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Olympos (Lykien)

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Olympos
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Olympos (Lykien) ist eine alternatives Feriendorf, lykische Ruinenstätte und Strand in der Türkei südlich von Kemer. Die Ortschaft Cirali (Çıralı) liegt unmittelbar nördlich von Olympos und ist in diesem Artikel als ein gemeinsames Reiseziel enthalten. Selbständige Gemeinden sind beide Orte schon längst nicht mehr. Die Chimären von Olympos sind einen Besuch wert.

Hintergrund[Bearbeiten]

In der griechischen Mythologie lebte hier in der Nähe einst die feuerspeiende Chimäre, bevor diese von Bellerophon heldenhaft besiegt wurde. Noch heute lodert der Berg aufgrund eines Gasbrandes ununterbrochen aus zahlreichen Erdlöchern. Anfang des 1. Jhr. v. Chr. tauchte die Stadt zum ersten Mal in Quellen auf. Hier wird diese den wichtigsten sechs Städten von Lykien zugeordnet. An einem Berghang mit Bergbach gelegen besaß die Stadt neben der Süßwasserversorgung auch mit Korykos einen eigenen Hafen. Bekannt war Olympos auch für den hier ausgeübten Mithras-Kult. Die Lage war strategisch so wertvoll, dass sich hier bald Piraten niederließen. Von hier und von Phaselis aus fuhren diese unter der Führung eines gewissen Zeniketes, dessen Herkunft bis Heute unbekannt ist, auf Beutezug. Das war so erfolgreich, dass Rom im Jahre 77 v. Chr. Truppen schickte um diesem Herr zu werden. Der Sieg der Römer fiel eindeutig aus. In seiner ausweglosen Situation schloss Zeniketes sich in seinem Haus ein und verbrannte sich selber. Der Krieg war für die Stadt ein herber Schlag von dem diese nicht mehr erholen sollte. Zwar wurde der Ort bald zur Kultstätte des Hephaistos und im Hafen florierte der Handel, doch der Ort verlor zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 150 n. Chr. wurde die Stadt vom Kaiser Hadrian in Hadrianopolis umbenannt. Im 3. Jhr. n. Chr. bekommt die Stadt einen Bischofssitz. Danach verliert sich die Geschichte der Stadt. Mann nimmt an, dass im 15.Jahrhundert die letzten Bewohner die Stadt verließen.

Heute gehört das Areal zum Olympos Nationalpark. Hier finden sich die Ruinen der antiken Stadt in einem traumhaften Umfeld. Der Strand, der aufgrund der hier lebenden Wasserschildkröten Naturschutzgebiet ist, ist frei erfreut sich einem eher alternativen Flair. So ist es nicht verwunderlich, dass das Publikum und die Unterkünfte diesem alternativen Anspruch gerecht werden.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist sicherlich der in Antalya. Von hier aus geht es auf der Straße weiter. Eine weitere Möglichkeit ist im Flughafen Dalaman zu finden, der aber weiter entfernt ist.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Vom Busbahnhof Antalya geht jede halbe Stunde ein Bus in Richtung Fethiye nach etwa 1,5 Stunden erreicht dieser die Olympus-Haltestelle. Diese ist direkt an der Bundesstraße D400. Von hier aus geht es mit dem Dolmuş die letzten 11 km ins Tal. Hier wird es knifflig. Diejenigen die nach Çirali wollen müssen noch an der D400 ca. 300 Meter in Richtung Antalya laufen, da hier der Weg ins Tal für Çirali beginnt. Hier gibt es auch eine Dolmuş-Verbindung, jedoch ist diese wesentlich geringer frequentiert. Daher ist es durchaus sinnig sich vorher über das Endziel zu versichern, dass auch ein Wagen hier steht. Auf jeden Fall nicht vergessen dem Busfahrer beim Einsteigen die Zieladresse zu geben. Von Fethiye fahren die Busse nach Antalya nur im Stundentakt. Aber auch hier gilt ab der D400 den Dolmuş ins Tal zu nehmen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Antalya fährt man die D400 in Richtung Kumluca. Die Straße ist vierspurig ausgebaut und in einem relativ guten Zustand. Vor einigen Tunneln hängen KGS-Zeichen, doch zuletzt (06/2012) wurde hier kein Geld verlangt. Etwa 75 km hinter Antalya führt eine befestigte Straße in das Tal hinab. Die Abfahrt ist deutlich ausgeschildert. Nach weiteren Kurvenreichen 10km erreicht man zuerst zahlreiche einfache Pensionen und schließlich einen Parkplatz vor einer Furt. Von hier aus sind es noch einige 100 Meter zur Ruinenstätte. Wer zum Strand will, muss die Ruinenstätte durchqueren. Ist das Endziel allerdings Çirali fährt man 300 Meter in Richtung Antalya und dann erst in Richtung Küste das Tal hinab.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Zahlreiche Anbieter bieten eine Bootstour der Küste entlang an. Zumeist ist ein Stop in der Bucht von Olympos inklusive Baden und Ruinenbesuch Bestandteil der Tour.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Areal ist nur zu Fuß zu erkunden. Parkplatzmöglichkeiten gibt es direkt an den Hotels oder direkt an der archäologischen Stätte.1

Karte von Olympos (Lykien)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Antike Olympos[Bearbeiten]

  • 1 - Das Mosaikhaus liegt am Ende eines Pfades entlang eines Wassergrabens. Das Haus war ursprünglich zweistöckig und wurde wahrscheinlich im 3. oder 4. Jahrhundert n.Chr. als Badehaus erbaut. Im 5. bzw. 6 . Jhr. erfolgte ein umfangreicher Umbau der eine Nutzung mehr für religiöse Zwecke ermöglichte. Der zweite Stock ist komplett eingestürzt und so liegen hier zerbrochene Mosaikböden über zerbrochenen Mosaikböden auf dem Boden verteilt. Ursprünglich waren hier neben Thalassa, der weiblichen Verkörperung des Meeres, jede Menge Tiere, wie Enten, Fische usw. zu sehen. Natürlich eingerahmt mit schönen Ornamenten. Seit 1992 forscht hier das Archäologische Museum von Antalya. Die größten Bereiche sind abgesperrt um die Mosaike auf dem Boden zu schützen.
  • 2 Grabmonument - Es stammt aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Leider ist das zugehörige Gewölbe zerstört. Das ganze Monument ist in U-Form gehalten. Kern des Monuments ist eine umlaufende massive Bank auf der drei Sarkophage stehen können. Die Wände sind vergleichsweise dünn ausgeführt und in ihnen sind noch die Aufnahmen der Holzträger für das Gewölbe zu sehen. Zwei Sarkophage stehen aktuell noch in dem Monument. Der dritte Sarkophag ist der so genannte Sidamara Sarkophag. Dieser steht im Museum von Antalya und zeigt zahlreiche Reliefs. Entdeckt wurde das Monument im Jahre 1990.
  • 3 - Akropolis direkt hinter dem Hafenmausoleum führt ein kleiner Pfad zur Akropolis hoch. Je nach Jahreszeit ist der Aufstieg sehr anstrengend (zu heiss) bzw. nicht ratsam (bei Regen) wird aber mit einem schönen Ausblick über die Bucht belohnt.
  • 4 - Vom römischen Tempel ist nur noch die Front übrig geblieben. Aber die ist beeindruckend mit ihrer Höhe. Aufgrund einer gefundenen Inschrift, die sich auf Marc Aurelius bezieht, kann man davon ausgehen, dass der Tempel im 2. Jahrhundert n.Chr. errichtet worden ist.
  • 5 - Jeder der zum Strand geht, kommt zwangsläufig am Hafenmausoleum vorbei. Dieses besteht aus zwei Grabräumen. In der westlichen Kammer finden sich zwei Sarkophage. Der erste Sarkophag gehört dem Kapitän Endemos. Auf dem Sarkophag ist das Relief eines Schiffes zu sehen und eine Inschrift die über sein Leben und Erfahrung als Kapitän am Mittelmeer. Interessant sind hier z.B. negative Anmerkungen zum damaligen Chalcedon, dem heutigen Istanbul/Kadıköy, und natürlich Lobpreisungen von Lykien. Zum Schluss geht die Inschrift über in doch einen eher philosophischen Ton, und spricht vom letzten Hafen den er nie wieder verlassen wird. Das Grab daneben gehört dem Enkel des Kapitän Endemos mit dem Namen Marcus Aurelius Zosimas, der sich in einer Inschrift als Besitzer und Auftraggeber der Grabkammer ausgibt. Über den dritten Sarkophag in der Grabkammer daneben weiß man noch nichts.
  • 6 - Hier handelt es sich um eine dreischiffige Basilika die zwischen dem 5. Jahrhundert n.Chr. und dem 6. Jahrhundert gebaut worden ist. Dieser Baustil ist typisch für diese Zeit. Im 9. Jahrhundert n.Chr. ist die Basilika noch einmal überarbeitet worden.
  • 7 - Das römisches Bad befindet sich direkt am Fluss und die Fenster des Bades sind heute noch zu sehen. Man kann sich gut vorstellen, dass das Badeambiente hier besonders schön war.
  • 8 - Vom Theater ist relativ viel übrig geblieben, das sich aber wie die gesamte Ruine in einem schlechten Zustand befindet. Bemerkenswert gut erhalten ist der gewaltige Zugang und ein paar Sitzreihen. Der Rest des Theaters verschwindet im Wald, als wäre man der erste Entdecker des Theaters.
  • Die 9 Festung oberhalb des Strandes ist der Expansionspolitik der Republik Genua zu verdanken. Diese bauten hier im 14. Jahrhundert eine kleine Burg.
  • Der 10 Sarkophag des Alkestis stammt aus dem 2. Jahrhundert und ist mit schönen Reliefs besetzt.
  • Das 11 Gymnasium stammt aus lykischer Zeit und war der Ort für Sportertüchtigungen. Nach der Einnahme der Stadt durch römische Truppen dient der Gebäude den Soldaten dem Training wie z.B. Einzelkämpfe.
  • 12 Nord-Nekropole
  • 13 Süd-Nekropole

Bucht von Olympos[Bearbeiten]

Der Strand bei Olympos

Die 14 Bucht von Olympos mit dem Strand und dem dahinter liegenden Wäldern lädt so manches Ausflugsboot zu einem Halt hier ein. Das klare Wasser und die zwei Festungen, die aus den Wäldern ragen, vervollständigen die Optik für ein ideales Postkartenmotiv.

Çirali[Bearbeiten]

15 Hier finden sich zahlreiche tolle Pensionen in Familienhand.

  • 16 Olympos Dorf
  • 17 Chimäre

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wanderungen am Lykischen Weg
  • Baden am Olympos Beach
  • Wassersport
  • Besichtigung der Ruinen von Olympos

Einkaufen[Bearbeiten]

An dem Weg zum Strand liegen auch einige Supermärkte, wobei die Supermärkte zwischen dem Eingang zum archäologischen Gelände und der Furt durch den Gebirgsbach bedeutend teurer sind als die vor der Furt.

Am Eingang des archäologischen Geländes gibt es einen kleinen Laden des türkischen Tourismus-Ministeriums, der eine sehr gute Auswahl von Büchern führt. Darunter sind einige Sonderausgaben, die selbst an den großen Tourismus-Highlights nicht zu finden sind.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants in Ulupinar: In diesem kleinen Tal zwischen Tekirova und Cirali befindet sich viele Forellen-Restaurants. Alle Tische sind direkt in den großen Fluss gebaut. Wer will, kann sich auch an einen Tisch setzen und sich die Beine vom kalten Wasser umspülen lassen. Serviert werden überwiegend Köstlichkeiten der türkischen Küche, Forelle, Meeresfisch oder Lammbraten vom Spieß oder aus dem Erdofen (Tandir Kebab).

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Holzhaus/Baumhaus Hotel in Olympos

Baumhäuser - In Olympos immer noch der letzte Schrei, sind wunderschön in die Landschaft eingefügte Holzhaus- bzw. Baumhaus-Pensionen:

  • KADİR'S YÖRÜK TOP TREE HOUSES, Kadir's Yörük Top Tree House Olimpos / ANTALYA (Direkt an der Straße zum Strand bzw. Ruine auf der linken Seite). Tel.: +90 (0)242 892 12 50, Fax: +90 (0)242 892 11 10, E-Mail: . Mehrfach Preisgekrönt. Parkplätze direkt vor dem Haus. Neben zahlreicher Holzhäuser ein Haupthaus mit Bar, jeden Abend Lagerfeuer, ein Pizza Haus, eine Disco und ein umfangreiches Tourangebot. Preis: DZ Bungalow mit Klima & Halbpension ca. €40,00.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Olympos und Chirali sind Reiseziel von Istanbulern sowie von Hippis, eigentlich von Leuten, die fernab der üblichen Ströme relaxen moechten. Es geht entspannt zu und die Zeit spielt keine Rolle. Etwas tiefer im Wald gibt es für das abendliche Ausgehen eine imposante Disco. Sie ist gänzlich in einen Kessel aus Stein eingebettet und an den schroffen Wänden sind Etagen mit Sitzgelegenheiten befestigt.

Ausflüge[Bearbeiten]

In der Region gibt es einige eingerichtete Kletter-Gebiete. Das etwas abseits gelegene (oder verschlafene) Adrasan ist ein Badeort wenige Kilometer südlich.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Olympos Bey Mountains Coast National Park

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