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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Philippi

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Philippi
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Philippi ist eine archäologische Stätte in Griechenland. Sie gehört seit 2016 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Philippi
Parkrestaurant am Eingang

Hintergrund[Bearbeiten]

Die archäologische Stätte von 1 Philippi ist die bedeutendste archäologische Stätte Nord-Griechenlands mit charakteristischen Denkmälern der hellenistischen, römischen und frühchristlichen Zeit. Ihre Geschichte begann in 360/359 B.C. als Kolonisten von der Insel Thasos die Stadt gründeten unter dem Namen Krenides.

Im Jahre 356 v. Chr. ersuchten die Bewohner Schutz und Unterstützung von König Philipp II. von Makedonien, da die Stadt von den Thakern bedroht wurde. Philipp hatte bereits das wirtschaftliche und strategische Potential der Stadt erkannt. Also eroberte und befestigte er sie und benannte sie nach sich selbst (Philippi) um.

Nach der Schlacht von Philippi im Jahr 42 v. Chr. wurde die Stadt eine römische Kolonie. Die pulsierende hellenistische Stadt Philipps II., deren Mauern und Tore, das Theater und einige Grabstätten noch zu sehen sind, wurde durch römische öffentliche Gebäude wie das Forum und eine monumentale Terrasse mit Tempeln im Norden ergänzt. Ihre Lage an der Via Egnatia, der alten Verbindungsstraße zwischen Europa und Asien, förderte ihre weitere Entwicklung. Von besonderer Bedeutung in der Geschichte Philippis war das Jahr 49 oder 50, als der Apostel Paulus die Stadt besuchte und dort die erste christliche Kirche Europas errichtete und auch die erste christliche Taufe durchführte. Dies machte Philippi zur einer Keimzelle des Christentums in Europa. Die Überreste seiner Basiliken bilden ein außergewöhnliches Zeugnis für die frühe Etablierung des Christentums. Daher findet sich in Philippi auch viel religiöser Tourismus.

Der Niedergang begann durch die Pest (547 n.Chr) und ein Erdbeben (um 619 n.Chr.), durch das die Stadt fast völlig zerstört wurde und nie mehr zu ihrer ehemaligen Bedeutung zurückfand. In byzantinischer Zeit kam es um 850 n.Chr. zu Kriegen mit den Bulgaren um die Stadt, die Byzanz für sich entschied und im 10-11 Jh. die Stadt wehrtechnisch verstärkte. Nach einer kurzen Besetzung durch die Franken nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1204 wurde die Stadt von den Serben erobert. Die Stadt wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt verlassen. Die Via Egnatia hatte zu diesem Zeitpunkt als Handelweg deutlich an Bedeutung verloren zugunsten des Seehandels (besonders durch die oberitalienischen Städte, wie Venedig). Damit war vielen Orten entlang der Via Egnatia die wirtschaftliche Grundlage entzogen. In der Zeit der türkischen Besatzung wurde sie von den Türken als Steinbruch genutzt.

Die Ausgrabungen auf dem Gelände von Philippi begannen 1914 unter Leitung der Französischen Fakultät für Archäologie in Athen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ausgrabungen vom der griechischen Archäologischen Gesellschaft wieder aufgenommen. Heute werden die archäologischen Ausgrabungen unter Leitung des griechischen Ministeriums für Archäologie, der Aristoteles Universität von Thessaloniki und der Französischen Fakultät für Archäologie in Athen weitergeführt.

Man mag sich über die Ruinen so vieler Kirchen auf engem Raum wundern. Dies ruht daher, daß jeder der Tempel der ehemaligen vielen Götter entsprechend dem christlichen Verständnis überbaut werden mußten.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise nach Philippi erfolgt über Kavala (15km) oder Drama (25km). Alle Verbindungen sind dort beschrieben. Die Busse nach Philippi fahren regelmäßig ab dem Busbahnhof in Kavala oder Drama.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karte von Philippi
Theater
Basilika C & Museum
Forum Romanum
Forum Romanum, Basikila B, Balneum, Octagon

Die Abzweigung von der Hauptstraße Kavala-Drama nach Philippi ist gut beschildert. Man erreicht einen großen Parkplatz, der sich um einen kleinen Park herumzieht und auch für Wohnmobile geeignet ist. Die Gaststätte im Park, mit vielen Sitzplätzen im Freien unter Bäumen ist der beste Ort, um sich nach einer Begehung der antiken Stätte zu erholen. Da es in Philippi kaum Schatten gibt, kann es bei der Besichtigung im Hochsommer recht warm werden. Die alte Via Egnatia und spätere, inzwischen stillgelegte Bundesstraße zerteilt das Gelände in zwei Teile. Den oberen Teil dominiert das antike Theather, den unteren die Überreste der Stadt.

Von Eingang gelangt man direkt zum:

  • 2 Theater. (Nr.2 in der Karte). Es wurde vermutlich von König Philipp II. um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. erbaut und im 2. und 3. Jahrhundert durch die Römer umfangreich umgestaltet und ergänzt, so dass die Funktion des Theaters den Bedürfnissen der damaligen Aufführungen gerecht werden konnte. Es wurde zum Teil wieder hergerichtet, so dass es heute im Sommer wieder für Theateraufführungen und Musikdarbietungen genutzt wird. Der Blick von den Rängen über die Ruinenstadt und auf den Berg Pangeo im Hintergrund ist fantastisch.

Etwa 150m weiter sieht man die Reste einer Basilika, von der nur noch die Grundsteine geblieben sind:

  • 3 Basilika A. (Nr.6 in der Karte). Grundsteine einer großen, dreischiffigen Basilika (130x50m) mit Querschiff an der Ostseite, einem quadratischen Atrium und Galerie über die Seitenschiffe und der Narthex (schmale, eingeschossige Vorhalle am Haupteingang). Fragmente des luxuriösen Bürgersteigs und Teile des Ambo (Kanzel) sind im Mittelgang erhalten. Besonders beeindruckend sind die Fresken. Datiert bis zum Ende des 5. Jahrhunderts A.D.

Bleibt man oberhalb der Straße erreicht man nach weiteren 150m, vorbei an den Resten der Basilika C (Nr.17) das:

  • 4 Basilika C. Eine dreischiffige Basilika mit Resten der luxuriöse Marmorintarsien auf dem Boden. Datiert bis zum 6. Jahrhundert
  • 5 Archäologisches Museum. (Nr.18 auf der Karte). Zwar bietet es nicht wirklich viel Beeindruckendes, lohnt aber trotzdem den Besuch

Vor dem Eingangsbereich des Museums geht der Weg zur Akropolis hinauf. Besonders im Sommer ist der Aufstieg wegen der Steigung und des fehlenden Schattens etwas beschwerlich, aber trotzdem empfehlenswert.

  • 6 Akropolis. Von der Akropolis mit ihrem Turm aus der spätbyzantinischen Zeit hat man einen wunderbaren Blick auf Philippi und die umgebende Landschaft. Dies macht den etwas beschwerlichen Aufstieg unbedingt lohnenswert.

Verlässt man den oberen Teil der Ausgrabungstätte neben der Basilika C, geht man am Gefängnis des Apostel Paulus vorbei (Nr.7), überquert die Via Egnatia und gelangt man auf den großen, zentralen Markt (Agora) und direkt dahinter die Basilika B.

  • 7 Agora (Forum). (Nr.8+9 auf der Karte). Die Agora war das Verwaltungszentrum von Philippi in der römischen Zeit. Es ist ein Komplex von öffentlichen Gebäuden, der um einen zentralen offenen Platz angeordnet ist. Die eindruckvollsten Gebäude sind der Nordost-Tempel und der Nord-West-Tempel.
  • 8 Basilika B. (Nr.10 auf der Karte) Dreischiffige Basilika datiert auf ca. 550 n. Chr. Es hat eine Narthex und Anhänge im Norden und Süden (Phiale, Sakristei). Der fast quadratisch angelegte Mittelgang war mit einem von großen Pfeilern getragenen Gewölbe bedeckt. Ein zweites Gewölbe bedeckte den Heiligen Bema (abgeschlossener Raum in orthodoxen Kirchen]. Die Basilika überdeckt den größten Teil der dort zuvor befindlichen Palästra (Nr.11), einer humanistischen Bildungsstätte, in der sowohl die körperliche als auch die geistige Erziehung stattfand. Die Palaestra bestand aus einem zentralen Innenhof, Zimmern und einem kleinen Amphitheater.
  • 1 Schlachtfelder von Philippi (Μάχη των Φιλίππων). Schlachtfelder von Philippi in der Enzyklopädie Wikipedia Schlachtfelder von Philippi im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchlachtfelder von Philippi (Q335330) in der Datenbank Wikidata. In der Doppelschlacht bei Philippi siegten westlich von Philippi im Oktober/November 42 v. Chr. die römischen Triumvirn Marcus Antonius und Octavian (der spätere Kaiser Augustus) in zwei Treffen über die Anhänger der Republik, Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus, die auch zu den Anführern des Attentats auf Gaius Iulius Caesar gezählt hatten. Von den Schlachten sieht man auf den Feldern nichts mehr.

Küche[Bearbeiten]

Neben der Gaststätte im Park an der Ausgrabungsstätte gibt es mehrere Restaurants im Dorf Krinides in Fußentfernung oder im 3 km entfernten dem Dorf Lydia. Besonders empfehlenswert ist es aber ca. 10 km weiter Richtung Drama zu fahren nach 1 Apo Kefalari. Das Dorf ist am Fuße eines Berges gelegen und bekannt für seine auf Forellen spezialisierten romantischen Cafés und Restaurants, die sich entlang eines Bachlaufes aufreihen. Selbst an heißen Sommerabenden ist es hier relativ kühl. Von Kato Kefalaria erreicht man in 2 km Entfernung 2 Piges. Hier befindet sich ein Ausflugslokal an einem kleinen See und ist ebenfalls sehr empfehlenswert zu besuchen.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Philippeio Hotel. Gutes Hotel und Restaurant in Krinides
  • 2 Jannis Hotel. Direkt neben dem nahegelegenen Schlammbad
  • 3 Hotel Lydia. Hotel direkt am Baptisterium von Lydia

Weitere sehr empfehlenswerte Hotels gibt es im 15 km entfernten Kavala

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Während des Sommers ist es empfehlenswert eine Kopfbedeckung gegen die intensive Sonne mitzunehmen bei der Besichtigung, da es kaum Schatten gibt auf dem Ausgrabungsgelände.
  • Im Sommer finden im antiken Theater Vorführungen antiker Dramen statt oder auch Musikveranstaltungen. Man sollte sich unbedingt Sitzkissen mitnehmen, da das lange Sitzen auf den Steinreihen sonst zur Qual werden kann.

Ausflüge[Bearbeiten]

St.Lydia
  • 9 Lydia. Zu einer Besichtigung Philippis gehört auch ein Besuch des ca. 1 km entfernten Lydia. Am Ortseingang von Lydia befindet sich eine besonders sehenswerte Kirche und ein kreuzförmiges Taufbecken in einem Bach, wo Erwachsenentaufen durchgeführt werden. Viele Griechen lassen in der Kapelle ihre Kinder taufen, wegen der besonderen Bedeutung des Ortes für das Christentum. In dem Bach, der neben der Kapelle fließt, soll der Apostel Paulus die erste Taufe auf europäischem Boden durchgeführt haben, die der reichen jüdischen Händlerin Lydia.
  • 2 Lasponera. Ein paar Kilometer von Lydia entfernt liegt Lasponera, ein heilendes Schlammbad, das gegen Gelenk- und Rückenschmerzen hilft. Man braucht nur ein Handtuch zum Besuch des Bades, da man nackt im Schlamm badet, Männer und Frauen getrennt. Auch wenn man bei guter Gesundheit ist, lohnt sich ein Besuch! Da es sich um eine Freiluftanlage handelt, sind die Schlammbäder nur von Juni bis Oktober geöffnet.
"Sündiges" Denkmal des Gaius Vibius
  • 10 "Sündiges" Römisches Denkmal. Dieses römische Denkmal von Gaius Vibius ist ein 4 m hoher Marmormonolith aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und befindet sich in der Nähe des Dorfes Krinides. Zwei seiner vier Seiten tragen eine Inschrift, die auf die Laufbahn des römischen Offiziers Caius Vibius Quartus verweist. Die Beschädigung des Denkmals soll eine Maßnahme gewesen sein, um die alte Gewohnheit der Frauen der Gegend zu stoppen, sich heimlich auf "unmoralische" Weise an den Marmorecken zu reiben, im Glauben dadurch nur männliche Kinder zu bekommen. So wurden die Ecken des Denkmals entfernt, um der Sünde ein Ende zu bereiten.
  • 11 Dikili Tash. Die archäologische Stätte von Dikili Tash ist eine prähistorische Siedlung aus der Jungsteinzeit (6400-4000 v. Chr.) und der Bronzezeit (3000-1100 v. Chr.). Es gibt auch Überreste aus hellenistischer und römischer Zeit und einen byzantinischen Turm. Es gibt nicht wirklich viel zu sehen und somit ist diese Stätte mehr für Archäologen von Interesse. Es ist bemerkenswert, dass man in diese Siedlung den bisher ältesten Nachweis der Weinherstellung Europas gefunden hat.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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