseln (jeweils auch auf der anderen) angenommen und lassen sich im Mutterland nur schwer umtauschen. Daneben läuft das englische Pfund zum Pari um.

Küche[Bearbeiten]

Prinzipiell englisch, also fettig: “chips, cheese and gravy.” Das wird jedoch abgemildert durch die Nähe französischer, zivilisiertere Eßsitten und das Meer, das entsprechendes Getier leicht verfügbar macht. Dies zeigt sich an Gerichten wie Gâche mélée einem gewürzten Apfelkuchen, der seine normannische Herkunft nicht verleugnet. Besonders auf Guernsey gibt es auch gute lokale Milchprodukte. Als Frühkartoffelsorte geschätzt sind die traditionall mit Algen gedüngten Jersey Royal.

Eine Mahlzeit in einem einfachen Restaurant ist für zwei ab £ 20 zu haben, ein ordentliches Abendessen mit Wein etwa £  80. Es gelten wie in Großbritannien vergleichsweise hohe Verbrauchssteuern, so daß man 2018 mit £ 4 für ein Bier (0,35 l) im Pub und £ 8,20 für eine Schachtel Zigaretten rechnen muß. Daß liegt deutlich über französischem Niveau.

Randall’s ist die örtliche Brauerei, ansonsten stell man Apfelwein her, Rocquette Cider ist hier die wichtigste Marke.

Unterkunft[Bearbeiten]

Einzelheiten in den Artikeln der Inseln Jersey und Guernsey.

Arbeiten[Bearbeiten]

Auch während der Restzeit der britischen EU-Mitgliedschaft unterliegt die Einwanderungskontrolle lokalen, restriktiven Gesetzen (für Guernsey), im Prinzip ist aber für EFTA-Bürger die Arbeitsaufnahme bis März 2019 noch problemlos möglich.

Feiertage[Bearbeiten]

Es gelten die üblichen britischen Feiertage. Wie in den Ländern der früheren Sowjetunion feiert man das Ende des zweiten Weltkriegs als Liberation Day am 9. Mai.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima wird sehr durch den Atlantik beeinflusst. Es ist immer mit Regen zu rechnen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Kanalinseln gehören nicht zur EU-Roamingzone, d. h., mit der heimischen Simkarte zu telefonieren kann sehr teuer werden.

Literatur[Bearbeiten]

Es gibt im Buchhandel mehrere deutschsprachige Reiseführer spezialisierte Titel, wie Kanalinseln, Jersey oder Guernsey, die regelmäßig neu aufgelegt werden.

Geschichte
  • Peddle, Sandra Peddle, Vince; Pagan Channel islands: Europe's hidden heritage; London 2007 (Robert Hale); ISBN 9780709082484
  • Thornton, Tim; Channel Islands: 1370 - 1640 ; between England and Normandy; Woodbridge 2012 (Boydell Press); ISBN 9781843837114

Gerade die Zeit deutscher Verwaltung 1941-5 war seit 2000 Thema mehrerer historischer Untersuchungen:

  • Auerbach, Hans; Kanalinseln; Paris ²1942 (Pariser Zeitung i.K.)
  • Bunting, Madeleine; Model occupation: the Channel Islands under German rule 1940-45; London 2004 (Pimlico); ISBN 184413086X
  • Lippmann, Harry; Militärmuseen auf den Kanalinseln; Köln 2008 (DAWA-Nachrichten / Sonderheft)
  • McLoughlin, Roy; Living with the enemy - what really happened; dt. als: Britische Inseln unterm Hakenkreuz; Berlin 2003 (Links); ISBN 3861533057
  • Stephenson, Charles; Channel Islands 1941-45: Hitler's impregnable fortress; Oxford 2006 (Osprey); ISBN 1841769215

Weblinks[Bearbeiten]

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