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Slot Canyons bei Page

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Aus Wikivoyage
Die Buckskin Gulch in Utah

Die Slot Canyons bei Page sind enge Felsschluchten in der Nähe des Touristenortes Page in Arizona. In der Region um diesen Touristenort gibt es eine Häufung von Slot Canyons, die für viele Touristen ein eigenständiges Reiseziel darstellen können oder in Verbindung mit einer Reise an den nahen Lake Powell besucht werden.

Hintergrund

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Im Antelope Canyon erkennt man die enge Schlucht, durch die das Licht durchdringt.

Slot Canyons sind eine charakteristische Landschaftsform des Colorado-Plateaus im Südwesten der USA. Sie sind tiefe, nur wenige Meter breite Felsschluchten, die durch Wassererosion entstanden sind.[1] Sie stellen eine Unterart des Canyons dar, durch den meistens breite Flüsse ziehen und der deshalb wesentlich breiter ist wie beispielsweise der Grand Canyon des Colorado River.

Nach allgemeinen Maßstäben müssen Slot Canyons mindestens zehnmal höher als breit sein. Sie weisen eine schlanke Form, steile Felswände und oft beeindruckende Farbspiele auf, die durch das Licht erzeugt werden, das durch die engen Öffnungen fällt. Die Farbvarianten reichen – je nach Sonnenstand – von Rosa über Ocker bis Tiefrot und sind auf den mehr oder weniger starken Eisenoxidgehalt des Sandsteins zurückzuführen. Typisch sind auch die überhängenden Felswände. Im Deutschen wird von Klamm gesprochen wie bei der Breitachklamm in der Nähe von Oberstdorf.

Auch in anderen Canyons wie dem 1 Bryce Canyon und dem und 2 Zion National Park gibt es Slot Canyons. Dort spielen sie aber nicht die Hauptrolle.

Viele Reisende, die es nach 1 Page im Norden des US-Bundesstaates Arizona führt, kommen wegen der Slot Canyons. Der berühmteste und meistbesuchte Slot Canyon ist der Antelope Canyon. Daneben existieren weitere, deren Besuch sich ebenfalls lohnt, besonders für solche Reisende, die dem extremen Wandertourismus am Antelope Canyon ausweichen möchten. Ein Großteil der Slot Canyons liegt auf dem Territorium der Navajo Nation, und um sie zu besuchen, braucht man ein Permit. Die meisten können nur im Rahmen geführter Touren besucht werden, für einige reicht ein Permit, wieder andere sind für den Publikumsverkehr ganz gesperrt. Slot Canyons gibt es aber auch außerhalb der Indianerreservation wie etwa die Buckskin Gulch; diese und einige andere sind frei zugänglich.

Landschaft

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Der relativ weiche Sandstein des Colorado-Plateaus begünstigt die Bildung von Canyons und Slot-Canyons. Flüsse und Bäche mit hoher Fließgeschwindigkeit schwemmen den Sandstein fort und graben sich dadurch immer tiefer in die Felslandschaft ein. Lücken im Gestein füllen sich mit Wasser, werden tiefer und formen so einen Slot Canyon.[2] Die meisten Slot Canyons hat Utah mit ungefähr 1000, gefolgt von Arizona mit maximal 50 Schluchten.

Klima, Flora und Fauna

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Im Südwesten der USA herrscht wüstenhaftes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Bereits im Mai kann die durchschnittliche Maximaltemperatur am Tag bei 29°C liegen, im Juli werden 37°C erreicht. Während im September noch 31°C möglich sind, verzeichnet der Oktober lediglich noch 23°C. Im Dezember/Januar kann es leichten Frost geben. Der gesamte Niederschlag im Jahr liegt bei 173mm (Wüsten-Maximum: 250mm) bei 42 bis 52% Luftfeuchtigkeit im Sommer, während sie im Winter wesentlich geringer ist.

In der Region leben mindestens 57 Säugetierarten, darunter Schwarzbären, Dickhornschafe, Kojoten und Maultierhirsche. Unter den wenigstens 315 dokumentierten Vogelarten befinden sich der Weißkopfseeadler, Wanderfalken oder der Große Blaue Reiher. Insgesamt sind 875 Pflanzenarten katalogisiert, darunter die weitverbreitete Westliche Pappel.

Reisevorbereitung

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An den Canyons gibt es keine Toiletten. Die Canyons sind sehr sandig, man braucht dafür gutes Schuhwerk. Die Slot Canyons sind Windfänge, und selbst leichte Luftbewegungen erzeugen in der Schlucht Sandstürme. Für Kamera sollte man einen Allwetterschutz mitbringen, den man im einschlägigen Handel für unter 10€ bekommt. Eingeweihte tragen einen Hoodie (Sweatshirt mit Kapuze), damit ihnen der Sand nicht ständig den Nacken herabrieselt; manche haben sogar eine Schwimmbrille im Gepäck. Für längeres Haar hat man am besten ein Kopftuch griffbereit. Wenn man mit kleinen Kindern kommt, kann der Besuch unter Sandsturmbedingungen zum Albtraum werden.

Die Slot Canyons im Einzelnen

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Karte
Karte von Slot Canyons bei Page
Navajo Nation, zugänglich

Innerhalb der Navajo Nation gibt es folgende, betretbare Slot Canyons:

  • 3 Waterholes Canyon . liegt 10 Minuten südwestlich von Page. Der Canyon, der im Grunde ein einziger ist, aber links und rechts von U.S. Route 89 liegt, ist ein Nebenarm des Colorado River, der ein kleines Stück weiter nördlich den Horseshoe Bend bildet. Permits für den Besuch sind beim Lake Powell Navajo Tribal Park Office – Antelope Canyon (Coppermine Road = Navajo Route 20) zu bekommen.
  • 6 Secret Canyon . Der Secret Canyon ist ein Nebenzweig des Waterholes Canyon. Der Trail ist leicht bis mittelschwierig zu wandern. Wenig besucht und wunderschön.
  • 7 Owl Canyon . Der Zugang zum Owl Canyon liegt etwas weiter nördlich als die Zugänge zum Rattlesnake Canyon und zum Upper Antelope Canyon. Dieser Slot Canyon ist zugänglicher und weniger eng als die anderen, aber sehr schön zum Wandern und Fotografieren, und deutlich weniger überlaufen als Antelope Canyon.
  • 8 Rattlesnake Canyon . Der Zugang zum Rattlesnake Canyon liegt nur wenige Hundert Meter neben dem zum Upper Antelope Canyon. Dieser Slot Canyon ist 300 Meter lang und kaum weniger schön als der Antelope Canyon, aber deutlich weniger überlaufen.
  • 9 Antelope Canyon . Der bekannteste der Slot Canyons bei Page hat 2 räumlich weit auseinanderliegende Slot-Abschnitte, sodass für den oberen und den unteren Teil jeweils getrennte Besichtigungstouren angeboten werden. Der Upper Antelope Canyon (36° 51′ 45″ N 111° 22′ 29″ W) liegt südlich von Arizona Route [[|]], also von Lake Powell wegführend und landaufwärts, der Lower Antelope Canyon (36° 54′ 9″ N 111° 24′ 44″ W) dagegen nördlich, also zu Lake Powell hinführend und damit tiefer. Besonders der Upper Antelope Canyon gibt als Must-See, viele Besucher beklagen jedoch den starken Publikumsandrang, der dazu führt, dass die Touristen durch sowohl durch den Upper Antelope Canyon als auch den Lower Antelope Canyon wie Viehherden getrieben werden.
  • 10 Cardiac Canyon . Ein südlicher Nebenzweig von Antelope Canyon und von Page eine Dreiviertelstunde entfernt. Das Wandern in diesem Canyon ist – wie der Name andeutet – sehr anstrengend und nichts für Untrainierte.
  • 11 Canyon X . Ist ein weiterer südlicher Nebenzweig von Antelope Canyon. Der kaum besuchte Canyon ist ebenso schön wie Antelope Canyon. Die Wanderung geht aber über steile Treppen und ist dadurch relativ anstrengend.
  • 12 Mountain Sheep Canyon . Dieser Canyon liegt weiter von Page entfernt als die drei vorgenannten Canyons und erfordert eine längere Anfahrt, die auch etwas holprig ist. Der Canyon selbst ist mit 2½ km relativ lang und anspruchsvoll zu bewandern. Man muss viel klettern, und Verzagte können sich besonders beim Abstieg leicht fürchten.
Navajo Nation, nicht zugänglich
  • 13 Butterfly Canyon . Butterfly Canyon ist ein westlicher Nebenarm des großen Navajo Canyon. Er ist recht eindrucksvoll, aber nicht ganz einfach zu bewandern.
  • 14 Upper Kaibito Creek . Das Upper Kaibito Creek und der Upper Kaibito Creek, East Fork sind sehr reizvoll und einfach zu bewandern.
  • 15 Starting Water Wash . Ein anderer Nebenarm des Navajo Canyon ist der Starting Water Wash. Er ist spektakulär, aber anspruchsvoll zu bewandern.
Außerhalb der Navajo Nation, bei Page
  • 16 Stateline Canyon . Er liegt 12 Minuten nordwestlich von Page am östlichen Rande von U.S. Route 89. Der Canyon reicht bis zum Wasser des Lake Powell hin und ist 3km lang und für Wanderer relativ einfach. Der Canyon liegt außerhalb der Navajo Nation, kein Permit nötig. Von Page kommend, an Wahweap Blvd noch vorbeifahren, dann darauf achten, wo die nächste Straße nach links abgeht, und auf der freien Fläche beim Abzweig (36° 59′ 2″ N 111° 33′ 8″ W) parken. Dann auf dem Pfad, der Route 89 auf der rechten Seite begleitet, knapp 200 Meter nordwestlich laufen, bis die kleine Senke sichtbar wird, die den Mittelarm des Canyons ankündigt.
  • 17 Blue Fool Wash . Am östlichen Rande von Route 89, eine Viertelstunde nordwestlich von Page. Der Canyon ist gut 1km lang und für Wanderer relativ einfach, unterwegs stößt man allerdings auf eine Barriere, die, wenn man wirklich den ganzen Weg schaffen will, nur mit Hilfe von Seilen überklettert werden kann. Der Canyon liegt außerhalb der Navajo Nation, sein Besuch erfordert kein Permit. Der Zugang zum Canyon liegt westlich der kleinen Brücke, über die Highway 89 führt. Parken kann man, wenn man 200 Meter vor der Brücke (d.h. sobald man voraus Leitplanken an der Straße sieht) nach links auf die Schotterpiste (37° 2′ 14″ N 111° 37′ 0″ W) abbiegt.
Außerhalb der Navajo Nation, im Vermilion Cliffs National Monument
Die Nahtstelle von Wire Pass Canyon und Buckskin Gulch

Das 18 Vermilion Cliffs National Monument hat folgende Slot Canyons:

  • 19 Wire Pass Canyon . Der im Vermilion Cliffs National Monument gelegene kurze Slot Canyon mündet nach 2,7km in die viel längere Buckskin Gulch ein (hier biegt man im Zweifelsfall nach rechts ab, wo es endlos unterirdisch weitergeht). Der Wire Pass Canyon selbst ist einfach zu wandern, es gibt kaum Hindernisse. Der Wanderweg beginnt an einem Parkplatz (37° 1′ 9″ N 112° 1′ 30″ W) an House Rock Valley Rd, 8,4 Meilen südlich von Route 89.
  • 20 Buckskin Gulch . Die Buckskin Gulch gehört ebenfalls zum Vermilion Cliffs National Monument und ist ein Nebenarm des Paria River Canyon, der wiederum in den Colorado River mündet. Die insgesamt 21km lange Schlucht hat südlich des Punktes 37° 1′ 48″ N 112° 0′ 14″ W einen Abschnitt, der als der längste Slot Canyon der Welt gilt. Um in den Slot Canyon zu gelangen, verwendet man am bequemsten den Zugang über Wire Pass Canyon. Eine Alternative ist der Trailhead beim Parkplatz an House Rock Valley Rd (37° 4′ 0″ N 112° 0′ 2″ W), 4 Meilen südlich von Route 89; bis zum eigentlichen Slot Canyon muss man von dort aus allerdings noch einmal gut 5km laufen.

Es gibt in der Region zahlreiche weitere Slot Canyons. Eine Übersichtskarte ist bei caltopo.com zu finden.

Gebühren/Permits

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Die Eintrittsgebühr für das Betreten des 21 Lake Powell Navajo Tribal Park beträgt US-$ 8 pro Person (April 2017). Besichtigt man Upper und Lower Antelope Canyon an einem Tag, muss dieser Eintritt gegen Vorlage der Quittung des jeweils anderen Canyons nur einmal bezahlt werden.

Anbieter

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Die meisten Slot Canyons auf dem Land der Navajo Nation dürfen nur mit indigenen Führern besucht werden. Für alle Besichtigungen während der Prime Time (10:00 - 13:00 Uhr) werden Reservierungen empfohlen. Touren kann der Reisende bei den aufgeführten Anbietern buchen, aber auch in nahezu jedem Hotel und der Touristeninformation.

Touren

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Die angegebenen Preise enthalten bereits die Eintrittsgebühr für den Lake Powell Navajo Tribal Parks (Stand: Sommer 2017). Wichtig für Prime-Time-Touren ist, dass das Licht um die Mittagszeit mehr oder weniger vertikal einfällt, wodurch am Boden der Canyons reizvolle Lichtreflexe entstehen.

AnbieterSlot CanyonsDauer (Stunden)PreisAnmerkung
Adventurous Antelope Canyon Photo Tours Upper Antelope Prime Time (10:15 und 12:30 Uhr) $60 (Kinder 8-12: $40, Kinder bis 7: $20); sonstige Zeiten: $50 (Kinder 8-12: $30, Kinder bis 7: $20) daneben wird eine 2-stündige Variante angeboten, die speziell auf Fotografen zugeschnitten ist ($120, nachts $208)
Adventurous Antelope Canyon Photo Tours Upper Antelope, Rattlesnake 3 $110 (Kinder 8-12: $60, Kinder bis 7: $40) auch 3½-stündig speziell für Fotografen ($170)
Adventurous Antelope Canyon Photo Tours Upper Antelope, Rattlesnake, Owl $130 (Kinder 8-12: $70, Kinder bis 7: $50) auch 5-stündig speziell für Fotografen ($200)
Adventurous Antelope Canyon Photo Tours Upper Antelope, Rattlesnake, Owl, Mountain Sheep $190 (Kinder 8-12: $80, Kinder bis 7: $60) auch 8-stündig speziell für Fotografen ($250)
Adventurous Antelope Canyon Photo Tours Rattlesnake, Owl, Mountain Sheep 5 $170 (Kinder 8-12: $70, Kinder bis 7: $50) Standard-Tour
Antelope Canyon Navajo Tours Upper Antelope 1 $48 (Kinder bis 12: $28) auch 2-stündig speziell für Fotografen ($120)
Antelope Canyon Tours Upper Antelope Prime Time (11:30 Uhr) $58 (Kinder 8-12: 48$, Kinder 3-7 $40); andere Zeiten: $45 (Kinder 8-12: $35, Kinder 3-7: $27) auch 2-stündig speziell für Fotografen ($108)
Antelope Slot Canyon Tours Upper Antelope Prime Time (10:30, 13 Uhr) $58 (Kinder 6-12: 48$); andere Zeiten: $48 (Kinder 6-12: 40$)
Antelope Slot Canyon Tours Cathedral $99,95 (Kinder 8-12: 75$)
Taadidiin Tours Canyon X 1½-2 $38 (Kinder 8-11 Jahre: $18) auch 2-3-stündig speziell für Fotografen ($68)
Taadidiin Tours Cardiac 6-8 $200
Ken’s Tours Lower Antelope 1 $33 (Kinder 7-12 Jahre: $24) auch 2¼-stündig speziell für Fotografen ($55)
Slot Canyon Hummer Adventures Secret $90 (Kinder bis 12 Jahre: $65) auch 3-stündig speziell für Fotografen ($150) oder für Privatgruppen (max. 6 Personen, $700)

Unterkunft

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Die Webseite Booking.com listet für Page 70 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf.

Sicherheit

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Der Schönheit und Wildheit von Slot Canyons stehen einige Gefahren gegenüber. Das geringste Risiko sind Sandstürme, die sich durch den Tunnel-Effekt verstärken und die Sicht völlig verhindern können. Eine größere Gefahr geht von Regen (oder Schnee) aus. Selbst Regen, der mehrere Kilometer entfernt fällt, kann in ungünstigen Fällen einen Canyon binnen weniger Minuten überfluten (englisch: flash flood). Der Wasserspiegel steigt dann sehr schnell, ohne dass man im Canyon ausweichen kann. Vereinzelt sind Besuchergruppen auf diese Weise bereits ertrunken. Die Guides studieren aus diesem Grunde penibel die Wettervorhersagen, und ihren Anweisungen ist genau Folge zu leisten.[3] Wer sich in einer Schlucht befindet, muss sich stets über den kürzesten Fluchtweg aus der Schlucht bewusst sein.

Literatur

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  • Joseph K. Lange, Photographer's Guide to the Grand Canyon and Northern Arizona, Stackpole Books, 2001; ISBN 978-0811729000.

Einzelnachweise

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