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ʿAsāsīf

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El-ʿAsāsīf ·العساسيف
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El-Asasif (arabisch: ‏العساسيف‎, al-ʿAsāsīf, „Gänge unter der Erde, die ineinander führen[1]) ist ein altägyptischer Friedhof auf der Nilwestseite von Luxor nördlich der Beamtengräber von esch-Scheich ʿAbd el-Qurna und südöstlich von Deir el-Baḥrī. Auch wenn der Friedhof bereits seit dem Mittleren Reich genutzt wird, stammen die meisten der Gräber von Oberdomänenverwaltern und Gottesgemahlinnen des Amun aus der Äthiopien- und Saitenzeit, der 25. und 26. Dynastie. Es sind nicht nur die größten Beamtengräber in Theben, sondern sie unterscheiden sich auch im Aufbau von denen des Neuen Reichs.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Etwa 5 km von der Anlegestelle der Fähre auf dem Westufer gelangt man zu einer 1 Kreuzung (25° 43′ 23″ N 32° 36′ 18″ O) südlich von Qurnat Muraʿī. In nordwestlicher Richtung folgt man der Straße ins Tal der Könige bis nach Drāʿ Abū en-Nagā und wechselt dort bei 2 Straße nach Deir el-Bahri (25° 44′ 5″ N 32° 37′ 24″ O) auf die Straße nach Deir el-Baḥrī in westlicher Richtung, d.h., man fährt wieder ein Stück zurück. Auf der Straße legt man von Qurnat Murrai bis zum Parkplatz vor dem Hatschepsut-Tempel ca. 7,5 Kilometer zurück. Auf den letzten 600 Metern durchquert man das el-ʿAsāsīf. Für die Anreise bietet sich ein Taxi ab Gazīrat el-Baʿīrāt oder Gazīrat er-Ramla an. Von hier aus verkehren auch Mikrobusse in Richtung el-Tarif, die man bei Drāʿ Abū en-Nagā verlassen kann.

Am westlichen Ende werden sowohl die Eintrittskarten für den Hatschepsut-Tempel und für Gräber im el-ʿAsāsīf verkauft. Es gibt zwei Eintrittskarten: eine für das Grab des Pabasa und eine zweite für der Gräber des Anchhor und Cheruif.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Eintrittskarten für diese Gräber erhält man an der Kasse in Deir el-Baḥrī. Es gibt zwei Tickets: eines für das Grab des Pabasa, LE 40, für Studenten LE 20, und ein weiteres für die anderen Gräber, LE 60, für Studenten LE 30 (Stand 11/2019).

Fotografieren ist in den Gräbern verboten.

Grab des Pabasa, sog. Bienengrab, TT 279[Bearbeiten]

Das 1 Grab des Pabasa, des Oberdomänenverwalters der Gottesgemahlin Nitokris, TT 279, wurde in der Zeit des Königs Psametiks I. in der 26. Dynastie angelegt. Es ist das vielleicht schönste Grab im el-ʿAsāsīf mit zahlreichen Darstellungen aus dem täglichen Leben und religiösen Szenen insbesondere im Lichthof. Den Namen Bienengrab erhielt es wegen einer Bienenzuchtdarstellung im Lichthof. Dies ist eine Besonderheit: denn eine solche Darstellung gibt es in Theben wohl nur noch einmal, im Grab des Anchhor, TT 414, also gleich nebenan.

Grab des Anchhor, TT 414[Bearbeiten]

Das Grab des Anchhor, ‏مقبرة عنخ هور‎, des Oberdomänenverwalter der Gottesgemahlin Nitokris, wurde unter den Königen Psametik II. und Apries in der 26. Dynastie angelegt.

Grabkomplex des Cheruif, TT 192[Bearbeiten]

Das 2 Grab des Cheruif Grab des Cheruif in der Enzyklopädie Wikipedia Grab des Cheruif im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGrab des Cheruif (Q2385366) in der Datenbank Wikidata, ‏مقبرة كار نيف‎, Verwalter unter der Königin Tiyi, wurde im Neuen Reich angelegt.

Über den Vorhof des Grabes hat man Zugang zu weiteren zeitgleichen Gräbern.

Grab des Monthuemhat, TT 34[Bearbeiten]

Das 3 Grab des Monthuemhat Grab des Monthuemhat in der Enzyklopädie Wikipedia Grab des Monthuemhat im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGrab des Monthuemhat (Q3512426) in der Datenbank Wikidata, des Vierter Propheten des Amun, wurde zur Zeit des Königs Taharka in der 25. Dynastie angelegt. Es ist das größte Grab in Theben. Das Grab selbst kann zwar nicht besichtigt werden. Ein Blick in den riesigen, 20 Meter langen und zwölf Meter breiten Lichthof lohnt.

Küche[Bearbeiten]

Ein kleines Restaurant gibt es im Bereich von Scheich ʿAbd el-Qurna etwa 100 Meter östlich des Ramesseums, weitere in Gazīrat el-Baʿīrāt und Gazīrat er-Ramla sowie in Luxor. Im Bereich des Parkplatzes gibt es zwischen den Souvenirständen auch Anbieter für Getränke. Aber etwas teurer sind sie schon.

Unterkunft[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Hotels findet man im Bereich von Scheich ʿAbd el-Qurna. Unterkünfte gibt es zudem in Gazīrat el-Baʿīrāt und Gazīrat er-Ramla‎, Ṭōd el-Baʿīrāt, Luxor sowie Karnak.

Einkaufen[Bearbeiten]

Natürlich gibt es hier im Bereich des Parkplatzes Souvenirstände in Hülle und Fülle.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch des el-ʿAsāsīf lässt sich mit dem Besuch des Hatschepsut-Tempels in Deir el-Baḥrī verbinden, da sich das Gebiet unmittelbar nodwestlich hiervon befindet und die Eintrittskarten an derselben Stelle verkauft werden. Auch der Beamtenfriedhof von Drāʿ Abū en-Nagā ist nur etwa einen Kilometer entfernt. Die Tickets hierfür müssen aber bereits am zentralen Tickethäuschen bei Qurnat Muraʿī erworben werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Allgemein
    • Eigner, Diethelm: Die monumentalen Grabbauten der Spätzeit in der thebanischen Nekropole. Wien : Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1984, (Denkschriften der Gesamtakademie. Österreichische Akademie der Wissenschaften; 8), ISBN 978-3-7001-0666-1.
    • Sander-Hansen, Constantin Emil: Das Gottesweib des Amun. Kopenhagen : Enjar Munksgaard, 1940, (Det Kongelige Danske Videnskabernes Selskab. Historisk-filologiske Skrifter; 1,1).
    • Graefe, Erhart: Untersuchungen zur Verwaltung und Geschichte der Institution der Gottesgemahlin des Amun vom Beginn des Neuen Reiches bis zur Spätzeit. Wiesbaden : Harrassowitz, 1981, (Ägyptologische Abhandlungen; 37), ISBN 978-3-447-02174-6.
  • Grab des Anchhor
    • Bietak, Manfred ; Haslauer, Elfriede: Das Grab des ʿAnch-Hor : Obersthofmeister der Gottesgemahlin Nitokris. Wien : Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1978–1982, (Denkschriften der Gesamtakademie / Österreichische Akademie der Wissenschaften), ISBN 978-3-7001-0445-2. 3 Bände.
  • Grab des Cheruif
  • Grab des Pabasa
    • Lansing, Ambrose ; Winlock, Herbert E.: Excavations in the Asasif at Thebes. In: The Egyptian Expedition 1916–1919. BMMA (Bull. Metropolitan Mus. Art) 15, Teil II (Juli 1920), gesamter Artikel S. 11–24, Grab des Pabasa S. 15–24, Abb. 4, 9–14. Die Beschreibung ist unvollständig.
  • Grab des Monthuemhat
    • Leclant, Jean: Montouemhat, quatrième prophète d'Amon, prince de la ville. Le Caire, 1961, (Bibliothèque d'étude ; 35).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gardiner, Alan Henderson ; Weigall, Arthur E.P.: A topographical catalogue of the private tombs of Thebes. London : Quaritch, 1913, S. 13, Fußnote 1.
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