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Nauru

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Die Insel Nauru liegt in Ozeanien, Nauru ist der drittkleinste Staat der Erde. Die Insel ist vor allem durch die früher bedeutende Phosphatgewinnung bekannt, die das gesamte Inselinnere vollkommen vewrüstet hat. Touristische Infrastruktur fehlt fast völlig und das Land gehört zu den Ländern mit den wenigsten Touristen weltweit.

Lage
Karte von Ozeanien mit eingezeichneter Lage von Nauru
Flagge
Flagge von Nauru
Kurzdaten
Hauptstadtkeine offizielle Hauptstadt, Sitz der Regierung im Distrikt Yaren
StaatsformParlamentarische Republik im Commonwealth
Währung1 Australischer Dollar (A$)
= 100 Cents
Fläche21 km²
Bevölkerung12.800
SprachenNauruisch (offiziell), Englisch
ReligionenChristen (90 %, zwei Drittel Protestanten, ein Drittel Katholiken)
Stromnetz240V/50Hz
Telefonvorwahl+674
Internet TLD.nr
ZeitzoneMEZ+10,5h

Regionen[Bearbeiten]

Nauru ist in 14 Distrikte unterteilt. Das Parlamentsgebäude befindet sich im Distrikt Yaren.

Städte[Bearbeiten]

Karte von Nauru (2005, bzgl. Phospahtabbau überholt).
Sekundärer Phospahtabbau.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nauru wurde 1886 deutsche Kolonie, der industrielle Phosphatabbau begann. 1914 wurde die Insel entgegen völkerrechtlicher Abmachungen von australischen Truppen besetzt. Das Völkerbundsmandat ab 1923 wurde ebenfalls von dieser Mach ausgeübt. Zum Abbau der Mineralien wurde eine große Zahl von Hilfsarbeitern aus dem asiatischen Raum angeworben, die in Lagern untergebracht, streng von der einheimischen Bevölkerung getrennt wurden. Zwei Mal sank die Anzahl der indigenen Einwohner unter die als notwendig angesehene Reproduktionsfähigkeitsgrenze von 1500. Die Geburt des ersten „rettenden“ Babys 1932 wird noch heute jährlich als Angam Day gefeiert.

Waschgelegenheit im Flüchtlingslager (2012).

Im zweiten Weltkrieg zerschoß Ende 1940 ein deutscher Kreuzer die Verladerampe. 1942 befreiten dann die Japaner die Insel, die 1945 wieder unter alliierte Kontrolle kam. Man kam 1947 als UNO-Trust Territory unter britische Kontrolle, die Verwaltung übernahm Australien. 1966/68 wurde Nauru unabhängig. 1988 konnte Nauru für die Renaturierungskosten des durch Tagebau verwüsteten Inneren der Insel gegen Australien gerichtlich durchsetzten. Die Phosphatvorräte, deren Abbau die Inselbaeohner finanziell gut versorgt hatten, gingen Ende der 1980er zur Neige, sie waren 2006 komplett erschöpft, Rücklagen hatte man keine, das Ländchen war sehr schnell pleite. Das ging soweit, daß die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten war, weil die Telekommunikationsgesellschaft, die für internationale Verbindungen zuständig war, alle Verbindungen kappte. Eine Möglichkeit den Staatshaushalt aufzubessern sieht die Regierung darin, sich für diplomatische Anerkennung bezahlen zu lassen. So hat man mehrfach zwischen der Volksrepublik und der Regierung der Provinz Taiwan in der Frage des „wahren Chinas“ gewechselt. Rußland war die Anerkennung Südossetiens etliche Millionen Dollar wert. Nauru ließ sich auch vor den Karren der perfiden australischen Flüchtlingspolitik spannen. Die Pacific Solution sah vor, daß andere Länder von Australien bezahlte, geschlossene Lager auf ihrem Gebiet einrichten würden, bis die Asylanten weiterreisen können. Nachdem die Flüchtlinge hier einige Jahre geschmachtet hatten, verschärften die Australier ihre Politik und ließen keine Antragsteller mehr ins Land. Gleichzeitig wurden die Lagerkosten nicht mehr übernommen und man stellte sich auf den menschenverachtenden Standpunkt „die Flüchtlinge seien das Problem der Aufenthaltsländer.“ 2017 übernahmen die USA mit 900 einen Teil der Gestrandeten.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise nach Nauru erfolgt praktisch ausschließlich mit dem Flugzeug, meist über Brisbane in Australien, weswegen auch ein Visum für dieses Land erforderlich ist.

Visumsfreie Einreise gibt es nur für eine Handvoll Länder. Die meisten Angehörigen westlicher Nationen dürfen im „vereinfachten Visumsverfahren“ als Tourist einreisen. Hierzu gehören alle EU-Bürger und Schweizer (keine Liechtensteiner oder Monegassen, aber San Mariner). In jedem Fall ist eine bestätigte Unterkunftsbuchung oder ein Einladungsschreiben (für Geschäftsreisende letzteres in jedem Fall) vorgeschrieben. Der Hauptunterschied zum normalen Antragsverfahren ist der, daß kein polizeiliches Führungszeugnis verlangt wird. Journalisten werden 2018 für Erlaubnisse mit A$ 8000 richtig kräftig zur Kasse gebeten. Reisepässe müssen drei Monate über den Aufenthalt gültig sein. Touristische Aufenthalte werden normalerweise für 30 Tage genehmigt.

Nauru kann es sich nicht leisten in Europa konsularisch vertreten zu sein. Weitergehende Auskünfte erteilt das Consulate General of the Republic of Nauru, Level 3, 99 Creek Street, Brisbane QLD 4000, Australia, Tel.: +61 7 3220 3044. Anträge sind per eMail an den Director of Immigration zu schicken, Einzelheiten und Antragsformular.

Zollfreimengen
  • AS 2500 Bargeld
  • ab 18: 200 Zigaretten oder 500 g Tabak
  • ab 21: 2 Liter Schnaps

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Anflug auf Nauru.

Zur Zeit, März 2018, fliegt Nauru Airlines (früher “Our Airline”) auf den Strecken:

  1. Nauru - Brisbane
  2. Nauru - Tarawa (Kiribati) - Majuro - Ponape - Guam
  3. Nauru - Nadi (Fiji)

Da das Geld bei Nauru Airlines aber notorisch knapp ist, kann sich dies sehr bald wieder ändern.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Segler mit eigener Yacht müssen in Aiwo einklarieren (Hafeneingang: 00° 31'43" S, 166° 54'31" O; Hafenbehörde ☎ +647 557 3158).

Mobilität[Bearbeiten]

Nauru weist ein Straßennetz mit einer Länge von 41 Kilometer auf. Davon sind ungefähr 29 Kilometer befestigte Asphaltstraßen. 17 Kilometer bilden davon den schmalen Küstenstreifen rund um die Insel und die übrigen 12 Kilometer (unbefestigte Asphaltstraßen) führen ins Zentralplateau zu den Phosphatminen. Es gibt eine Bahnstrecke mit einer Länge von etwa fünf Kilometern. Sie bedient das Phosphatabbaugebiet und verläuft im Westen von Anibare nach Aiwo. Die Insel lässt sich aufgrund ihrer Größe gut umrunden. Mietwagen sind beim Menen Hotel bei Vorlage eines Führerscheins erhältlich.

Sprache[Bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung spricht natürlich Englisch, etwa 13.000 Menschen. Nauruisch (naur. dorerin Naoero) wird von etwa 6.500 Menschen als Erstsprache und von ca. 1.000 Menschen als Zweitsprache gesprochen und gilt als Nationalsprache. Nauruisch ist eine von der UNO anerkannte Sprache. Sie gehört zur Familie der austronesischen Sprachen des Westpazifiks. Englisch und auch Französisch werden jedoch weitgehend verstanden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt auf Nauru nur zwei Hotels, man hat also nicht viel Auswahl.

Dazu kommen noch zwei Anlagen mit Ferienwohnungen.

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
1. Januar New Year's Day Neujahrstag
31. Januar Independence Day Jahrestag der 1968 erlangten Unabhängigkeit
2. April 2018 Easter Ostermontag
17. Mai Constitution Day Jahrestag der nauruischen Verfassung von 1968
26. Oktober Angam Day Jahrestag des erstmaligen Erreichens von 1.500 Einwohnern
25. und 26. Dezember Christmas Weihnachten

Sicherheit[Bearbeiten]

Für Kriminalität ist die Insel zu klein.

Gesundheit[Bearbeiten]

Nauru ist Malariafrei.

Klima[Bearbeiten]

Jahresdurchschittstemperatur: 27 °C.

Von November bis April können tropische Wirbelstürme auftreten.

Respekt[Bearbeiten]

Die Kultur ist wie auf allen Pazifikinseln ländlich, konservativ geprägt. Homosexualität ist nicht verboten, sollte aber auch nicht offen zur Schau getragen werden.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Landesvorwahl ☎ +647

Literatur[Bearbeiten]

  • Folliet, Luc; Nauru, die verwüstete Insel: wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde zerstörte; Berlin 2011 (Wagenbach); ISBN 9783803126542
  • Gleeson, Madeline; Offshore: behind the wire on Manus and Nauru; Kensington, Australia 2016; ISBN 9781742234717
  • Mückler, Hermann; Steinbach, Erwin; Marshall-Inseln und Nauru in deutscher Kolonialzeit: Südsee-Insulaner, Händler und Kolonialbeamte in alten Fotografien; Berlin 2016 (Frank & Timme); ISBN 9783732902859
  • Philips, Sarah; Sovereign relations: Australia's “Off-shoring” of asylum seekers on Nauru in historical perspective; in: Epstein, Charlotte; Against international relations norms: postcolonial perspectives; London 2017 (Routledge); ISBN 9781138955981
  • "WikiReader" Nauru - Artikelzusammenstellung aus Wikipedia (92 Seiten im DIN A4 Format; 7,9 MB als PDF-Dokument; Stand Mai 2005)

Weblinks[Bearbeiten]

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