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Bibā

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Bibā ·ببا
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Biba, auch Beba, Baba, Bibbeh, arabisch: ‏ببا‎, Bibā, ist eine Kreisstadt im ägyptischen Gouvernement Beni Suef. Eine ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist die Kirche des hl. Georg und das Mūlid, das Geburtsfest, des hl. Georg eine Woche vor Christi Himmelfahrt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage und Bedeutung[Bearbeiten]

Stadtplan von Bibā

Die unterägyptische Bibā befindet sich auf dem westlichen Nilufer, etwa einen Kilometer vom Flusslauf entfernt, 22 Kilometer südlich von Beni Suef und 140 Kilometer südlich von Kairo. Durch die Stadt verläuft der Ibrāhīmīya-Kanal, die Fernverkehrsstraße auf dessen Westseite und die Bahnlinie auf der Ostseite. Die von Norden nach Süden langgestreckte Altstadt befindet sich östlich des Kanals.

Ein Nilseitenarm trennt das Festland von der großen Insel 1 Gazīrat Bibā, ‏جزيرة ببا‎.

Die Herkunft des Ortsnamens ist umstritten. Gelegentlich wird spekuliert, dass der Name vom altägyptischen König Pepi I. aus der 6. altägyptischen Dynastie abgeleitet sei, was aber kaum nachvollziehbar ist.

Im Umkreis der Stadt wird Landwirtschaft betrieben. Unter anderem werden Bananen und Gewürz- und Medizinpflanzen angebaut. Auf der Ostseite des Nils befindet sich das neue, 2017 in Betrieb genommene Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk mit einer Leistung von 1,2 GW, 2 Beni Suef Power Station genannt, das mit Siemens-Gasturbinen ausgestattet ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge der Stadt Bibā, koptisch: Ⲡⲁⲡⲟ, Papo, griechisch: Πάπα, Pápa, liegen im Dunkeln. Farouk Gomaà hält es durchaus für möglich, dass der Ort mit den ähnlich lautenden altägyptischen Orten PꜢ-mꜢ, Pa-ma, bzw. Pr-pꜢ-mꜢ, Per-pa-ma, identisch sein könnte. Archäologische Belege aus altägyptischer Zeit fehlen jedoch. Die griechische Bezeichnung ist etwa seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. belegt.[2]

Wie bereits der französische Koptologe Émile Amélineau (1850–1915) ausführte,[3] stammt einer der frühesten datierbaren Hinweis aus dem koptischen Synaxar, dem Martyrologium, vom 25. Abib.[4] Der Heilige und Märtyrer Andūnīyā/Andoniya stammte demnach aus Banā/Babā. Seine Eltern wurden als fromm und gnädig beschrieben. Als er zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung am Anfang des 4. Jahrhunderts von der Folter der Märtyrer erfuhr, begab er sich zum Gouverneur in Anṣinā/Antinoë, um vor ihm seinen christlichen Glauben zu bekräftigen. Da ihm die Folter vor Ort nichts anhaben konnte, wurde er erst nach Alexandria und später nach Pelusium/el-Faramā im Westen des Nordsinai verbracht, wo er schlussendlich enthauptet wurde.

Im Mittelalter, so auch bei arabischen Historiker el-Maqrīzī (1364–1442) in seiner Kirchenliste[5], wurde der Ort und ein Georgskloster bzw. eine Georgskirche einige Male erwähnt. Seit 1890 ist Bibā das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Kreises.

Eine Besonderheit in Bibā ist, dass der heilige Georg gleichermaßen von Christen und Muslimen verehrt wird.[6]

Amélineau beschrieb 1893,[3] dass in Bibā [1886] 3.525 Einwohner zuzüglich 212 Beduinen lebten und dass es vor Ort eine Bahnlinie mit Bahnhof, eine Schule, ein Post- und ein Telegrafenamt sowie die Kirche für den hl. Georg gab. 2006 lebten in dieser Stadt etwa 57.700 Einwohner.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Beni Suef kommend bleibt man auf der (alten) Fernverkehrsstraße 02, der Aswan Agricultural Road, am Ibrāhīmīya-Kanal – man folgt also nicht der Stadtumgehung – und überquert die 1 Kanalbrücke in Bibā und anschließend die Gleisanlagen. Man folgt der Straße im Bogen ohne abzubiegen und gelangt direkt zur Kirche des hl. Georg.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Kreisstadt ist mit Mikrobussen aus Beni Suef erreichbar. Der 2 Busbahnhof Bibā, ‏موقف ببا‎, befindet sich westlich des Kanals in Bahnhofsnähe.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der 3 Bahnhof Bibā, ‏محطة ببا‎, an dem hauptsächlich Regionalzüge halten, befindet sich im Süden der Stadt. Etwas nördlich des Bahnhofsgebäudes gibt es eine Fußgängerüberführung über die Gleisanlagen.

Mobilität[Bearbeiten]

Um auf das Ostufer gelangen zu können, gibt es im Süden und im Norden der Stadt Autofähren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

3 Kirche des hl. Georg (كنيسة مارجرجس, Kanīsat Mār Girgis). Die Kathedrale mit ihrem hohem Glockenturm auf der Westseite wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Die Kirche besitzt nur einen Altar, eben für den hl. Georg. Links bzw. rechts daneben befinden sich Gebetsräume für Männer bzw. Frauen, die der hl. Jungfrau und dem hl. Antonius geweiht sind. Die Schirmwand enthält noch Teile der früheren, mittelalterlichen Schirmwand mit Elfenbeineinlegearbeiten. Die Kirche besitzt zudem noch zwei Ikonen aus dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung der Kreuzigung Christi und seiner Auferstehung. Die Wand- und Kuppelbemalung ist natürlich modern. (28° 55′ 17″ N 30° 59′ 12″ O)

Aktivitäten[Bearbeiten]

Eine Woche vor Christi Himmelfahrt, meist im Mai, findet das Mūlid, eine Wallfahrt, zu Ehren des hl. Georg statt.

Einkaufen[Bearbeiten]

In der Stadt findet ein Wochenmarkt statt.

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels gibt es in der nahe gelegenen Stadt Beni Suef.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Von Bibā aus lassen sich leicht Beni Suef, el-Faschn und el-Fant erreichen. Mit den Nilfähren ist auch die archäologische Stätte von el-Ḥība erreichbar. Im Südwesten der Stadt gelangt man nach Westen über die Dörfer Ṭarschūb, ‏طرشوب‎, Ṣafṭ Rāschīn, ‏صفط راشين‎, und Daschṭūṭ, ‏دشطوط‎, nach Dischāscha. Die dortige archäologische Stätte ist jedoch noch nicht für Reisende freigegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Timm, Stefan: Babā. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 1: A - C. Wiesbaden : Reichert, 1984, (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,1), ISBN 978-3-88226-208-7, S. 271–273.
  • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo : American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 359.
  • Ramzī, Muḥammad: al-Qāmūs al-ǧuġrāfī li-’l-bilād al-miṣrīya min ʿahd qudamāʾ al-miṣrīyīn ilā sanat 1945 ; Bd. 2, Heft 3: Mudīrīyāt al-Ǧīza wa-Banī Suwaif wa-’l-Faiyūm wa-’l-Minyā. Kairo : Maṭbaʿat Dār al-Kutub al-Miṣrīya, 1960, S. 137 (Seitennummern oben).

Einzelnachweise

  1. Commercial operation of Siemens power plants to begin next week, Nachricht von Daily News Egypt vom 23. März 2017.
  2. Gomaà, Farouk ; Müller-Wollermann, Renate ; Schenkel, Wolfgang: Mittelägypten zwischen Samalūṭ und dem Gabal Abū Ṣīr : Beiträge zur historischen Topographie der pharaonischen Zeit. Wiesbaden : Reichert, 1991, (Tübinger Atlas des Vorderen Orients : TAVO / Beihefte / B ; 69), ISBN 978-3-88226-467-8, S. 92.
  3. 3,0 3,1 Amélineau, É[mile]: La géographie de l’Égypte à l’époque copte. Paris : Impr. Nationale, 1893, S. 74 f.
  4. Lives of Saints: Abib 25, koptisches Synaxarium (Martyrologium) zum 25. Abib.
  5. [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford : Clarendon Press, 1895, S. 341 f. (Nr. 30 in der Kirchenliste). Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
  6. Leeder, S.H.: Modern sons of the pharaohs : a study of the manners and customs of the Copts in Egypt. London, New York : Hodder and Stoughton, 1918, S. 136 f. Wilkinson, John Gardner: Modern Egypt and Thebes : being a description of Egypt ; including the information required for travellers in that country, Bd. 2. London : Murray, 1843, S. 20 f.
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