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Unesco-Welterbestätten in Asien
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Fuji

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Der Fuji-san oder Berg Fuji (japanisch: 富士山 Zum Anhören bitte klicken!, IPA: [ɸɯʑisaɴ]) ist ein seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr ausgebrochener Vulkan und mit 3776 m der höchste Berg Japans.

Hintergrund[Bearbeiten]

一度も登らぬ馬鹿
二度登る馬鹿
„Wer den Fuji einmal besteigt, ist weise, wer ihn zweimal besteigt, ein Dummkopf.“


Wie bei vielen Dingen in Japan gibt es eine offizielle Saison. Man sagt, außerhalb dieser wäre die entsprechende Aktivität „gefährlich.“ Wer den Fuji außerhalb der Saison (Anfang Juli bis Mitte September) besteigen möchte sollte bedenken, daß alle Hütten geschlossen sind und keine Vorräte beschafft werden können. Vernünftige Planung und Bergausrüstung für 2-3 Tage ist dann mitführen. Eine Bergwacht gibt es in Japan nicht.

Der Berg ist seit 1936 Teil des 121,7 km² (nicht zusammenhängend) großen Fuji-Hakone-Izu National Parks.

Zur Aussprache[Bearbeiten]

Der Fuji wird im Deutschen meistens Fujiyama genannt. Das ist aber eigentlich falsch: Das Schriftzeichen 山 („Berg“) kann zwar in manchen Kontexten wie …yama ausgesprochen werden, wird hier aber von allen Japanern …SAN. ausgesprochen.[1] So sollte man also entweder vom Fujisan sprechen, oder, falls man seine unwissende Umwelt nicht zu sehr verwirren möchte, einfach vom „Fuji“ (oder man weicht auf die englische Bezeichnung „Mount Fuji“ aus).

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Baumgrenze liegt um 2400 m.

Klima[Bearbeiten]

Selbst im Hochsommer liegt die Höchsttemperatur im Gipfelbereich selten über 7 °C, über 3000 m ist immer mit Frost zu rechnen. Im Winter wurden am Gipfel Tiefsttemperaturen von -40 °C gemessen. Es herrschen ganzjährig dauernde Winde, ø 11m/s (Windstärke 2-3), gemessen wurden 1966 schon 91m/s (Windstärke 10). Bei aufziehenden Taifunen (ab Ende August zu erwarten) kann der Zugang zum Berg kurzfristig gesperrt werden.

Anreise[Bearbeiten]

Wege auf den Fuji.

Wegen „Überfüllung“ sollte man die Besteigung an Wochenenden im Juli und August sowie um O-Bon unbedingt meiden. Die allerwenigsten Wanderer steigen auf einer Seite hoch, dann über einen anderen Pfad hinunter.

Man lasse sich vom Namen des Mt. Fuji – Shizuoka Airport nicht täuschen. Er liegt gut achtzig Kilometer entfernt.

Routen Gotemba, Subashiri oder Suyama

Die preislich günstigste Variate der Anfahrt aus Tokio-Shinjuku sind die Züge der privaten Odakyu-Linie. Man steigt in Shin-Matsuda (84 min., ¥ 780) nach Matsuda in die Gotemba-Linie um. Der zuschlagpflichtige Schnellzug Romance Car verkehrt nur 3-4 Mal täglich. Ein Sonderangebot ist der drei Tage gültige (2014) ¥ 7400 teure Fuji Hakone Pass erhältlich im Odakyu Sightseeing Service Center mit dem man zahlreiche Verkehrsmittel der Region benutzen kann.

Fujinomiya

Per JR-Minobu-Linie über Kōfu und die Chūō-Hauptstrecke fährt man nach Tokio und Nagoya. Vom anderen Ende her kann die Tōkaidō-Hauptstrecke, die Verbindungen besonders in den Süden Tokios herstellt und nach Yokohama bzw. Osaka und Nagoya benutzt werden.

Es verkehren saisonal auch direkte Busse zur 5. Station von den Bahnhöfen der Tōkaidō-Linie, Mishima und Shizuoka. Diese fahren auch die jeweiligen Shinkansen-Halte an.

Ōtsuki

Die kurze private Ōtsuki-Linie (大月線) hat in diesem Ort Anschluß zur Chūō-Hauptstrecke. Man gelangt per Bus von den Bahnhöfen Fujisan (富士山) und Kawaguchiko (河口湖) nach Umagaeshi oder die 5. Station der Fuji-Subaru mithin zum Beginn des Yoshida Trails.

Fujiyoshida

Fujiyoshida (富士吉田市) ist auch ein guter Ausgangspunkt für den Besuch der „fünf Fuji Seen“ (富士五湖, Fuji-goko) und in die Gegend von Hakone. Wegen Umsteigens ist der Ort von Tokio nicht so schnell wie andere zu erreichen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Firma Keio betreibt eine Expreßbuslinie mit der man von Shinjuku verkehrsabhängig in 2-2½ Stunden für ¥ 2700 direkt zur 5. Station gefahren wird. Der Fahrkartenverkauf und die Haltestelle in Shinjuku ist ggü. Yodobashi Camera (35°41'23,7" N, 139°41'53,3" O) an der Ostseite des Bahnhofs, durch die Unterführung.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt mehrere ausgewiesene Wege hinauf, teils mit Seilen markiert. Bis zur jeweils „5. Station“ kann man fahren, danach beginnt der Fußmarsch.

Yoshida Trail[Bearbeiten]

Dieser Pfad, gelb markiert, beginnt in der Präfektur Yamanashi und führt zum Hakusandate. Die 5. Station liegt auf 2300 m. Der Aufstieg (7½ km) dauert 5-7 Stunden, der Abstieg rund zwei Stunden weniger. Dieser wohl populärste Pfad ist auch der für Ungeübte am besten geeignete. Um am Gipfel noch den höchsten Punkt Kengamine zu erreichen ist man etwa weitere 1½ Stunden unterwegs.

Die mautpflichtige Straße Fuji Subaru Line ist im Juli und August für privaten Autoverkehr gesperrt. Es verkehren nur direkte Busse von den Bahnhöfen Fuji-Stadt, Kawaguchiko und Hokuroku Park.

Zwischen 7. und 8. Station gibt es mehrere Hütten. Mit zwölf derartigen Einrichtungen ist dies der am besten ausgestattet Pfad.

8. Station

Subashiri Trail[Bearbeiten]

Der Weg, rot markiert, trifft auf Höhe der 8. Station mit dem Yoshida Trail zusammen. Der Weg führt in weniger Serpentinen hinauf.

Fujinomiya Trail[Bearbeiten]

Dieser Weg aus südlicher Richtung, mit Ausblicken auf die Bucht von Suruga, beginnt Fujinomiya. Er ist mit nur etwa fünf Kilometern die kürzeste Route, die hinauf in 4-7 Stunden zu bewältigen ist Auf- und Absteigende teilen sich einen Pfad.

Station 5 liegt auf 2400 m, 6 Unkaiso auf 2490. Es gibt eine „neue 7.,“ Goraikosanso auf 2780 m und die „ursprüngliche 7.“ auf 3100 m, genannt Yamaguchisanso. In der 8. Station, Ikedakan (3250 m) gibt es im Sommer einen Erste-Hilfe-Posten. Man erreicht den Gipfel, dessen öffentliche Toilette die menschenfreundliche Öffnungszeit 4.00-16.00 Uhr (!) hat, vorbei am Fuji Okuno-miya. Station 9 heißt Man'nen-yukisanso. Es gibt auch noch eine Nummer 9½ auf 3460 m Höhe.

Gotemba Trail[Bearbeiten]

Diese Route beginnt schon auf 1400 m bei der „neuen 5. Station.“ Es ist mit einer Länge von elf Kilometern die anspruchsvollste. Der Aufstieg dauert 7-10 Stunden, hinab geht es über einen etwas kürzeren Weg in 3-6. Die erste Hütte ist die 7. Station.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der shintoistische 1 Kusushi Schrein kann über zwei Serpentinenpfade (über Subashiri und Yoshida) von der 8. Station erreicht werden. Der gewundenere Pfad führt am Goraikō-kan (御来光館) vorbei.

Ein weiterer Schrein ist der auf 3720 m gelegne 2 Fuji Okunomiya ein Zweigtempel des Hongu Sengen Taisha in Fujinomiya wo alljährlich Zeremonien zur Saisoneröffnung abgehalten werden. Direkt daneben ist die Hütte

Aktivitäten[Bearbeiten]

Hoffen, daß am Morgen keine Wolkendecke den Fernblick trübt.

Postkarten im höchstgelegenen Postamt des Landes aufgeben (nur Juli/August).

Im Juli findet seit gut sechzig Jahren das Fuji Mountain Race statt, das üblicherweise vor dem Rathaus von Fujiyoshida beginnt. Etwa 1500-2000 Läufer hecheln dann den Berg hinauf, die Schnellsten in etwas über vier Stunden.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Hütten öffnen von Anfang Juni bis Mitte September. Reservierungen sind zur Hochsaison unerläßlich! Geboten werden, zu Preisen von rund 5-6000 Yen, Schlafgelegenheiten auf Pritschen. Verpflegung kostet extra. Nicht-Gäste dürfen sich für eine Pauschale von ¥ 1000 oder 2000 ein paar Stunden erfrischen.

Die meisten Japaner wollen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein, da der Berg gerne in den Wolken steckt ist nicht immer ein Fernblick zu erwarten. (Richtung Tokio kommt noch der Smog hinzu.) Sie reisen daher am Vortag an, steigen nachmittags zur jeweiligen 7. oder 8. Station, übernachten in den Hütten (siehe unter den einzelnen Trails), wobei wegen des Betriebs an Schlaf selten zu denken ist und werden von den Herbergseltern zu nachtschlafender Zeit hinausgeworfen. Die Massen stolpern dann im Dunkeln ab ca. 3.00 Uhr den Rest des Weges hinauf.

Camping[Bearbeiten]

Campen würden Japaner wohl in den wenigsten Fällen. Außerhalb der Saison ist es sicherlich eine sinnvolle Alternative auch wenn ebene Flächen selten sind.

Jugendherbergen[Bearbeiten]

Es gibt einige Jugendherbergen in den Orten am Fuße des Berges.

  • Gotemba, 3857 Higashiyama, Gotemba-shi 412-0024 (Vom Bhf. 20 Min. mit Bus Ri. Hakone zum Higashiyama Camp-jo. 10 Min. zu Fuß.). Tel.: +81-550-82-3045.
  • Fujiyoshida, 2-339 Shimoyoshida-honcho, Fuji-yoshida 403-0004 (山梨県富士吉田市下吉田339) (10 Min. vom Bhf. Shimo-Yoshida.). Tel.: +81-555-220533.

Sicherheit[Bearbeiten]

Über 3000 Höhenmeter können die Symptome der Höhenkrankheit auftreten. Sie äußern sich anfangs in Atemnot und Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl. Die einzige sichere „Heilung“ ist der sofortige Abstieg. Bei nur wenigen Stunden dauernden Aufenthalten kann auf die „Volksheilmittel“ Aspirin und (Kandis)-Zucker lutschen für Linderung zurückgegriffen werden.

Die Pfade führen oft nicht in Serpentinen, sondern gerade den Berg hinauf, was eine ziemliche Anstrengung sein kann. Der Abstieg belastet die Knie sehr stark.

Die meisten Japaner besteigen den Fuji in der Art von „Flachlandtirolern,“ oft in Turnschuhen. Man sollte es ihnen nicht nachtun und feste Bergschuhe oder zumindest Wanderschuhe, die in Japan in Größen über 43 praktisch nicht erhältlich sind, tragen. Auch ist Kleidung für Frosttemperaturen sinnvoll. Das Mitführen einer Rettungsfolie und erster Hilfe Ausstattung ist anzuraten. Zumindest während der offiziellen Saison wird man selten alleine sein, im Winter gibt es in der Höhe keinerlei Hilfe. Bei Eis braucht man Steigeisen usw.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Toilettenbenutzung kostet am Berg einheitlich ¥ 200; es ist passend zu zahlen. („Hinter die Büsche gehen“ ist oberhalb der Baumgrenze schwierig.)

Das in den Hütten verfügbare Essen ist sehr teuer, es empfiehlt sich Verpflegung für zwei Tage mitzuführen.

Weiterfahren[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reay, Richard; Climbing Mt. Fuji: A Complete Guidebook; 2013 (Bouken International); ISBN 978-0992162306 [Verfasser ist seit 2008 der einzige nicht-japanische zugelassenen Bergführer]

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Die japanische Sprache kennt für die meisten Zeichen eine „einheimische“ kun-Lesung, sowie eine aus China übernommene ON-Lesung. (Letztere wird in westlichen Wörterbüchern üblicherweise durchgehend groß geschrieben, japanische Nachschlagewrke verwenden Katakana.)