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Fürst-Franz-Weg

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Der Fürst-Franz-Weg führt auf einem 70 km langen Rundkurs vom Dessauer Vorort Kühnau über Dessau-Ziebigk, und Vockerode, sowie Wörlitz und Mosigkau zurück nach Kühnau. Er wird auch Gartenreich-Tour genannt.

Streckenprofil[Bearbeiten]

Wegweiser
  • Länge: 70 km
  • Ausschilderung: Gut und normgerecht.
  • Steigungen: weitgehend ebener Weg, der oft auf Dämmen geführt wird, die durch Rampen erreicht werden.
  • Wegzustand: gut ausgebaute Route, die überwiegend auf Asphalt verläuft. In Waldbereichen oft wassergebundene Decke.
  • Verkehrsbelastung: überwiegend verkehrsfreie Führung. Im Bereich Mosigkau und zwischen Wörlitz und Oranienbaum werden öffentliche Straßen genutzt.
  • Geeignetes Fahrrad: Alltagsrad mit 3-Gangschaltung
  • Inlinereignung: keine Gesamtinformationen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Blick von der Jagdbrücke: Elbauen mit Mulde

Die bedeutendste Route des Dessauer Radwegenetzes ist der Fürst-Franz-Weg, weil er Stationen verbindet, die die Ideen des Aufklärungsfürsten Franz von Anhalt-Dessau nachzeichnen. Der Rundweg, der sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad absolviert werden kann, verläuft in großen Teilen parallel zum Europaradweg R1 und dem Elbe-Radweg. Auch mit dem Muldental-Radweg gibt es einen gemeinsamen Abschnitt. Die nördliche Hälfte verläuft meist erhöht auf dem Elbdamm. Den Radweg gibt es seit 1991 und er wird weiter ausgebaut.

Fürst Franz strebte eine harmonische Verbindung von Mensch, Natur und Landschaft an. Er sammelte Erfahrungen in Holland, Italien, Frankreich, der Schweiz und England, scharte gestalterische Berater, wie Eyserbeck, Schoch oder den Architekten Erdmannsdorff um sich, und schuf mit ihrer Unterstützung das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Es gilt als beispielhafte Umsetzung der Formensprache englischer Landschaftsgestaltung in Verbindung mit frühklassizistischer und neugotischer Architektur. Ortschaften, Schlösser, Parkanlagen, Alleen und Kleinarchitekturen in natürlicher Landschaft fügen sich in einem schönen Wechsel aneinander und bilden eine Einheit mit den stillen Auen entlang der Elbe und Mulde; das gesamte Gebiet wurde als Biosphärenreservat "Mittlere Elbe" von der UNESCO unter Schutz gestellt.

Vorbereitung[Bearbeiten]

(Schloss) Park Oranienbaum

Ein guter Startpunkt ist das Luisium oder das McDonalds an der Ausfahrt "Dessau Ost", alternativ kommt auch Wörlitz in Betracht. Wer nur wenig Zeit aufwenden will, ist mit den Abschnitten östlich Dessaus besser bedient. Dort konzentrieren sich die Höhepunkte der Route.

Eventuelle Fahrten mit der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn können Sie in der Regel spontan nach Fahrplan unternehmen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Dessau ist ein Bahnknotenpunkt mit Verbindungen nach Magdeburg, Potsdam/Berlin, Wittenberg, Bitterfeld/Leipzig bzw. Halle und Köthen. Mit seltenen Ausnahmen verkehren Regionalzüge.

Fernbus[Bearbeiten]

Es gibt bislang (Stand 01-2017) täglich zwei Fernbusverbindungen von Berlin (SXF, Südkreuz, ZOB) nach Dessau.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Wer mit dem Auto fährt, reist über die Autobahn 9 (München-Berlin) an. Die Ausfahrt Dessau-Ost kreuzt die Radroute. Ferner ist die Anreise auch über die Bundesstraße 184 und 185 möglich. Aus Richtung (Nord-)Westen kann die Anreise auch über die Autobahn Leipzig-Magdeburg, Abfahrt Calbe und dann über Calbe/Aken erfolgen. In der Nähe der Schlösser (Luisium, Wörlitz, Mosigkau, Oranienbaum) gibt es Parkplätze. Jenseits des Zentrums herrscht in Dessau keine Not an Parkmöglichkeiten.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Fürst-Franz-Weg ist mit dem Europaradweg R1, dem Elbe-Radweg und dem Muldental-Radweg verknüpft. Auch die D-Route 11 Bayern - Ostsee nutzt den Fürst-Franz-Weg. Der Elbradler lernt den nördlichen, der Elbe nahen Teil, kennen. Die anderen Routen passieren Dessau etwas südlicher.

Mobilität vor Ort[Bearbeiten]

Eine Museumsstrecke, die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn, führt zum nahegelegenen Wörlitzer Park (Verkehrstage in der Saison täglich, in der Nebensaison Mi, Sa, So, Feiertags). Diese Bahnlinie führt größtenteils parallel zum Fürst-Franz-Weg und eignet sich deshalb zur Rückfahrt von Wörlitz, wenn man sich nur den halben Wanderweg vornimmt.

Fahrradverleih (Reihenfolge nach Wanderwegroute):

  • Fahrradverleih am Hauptbahnhof, Mobilitätszentrale, Tel.: 0340/213366
  • Fahrradcenter am Flugplatz, Hauptstr. 183a, Dessau-Kleinkühnau, Tel.: 0340/617129
  • Fahrradverleih D. Becker & Sohn, Coswiger Str. 47, Dessau-Waldersee (an der Jonitzer Kirche), Tel.: 0340/2160113
  • Fahrradverleih Wörlitz Harald Graul, Grabengasse 49a, Wörlitz, Tel.: 034905/22117
Dessauer Tor

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Gebäude und Monumente[Bearbeiten]

Entlang der Route gibt es regelmäßig Monumente wie z.B. das Dessauer Tor. Zwischen den einzelnen Objekten gibt es oft längere Abstände. Unser Route startet in Großkühnau:

Rapunzelturm
  • (Schloss) Großkühnau - in diesem einfacheren, klassizistischen Schloss wohnte der jüngste Bruder von Fürst Franz, Albert-Friedrich. Der Park wurde am Südufer des Kühnauer Sees und auf künstlichen Inseln im See angelegt. Obstanlagen und ein Weinberg ergeben das Bild eines Nutzgartens. Ob das Radeln erlaubt ist, ist nicht bekannt.
    • Löwentor
    • Rittertor
    • Weinberghaus
  • Rapunzelturm - am Radweg
Das Kornhaus - Restaurant in Bauhaus-Architektur
  • Kornhaus - Bauhaus-Architektur mit Gastronomie
  • Elbpavillon - hatte einst eine ähnliche Funktion wie die Wallwachhäuser, ist allerdings höher als jene. Jetzt kann man das Gebäude als Ferienwohnung mieten.
  • Georgium - Schloss und Garten, errichtet von und benannt nach Franz' jüngerem Bruder Georg. Um alles zu sehen, muss man die Schleife des Franzweges in das Georgium nach Süden erweitern. Der Teil nördlich der beiden Bögen heißt auch Beckerbruch und wird durch einen künstlichen Wall vom südlichen Schlosspark getrennt. Im Georgiumpark darf geradelt werden.
    • Amor mit Köcher - Skulptur
    • Fürstensitz
    • Diana Agrotera - Skulptur
    • Ruinenbrücke - darf nicht auf dem Rad überquert werden
    • Weißer Bogen - von Norden gesehen ebenfalls rot, von Süden aber eher weiß
    • Roter Bogen - ganz in Rot
    • Vasenhaus
Mausoleum
    • Fremdenhaus
    • Ionischer Tempel
    • Blumengartenhaus
    • Römische Ruine "7 Säulen" - weit ab von der Route
    • Mausoleum - das Gebäude befindet sich in einem Tierpark und kann nicht betreten werden.
  • Wallwitzburg - Miniburgruine auf dem Wallwitzberg. Namengebend ist das Geschlecht derer von Wallwitz, die dieses Gebiet bis zum 16. Jahrhundert besaßen.
  • Landhaus - im Stil eines englischen Gartenhauses aus dem Jahr 1890 mit historischen Wurzeln. Traditionelle Gastronomie mit Möglichkeit der Übernachtung [1]
  • Jagdbrücke - erneuerte Holzbrücke über die Mulde
→ hier endet der Muldental-Radweg
Schloss Luisium
  • (Schloss) Luisium - seiner Frau Luise gewidmet, die vermutlich dorthin geschickt wurde, wenn sie bei Geschäften und amourösen Affairen störte. Teilweise ist das Radeln im Park verboten.
    • Schlangenhaus
    • Eremitenhöhle
Cave of the Hermit
  • Triumphbogen
Diana und der Faun
  • Sieglitzer Berg - ein Waldpark, den der Elbdamm und Radweg schnurgerade durchzieht
    • Dessauer Tor
    • Klassizistisches Tor
    • Burgtor
    • Diana und der Faun - 2014 wurde der Faun, gelegentlich auch als "Satyr" oder "Apoll" bezeichnet, stark beschädigt. Inzwischen ist der Faun wieder hergestellt und besser als je zuvor. Im Moment wird der Deich verstärkt und der Radweg umgeleitet, vielleicht für immer.[April 2016]
    • Tempel der Diana
  • Rauhes Wallwachhaus - die von 1770 bis 1800 erbauten Wallwachhäuser dienten dem Hochwasserschutz. Ihre individuelle Gestaltung macht sie sehenswert.
  • (Schloss) Wörlitz - Die größte Gartenanlage, die von Fürst Franz gestaltet wurde. Radfahren im Park ist nicht erlaubt. Zu Fuß ist der große Park nur mühsam zu erschließen.
Pantheon
    • "Stein" Insel - leicht über den Elbe-Radweg zu erreichen. Der Eintritt auf die Insel kostet 6 Euro.
    • Amaliengrotte
    • (Neo)Gotisches Haus
    • Hängebrücke
    • Eiserne Brücke - erste kontinentaleuropäische Gusseisenbrücke
    • Küchenhaus - die ehemalige Schlossküche bietet ein gastronomisches Angebot.
    • Wurzelhaus
    • Pantheon - von 1795 bis 1797 wurde der Tempel nach dem berühmten Vorbild in Rom errichtet. Religiöse Motive spielten dabei wohl keine Rolle.
    • Rotes Wallwachhaus
  • (Schloss) Oranienbaum - Bau durch den niederländischen Baumeister Cornelis Ryckwaert, der die Anlage bereits 1685, also vor der Zeit von Franz fertigstellte. Franz interessierte sich allem für die Gärten, die er im chinesischen Stil neu gestaltete.
    • Chinesisches Haus/Teehaus
    • Pagode
  • Kapenwald - ein Wald mit Radweg entlang eines Wassergrabens ("Kapengraben"), aber auch eine Biberfreianlage, die allerdings nur am Wochenende öffnet. Das Eintrittsgeld kommt den Bibern zugute.
    • Kapenschlösschen - ist seit 1991 Sitz der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe. Die einstige Wassermühle am Kapengraben wurde vor Jahrhunderten von einer Müllerfamilie betrieben.

Nach Querung der BAB 9 begegnen wir einer Mc-Donalds-Filiale und dem Kaufland Center Dessau, der im Komplex auch mehrere Imbissrestaurants hat.

  • Napoleonsturm
  • (Schloss) Mosigkau - die unverheiratete anhaltische Prinzessin Anna Wilhelmine ließ dieses Schloss im Rokoko-Stil errichten. Das Schloss ist recht abgelegen und erfordert lange Wege. Mosigkau hat einen Regionalbahnhof, den man zum Überbrücken der Distanz nutzen kann.
    • Kavalierpavillon

Anschlussrouten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Krawulsky: Dessau-Wörlitz, Führer durch das Gartenreich, edition RK, ISBN 978-3934388048
  • Christian Pürschel: Rund um das Dessau-Wörlitzer Gartenreich: Radführer, Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3898128841
  • Aktivurlaub im Gartenreich, Radwanderung auf dem Fürst-Franz-Weg von Gerhard Becker und B. Petzhold, (vergriffen) ISBN 978-3910192102

Weblinks[Bearbeiten]


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