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Schaʿb Abū en-Nuḥās

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Schaʿb Abū en-Nuḥās
شعب أبو النحاس
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Das Scha'b Abu en-Nuhas oder kurz Abu en-Nuhas (auch (Sha'b) Abu Nuhas, Sha'ab Abu Nuhas, arabisch: ‏شعب أبو النحاس‎, Schaʿb/Schiʿb Abū an-Nuḥās, „Riff des Vaters des Kupfers“) ist ein ägyptisches Korallenriff und Wrack- und Rifftauchgebiet in der Straße von Gūbāl im Süden des Golfs von Sues, etwa 3 Seemeilen (5 Kilometer) nördlich der Schadwān-Insel (auch Shadwan Island oder Shaker Island). Aufgrund der Nähe zu den Schiffsrouten wurde das lange Zeit nicht mit einem Leuchtfeuer gekennzeichnete Riff zum Verhängnis für mehrere Schiffe. Zu den bedeutendsten Wracks zählen der Dampfsegler Carnatic und das Frachtschiff Giannis D.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage des Riffs und des Schiffsfriedhofs[Bearbeiten]

Das Riff Scha'b Abū en-Nuhās befindet sich in der Straße von Gūbāl (arabisch: ‏مضيق جوبال‎, Maḍīq Ǧūbāl, „Meerenge von Ǧūbāl“), dem südlichen Tor des Golfs von Sues, etwa drei Seemeilen (5 Kilometer) nördlich der 1 Schadwān- oder Shaker-Insel (27° 30′ 5″ N 33° 58′ 52″ O). Mit der Shadwān-Insel bildet es den westlichen Rand der Hauptschifffahrtsroute nach Sues.

Das Riffdach befindet sich nur wenige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche und ist so bei schlechter Sicht erst spät zu entdecken. Aufgrund der Lage des Riffs kam es hier immer wieder zu Unglücken. Die südlicher gelegene Shadwān-Insel ragt aber deutlich aus dem Meer empor. Erst in den 1990er-Jahren wurde auch dieses Riff mit einem Leuchtturm in der Nordostspitze ausgestattet.

Das Riff ist etwa dreieckig und besitzt fast gleich lange Seiten. Die Nordseite mit einer Länge von etwa 1.200 Metern verläuft etwa von Südwest nach Nordost und ist etwa in der Mitte durch einen vorragenden 2 Korallenblock (27° 34′ 48″ N 33° 55′ 41″ O) unterteilt. Die Ostseite verläuft recht genau von Süden nach Norden. Im Südwesten des Riffs befindet sich eine 3 Lagune (27° 34′ 24″ N 33° 55′ 38″ O), dessen 4 Zugang (27° 34′ 22″ N 33° 55′ 30″ O) sich ebenfalls an der Südwestseite befindet. Im Bereich der nördlichen Westseite befindet sich ein kleineres, etwa 250 Meter langes 5 Satellitenriff (27° 34′ 23″ N 33° 55′ 23″ O). Zwischen beiden Riffs gibt es nur einen etwa 40 Meter breiten Kanal. In kurzer Entfernung zur Südspitze des Riffs befinden sich drei weitere kleine Riffs, die Yellowfish Reefs.

Das Riff erhebt sich aus sandigem Untergrund. Der Rifffuß befindet sich etwa in 18 bis 27 Meter Tiefe.

Von Sues kommend sind hier etwa sechs Schiffe an der Riffnordseite zwischen den Jahren 1869 und 1987 aufgelaufen und untergegangen. Vier Wracks befinden sich an der Riffkante. Zu den Wracks gehören die 1869 gesunkene Carnatic, die 1978 gesunkenen Marcus und Kimon M., die 1981 gesunkene Chrisoula K., die 1983 gesunkene Giannis D. (Ghiannis D.) und die 1987 gesunkene Olden. Der Hauptteil des Wracks der Chrisoula K. befindet sich etwa 400 Meter nördlich des Riffs. Die Lage des Wracks der Olden ist unbekannt. Zur Ladung der Schiffe gehörten Linsen, Kacheln und Holz. Nur die Ladung der Carnatic, sie bestand aus Baumwolle, Silber, Kupfer, Goldmünzen und Post, war deutlich wertvoller. Neben den gesunkenen Schiffen sind weitere Schiffe aufgelaufen, konnten aber aus ihrer misslichen Lage wieder befreit werden.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name Schaʿb Abū an-Nuḥās, Riff des Vaters des Kupfers, stammt von einheimischen Fischern und leitete sich wahrscheinlich von der Ladung der Carnatic ab. Einheimische Fischer und Taucher waren bei der Bergung der Kupferbarren maßgeblich mit beteiligt.

Eine alternative Bezeichnung, „Riff der sieben Tode“, bezieht sich auf sieben Schiffe, die hier untergegangen sein sollen.

Untergang der Carnatic und Bergung der Ladung[Bearbeiten]

Untergang der Carnatic in einer Abbildung in der Illustrated London News
Bergung der Ladung der Carnatic in einer Abbildung in der Illustrated London News

Der Dampfsegler Carnatic wurde bei den Samuda Brothers in London für die britische Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. (P&O) gebaut und lief am 8. Dezember 1862 vom Stapel. Das Schifffahrtsunternehmen nutzte das Schiff für den kombinierten Fracht-, Post- und Personentransport zwischen dem ägyptischen Sues und Indien, gelegentlich auch bis nach China. Diese Linie war nötig, da es den Sueskanal zu seiner Zeit noch nicht gab. Benannt war das Schiff nach der Landschaft Karnatik im Süden Indiens. Die veraltete Bezeichnung beschrieb ein Gebiet im heutigen Tamil Nadu, im Südosten von Karnataka und im Süden von Andhra Pradesh.

Als Antrieb für das Schiff waren zwei Segel und eine Dampfmaschine vorgesehen.

Wie die Illustrated London News (ILN) berichtete, waren auf ihrer letzten Fahrt von Sues nach Bombay 230 Menschen an Bord, darunter die 27 Besatzungsmitglieder. Das Schiff wurde von Kapitän Jones geführt. Geladen hatte das Schiff Baumwolle, Kupferbarren, 40.000 englische Pfund in Goldmünzen, Silber, Post und Verpflegung für die Passagiere. In der Nacht vom Sonntag, dem 12. September 1869, zum Montag, dem 13. September 1869, eine Stunde nach Mitternacht lief das Schiff bei schönem Wetter, schwachem Wind und fast ruhiger See auf das in den Seekarten eingezeichnete Riff Abū en-Nuḥās. Anfänglich gelang es, das Schiff wieder in tieferes Wasser zu bringen. Das Ausmaß der Beschädigungen wurde aber vom Kapitän völlig unterschätzt. In der Folgenacht mussten die Maschinen aber abgestellt werden, da das Schiff mit Wasser vollgelaufen war. Am folgenden Abend gab der Kapitän den Befehl, die Passagiere in die Rettungsboote zu bringen. Am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr wurden Passagiere und Besatzungsmitglieder vom Dampfsegler „Sumatra“ desselben Schifffahrtsunternehmens gerettet. Bei dem Unglück starben nach diesem Zeitungsbericht 15 Europäer, darunter fünf Passagiere der 1. Klasse, und zahlreiche einheimische, d.h., asiatische Crewmitglieder. In einem offiziellen Schreiben der Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. vom 3. Mai 1870 wurde die Anzahl der Todesopfer mit 30, darunter 15 einheimische Crewmitglieder, angegeben.[1]

Die Illustrated London News berichtete auch von der Bergung des Schiffs etwa zwei Wochen später. Das Schiff war mittlerweile teilweise gesunken, aber noch sichtbar, wie es auf dem Riff auflag. Vor- und Hauptmast waren noch vorhanden. Das Versicherungsunternehmen Lloyd’s of London entsandte am 25. September 1869 in Sues eine Bergungsexpedition mit zwei Tauchern, die am 30. September am Wrack ankam. Das Schiff war mittlerweile von Einheimischen geplündert worden, die es insbesondere auf die Baumwolle abgesehen hatten. Am 20. Oktober wurde die Untersuchung des Schiffs begonnen und am 24. Oktober die Post sichergestellt. Die Bergung von 22 Kisten mit den Goldmünzen über 32.000 Pfund wurde am 2. November von den beiden Tauchern abgeschlossen. Über den Verbleib der restlichen 8.000 Pfund im heutigen Wert von 250.000 Euro ist nichts bekannt.

Die Kupferbarren, die für die Münzprägung vorgesehen waren, wurden von Einheimischen im Auftrage von Lloyd’s geborgen. Die hierfür angestellten Beduinen bargen 700 Barren im Gewicht von 40–70 englischen Pfund (etwa 18–32 Kilogramm). Auch die Bergung der Barren wurde in der ILN beschrieben:

„Das Geschick, mit dem die Araber tauchen, ist ziemlich überraschend. Mit einem Strick um den linken Arm gehen sie kopfüber von den Booten, schwimmen stetig nach unten, bis sie einen Barren erlangen. Manchmal [haben sie sie] zwischen ihren Beinen oder in ihren Händen, wenn sie an die Oberfläche gezogen werden.“

Die einzelnen Tauchgänge dauerten im Durchschnitt 75 Sekunden, maximal 90 Sekunden.

Die Carnatic wird auch noch etwas später in einem Roman erwähnt. Phileas Fogg, Hauptperson in Jules Vernes Roman Reise um die Erde in 80 Tagen, verpasste die vorgezogene Abfahrt des Dampfers Carnatic, der ihn von Hongkong nach Yokohama bringen sollte. Sein Kammerdiener Passepartout gelangte jedoch rechtzeitig auf das Schiff.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Schaʿb Abū en-Nuḥās

Der Besuch des Schiffsfriedhofs ist üblicherweise Teil einer Tauchsafari in den Süden des Golfs von Sues, die in Scharm esch-Scheich oder Hurghada beginnt. Die Lage des Riffs ist anhand des Leuchtturms an der Nordostspitze auszumachen. Die Safarischiffe können nur an zwei Stellen an der Südwestseite festmachen.

Aufgrund der starken Brandung ist es sehr schwierig, an der Nordseite des Riffs vom Safarischiff zu springen. Deshalb sollte man an den Ankerplätzen im Westen in ein Schlauchboot (Zodiac) umsteigen, mit dem man zu den Wracks weiterfahren kann.

Ein Tauchgang ist nur bei ruhiger See möglich und von mittlerer Schwierigkeit. Die Sicht ist meist recht gut. Für das Innere der Schiffe empfiehlt sich die Mitnahme einer Taucherlampe. Da der Sprung ins Wasser in einiger Entfernung zum Riff erfolgt, beginnt die Besichtigung der Wracks an ihren Hecks.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Korallenriff[Bearbeiten]

Schornstein der Giannis D.
Nockenwelle im Maschinenraum der Giannis D.
Schornstein der Giannis D.
Maschinenraum der Giannis D.
Kranausleger der Giannis D.
Bug der Giannis D.

Die hiesigen Wracks sind die Ursache dafür, dass das Korallenriff meist kaum beachtet wird. Dabei bietet es auch reizvolle Weich-, Hart- und Tischkorallen. Zu den Tieren gehören Barsche, Fledermausfische, Papageienfische, Rotfeuerfische, Muränen und Röhrenaale.

Die Ostseite des Riffs bietet sich für einen Tauchgang an, insbesondere als Alternativprogramm bei rauer See. Die Riffkante ist mit Weichkorallen überzogen und besitzt Höhlen und Canyons.

Wrack der Giannis D.[Bearbeiten]

Der griechische Stückgutfrachter Giannis D. (manchmal auch Ghiannis D.) wurde 1969 in Japan von der Kuryshima Dock Co. gebaut und auf den Namen Shoyo Maru getauft. Das Schiff wechselte 1975 zu einem unbekannten Besitzer und fuhr seitdem unter dem Namen Markos. 1980 erwarb die griechische Dumarc Shipping & Trading Corp. in Piraeus das Schiff und ließ es in Giannis D. umtaufen. Das D. ist ein Hinweis auf den Besitzer. Das Schiff war 99,5 Meter lang, 16 Meter breit, hatte einen Tiefgang von 6,35 Metern und besaß eine Tonnage von 2.932 Bruttoregistertonnen (BRT). Der Sechszylindermotor verlieh dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten. Mit einer Ladung Teakholz und Mahagoni sank das Schiff am 19. April 1983 aufgrund eines Navigationsfehlers und befindet sich heute bei 6 27° 34′ 38″ N 33° 55′ 25″ O in einer Tiefe von etwa 27 Metern. Die Deckaufbauten reichen bis in eine Höhe von 7 Metern unter der Wasseroberfläche. Die Giannis D. ist das besterhaltene Wrack am Scha'b Abū en-Nuhās und befindet sich an der westlichen Nordseite des Riffs.

Das Wrack ist auseinander gebrochen und liegt heute dreigeteilt im Sandboden. Unmittelbar am Riff befindet sich der Bug mit seinem Bugmast und der Ankerwinde. Er liegt auf der Backbordseite. Es folgen Teile des eingestürzten Frachtraums. Der dritte und größte Teil ist die nach Backbord geneigte Heckpartie mit der Kommandobrücke, dem Kranausleger und dem Schornstein. Im Bereich des Schornsteins hat man den Zugang zum geräumigen Maschinenraum, in dem sich der Sechszylindermotor mit seinen Nockenarmen und die Rohrleitungen, Ventile und Messgeräte ausmachen lassen.

Das Schiff wird mittlerweile von einigen Weichkorallen, Schwämmen und Anemonen eingenommen. Weitere Bewohner sind Barsche, Glas-, Fledermaus- und Papageienfische.

Wrack der Carnatic, das Weinflaschen- oder Kupferwrack[Bearbeiten]

Etwa 300 Meter östlich der Giannis D. befindet sich das Wrack des Dampfpassagierschiffes 7 Carnatic (27° 34′ 45″ N 33° 55′ 35″ O). Das von den Samuda Brothers 1862 in London gebaute Schiff war 89,8 Meter lang, 11,6 Meter breit, hatte einen Tiefgang von 7,6 Metern und besaß eine Tonnage von 1.776 BRT. Neben dem Motor besaß das Schiff noch zwei Segelmasten als Antrieb. Das Schiff war für die britische Peninsular & Oriental Steam Navigation Co. (P&O) zwischen Sues und Bombay, gelegentlich auch bis nach China unterwegs. Bei gutem Wetter lief das Schiff in der Nacht vom 12. zum 13. September 1869 kurz nach Mitternacht auf Grund.

Das erst 1984 wiederentdeckte Wrack befindet sich heute in einer Tiefe von 22 bis 27 Metern. Der Bug weist zum Riff, das Schiff liegt backbords. Vom Schiff sind heute fast nur noch die verrosteten Eisenspanten erhalten. Die Holzblanken sind verrottet. Die Eisenstreben sind heute vollständig mit Hart- und Weichkorallen überzogen. Im Bereich des Schiffes schwimmen Barsche, Glasfische und Makrelen.

Von den Aufbauten sind noch Teile der Brücke, der Schornstein sowie Heck- und Bugmast erhalten. Im Inneren des Schiffes sind die Laderäume und der Maschinenraum mit dem Motor und dem Kessel zugänglich. Am Heck befinden sich die dreiflügelige Schiffsschraube und das Ruder.

Man achte darauf, sich nicht an den teilweise scharfen Eisenkanten zu verletzen.

Die beiden östlicheren Wracks werden deutlich seltener besichtigt.

Wrack der Marcus, das Kachelwrack[Bearbeiten]

Laderaum der Carnatic
Überreste der Carnatic
Schiffsrumpf der Carnatic
Schiffsrumpf der Carnatic

Weiter östlich, östlich des Korallenblocks, befindet sich das Wrack des Frachtschiffs 8 Marcus (27° 34′ 48″ N 33° 55′ 42″ O). Die Marcus wurde 1956 in Bremen gebaut und besaß eine Tonnage von 2.700 BRT. Bis 1971 lief es unter den Namen „Naguilan“, „Nordhaff“ und „Atlas“. Nach einem Brand wurde das beschädigte Schiff nach Griechenland verkauft und war seit 1978 unter dem Namen „Marcus“ wieder unterwegs. Von Italien kommend und mit italienischen Granit-Fußbodenkacheln und Metallrohren beladen lief es im Mai 1978 auf dem Weg nach Saudi-Arabien hier auf Grund. Das Wrack wurde lange Zeit fälschlich für die griechische „Chrisoula K.“ gehalten.

Der Bug des Schiffes liegt heute noch auf dem Riff in etwa 4 Metern Tiefe, das Heck weiter nördlich in 27 Metern. Entlang des Schiffes befinden sich drei Laderäume mit den Kacheln und die Schiffsbrücke. Am Heck befindet sich die vierflügelige Schiffschraub. Der Maschinenraum ist schwer zugänglich und die Besichtigung nur erfahrenen Wracktauchern zu empfehlen.

Das Schiff ist bereits mit Weichkorallen überzogen, die den Lebensraum für Glas-, Fledermaus- und Anemonenfische bilden.

400 Meter nördlich des Riffes liegen in 60 Metern Tiefe die Überreste des 1954 in Lübeck gebauten Frachtschiffes „Chrisoula K.“, die am 31. August 1981, ebenfalls mit Kacheln beladen, gesunken ist. Fragmente des Bugs der Chrisoula K. liegen auch auf dem Riffdach. Beim Versuch, das Schiff vom Riff zu ziehen, ist es auseinander gebrochen.[2]

Wrack der Kimon M., das Linsenwrack[Bearbeiten]

Fast an der äußersten Nordostspitze, etwa 250 Meter östlich der Marcus befindet sich das Wrack des griechisch-panamaischen Frachtschiffes 9 Kimon M. (27° 34′ 53″ N 33° 55′ 49″ O), das der Ladung wegen auch als Linsenwrack bezeichnet wird. Das 1952 bei H. C. Stülcken & Sohn in Hamburg gebaute Schiff hatte eine Länge von 104,6 Metern, eine Breite von 6,8 Metern und eine Tonnage von 3.714 BRT. Auf seiner letzten Fahrt sollte es eine Linsenfracht vom türkischen Iskanderun nach Bombay transportieren. Am 12. Dezember 1978 lief es auf das Riff auf. Dabei wurde der Bug abgerissen, von dem sich heute nur noch Reste auf dem Riffdach befinden.

Der restliche Rumpf liegt heute auf seiner Steuerbordseite unmittelbar am Rifffuß in 27 Metern Tiefe. Die Backbordseite ragt bis in die Tiefe von 16 Metern empor. Einige Überreste liegen auch noch auf der Riffkante ab 4 Metern Tiefe.

Das Wrack sollte nur von außen besichtigt werden, da es mittlerweile instabil ist und einzustürzen droht. Besichtigt werden können die vierflügelige Schiffsschraube und das Ruder, der Mast, die nach oben offenen Laderäume, die Seilwinden, die Überreste des Schornsteins und die Brücke.

Zur Unterwasserwelt zählen Weichkorallen, Barsche und Fledermausfische.

Yellowfish Reefs[Bearbeiten]

In ca. 600 Meter Entfernung zur Südspitze des Schaʿb Abū en-Nuḥās, südlich des Riffs, befinden sich die drei kleineren Gelbfisch-Riffe (englisch 10 Yellowfish Reefs (27° 33′ 57″ N 33° 55′ 47″ O), die einfach nach der Farbe vieler hier vorkommender Fische benannt sind. Zu den hier heimischen Fischen gehören Meerbarben der Gattung Parupeneus, Falterfische (Chaetodontidae) und Süßlippen (Plectorhinchus). Die Riffe erheben sich in 15 Metern Tiefe aus dem Sand.

Fotografieren[Bearbeiten]

Aufgrund der zum Teil kurzen Entfernungen zu den Objekten sollte ein Weitwinkelobjektiv mitgenommen werden. In den Laderäumen ist der Einsatz von Blitzlicht erforderlich.

Für Aufnahmen sollte man etwas experimentieren. Es ist durchaus möglich, dass sich der Einsatz des Blitzlichts aufgrund aufgewirbelter Sedimente und des Planktons verbietet. Für die Aufnahmen ohne Blitz braucht man eine ruhige Hand.

Küche und Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft und Verpflegung werden auf den Safarischiffen geboten.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch des Riffs lässt sich mit anderen Tauchgebieten in der Straße von Gūbāl im Rahmen einer Tauchsafari verbinden.

Westlich von Abū en-Nuḥās gibt es vier weitere Korallenriffe. Wracks gibt es zwar keine, jedoch lohnt die Meeresfauna und -flora einen Besuch. Bei der Tauchgangsplanung ist zu berücksichtigen, dass die Strömung immer von Norden nach Süden verläuft.

3,5 Kilometer nordwestlich von Abū en-Nuḥās befindet sich das 11 Schaʿb Umm ʿUsch (27° 35′ 18″ N 33° 52′ 34″ O), auch Shab/Shaab Umm Usk, Shaab Umm Onghosh, das einen Durchmesser von etwa 3 Kilometern besitzt. In der Mitte des Riffs befindet sich eine Lagune, in der die Schiffe auch ankern können. Meist wird an der Westseite im nördlichen Zugangsbereich zur Lagune bei 1 27° 35′ 2″ N 33° 52′ 5″ O getaucht.

Südlich des vorgenannten Riffs und 3,5 Kilometer westlich von Abū en-Nuḥās befindet sich das Riff und die Insel 12 (Ǧuzūr) Siyūl Kabīra (27° 33′ 37″ N 33° 52′ 24″ O), auf der sich auch ein Leuchtturm befindet. Nur ein kleiner Teil des Riffs ist als Insel sichtbar. Während das Riff von Westen nach Osten ca. 1,8 Kilometer misst, ist die Insel nur 650 Meter lang. Für Taucher interessant ist die Südseite des Riffs. Wegen der Strömung startet man den Tauchgang im äußersten Osten oder Westen.

Etwa 1 Kilometer westlich von Siyul Kabīra befindet sich das Riff und die Insel 13 Siyūl Saghīra (27° 33′ 13″ N 33° 50′ 50″ O). Es ist das größte Riff in diesem Bereich und reichlich vier Kilometer lang. Nur ein extrem kleiner Teil im Norden ragt als Insel aus dem Wasser. Als Tauchgebiet eignet sich die etwa einen Kilometer lange Riffzunge im Osten bei 2 27° 32′ 55″ N 33° 51′ 47″ O. Schiffe können im Süden der Riffzunge ankern. Man startet den Tauchgang üblicherweise im Norden und umrundet die Riffzunge. Die Südseite der Zunge ist auch zum Schnorcheln geeignet.

Südlich von Siyūl Kabīra befindet sich das wenig interessante 14 Blind Reef (27° 33′ 0″ N 33° 53′ 52″ O).

Literatur[Bearbeiten]

  • The Wreck of the Carnatic. In: The Illustrated London News, Bd. 55 (1869), Nr. 1562 vom Samstag, dem 16. Oktober 1869, S. 390, Sp. 1 f., S. 381 (Abb.), ISSN 0019-2422.
  • Recovering the Cargo of the Carnatic. In: The Illustrated London News, Bd. 55 (1869), Nr. 1568 vom Samstag, dem 27. November 1869, S. 542, Sp. 1 f., S. 528 (Abb. oben), ISSN 0019-2422.
  • Siliotti, Alberto: Sinai Diving Guide : Teil 1 ; deutsche Ausgabe. Verona : Geodia, 2005, ISBN 978-88-87177-66-4. Tauchplätze 37–40.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harrison, Janelle : The S.S. Carnatic : A Historical and Archaeological Analysis of the Underwater Cultural Heritage of a 19th Century Steam Powered Screw Propelled Ship, Bristol : University of Bristol, 2007, Dissertation, S. 57, Abb. 40.
  2. Siliotti, Alberto, Sinai Diving Guide, a.a.O., S. 195.

Weblinks[Bearbeiten]

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