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Jersey

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Lage
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Flagge
Flagge von Jersey
Kurzdaten
Hauptstadt Saint Helier
Staatsform Kronbesitz
Währung Britisches Pfund, Jersey Pfund
Fläche 118 km²
Bevölkerung 99.000 (2012)[1]
Sprachen Englisch und Französisch
Telefonvorwahl +44
Internet TLD .je
Zeitzone MEZ - 1h

Jersey ist die größte und südlichste der 5 Kanalinseln im Ärmelkanal zwischen England und Frankreich. Die Insel misst von West nach Ost rund 20 km, von Norden nach Süden ca. 10 km. Die Insel ist berühmt für die Jersey Cow und die Schauspielerin und Mätresse des Königs Eduard VII. Lilly Langtry.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Jersey parishes

Jersey ist in insgesamt 12 Gemeinden (parishes) aufgeteilt:

Castle von Mont Orgueil und der Hafen von Gorey
  • Grouville mit der kleinen Ortschaft Gorey (Jersey), einem Fischerhafen.
  • Saint Helier mit der gleichnamigen Stadt Saint Helier: Die pulsierende kleine Inselhauptstadt beherbergt rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Hier schlägt das Herz der Insel. Museen, Galerien, Theater, Kinos, Bistros, Bars, Pubs und gepflegte Parks prägen das Stadtbild. Das überblickbare Zentrum bietet viele kleine Läden, in denen sich beinahe alles finden lässt. Die Einkaufsmeile in der Fußgängerzone führt vorbei an der wunderschönen, viktorianischen Markthalle, wo sich die tollsten Farben und Düfte lokaler Inselprodukte vermischen.
  • Saint John
  • Saint Lawrence
  • Saint Martin
  • Saint Mary
  • Saint Ouen
  • Saint Peter
  • Saint Saviour
  • Trinity

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Durrell Wildlife Conservation Trust, ein von Gerald Durell gegründeter Tierpark, in dem nur Tiere leben, die in freier Wildbahn von der Ausrottung bedroht sind. Die dort gezüchteten Tiere werden teilweise in ihren ursprünglichen Lebensgebieten wieder ausgewildert.
  • La Hogue Bie, Steinzeitliche Anlage
  • Hampton Farm Museum
  • Mont Orgueil Castle
  • Elizabeth Castle
  • Unterirdisches Hospital aus dem 2. Weltkrieg („Jersey War Tunnels“)
  • Strände

Jersey hat zahlreiche, sehr schöne Sandstrände zu bieten, welche im Sommer zu einem gemütlichen BBQ und zum Baden einladen. Der Norden der Insel mit seinen rauhen Felsen lockt mit Pfaden über Heideflächen zu gemütlichen Wanderungen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Jersey Airport (IATA CodeJER) in der Gemeinde von St. Peter kann auf eine lange Luftfahrttradition zurückblicken, fanden die ersten Flüge hier doch bereits in den 1930ern statt. Heutzutage ist die Insel gerade im Sommer mit dem Flugzeug gut zu erreichen. Da viele Flüge über die Insel Guernsey geleitet werden, ist ein Zwischenstopp oft auch während eines Direktfluges nötig. Direktflüge im Sommer (2015):

Großbritannien[Bearbeiten]

  • Aberdeen, Cardiff, Doncaster Sheffield, Durham Tees Valley, Glasgow, Humberside, Iverness (Flybe): Samstags
  • Edinburgh (Flybe): Samstags und Sonntags
  • Birmingham, Bournemouth, East Midlands, Exeter, Manchester, Southamton (Flybe): Alle Tage
  • Belfast (Easyjet): Samstags und Sonntags
  • Liverpool, London Gatwick (Easyjet): Alle Tage
  • Cambridge, Dundee (JerseTravel): Samstags
  • Bristol, London City (Blue Islands): Alle Tage

Deutschland[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Fährdienste, die die Kanalinseln untereinander und mit Frankreich (St. Malo, Cherbourg) und England (Portsmouth, Weymouth, Poole) verbinden. Siehe z.B. http://www.condorferries.co.uk/

Aus Frankreich[Bearbeiten]

Aus Großbritannien[Bearbeiten]

Innerhalb der Kanalinseln[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Jersey hat gute 550 km befestigte Straßen, auf denen links gefahren wird. Ein eigenes Auto ist nicht zwingend erforderlich, das Linksfahren in den oftmals sehr engen, mit Trockenmauern gerahmten Sträßchen treibt einem ungeübten Fahrer schnell den Schweiß auf die Stirn und die geübten Einheimischen nehmen kaum Rücksicht auf weniger geübte und die generell geltenden 40 miles per hour (~ 64 km/h) werden oftmals auch in den engen Sträßchen nicht eingehalten.

Es existiert ein sehr gutes Busnetz, das zentral von St. Helier die ganze Insel umspannt und im Sommer so gut ausgebaut ist, daß man so weit entspannter als mit dem Auto die Insel erkunden kann. Im Winterhalbjahr (Fahrplanwechsel ist am 1. Oktober und am 1. April) ist das Busnetz allerdings stark ausgedünnt. Auch das Erkunden per Fahrrad ist praktikabel, die Entfernungen sind klein genug, daß man jeden Teil der Insel problemlos erreichen kann.

Eine Besonderheit sind die sogenannten Green Lanes, kleine Sträßchen, in denen Fußgänger und Radfahrer Vorfahrt haben.

Jersey hatte bis kurz vor dem 2. Weltkrieg eine Eisenbahn, die während des Kriegs noch von den Deutschen benutzt wurde.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Historische Orte[Bearbeiten]

Jersey ist seit der Steinzeit besiedelt und war immer wieder Schauplatz historischer Ereignisse. Aus diesem Grund gibt es hier sehr viele sehenswerte historische Orte.

Grosnez Castle
  • Grosnez Castle, eine Burgruine aus dem 14. Jahrhundert an der Nordküste der Insel [3]
  • Mont Orgueil Castle
    Mont Orgueil Castle
    an der Ostküste nahe dem Dorf Gorey. Eine Burganlage, deren älteste noch bestehende Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Eine imposante Anlage, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
  • Markthallen von Saint Helier, unterteilt in Jersey Fish Market und Jersey Central Market. Die Markthallen im viktorianischen Stil wurden 1883 bzw. 1841 erbaut und beherbergen bis heute zentrale Märkte für Lebensmittel bzw. Fisch. In beiden Markthallen befinden sich zudem kleinere gemütliche Cafés.
Corbière Lighthouse mit Wanderweg bei Ebbe
  • Corbière Lighthouse, ein Leuchtturm im Südwesten der Insel. Bei Ebbe ist er über einen kleinen Weg zu erreichen, bei Flut hingegen nur mit einem Boot
  • in St Brelade die Lavendelfarm Jersey Lavender. Der dort angebaute Lavendel wird dort verarbeitet und die Produkte auch vor Ort verkauft. Im Café der Farm gibt es leckeren Tee und Gebäck, Hühner laufen frei herum und die Felder können besichtigt werden, genauso wie die Alembics, in denen das Öl gewonnen wird.
  • Die Nordküste ist durch einen Wanderweg erschlossen. Absolut sehenswert ist dieser Teil der Küste. Für einen Strandspaziergang bietet sich die Westküste an. Bei Ebbe (!) ist dort ein einziger langer Sandstrand, der vom Süden bis fast komplett in den Norden führt. Auch an der Südküste ist ein ausgedehnter Strandspaziergang (bei Ebbe) möglich. Es gilt allerdings vorsichtig zu sein. Der gebogene Verlauf des Strandes verlockt zur Abkürzung. Wichtig ist, immer die Tide im Auge zu behalten, denn das Wasser steigt sehr schnell.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Marine Aktivitäten jeder Art sind möglich. Tauchen, Segeln, Surfen und Derivate davon, Schwimmen. Die Nordküste ist durch einen Wanderweg erschlossen, der lanschaftlich interessant, aber nur mäßig anspruchsvoll ist. Westlich von Saint Helier liegt die St. Ouens Bay mit langen Stränden. Bei Ebbe wird die Westküste zu einem einzigen riesigen Strand, der bei Flut (Tiden von bis zu 14 m!) fast vollständig verschwindet, daher Vorsicht geboten. Von der Größe und Landschaftsform der Insel her bietet sich Radfahren an.

Sprache[Bearbeiten]

Geschrieben und gesprochen wird praktisch ausnahmslos Englisch. Das Französisch findet man lediglich in Straßennamen, Ortsnamen sowie in gehobeneren Restaurants. Ältere Leute sprechen teilweise noch Lé Jèrriais, die alte Inselsprache, welche nahe mit dem Französischen verwandt ist.

Einkaufen[Bearbeiten]

Neben dem überall akzeptierten britischem Pfund gibt es lokale Währungen, das Jersey Pfund und das Guernsey Pfund. Diese lokalen Währungen werden nur auf den Kanalinseln selbst angenommen und lassen sich außerhalb nicht wieder umtauschen.

Küche[Bearbeiten]

Lassen Sie sich überraschen, wenn Sie in Jersey lediglich die gute alte Englische Küche erwarten. Jersey bietet wesentlich mehr! Aufgrund der geografischen Nähe zu Frankreich bietet die Insel exquisiten Gaumengenuss. Zahlreiche Restaurants verwöhnen ihre Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten, welche ihresgleichen suchen. Fleisch, Fisch und auch erstklassige rein vegetarische Menüs werden hervorragend zubereitet. Aber natürlich gönnt man sich auch gerne mal ein Pub-Essen oder ein „English breakfast“ mit Speck und Bohnen.

Günstig[Bearbeiten]

Imbiss Hungry Man in Hafen von Rozel
  • Der Imbiss Hungry Man in Rozel Bay ist eine inselweit bekannte Institution und alleine schon den Weg dorthin wert. Hier kriegt man viel Futter fürs Geld, hauptsächlich diverse Burger mit phantasievollen Namen wie Belägen. Höhepunkt ist wohl ein komplettes englisches Frühstück zwischen zwei Brötchenhälften.
  • Bonne Nuit Beach Cafe im Hafen der Bonne Nuit Bay - neben den üblichen Getränken gibt es englisches Futter vertretbarer Qualität und helle Currys hervorragender Qualität, die Köchin ist Indonesierin. Von den vier Schärfestufen (low, medium, hot, very hot) ist einem durchschnittlichen Mittteleuropäer höchstens die Stufe medium angeraten, hot ist schon was für wagemutige!
  • Rund um die Stände des Central Market in St Helier gibt es mehrere kleine Imbisse wo man günstig an ein ordentliches Essen kommen kann. Die Marktleute gehen auch dort essen, was eine vernünftige Qualität garantiert.

Mittel[Bearbeiten]

  • Das Black Dog an der Bouley Bay. Ein Mittelding aus Pub und Restaurant. Essen und Trinken (mehrere Sorten Bier vom Fass) sind mehr als ordentlich und die Preise angemessen.

Gehoben[Bearbeiten]

  • gegenüber des Hungry Mans in Rozel liegt das Restaurant The Navigator. Eine Reservierung empfiehlt sich. Das Restaurant ist klein und überschaut den Hafen von Rozel Bay. Das Essen ist exquisit und somit dem Preis entsprechend.
  • nahe Rozel Bay liegt das Hotel/Restaurant Chateau-la-Chaire. Hier kann man sehr gepflegt speisen und nachmittags (nicht nur um fünf) zu relativ moderatem Preis Tee mit Gebäck zu sich nehmen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Insel bietet für jedes Reisebudget die passende Unterkunft an. Angefangen mit erstklassigen Sternehotels inmitten eines Golfplatzes über bezahlbare Mittelklassehotels bis hin zu B&B oder Jugendherbergen.

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Jersey bietet die komplette Bandbreite der Primar- und Sekundarausbildung. Einige Universitäten haben Außenstellen dort.

Arbeiten[Bearbeiten]

Jersey ist eine Steueroase und viele Banken haben hier Niederlassungen. Das Lohnniveau ist relativ hoch, allerdings mittlerweile auch die Lebenshaltungskosten. Im Tourismus gibt es auch viele Stellen, meist aber nur Saisonstellen, von Oktober bis März/April ist in dieser Branche Ebbe.

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
9. Mai Liberation Day Ende des 2. Weltkrieges

Sicherheit[Bearbeiten]

Europäischer Standard. Man kann sich ohne Gefahr bewegen.

Gesundheit[Bearbeiten]

In Saint Helier gibt es zwei Krankenhäuser (Jersey General Hospital und Overdale Hospital Jersey) und alle gängigen Ärzte. Die Wege auf der Insel sind kurz genug um jederzeit dorthin gebracht werden zu können. Ggf. werden Patienten mit Hubschraubern nach Frankreich oder Großbritannien geflogen. Das Jersey War Tunnels ist nur ein Museum, war aber im zweiten Weltkrieg ein aktives Krankenhaus.

Wetter[Bearbeiten]

Auf Jersey herrscht ozeanisches, fast mediterranes Klima. Die Winter sind meistens mild, es hat wenig Niederschläge und im Sommer ist es angenehme 20 bis 25 C° warm, da die Insel vom Golfstrom verwöhnt wird.

Schnee fällt eher selten auf der Insel. Die Temperaturen liegen auch im Winter mit ca. 5 Grad C im annehmbaren Bereich. Der Wind ist jedoch ein steter Begleiter auf der Insel im Ärmelkanal.

High Tide und Low Tide, Flut und Ebbe - der Unterschied kann in Jersey bis zu 12 Metern ausmachen, daher ist bei Strandspaziergängen Vorsicht geboten. Gewisse Orte sind auch nur bei Ebbe erreichbar.

Respekt[Bearbeiten]

Einige Bewohner von Jersey bezeichnen sich als Briten, was halb richtig ist, einige als normannisch oder gar franzöisch. Auf keinen Fall sind sie Engländer! (genauo wie Waliser Waliser sind und Schotten Schotten). Die richtige bzw. offizielle Bezeichnung ist 'Jerseymen' und 'Jerseywomen'. Sie anders zu nennen könnte beleidigend wirken.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Mitteleuropäischer Standard. Bedingt durch die vielen Banken gibt es schnelles Internet und sehr gute Telefonverbindungen zum Festland.

Bankautomaten gibt es in St. Helier, sowie einen in St. Aubin. Am Flughafen gibt es derzeit keinen Bankautomaten mehr. In St. Helier gibt es ab und an zwei Geldautomaten nebeneinander, von denen einer britische Pfund und der andere Jersey-Pfund ausgibt. Jersey-Pfund werden von europäischen oder britischen Banken in der Regel nicht zurückgetauscht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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  1. Information and public services for the Island of Jersey: Population estimates, online verfügbar unter gov.je, abgerufen am 9. Februar 2015
  2. Jersey Airport: Summer 2015 Destinations: Scheduled & Charter Services, PDF verfügbar unter jerseyairport.com, abgerufen am 10. Februar 2015
  3. Jersey Tourism: Grosnez Castle, online verfügbar unter jersey.com, abgerufen am 9. Februar 2015