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Augusta (Sizilien)

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Augusta
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Augusta ist eine Stadt in der Provinz Syrakus an der Südostküste von Sizilien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Karte von Augusta (Sizilien)

Nachdem wohl schon zuvor eine Siedlung auf der der Küste vorgelagerten Halbinsel bestanden hatte, wurde die Stadt Augusta im Jahre 1232 unter Friedrich II von Hohenstaufen gegründet und ein Kastell erbaut. Nach dem Tod des letzten Staufferkönigs ging die Herrschaft an die Angioviner über, nach den Kämpfen des Sizilianischen Vesper um die Vorherrschaft über Sizilien wurde auf dem Kastell die Fahne des Hauses Aragon gehisst. Augusta ging als Lehen an die Familie Moncada, im Kampf gegen einen Versuch einer türkischen Invasion wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Festungsbauwerke verstärkt. Viele der Gebäude des Stadtzentrums wurden beim Erdbeben von 1693 mit Epizentrum im Val di Noto schwer beschädigt und mussten neu errichtet werden.

Neben der Bedeutung als Hafenstadt wurde 1918 ein Luftschiffhangar und ein Landeplatz für Wasserflugzeuge eingerichtet, 1943 war die Stadt Ziel alliierter Bombardements und Landeoperationen. Eine enorme Veränderung ergab sich in der durch Fischerei und Landwirtschaft geprägten Region durch die Ansiedlung der ersten Erdölraffinerie im Jahre 1949, die Auswirkungen der Ansiedlung der petrochemischen Industrie hat die Küstenregion um Augusta nachhaltig verändert.

Geschichte[Bearbeiten]

Von historischer Bedeutung ist die von Syrakus aus um 728 vor Christus gegründete griechische Kolonie von Megara Hyblaea, deren Ruinen im Süden der heutigen Stadt als grüne Oase zwischen verschiedenen Industrieanlagen liegen. Unter dem Tyrannen Gelo wurde die Stadt 481 vor Christus zerstört, aber wieder besiedelt. Zur definitiven Zerstörung von Megara Hyblaea kam es durch die Römer im zweiten punischen Krieg um 213 vor Christus.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist in Catania, von dem täglich mehrfach Busverbindungen nach Augusta geführt werden.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Bahnstation 1 Augusta der Linie Catania - Siracusa der Trenitalia liegt auf dem Festland, unweit der Altstadt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busverbindungen bestehen u.a. durch die Autolinee Scionti nach Catania direkt und über Lentini, und durch die AST in Richtung Syrakus.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Autobahn A18 Catania - Syrakus ist Augusta über die SS193 als Zubringer erreichbar, zur Insel mit der Altstadt führen zwei Brücken, die alte Brücke, welche durch die Porta Spagnola führt und das moderne Viadotto Federico II di Svevia weiter östlich.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Augusta verfügt über einen Kriegs-, Handels und auch Jachthafen, Fährverbindungen nach Salerno und Malta stehen bisher nur für den Warenverkehr zur Verfügung.

Mobilität[Bearbeiten]

Von der AST wird ein Stadtbusnetz in Augusta unterhalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Augusta: Porta Spagnola
Augusta: Castello Svevo
Augusta: Chiesa Madre
Augusta: Luftschiffhangar

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Der Hauptzugang auf die Altstadt auf der seit dem 16. Jahrhundert vom Festland abgetrennten Insel erfolgt über die Brücke zur Porta Spagnola, die Via Giovanni Lavaggi führt vorbei am Staufferkastell und biegt beim Hafen nach Osten in die Via Garibaldi ein. Der Corso Umberto I führt entlang an der Chiesa Madre längs durch die Altstadt bis nach Süden.

Kirchen und sakrale Bauten[Bearbeiten]

  • die 1 Chiesa Madre Maria SS. Assunta an der Piazza Duomo wurde 1680/90 erbaut und musste nach dem Erdbeben von 1693 neu aufgebaut werden, nach weiteren Beschädigungen in den Erdbeben von 1848 und 1990 wurde die Kirche nach der letzten Restaurierung im Dez. 2000 wieder ihrer Bestimmung übergeben.
  • die 2 Chiesa di Maria SS. Annunziata wurde auf Ruinen eines Baus aus dem 14. Jhdt. nach 1693 im Barockstil wieder aufgebaut, nach erneuten Beschädigungen im Erdbeben von 1990 wird die Kirche seit 2009 restauriert.
  • die 3 Chiesa di San Domenico mit dem anschließenden Konvent musste nach Zerstörung durch die Belagerung durch die Türken 1551 und nach dem Erdbeben von 1693 neu aufgebaut werden, im Erdbeben von 1990 nahm die Kirche erneut Schaden und konnte 2007 wieder eröffnet werden, das Fest zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt, dessen Statue in der Kirche steht, wird alljährlich am 24. Mai durchgeführt.
  • die einschiffige 4 Chiesa di San Giuseppe wurde nach dem Erdbeben von 1693 neu aufgebaut, nach erneuter Beschädigung durch das Erdbeben von 1990 wurde die Kirche nach langwierigen Restaurationsarbeiten 2009 wieder eröffnet, sehenswert ist u.a. ein Altar aus mehrfarbigem Marmor aus dem 18. Jhdt.
  • die 5 Chiesa del Carmine wurde 1565 nach der türkischen Belagerung erbaut und musste nach dem Erdbeben von 1693 neu aufgebaut werden. Nach erneuter Beschädigung im Erdbeben von 1990 wurde die Kirche 2008 nach einer sorgfältigen Restauration neu eröffnet. Mit der Schliessung der religiösen Orden wurde das angebaute Karmeliterinnenkonvent dem Staat übergeben, der das Gebäude heute noch als Carabinieri - Kaserne nutzt.
  • die 6 Chiesa delle Anime Sante aus dem 15. Jhdt. wurde ebenfalls nach 1693 im Barockstil wieder aufgebaut und musste nach dem Erdbeben von 1990 renoviert werden, im Innern finden sich zahlreiche Skulpturen und Gemälde aus dem 18. Jhdt.
  • die Chiesa delle Grazie wurde 1630/53 erbaut und musste ebenfalls nach dem Erdbeben von 1693 neu errichtet werden, im Innern findet sich ein Kruzifix aus dem 17. Jhdt. und ein Gemälde der "Madonna mit dem Kind".
  • die 7 Chiesa San Francesco di Paola wurde nach dem Erdbeben von 1693 neu errichtet, das angebaute Franziskanerkonvent wurde nach 1861 vom Staat übernommen und dient bis heute als Kaserne der Guardia di Finanza.
  • die 8 Chiesa di San Sebastiano wurde 1719 auf den Ruinen eines älteren Gotteshauses erbaut und wurde nach Beschädigungen im Erdbeben von 1990 bis 2002 renoviert, konnte aber noch nicht wieder eröffnet werden.
  • der eigenartige Rundbau der 9 Chiesa della Madonna del Perpetuo Soccorso wurde 1700 errichtet, die einfache Kirche wird heute von den Kapuzinern betreut.

Palazzi, Burgen und militärische Anlagen[Bearbeiten]

  • im 10 Palazzo Città an der Piazza duomo ist auch das Museo della Piazzaforte Augusta untergebracht, momentan stehen noch Umbauarbeiten an.
  • die 11 Porta Spagnola als Stadttor zeugt von der Herrschaft der Burbonen in Sizilien und wurde 1681 eingeweiht, zu diesem Zeitpunkt wurde auch die schmale Landbrücke, welche die Halbinsel von Augusta bis dahin mit dem Festland verbunden hatte, durchbrochen, was die Stadt zur Insel werden ließ. Nach Schäden durch das Erdbeben von 1990 wurde das Tor zwischenzeitlich restauriert.
  • das 12 Castello Svevo wurden von den Stauffern 1231/42 errichtet, es erlitt grösseren Schaden, als der Nordostturm mit dem Pulvermagazin 1693 explodierte, nachdem beim Erdbeben eine Öllampe einen Brand ausgelöst hatte. Das weitgehend schmucklose Gebäude wurde 1886 - 1978 als Gefängnis genutzt, nach dem Erdbeben von 1990 standen Stabilisationsmassnahmen an.
  • die runde Festung 13 Torre Avalos mit einem Durchmesser von 280 m an der Südspitze der Insel wurde 1570 nach den Angriffen der Türken erbaut und schützte über Jahrhunderte die Hafeneinfahrt. Die Festung wurde beim Erdbeben von 1693 stark beschädigt, der Leuchtturm wurde durch einen höheren ersetzt. Die italienische Marine und dann die Hafenmeisterei nutzten das Gebäude bis in die letzten Jahre, nachdem es verlassen wurde, ist die Zukunft ungewiss, die Festung ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
  • die Festungen 14 Forte Garçia und Vittoria wurden 1557 nach weiteren befürchteten Angriffen der Türken aus Malta im Nordwesten des Hafens auf zwei Felseneilanden erbaut. 1743 dienten die Festungen als Isolationslazarett in der Pest- und 1836 in der Choleraepidemie, um 1850 als Marinespital und später als Gefängnis. Die Gebäude wurden nach Rückgabe an die Marine als Magazine genutzt und vierzigjährigem Verfall der Stadt übergeben, welche mit Restaurationsmassnahmen begonnen hat, um die Festungen als Wahrzeichen der Stadt zu erhalten.
  • am Festland wurde 1918 ein enormer 15 Luftschiffhangar aus Stahlbeton errichtet, welcher heute als Zeugnis der italienischen Luftschifffahrt restauriert wird.

Museen[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das 1 Ospedale E. Muscatello liegt auf dem Festland

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Besuch des 17 Castello Brucoli an der Küste im Norden der Stadt im Ortsteil Brucoli

Area Archeologica di Megara Hyblaea[Bearbeiten]

Megara Hyblaea
Megara Hyblaea - Hauptweg

Die 18 Ruinen der 728 v.Chr. von Syrakus aus gegründeten griechischen Kolonie Megara Hyblaea sind im Industriegebiet von Augusta am Festland im Westen zu besichtigen:

  • Area Archeologica e Antiquarium di Megara Hyblaea, Contrada Megara Giannalena. Tel.: 09314508211. Geöffnet: 09.00-18.00. Preis: 4.00/2.00€.

Anfahrt[Bearbeiten]

Von der Autobahn A18 Catania - Siracusa Symbol: AS Melilli und dann auf der SS114 ExSS114 Siracusa - Augusta, wovon aus die Ausfahrt zum Parco archeologico beschildert ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Beim Eingang befindet sich ein Antiquarium
  • aus der Archaischen Zeit finden sich auf der Agora noch Reste einer Säulenhalle, eines 1 Porticus.
  • gleich im Westen davon finden sich Reste eines 2 Heroons, der Weg nach Westen führt weiter zu einem 3 Tor in den Befestigungen aus hellenistischer Zeit, als die Stadt bereits einen wesentlich kleineren Grundriss hatte.
  • nördlich des Hauptwegs finden sich Reste eines 4 Tempelchens aus hellenistischer Zeit
  • südlich des Hauptwegs liegen die Resten der 5 hellenistischen Thermen.
  • es folgen die Ruinen des 6 Prytaneions, in dem Ratsversammlungen abgehalten wurden, Reste eines weiteren Tempels liegen auf der Ostseite des nach Süden führenden Hauptwegs.
  • ein wesentlich weiterer westlich noch erkennbarer 7 Befestigungsring stammt aus archaischer Zeit.
  • nur noch Spuren zeugen von zwei 8 Tempeln aus der archaischen Zeit
  • weiter westlich der archaischen Ringmauer existieren Spuren einer 9 Nekropole, eine weitere wurde südlich außerhalb der Stadtmauer entdeckt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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