Schwarzwald-Radweg
Der Schwarzwald-Radweg führt von Karlsruhe über Titisee-Neustadt nach Lörrach durch das höchste deutsche Mittelgebirge. Die Radroute liegt westlich des Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Wegs und unweit der höher frequentierten Radwege an Rhein und Donau.
Bekannte Sehenswürdigkeiten, wie die Schwarzwaldhochstraße mit Mummelsee, Titisee, oder auch der Feldberg werden angefahren.
Die Route wendet sich klar an gut geübte Touren- bzw. Gravel- oder auch Mountainbiker. Das Tourenpedelec muss gut beherrscht werden. Für Rennradler ist die Strecke nicht geeignet, da viel Schotter.
Streckenprofil
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- Länge: 370 km
- Ausschilderung: weißes Schild mit roter Raute und Fahrrad Piktogramm
- Steigungen: ca. 7200 m Höhendifferenz, anspruchsvolles Höhenprofil
- Wegzustand: meist gut, allerdings längere geschotterte Passagen vorhanden. Es gibt auch diverse Schotterpassagen im Gefälle. Grob geschätzt ein gutes Drittel bis die Hälfte der Route dürfte auf geschotterten Fahrwegen ("Gravelpisten") verlaufen.
- Verkehrsbelastung: gering
- Geeignetes Fahrrad: Touren-Pedelec mit guter Fahrradbeherrschung, Mountainbikes, E-MTB, unmotisierte Trekking- und Tourenräder sowie Gravelbikes mit guter Fahrradbeherrschung bei entsprechnder Kondition, für Rennräder ungeeignet.
- Familieneignung: nein
- Inlinereignung: nein
Hintergrund
[Bearbeiten]Die Strecke wurde Ende der 1990 Jahre vom Schwarzwaldverein als Radalternative zum bekannten Weitwanderweg Westweg konzipiert. 2018 bis 2020 erfolgte eine Überarbeitung der Radroute.
Allgemeine Informationen über die Region sind im Artikel Schwarzwald zu finden.
Vorbereitung
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Bei der Tourenplanung im frühen Frühjahr beachten, das in den Höhenlagen noch winterliche Bedingungen herrschen können. Während im Oberrheingraben evtl. schon gute Radreisebedingungen vorzufinden sind, kann in den Höhenlagen noch Schnee liegen bzw. es herrscht Tauwetter.
Auch bei bzw. nach längeren Niederschlägen können die geschotterten Forstwege schwerer zu befahren sein. Ferner können Waldwege nach dem Holzeinschlag, der in der Regel im Winterhalbjahr statt findet, entspechend schlechter zu befahren sein.
Anreise
[Bearbeiten]Öffentliche Verkehrsmittel
[Bearbeiten]Beide Endpunkte, Karlsruhe wie Lörrach, besitzen Bahnanschluss.
Fahrrad
[Bearbeiten]Für die Anreise per Rad überregional aus Norden eignet sich u. a. der Rhein-Radweg.
Auf der Straße
[Bearbeiten]Es handelt sich um eine längere Streckentour. Daher ist die Anreise per Bahn zweckmäßig.
Bahnverbindungen zurück zum Abstellort des Kfz verlaufen in der Regel über die Bahnlinie via Freiburg und Offenburg.
Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Die folgende Etappeneinteilung deckt sich weitgehend mit den offiziellen Vorschlägen. Es werden allerdings teilweise attraktivere Routenalternativen vorgeschlagen.
Die Höhenmeter pro Etappe (Fahrtrichtung Süd) entstammen den Streckenhinweisen des Schwarzwaldvereins.
1. Etappe: Karlsruhe – Gernsbach bzw. Forbach (etwa 65 bis 75 km)
[Bearbeiten]- etwa 1200 Höhenmeter auf der offiziellen Etappe bis Gernsbach -
Die Route beginnt am 1 Hauptbahnhof Karlsruhe . Vom Südausgang des Hauptbahnhofs (120 m) führt die Route sofort in den 1 Oberwald abseits der Hektik der Stadt (Tierpark mit Wildgehegen).
Bald geht es hinein in die ersten Hügel.
Am Marktplatz von 1 Langensteinbach (250 m) mit Fachwerkbauten lohnt evtl. ein erster Stopp.
Die Route schlängelt sich im Folgenden hügelig, aber tendenziell klar bergauf hinauf in den Nordschwarzwald Richtung 2 Dobel (Einkehrmöglichkeiten, schöner Talblick am Wasserturm). Es werden auf dem Weg nach Dobel u. a. die Ortsteile von Karlsbad (Baden) durchfahren.
Über Höhenwege wird Bad Herrenalb südlich umfahren. Den höchsten Punkt erreicht die Route am 1 Weithäuselplatz (822 m) . Am Wegekreuz findet sich ein Rastplatz mit Schutzhütte.
Über eine längere Abfahrt erreicht man bei 3 Gernsbach die Murg. Dort über die hügelige "Tour de Murg" flussaufwärts Richtung 4 Forbach fahren.
- Camping bei Forbach: Direkt im Ort gibt es keinen Platz. Aber 9 km südlich findet sich an der Route der 1 Campingplatz Erbersbronn . Der Platz liegt romantisch direkt am Bergbach der Raumünzach. Letzte Einkaufsmöglichkeit vor dem Campingplatz: Lebensmittelmarkt am Bahnhof Forbach.
Alternative abseits der Route südlich Dobel:
[Bearbeiten]Besuch des 1 Hohlohturm (980 m) mit gleichnamigen Hochmoor bei Kaltenbronn. Von Dobel aus ist der Hohloh unkompliziert über die Höhe über ausgeschilderte Forstwege erreichbar. Dazu in der Abfahrt von Waghäuselplatz bei 2 auf 700 m Höhe den Schwarzwaldradweg verlassen. Die Höhenroute auf geschotterten Fahrwegen im Wald ist als "Schwarzwälder Höhenradweg West" beschildert.
Wer den Hohlohturm besteigt "knackt" auf dieser Radreise das erste Mal die Eintausend-Meter-Marke. Vom Turm hat man einen tollen Rundblick. Für den Moorbesuch das Rad am Turm abstellen. Der Moorsteg zum Moorauge ist nur zu Fuß zugänglich (700 m Fußweg einfach vom Turm).

Über die Landstraße L 76b geht es hinunter ins Murgtal. Es ergibt sich eine rasante Abfahrt über 12 km mit 750 Höhenmeter. Achtung: Auch viele Motorradfahrer haben die Strecke entdeckt. Unten sich im Murgtal flussaufwärts halten.
Über den verkehrsfreien, aber hügeligen Talradweg der Tour de Murg ist bald Forbach (300 m) erreicht.
2. Etappe: Gernsbach bzw. Forbach – Obertal (Baiersbronn) (etwa 40 bis 55 km)
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- etwa 1100 Höhenmeter -
Kurze Etappe hinauf zur Schwarzwaldhochstraße. So bleibt aber Zeit die Sehenswürdigkeiten hier oben zu erkunden.
Der viel besuchte 2 Mummelsee wartet auf Entdeckung. Über die für Privatautos gersperrte Straßen kann man hinauf zur Hornisgrinde radeln (Talblicke, Einkehrmöglichkeit am Horinsgrinde-Turm.
Das moderne großzügige 3 Nationalparkzentrum am Ruhestein lädt zur Besichtigung ein. Wer möchte kann vom Ruhestein eine kleine Wanderung zum romantischen Wildsee machen (Auffahrt mit Sessellift möglich, Zeit etwa 2 Stunden). Wichtig ist hier aber festes Schuhwerk, denn der Wildsee im 2 Nationalpark Schwarzwald ist nur über einen steilen, steinigen Wanderpfad zugänglich. Radfahren ist auf dem Hangpfad zum See hinunter nicht möglich und sowieso verboten. Dafür ist es im Gegensatz zum Mummelsee hier recht ruhig.
Unkompliziert ist die Abfahrt vom Ruhestein in den Etappenort 5 Obertal - Ortsteil der Gemeinde 6 Baiersbronn . Hier fließen die Bergbäche Rotmurg und Rechtmurg zusammen und bilden die Murg. Obertal bietet einige größere Hotels.
- Campingplatz bei Odertal: Das 2 Natur-Camp Tannenfels findet sich etwa 1,5 km östlich der Ortsmitte. Ein kleiner Nahversorgungsmarkt findet sich in der Ortmitte.
3. Etappe: Obertal (Baiersbronn) – Haslach im Kinzigtal (60 bis 65 km)
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- etwa 900 Höhenmeter -
Graveletappe durch die weitläufigen Wälder des Nordschwarzwaldes. Die Etappe tangiert im Ersten Teil bis auf zwei, drei kleinere Ansiedlungen, wie Kniebis an der Schwarzwaldhochstraße, keine größeren Orte. Unbedingt genügend Flüssigkeit und Kalorien für die Etappe einpacken.
Die "große Zivilisation" wird erst wieder kurz vor Wolfach im Tal der Kinzig erreicht. 7 Wolfach besitzt eine hübsche Altstadt.
Von Wolfach geht es über 8 Hausach das Kinzigtal hinab. Das Etappenstädtchen 9 Haslach im Kinzigtal kann ebenfalls eine schönen Altstadt glänzen.
- Camping: Direkt in Haslach gibt es keinen Platz. Aber 4 km westlich findet sich in Steinach das 3 Camping Kinzigtal
4. Etappe: Haslach im Kinzigtal – Titisee (etwa 70 km)
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- etwa 1500 Höhenmeter -
Es wird die Tallage der Kinzig verlassen. Über geschotterte Forststraßen geht es hinauf in den Erholungsort 10 Schonach . Hier findet sich weltgrößte Kuckucksuhr in Form eines kompletten Gebäudes.
Wer möchte kann einen Abstecher ins nahe 11 Triberg machen (3 km Einfach durch das Tal). Hier können gegen Eintritt u. a. die bekannten Triberger Wasserfälle besucht werden.
In der Auffahrt von Schonach zum Brand "hügelt" die Route extrem (stellenweise auch sehr naturnahen Wegen). Einfacher ist es hier die Fahrstraße vorbei am 4 Blindenmoor Blindenmoor (Moorsteg) auf die Höhe zu nehmen.
Über geschotterte Forstwege und Nebenstraßen radelt man hügelig Richtung Gipfel des Brend. Am Gipfel 5 Brend (1149 m) Aussichtsturm und Berggasthof (Stand 10-2025 geschlossen).
Als Höhenroute führt die Strecke westlich an der Uhrenstadt 12 Furtwangen vorbei. Wer die Zeit für einen Abstecher ins Tal einplant: Hier kann das Deutsche Uhrenmuseum besucht werden.
Im Bereich 13 Titisee führt die Route südlich als Höhenroute am Bekannten See vorbei. Es bietet sich natürlich am bekannten See sein Quartier aufzuschlagen. So kann man Abends das Flair des Titisee genießen. Abends ist es hier auch ruhiger, da die vielen Tagestouristen wieder weg sind. Mit Übernachtung am Titisee spart man sich auch ein paar steile Höhenmeter der Route.
- Camping: Es finden sich mehrere Campingplätze am See
5. Etappe: Titisee – Wiedener Eck (etwa 50 km)
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- etwa 1500 Höhenmeter -
Auf dieser anspruchsvollen Etappe steht der 14 Feldberg auf dem Programm. Es ergeben sich so besonders viele Ausblicke. In Todtnauberg kann die Schwindelfreiheit auf der 6 Hängebrücke "Black Forst Line" getestet werden.
Übernachtung im Berghotel direkt am Wiedener Eck oder in den Unterkünften im Weiler Wieden etwas unterhalb der Passhöhe. Einen Campingplatz gibt es hier oben nicht.
6. Etappe: Wiedener Eck – Lörrach (etwa 70 km)
[Bearbeiten]- etwa 900 Höhenmeter auf der offiziellen Etappe -
Es geht tendenziell abwärts. Aber: Es gibt auch einige knackige Anstiege mit entsprechenden Höhenmetern zu bewältigen. U. a. geht es hniauf zum 15 Belchen . Die Strecke führt als Höhenroute weitgehend abseits der Dörfer durch viel Wald. Es ergeben sich öfter Talblicke. Meist werden geschotterte Fahrwege im Forst genutzt. Die Etappe lässt sich gebenüber der offiziellen Routenführung höhenmetertechnisch etwas entschärfen:
Dazu vom Belchen über die 3 Landstraße L 142 ins Tal der Wies nach 16 Schönau im Schwarzwald abfahren. Über den umkomplizierten Talradweg entlang der Wies geht es nach Lörrach.
Könner bleiben natürlich auf der Höhenroute und nehmen noch die letzten 30 Gravel-Kilometer bis Lörrach auf der Höhe mit. Tendenziell geht es aber auch hier nach unten. Die Route endet am 2 Hauptbahnhof Lörrach .
17 Lörrach bietet eine lebendige Innenstadt mit umfangreicher Fußgängerzone. Nördlich der Stadtmitte liegt hier recht routennah ein 4 Campingplatz .
Vor der Bahnrückfahrt: Wer 18 Basel noch nicht kennt, kann noch einen Abstecher in die Altstadt machen. Es lohnt.
Sicherheit
[Bearbeiten]Gerade auch auf dieser anspruchsvolleren Strecke gilt: Auch beim Radwandern kann ein Fahrradhelm die Schwere von Kopfverletzungen bei Stürzen entscheidend mindern (siehe z. B. auch dieser Fachartikel zum Thema).
Weiter geht's
[Bearbeiten]- Rhein-Radweg Richtung Norden um die Runde zu Schließen. Oder Rheinaufwärts Richtung Bodensee ist auch eine attraktive Option.
Literatur- und Kartenhinweise
[Bearbeiten]- Streckenverlauf Schwarzwald-Radweg von Openstreetmap zum Herunterladen als GPX- und KML-Datei auf waymarkedtrails.org
