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Haute Route

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Die Haute Route ist die klassische Gebietsdurchquerung der Walliser Alpen von Chamonix über Zermatt nach Saas-Fee. Sie wird überwiegend im Winter von Skitourengehern durchgeführt, ist aber auch im Sommer als hochalpine Wanderung mit leichten Gletscherüberquerungen möglich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Haute Route hat ihren Ursprung in der Zeit des klassischen Alpinismus: Die Engländer suchten in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine direkte Verbindung zwischen den beiden Bergsteigerdörfern von Chamonix nach Zernmatt, ohne auf der Strecke jedes mal ins Tal absteigen zu müssen. Die Route hieß bei den Engländern "High Level Route" und wurde zunächst nur im Sommer begangen.

Erste Versuche der Winterbegehung und auf den damals neu eingeführten Skiern konnten im Jahre 1903 wetterbedingt nur mit Unterbrechungen durchgeführt werden. Die heute gängige Routenvariante über den Sonadonpass (Col du Sonadon) wurde dann im Jahre 1911 vom Genfer Geschichtsprofessor François Frédéric Roget und dem Neuenburger Skipionier Marcel Kurz erstmals erfolgreich begangen.

Vorbereitung[Bearbeiten]

Die Route führt an den höchsten und bekanntesten Gipfeln und auch über die größten Gletscher der Alpen. Hochalpine Erfahrungen, Wetterkunde, Erfahrungen zur Routenführung und für die Gletscherbegehungen eine entsprechende Ausrüstung und Kenntnisse zur Spaltenbergung sind unbedingt erforderlich. Es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen, vor allem in Folge der Witterung.

In Variante ist es auch recht beliebt, die Etappen der Haute Route nicht am Stück und in einer Woche zu absolvieren, oft wird die Strecke auf mehrere Winter verteilt.

Anreise[Bearbeiten]

Start- und Zielpunkt sind unterschiedlich, es bietet sich an zur Verbindung die öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn und Bus) zu benutzen.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Bergsteiger auf dem Otemmagletscher in der Schweiz 2003

Im Winter[Bearbeiten]

Die Haute Route als der winterliche Königsweg der alpinen Skitouren wird im verschiedenen Varianten von Berghütte zu Berghütte durchgeführt. Auf der klassischen Route wird sie in zehn Etappen über Zermatt und noch den Abschluss bis zur Endstation in Saas-Fee aufgeteilt.

Die Einteilung in einzelne Etappen ist hierbei nicht als feste Tagesetappe zu verstehen: je nach Witterung und Kondition können von den besonders konditionsstarken auch zwei Etappen zu einer Tagesleistung zusammengefasst werden, oft ist aber auch, je nach der Witterung, eine weitere Unterteilung von Etappen nötig. Im besten Fall ist die Gesamtstrecke in sieben Tagen absolvierbar.

1. Tag: In Argentière Auffahrt mit der Seilbahn Grand Montes zur Bergstation in den Nordteil des Mont Blanc, Abfahrt und Anstieg zur Argentièrehütte.

Dauer rund 2,5 Stunden; 600 m Abfahrt, 200 Hm Aufstieg.

2.Tag: Aufstieg zum "Col du Chardonnet" (3.323 m), weiter über die beiden Pässe "Fenétre du Saleina" (3.261 m) und das "Col des Ecandies" (2.796m) und Abfahrt durch das Val d`Arpett nach Champex (1.477 m) . Von hier mit dem Bus oder mit dem Taxi weiter nach Bourg St. Pierre (1.632 m).

Dauer rund 7 Stunden; 1000 Hm Aufstieg, 2000 Hm Abfahrt.

3. Tag: Bourg St. Pierre – Valsoreyhütte (3.030 m), Anstieg durchs Valsorey zur Cabane de Valsorey.

4. Tag: Valsoreyhütte – Chanrionhütte (2.462 m), Aufstieg zum Plateau du Couloir (3.664m) und weiter zum Col du Sonadon (3504m). Abfahrt auf dem Durandgletscher zur Chanrionhütte (2.462 m).

Dauer rund 6 Stunden; 900 Hm Aufstieg, 1900 Hm Abfahrt.

5. Tag: Von der Chanrionhütte über den Otemmagletscher zum Pigne d’Arolla (3.796 m). Abfahrt zur - Vignetteshütte (Cabane des Vignettes, 3.158 m).

Dauer rund 7 Stunden; 1400 Hm Aufstieg, 700 Hm Abfahrt.

6. Tag, die Königsetappe: Von der Vignetteshütte über den Col de l’Evêque (3.392 m), Col du Brulé (3.213 m), Col de Valpelline (3.562 m) und am Matterhorn vorbei die Abfahrt nach Zermatt. Mit der Gornergratbahn zur Auffahrt zur Station Rotenboden und Abfahrt über den Gornergletscher auf den Monte Rosa zur Monte-Rosa-Hütte (2.883 m). In Variante über den Schwarzsee direkt zur Monte Rosa Hütte.

Dauer rund 8 Stunden; 900 Hm Aufstieg, 2400 Hm Abfahrt.

Strahlhorn (4190 m), rechts Rimpfischhorn (4199 m), dazwischen der Adlerpass, Allalingletscher

7. Tag von der Monte Rosa-Hütte über den Stockhornpass und den Adlerpass (3.733 m) zur Britanniahütte (3.030 m) und Abfahrt zum Endpunkt der Route in Saas-Fee.

Daten zur Tour insgesamt: runde 180 km Wegstrecke mit Aufstieg / Abfahrt: ca. 5.660 mH / 10.220 mH; gesamte Gehzeit ca. 42 h (als 7-Tagestour).

Niedrigster Punkt ist Orsières (882 m), höchster Punkt der Adlerpass (3.773 m). Berggipfel sind nicht direkt Teil der Route, es liegen aber rund dreißig Viertausender entlang der Strecke, von denen einige mit einem kurzen Abstecher möglich sind.

Im Sommer[Bearbeiten]

Im Sommer kann der Wanderweg Walker's Haute Route begangen werden. Sie folgt im groben Verlauf der oben beschriebenen Skitour, führt aber nicht über Gletscher und ist deutlich länger, zum Beispiel durch die Umwege über Meiden und Verbier, obwohl sich die Routen bei Arolla überschneiden.

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Allgemeine Ausführungen zum Klima siehe auch im Abschnitt Klima / Walliser Alpen.

Literatur[Bearbeiten]

Führer[Bearbeiten]

  • Michael Waeber: Haute Route, von Chamonix nach Zermatt/Saas-Fee. Rother, 2009 (1. Auflage), (Rother Skitourenführer), ISBN 978-3-7633-5919-6; 176. 14,80 €

Karten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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