County Meath
| County Meath | |
| Hauptstadt | Navan |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 194.942 (2016) |
| Fläche | 2.342 km² |
| Postleitzahl | |
| Vorwahl | |
| Webseite | www.meathcoco.ie |
| Tourist-Info | discoverboynevalley.ie (dt.) |
Der County Meath liegt im Osten in der Republik Irland. Es grenzt im Norden kurz an das County Monaghan, im Nordosten an County Louth, im Osten an die Irische See, im Südosten an Region Dublin, im Süden an County Kildare, im Westen an County Westmeath und im Nordwesten an County Cavan. Hier finden sich entlang des Flusses Boyne etliche für die irische Geschichte bedeutende Stätten.
Regionen
[Bearbeiten]Meath ist eher flach und landwirtschaftlich geprägt. Durch die Nähe zur Metropole Dublin ist der Südosten Teil des Speckgürtels. Meath hat Anteil an der Küste zur Irischen See. Die nördliche Grenze bildet der Mündungstrichter des Boyne.
Städte
[Bearbeiten]- 1 Navan - (30.000 Einwohner), Die Hauptstadt von Meath und ein wichtiges Verwaltungs- und Handelszentrum mit historischem Charme.
- 2 Ashbourne - (13.000 Einwohner), Eine schnell wachsende Pendlerstadt mit moderner Infrastruktur und Nähe zu Dublin.
- 3 Kells - (6.000 Einwohner), Berühmt für das „Book of Kells“, ein Meisterwerk frühmittelalterlicher Buchkunst.
- 4 Oldcastle - (1.500 Einwohner), Eine Kleinstadt nahe den Loughcrew Cairns, uralten Megalithgräbern aus der Jungsteinzeit
- 5 Drogheda - (41.000 Einwohner). Eine historische Stadt an der Grenze von Meath und Louth, bekannt für ihre mittelalterliche Altstadt, das St. Oliver Plunkett-Schrein und ihre Rolle im Englischen Bürgerkrieg.
- 6 Trim (Baile Átha Troim) Kleinstadt mit einem Kastell aus normannischer Zeit mit informativen Schautafeln, das als Drehort für den Film Braveheart genutzt wurde. Wiederhergestellt sind Außenmauern der Ruine.
Weitere Ziele
[Bearbeiten]- Brú Na Bóinne Archaeological Park: neolithische Gräber, Menhire
- Hill of Tara Grabkomplex aus neolithischer bis frühchristlicher Zeit
Hintergrund
[Bearbeiten]Das fruchtbare, leicht zu erschließende Land in der Mitte Irlands (Meath ist verballhorntes Gälisch für Mitte) ist in historischer Zeit stets besiedelt gewesen, wovon entsprechende Spuren zeugen. Der Besitz dieses Landstrichs machte das Leben für jeden Herrscher einfacher, so war Meath entsprechend umkämpft, zuletzt in der Schlacht am Boyne 1690, in der die irische Unabhängigkeit gegen die englische Übermacht für einige Jahrhunderte unterging.
Meath gehört zu den dichter besiedelten Counties Irlands, im Südosten macht sich der Einfluss der Metropole Dublin bemerkbar. Das Land wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, nur wenige Prozent der Fläche sind bewaldet bzw. unkultiviertes Moorland.
Sprache
[Bearbeiten]Überwiegend Englisch, nur wenige Inseln mit vorwiegend Irischer (gälischer) Sprache
Anreise / Mobilität
[Bearbeiten]Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Der nächste Flughafen ist 1 Dublin International Airport (IATA: DUB) .
Mit dem Schiff
[Bearbeiten]Wer über ein seetaugliches Schiff verfügt, kann Meath anlaufen, wird aber nur in Drogheda, das Mündungsästuar des Boyne hinauf, eine Anlegemöglichkeit finden. Sonst gibt es an der kurzen Küstenlinie keinen Hafen.
Die nächsten Fährhäfen befinden sich in der Region Dublin.
Mit der Bahn
[Bearbeiten]Die Regionalbahn Dublin-Connolly - Dundalk (-Belfast) bedient den östlichen, küstennahen Teil des County mit dem
Haltepunkt Laytown (Stáisiún na hInse) .
Die Strecke Dublin-Connolly ↔ Sligo berührt County Meath in
Enfield (Stáisiún an Bhóthair Bhuí) im Südwesten. Weitere Halte in Nachbarcounties sind Maynooth (County Kildare), Kilcock (County Kildare), Mullingar (County Westmeath).
Die Bahnstrecke Dublin - Navan wird nicht mehr befahren; eine Wiedereröffnung wird diskutiert und soll geplant 2036 erfolgen. Nur der Teil ab 2 M3 Parkway Station wird von Pendlerzügen nach Dublin befahren.
Auf der Regionalbahn-Strecke Dublin-Heuston ↔ Carlow kommt der
Haltepunkt Clondalkin-Fonthill (Cluain Dolcáin/Cnoc an Fhuaráin) (County South Dublin) in Frage.
Es wird empfohlen, Dublin nicht mit dem PKW zu bereisen!
Mobilität
[Bearbeiten]Regionalbusverkehr konzentriert sich um Drogheda.
Die touristische Route Boyne Valley Drive verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nahe des Flusses in beiden Counties.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]- 1 Hill of Tara (Teamhair; östlich Trim, zwischen Navan und Dunshaughlin). Tel.: +353469025903 Der früh-mittelalterliche Sitz der irischen Hochkönige. Früheste Grabfunde sind aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert. in den mittelalterlichen Annalen von Inisfallen wird eine hier geschlagenen Schlacht erwähnt (980er). An der Ostseite steht die Kirche Saint Patrick’s, erbaut 1822/3, heute ist darin das Besucherzentrum. Kirchliche Dokumente nennen 1190 und 1212 einen ersten Bau an dieser Stelle. 1843 wurde das verfallene Tara erstmals zum Zentrum des enstehenden irischen Nationalmus durch Daniel O’Connell. Der britische Premier John Russell (1792–1872) erbte die zugehörige Herrschaft. Bekannte irische Nationalisten nutzten den Ort für Proteste im frühen 20. jahrhundert. So hat Maud Gonne aus Anlaß der Krönung Edward VII. gegen die Polizisten den “Soldier’s Song” (= “A Nation Once Again,” die heutige Nationalhymne) entgegengesetzt. Der irische Staat kaufte das Gelände 1952 bzw. 1972, um hier eine die Gedänkstätte einzurichten. Geöffnet: Visitor Centre 10.00-17.00.
- Battle of the Boyne Vistor Centre (Besucherzentrum Schlacht am Boyne), im Oldbridge House (Bus 163 aus Drogheda, 3–4 tgl.). Tel.: +353419809950. Geöffnet: 10.00-17.00.
Der Sieg der protestantischen Besatzer am Boyne wird bis heute am 12. Juli von den protestantisch-unionistischen Traditionsverbänden in Nordirland mit Paraden gefeiert, was auch nach Abschluss des Friedensvertrags von 1998 noch regelmäßig Anlass zu Unruhen zwischen protestantischen und katholischen Gruppen gibt. Vor allem die Oranier-Märsche befeuern den Nordirlandkonflikt, hierbei werden z.B regelmäßig katholische Kinder am Schulweg angegriffen. Zudem werden am Abend vor dem 11. Juli rund um Belfast in der Bonfire Night hunderte Freudenfeuer entfacht.
Slane
[Bearbeiten]- Das im Besitz eines englischen Aristokraten befindliche 2 Slane Castle (Caisleán Bhaile Shláine) wird im August im Rahmen des Slane Festivals auch für Popkonzerte genutzt (deren Erlöse den Wiederaufbau nach einem Brand 1991 finanzierten). Geführte Touren durch Schloß und Anlage gibt es nur an bestimmten Tagen, oder für Gruppen. In jedem Fall ist auf der Webseite zu buchen.
- Francis Ledwidge Museum, Janeville, Slane, Co. Meath. Wohnhausmuseum des 1917 als Dreißigjähriger gefallenen Dichters.
- Die Ruine des 3 Fennor Castle ist auf der anderen Seite des Flusses.
- Millhouse, The Millhouse, The Old Mill, Slane, Co. Meath. Zum Luxushotel umgebauter Landsitz zu dem ein altes Wasserkraftwerk, Schnapsbrennerei und weitere Ruinen gehören. Gruppen und Hochzeitsgesellschaften werden bei der Buchung bevorzugt.
Brú na Bóinne
[Bearbeiten]Bei den 4 Brú na Bóinne (Boyne Valley tombs)
, zugleich Nationalpark, handelt es sich um eine Ansammlung jungsteinzeitlicher Megalith-Grabstätten, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Dabei haben gaelische Philologen, die von Geschichte und Archäologie wenig Ahnung hatten einiges zusamengeschwurbelt. Viele Esoteriker folgten ihnen im Schlepptau. Ebenso, wie in Stonehenge, hat die Rekonstruktion in den 1960-70ern, durchaus mit nicht wenig Stahlbeton – einem sehr unsteinzeitlichem Baumaterial – einen Teil der Anlagen „passend gemacht.“ Der kleinere Teil der Anlagen liegt im County Louth, auch jene Teile werden hier mit beschrieben. Insgesamt verteilen sich auf 720 Hektar vierzig begehbare Grabstätten, die etwa ab 3200 v. u. Z. über drei bis vier Jahrhunderte angelegt worden sind. Als erster „Entdecker,“ 1699, gilt Edward Lhywd. Im 20. Jahrhundert forschten anfangs R.A.S. Macalister, Spezialist für die Ogham-Keilschrift und dann Sean P. O’Ríordáin nur außen. Erst M. J. O’Kelly leitete 1962–1975 Forschungen im Inneren. Er postulierte 1967 die Theorie des Kalenders un der Markierung für die Wintersonnwende. Bis in die 1980er glaubten Archäologen der Komplex stamme aus der Bronzezeit, spätere Spuren einer Nutzung aus der Eisen- und Römerzeit fand man ebenfalls. Die meisten Fundstücke sind in den Magazinen des irischen Nationalmuseums in Dublin. Was man ausstellt ist nach Perioden getrennt in verschiedenen Sälen dort.
- 5 Newgrange (Sí an Bhrú) Die größte Grabstätte, deren Namen oft synonym mit dem ganzen Feld verwendet wird. Die Anlage ist älter als die ägyptischen Pyramiden und beeindruckt durch ihre Wintersonnenwend-Ausrichtung. Jährlich zur Wintersonnenwende erfolgt 2–3 Tage eine exakte Lichtführung des Sonnenlichts in die Grabkammer, was ein Highlight für Besucher darstellt. Es ist ein interessanter Zeuge der Baukunst der steinzeitlichen Megalithkulturen. Geöffnet: Newgrange und Knowth nur mit Führungen, die beim Visitor Centre ganzjährig beginnen.
- 6 Knowth (Cnobha) Knowth bilden eine große und siebzehn kleinere Grabstätten. In den künstlerisch reich verzierten Grabkammern wurde die Asche von Toten plaziert. Zur Anlage gehören etwa 200 künstlerisch bearbeitete Steine. Auch die mittelalterlichen „Könige“ von Brega (6.–8. Jhdt.) hatten hier oben ein Fort.Es folgte (landwirtschaftliche) Nutzung durch das nahe Kloster Mellifont, bis 1941 erste Ausgrabungen begannen. Nach 1963 errichtet der Archäologe George Eogan eine Mauer aus Stahlbeton, die zusammen mit dem schon während der Eisenzeit erfolgten Umbau der Eingänge es umstritten macht ob die Ost-West-Ausrichtung ursprünglich sich mit den Sonnenwende deckte. Geöffnet: bei Führungen kann man von der Ostseite hineinblicken.
- 7 Dowth Hall Der Herrensitz aus der georgianischen Ära wurde 2023 von der Regierung gekauft, nachdem direkt darunter 2018 ein weiteres steinzeitliches Mausoleum entdeckt hatte. Geöffnet: wegen Forschungen und Umbaus bis auf weiteres geschlossen.
- Netterville Manor. Das Armenhaus aus viktorianischer Zeit, das zur Dowth Hall gehörte, erbaut 1877 wurde bis 1960 als solches genutzt. Heute ist hier ein Konferenzzentrum.
Aktivitäten
[Bearbeiten]Ausflüge nach Dublin
Literatur
[Bearbeiten]- Hartwell, Barrie; Ballynahatty: Excavations in a Neolithic Monumental Landscape; Oxford 2024 (Oxbow Books)
- Hensey, Robert; First Light: The Origins of Newgrange; Havertown, PA 2015 (Oxbow Books)
- O’Kane, Finola; Views of Victory: The Landscapes of the Battle of the Boyne; in: Stephen H. Whiteman (Hrsg.): Landscapes and Authority in the Early Modern World Philadelphia 2023 (University of Pennsylvania Press); ISBN 978-1-5128-2358-5, S. 175–196
- Murphy, Anthony; Newgrange: Monument to Immortality; Dublin 2012 (Liffey Press)
- Waddell, John; Archaeology and Celtic Myth: An Exploration; Dublin 2014 (Four Courts Press)
Weblinks
[Bearbeiten](Stand: Jul 2025) www.meathcoco.ie – Offizielle Webseite von County Meath
- Wintersonnwende in Newgrange beim irischen Nationalmuseum (engl.)





