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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Mystras

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Mystras
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Mystras, griech. griechisch: Μυστράς, auch Mistras oder Mystra ist eine Ruinenstadt westlich von Sparta am Rande des Taygetos-Gebirges in der Provinz Lakonien. Die spätbyzantinischen Bauwerke gehören seit 1989 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Verlauf des Vierten Kreuzzuges wurde das Byzantinische Reich zerschlagen und zerstückelt. Auf griechischem Boden entstand unter anderem das Herzogtum Athen und das Fürstentum Achaia, das den Peloponnes umfasste. Zur Sicherung dieses Gebietes wurden mehrere Burgen errichtet, unter anderem 1249 die Festung Mystra auf einem Hügel bei Sparta. Bereits 1263 mussten die Kreuzritter diese Festung wieder an die Byzantiner abgeben, danach begaben sich die Bewohner von Sparta unter den Schutz der Burg und Mystras erblühte zum kulturellen Zentrum. Die von den Byzantinern zurückeroberten Gebiete des Peloponnes bildeten jetzt das Despotat Morea mit der Hauptstadt Mystras. Dies dauerte allerdings nur bis 1460, dann wurde die Stadt von den Türken erobert.

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Im Jahr 1687 gelang es den Venezianern, das Gebiet um Mystras zu erobern, allerdings mußten sie das Land bereits 1715 wieder den Türken überlassen. Mystras hatte seine Bedeutung verloren, nach weiteren Plünderungen und den Zerstörungen während des Griechischen Freiheitskampfes entschied man sich, die Stadt aufzugeben und auf dem Gelände des antiken Sparta eine neue Stadt zu gründen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der fränkische Fürst Wilhelm II. von Villehardouin, Prinz von Achaia, verbrachte den Winter 1248/49 in Lakedaimonia (Sparta) und ließ einige Kilometer westlich auf einem Ausläufer des Taygetos die Burg Mistra erbauen. Nach seiner Gefangennahme in der Schlacht bei Pelagonia 1260 war er gezwungen, Mistra an Michael VIII. Palaiologos abzugeben, der im Jahr darauf Kaiser von Byzanz wurde. Nach und nach siedelte sich die Bevölkerung Lakedaimonias in der Nähe der Festung an und es entstand unterhalb der Burg die Stadt Mistra. Die Stadt wurde zum Ausgangspunkt für die Vertreibung der Franken aus und die Rückeroberung der Peloponnes durch die byzantinischen Kaiser. Mistra wurde ursprünglich von Statthaltern, die jeweils für ein Jahr ernannt wurden, von 1308 bis 1348 von unabsetzbaren Statthaltern (Despoten) regiert. Unter der Herrschaft des letzten Despoten Manuel Kantakuzenos (1348 bis 1380), dem Sohn des byzantinischen Kaisers Johannes VI. Kantakuzenos, erlebte Mistra einen kulturellen Aufschwung. Manuel Kantakuzenos war mit der französischen Prinzessin Isabella von Luisignan verheiratet. Der gebildete Johannes VI. Kantakuzenos dankte 1354 als Kaiser ab und zog sich als Mönch nach Mistra zurück. Unter Theodor I. Palaiologos (1383 bis 1407) und Theodor II. Palaiologos (1407 bis 1443) wurde Mistra zum Mittelpunkt des byzantinischen Geisteslebens und nach Konstantinopel zur wichtigsten Stadt des byzantinischen Reiches. Der neuplatonische Philosoph Georgios Gemistos Plethon kam um 1400 nach Mistra und gründete hier eine Akademie zum Studium antiker Autoren. Plethon nahm 1438/1439 an dem Konzil von Ferrara-Florenz teil, das die Vereinigung der katholischen und orthodoxen Christenheit anstrebte. Unter seinem Einfluss gründete Cosimo de Medici in Florenz die Platonische Akademie, die großen Anteil daran hatte, dass Florenz zum Mittelpunkt der Renaissance und des Humanismus wurde. Bessarion von Trapezunt, der später Kardinal und Titularpatriarch von Konstantinopel wurde, Cyriavus von Ancona, der berühmte Reisende, und Hieronymos Charitimos, der später an der Universität Paris einen Lehrstuhl für Griechisch innehatte, hielt sich in Mistra auf. Der byzantinische Kaiser Konstantin XI. Dragases Palaiologos überließ 1449 das Despotat Morea seinen Brüdern Thomas und Demetrios. Kaiser Konstantin fielt 1453 bei der Verteidigung Konstantinopels gegen die Türken. Mistra wurde 1459 vom türkischen Sultan Mehmet erobert, 1460 überließ der letzte Despot Demetrios dem Sultan seine Festungen in Morea, damit war das byzantinische Despotat von Morea beendet. Der Fall von Mistra wurde damals als ebenso bedeutend angesehen wie die Eroberung von Konstantinopel wenige Jahre advor. Bei einem Angriff des Fürsten Sigismondo-Pandolfoe Malatesta von Rimini konnte dieser die sterblichen Überreste von Georgios Gemistos Plethon erbeuten. Er ließ dem „Prinzen unter den Philosophen seiner Zeit“ in der Kirche San Francesco in Rimini beisetzen. Mistra stand von 1460 bis 1687 und 1715 bis 1825 unter türkischer, von 1687 bis 1715 unter vgrößten enezianischer Herrschaft. In dieser Zeit war es durch die Zucht der Seidenraupen zu einer blühenden Handelsstadt mit bis zu 40.000 Einwohnern geworden. 1825 wurde Mistra im Zuge der griechischen Freiheitskriege von dem ägyptischen Feldherrn Ibrahim Pascha zerstört. Nach der Neugründung von Sparta im Auftrag von König Otto im Jahr 1834 wurde Mistra von der Bevölkerung aufgegeben und dem Verfall preisgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

Goethe verlegte die Verbindung von Helena und Faust nach Mistra und sah darin den Schauplatz, an dem sich die Sagenwelt der Antike mit der Geschichte des Mittelalters vereinigt.

Francois Rene de Chateubriand beschreibt Mistra: "Hier, nämlich bei der Quelle Tritsella, befanden wir uns hinter Mistra, und fast am Fuße des zerstörten Schlosses, welches die Stadt beherrscht.. Dasselbe steht auf der Spitze eines, so zu sagen pyramildalförmigen Felsens. Wir hatten acht Stunden mit all diesen Streifereien zugebracht, und es war schon vier Uhr Nachmittags. Wir stiegen nun von den Pferden ab und gingen zu Fuß nach dem Schlosse hinauf, durch die Vorstand der Juden, welche schneckenförmig um den Felsen herum sich bis zum Fuße des Schlosses hinschlängelt, und von den Albanesern von Grund aus zerstört ward. Nur die Mauern der Häuser blieben stehen, und man sieht durch Fenster und Türen noch jetzt die Spuren der Flammen, die diese alten Schlupfwinkel der Armut verzehrten. Kinder, ebenso mutwillig wie die Spartaner, von denen sie abstammen, verbergen sich in diesen Ruinen, lauern dem Reisenden auf und begrüßen ihn dann mit Mauer- oder Felsstücken. Es fehlte nicht viel, so wäre ich das Opfer dieser Art lacedämonishcne Spieles geworden. Das gotische Schloss, welches über den Trümmern steht, ist selbst eine Ruine; ausgebrochene Schießscharten, mit Sprüngen überall durchrissene Gewölbe und Mündungen von Cisternen machen, dass man nicht ohne Gefahr darin herumgehen kann. Es sind da weder Tore, noch Wachen, noch Kanonen; alles ist verlassen; allein die Mühe, die man angewendet hat, um hinan zu steigen, wird reichlich durch die Aussicht vergolten, deren man oben genießt. Unten zur Linken sieht man den zerstörten Teil von Mistra, nämlich die Judenvorstadt, von der ich eben sprach. Am äußersten Ende dieser Vorstand erblickt man das Haus des Erzbischofs und die Kirche St-.Dimitrie, von einer Gruppe griechischer Häuser und Gärten umringt. Senkrecht hinab übersieht man jenen Teil der Stadt, welche Katachorion, genannt wird, das heißt Flecken unter dem Schlosse. Weiter hin liegt Mesochorion, der Flecken der Mitte. Dieser hat große Gärten und enthält türkische, rot und grün bemalte Häuser; auch Bazars, Khans und Moscheen stehen da. Rechts am Fuße des Taygetos sieht man hintereinander drei große Dörfer oder Vorstädte liegen, durch die ich gekommen war: Tritsella, Panthalama und Parori. Aus der Stadt selbst fließen zwei Ströme. Der erste heißt Hobriopotamos, Judenfluss; er zieht sich zwischen Katachorion und Mesochorion durch. Der andere heißt Panthalama, von der Quelle der Nymphen, aus welche er entspringt; weiter hin, in der Ebene, in der Nähe des verlassenen Dorfes Magula, vereinigt er sich mit dem Hobriopotamos. Diese beiden Ströme, über welche kleine Brücken führen, machte La Guilletiere zum Eurotas und der Brücke Babyx und belegte sie mit dem gemeinschaftlichen Namen Gephuro, welches er, wie ich meine, hätte Gephura schreiben sollen. Zu Magula ergießen sich die zwei vereinigten Flüsse in den Strom Magula, dem alte Enacion, welcher wieder selbst in den Eurotas fällt. Von dem Schlosse zu Mistra aus gesehen, ist das lakonische Tal herrlich. Es läuft ungefähr von Mitternacht gegen Mittag, ist im Westen vom Taygetes, im Osten durch die Berge Thornax, Barbosthenes, Olympus und Menelayon begrenzt. Kleine Hügel schließen den mitternächtlichen Teil des Tales, und steigen allmählich gesenkt auf der Mittagsseite nieder, bis sie mit ihren vordersten Abhängen jene Hügel bilden, auf welchen Sparta lag. Von da an bis zum Meere dehnt sich eine fruchtbare, vom Eurotas durchströmte Fläche aus."

Anreise[Bearbeiten]

Die Ruinenstätte liegt auf dem Gebiet des Gemeindebezirks Sparta.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt große Höhenunterschiede auf dem Gelände. Eine gute Möglichkeit der Besichtigung ist die Zufahrt zum oberen Zugang in die Oberstadt, dann geht es fast nur noch bergabwärts. Barrierefrei ist die Anlage sicher nicht, zahlreiche und teils recht glattgeschliffene Stufen erfordern mehr als ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mystras gliedert sich in drei Bereiche:

  • die Zitadelle auf dem Gipfel des Hügels, sie ist umgeben mit einer Mauer
  • die Oberstadt, ebenfalls mit einer Mauer befestigt und nur zugänglich durch wenige gut zu sichernden Tore
  • die Unterstadt, ebenfalls mit einer massiven Mauer umgeben.

Des weiteren gibt es noch vereinzelte Gebäude außerhalb der Ummauerung.

  • 1 Haupteingang (363 m)
  • 2 Kathedrale
  • 3 Evangelistria
  • 4 St. Theodor (400 m)
  • 5 Hodegetria
  • 6 Monemvasia-Tor
  • 7 St. Nikolaus
  • 8 Despotenpalast (480 m)
  • 9 Nauplia-Tor
  • 10 Oberer Eingang
  • 11 St. Sophia
  • 12 Kleiner Palast
  • 13 Zitadelle (590 m)
  • 14 Mavroporta
  • 15 Pantanassa (Kloster, 425 m)
  • 16 Erzengel (Taxiarchs)
  • 17 Frangopoulos-Haus
  • 18 Peribleptos (350 m)
  • 19 St. Georg
  • 20 Krevata-Haus
  • 21 Marmara-Eingang
  • 22 Ai Yannakids
  • 23 laskaris Haus
  • 24 St. Christophorus
  • 25 Ruinen
  • 26 St. Cyriak

Das Gelände ist vom 1.4. bis 31.10. von 8:00-20:00 Uhr geöffnet, Winteröffnungszeiten (1.11.-31.3.): 8:00-15:00 Uhr.

Eintritt 12 €, ermäßigt 6 € (Stand 16.4.2019).

Ansichten von Mystras
Kirche Agia Sophia

Bei einer Besichtigung vom oberen Eingang ist das nächste gut erhaltene Bauwerk die Agia Sofia oder St. Sophia. Die Kirche wurde um 1360 erbaut, in türkischer Zeit als Moschee genutzt. In ihren Seitenkapellen waren Grablege der herrschenden Fürsten, die Decke des Gewölbes ziert ein recht gut erhaltenes Fresko. Der weitere Gang durch die Oberstadt führt an St. Nikolaus vorbei, erbaut in der osmanischen Zeit, mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert. Der imponierende Despoten-Palast ist zur Zeit (2011) durch aufwändige Restaurierungsarbeiten eine ebenso imponierende Baustelle.

Durch das Monemvasia-Tor gelangt man in den Bereich der Unterstadt. Sehr gut erhalten ist das heute noch bewohnte Pantanassa-Kloster. Man darf die Anlage besichtigen, die Nonnen bieten Stickereien und andere Souvenirs zum Kauf an. Die Klosterkirche ist ein gutes Beispiel für die Architektur der Kirchen in Mystra: auf eine dreischiffige Basilika wiúrde ein Kreuzgewölbe gesetzt. Die Fresken im oberen Teil der Kuppel sind aus dem 15. JH. der untere Teil wurde im 18. JH. übermalt. Sehenswert auch die Ikonostase. Die zahlreichen Zettel an der linken Seite weisen auf die Wundertätigkeit der Ikone hin, sie werden von den Gläubigen als Dank oder als Fürbitte angebracht.

In der Unterstadt sehenswert sind die Fresken im Brontochion-Kloster mit den Kirchen St. Theodor (Nr. 4) und Afendiko (Hodegetria, Nr. 5) sowie im Peribleptos-Kloster (Nr. 18). In der Nähe des unteren Tores ist erwähnenswert die Kathedrale Demetrios beim ehemaligen Bischofssitz (Metropolis, Nr. 2).

Ansichten von Mystras
In der Agia Sophia
  • Die Festung (Despotenpalast) wurde 1248/1249 von Wilhelm von Villehardouin gegründet. Der Despotenpalast war die Residenz der byzantinischen Statthalter (Despoten) und der größte Palast der damaligen Zeit auf griechischem Boden. Die Ruinen stehen auf einer Plattform unterhalb des Gipfels. Von dem Gebäude mit einem L-förmigen Grundriss aus der Zeit von Mitte des 13, bis Ende des 14.Jh. sind die Außenmauern von drei Stockwerken erhalten.Das fränkische „Stadtschloss“ bildete den Südostflügel des Gebäudes. Der Palast wurde um 1348 bei Einzug des Despoten Manuel Kantakuzenos erweitert. Für diesen wurde ein Wohnpalast errichtet, der mit dem älteren Frankenschloss mit einem Wirtschaftstrakt verbunden war. Die Residenz der Despoten hatte in zwei Geschossen je sechs große Räume. Auf der Talseite wurde eine von Arkaden gestützte Terrasse hinzugefügt, von der sich ein weiter Blick auf die Talebene des Euratas öffnet. Im östlichen Teil des Wohntraktes befindet sich eine Kapelle und ein hoher Wehrturm. In den folgenden Jahren wurde der Bau mit dem Thronsaal errichtet. Er ist 38 mal 12 Meter groß und hat eine den Platz davor beherrschende Fassade. Über einem Untergeschoß, in dem sich die Wohnungen der Bediensteten befanden, lag im Obergeschoss der Thronsaal. Er hatte rechteckige Fenster mit gotischen Zierrahmen und sechs runde Oberlichter. Der Platz, an dem der Thron der Despoten stand, wurde durch einen Erker betont und mit dem Doppeladler als Symbol der herrschenden Palaiologen bekrönt. Ein weiterer Wohntrakt entstand erst zu Ende der Herrschaft der Palaiologen, wahrscheinlich 1421 für den Hofstaat von Cleopatra Malatesta. Im Palast residierte der türkische Gouverneur von Mistra. In der Zeit der türkischen Herrschaft wurden eine Moschee, Bäder und ein kleiner Basar hinzugefügt.
  • Die Bischofskirche (Metropolis Hagios Demetrios) ist dem Soldatenheiligen Demetrios geweiht und ist die älteste Kirche Mistras. Ihre Baugeschichte geht aus einer Inschrift an der Südmauer, datiert 1291/92 hervor. Die Kirche wurde von Bischof Nikophoros Moschopoulos, Mettropolit von Lakonien mit Sitz in Mistra, gestiftet. Der Bau des 13./14.Jh. war eine dreischiffige Basilika mit Holzdecke. Anfang des 15.Jh, wurde dem Langhaus der Basilika ein Obergeschoss in Form einer Kreuzkuppelkirche mit Mittel- und Eckkuppeln hinzugefügt. Über dem Narthex (Vorhalle) wurde ein Tribüne mit seitlichen Emporen errichtet. Hier konnten die Damen des Hofes am Gottesdienst teilnehmen. Die beiden Bauperioden sind auch von außen klar zu unterscheiden. Der Turm und die Vorhalle im Osten stammen aus dem 15.Jh. Bei dem Umbau wurden die älteren Wandmalereien zum Teil zerstört. Im Mittelschiff sind Szenen aus dem Leben Christi, im linken Seitenschiff Szenen aus dem Lebendes Hlg. Demetrios und im rechten Seitenschiff aus dem Marienleben dargestellt. In der Apsis des Allerheiligsten befindet sich eine Darstellung der Muttergottes mit dem Kind, im Diakonikon (Nebenraum der Hauptapsis) der Dreieinigkeit und im Narthex Darstellungen des Jüngsten Gerichts und der ökumenischen Konzile. Im Fußboden ist eine Steinplatte mit dem doppelköpfigen Adler, dem Wappen der byzantinischen Kaiser, zur Erinnerung an die Krönung des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin XI. 1449 eingelassen. Der Heilige Demetrios erlitt wahrscheinlich unter Kais Maximianus das Martyrium. Er ist neben dem Hlg. Georg der am meisten dargestellte Soldatenheilige. Der Demetrios-Kult wurde durch die Kreuzfahrer, die Demetrios als Schlachtenhelfer verehrten, in den Westen übertragen.
  • Das Kloster Vrontochion an der Nordseite des Stadtberges enthält die Kirche Hag. Theodori (Ende des 13.Jh.) und die Kirche Odogitria (Wegweiserin), die volkstümlich auch „Afendiko“ (Kirche der Herrscher) genannt wird. Von der Klosteranlage sind das tonnengewölbte Refektorium, eine Küche und Wohntrakte erhalten. Sie umgaben einen weiten Hof, auf dem 1311 der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt wurde. Bauherr war der Archimandrit Pachomos. Diese Kirche verbindet die Typen der dreischiffigen Basilika mit Empore und den Kreuzkuppelkirche. Der Bau war ursprünglich als Kreuzkuppelkirche geplant, der Plan wurde geändert, so dass die Kirche den Charakter einer Basilika erhielt. Über den Arkaden des Langhauses wurden Emporen und über dem Narthex (Vorhalle) eine Mittelloge für den Despoten errichtet. Im Obergeschoss blieb der Eindruck einer Kreuzkuppelkirche mit einer Mittelkuppel und vier kleineren Kuppeln in den Ecken erhalten. Die Fresken der Kirche sind stark beschädigt. In der Hauptapsis sind Engel dargestellt, hier befand sich ursprünglich ein Bild der Mutter Gottes. Im östlichen Gewölbe sind die Himmelfahrt Christi, in den Seitenschiffen Heilige, im Narthex die Wunder Christi, im rechten Kreuzarm die Taufe Christi und in der Kuppel der Westempore die Muttergottes mit Christus, Propheten sowie Figuren des Alten Testamtens dargestellt. In der nördlichen Seitenkapelle befinden sich die Grabstätten des Despoten Theodoros II. Palaiologos (gestorben 1444) mit seinen Porträts als Despot und als Mönch in der Kutte sowie des Archimandriten Pachomos mit einem Fresko, auf dem er kniend das Kirchenmodell der Muttergottes überreicht. Die Ausmalung der Kapelle am Südende des Narthex ist ungewöhnlich: von einer nicht mehr erhaltenen Abbildung von Christus in der Glorie in der Kuppel gehen vier Strahlen aus, die in Händen enden. Diese halten die Chrysobullen (kaiserliche Urkunden) mit den Privilegien des Klosters, die den ausgedehnten Landbesitz des Klosters in den Jahren 1313 bis 1323 bezeugen und deren Texte die Wände bedecken. Die Kirche Hag. Theodori hat einen achteckigen Zentralraum. Sie erinnert an die Kirche Daphni bei Athen, ist aber wesentlich kleiner.
  • Das Kloster Pantanassa („Allherrscherin“) wurde 1365 von Manuel Kantakuzenos errichtet und 1428 von Johannes Frankopulos, dem Minister des Despoten Konstantin XI, .erweitert. Es ist das einzige Kloster, das heute noch – von Nonnen – bewohnt ist. Das Katholikon des Nonnenklosters ist besonders gut erhalten und gilt als die schönste Kirche in Mistra. Ihr Bautypus entspricht der zweiten Bauphase der Odegetria und wird als „Mistra-Typus“ bezeichnet. Er besteht aus einem dreischiffigen Erdgeschoss in Form einer Basilika und einem Obergeschoss mit Emporen in Form einer Kreuzkuppelkirche. Nach einer .verloren gegangenen Inschrift wurde dir Kirche 1428 geweiht. Unter den Fenstern auf der westlichen Seite und am nordwestlichen Kapitell befindet sich das Monogramm des Stifters Johannes Frankopulos. Die Kirche hat eine Hauptkuppel über der Mitte der Kirche, kleinere Kuppeln an den Ecken, gewölbte Kreuzarme, eine hohe Kuppel über der Empore des Narthex und einen dreigeschossigen Turm. Die Kapitelle im Inneren sind Spolien aus frühchristlichen Kirchen. Der so genannte „pseudokufische“ Reliefschmuck der Eingangstür orientiert sich an islamischen Vorbildern, während die Blendarkaden an den Außenseiten und der Glockenturm auf westlichen Einfluss hinweisen. Die Fresken aus der Entstehungszeit der Kirche sind teilweise erhalten. In der Kuppel ist Christus als Pantokrator (Weltherrscher), darunter die vier Evangelisten dargestellt, im Gewölbe des Hieron (Ostteil der Kirche hinter dem Chorschranken) die Himmelfahrt Christi, in der Apsis die Muttergottes zwischen Erzengeln dargestellt. Weitere Fresken zeigen den Einzug Christi in Jerusalem, die Taufe Christi, Jesus im Tempel, Christi Geburt und die Auferweckung des Lazarus. Dieses Kloster ist die letzte Klostergründung in Mistra, es ist von einer hohen Mauer umgeben.
  • Die Kirche Panaghia Perivleptos (viel bewunderte Muttergottes) ist ein hervorragendes Beispiel für die Kunst der frühen Despoten von Mistra. Sie wurde vor 1350 als Katholikon (Hauptkirche) eines Klosters errichtet, das im steilen Felshang an der westlichen Stadtmauer lag. Von dieser Kirche ist ein turmartiger Bau erhalten. Die Kirche hat einen ungewöhnlichen Grundriss in Form eines Parallelogramms, der durch das Gelände bedingt ist. Sie gehört zu dem so genannten „2-Säulen-Typus“ der Kreuzkuppelkirche. Im Inneren ist die außerordentliche Höhenentwicklung der Kreuzarme besonders bemerkenswert. In einer Höhle an der Westseite befindet sich eine der Hlg. Katharina geweihte Kapelle. Der Freskenschmuck im östlichen Kreuzarm und in der Kuppel ist besonders gut erhalten. In der Hauptapsis ist die thronende Muttergottes mit Engeln, darunter das Abendmahl dargestellt. An den Wänden des Hieron ist das Abendmahl abgebildet, darüber die Verklärung Christi. Dieses Bild überspannt das ganze Gewölbe. In der Kuppel befindet sich das Bild des Pantokrator auf acht reich verzierten Säulen, zwischen denen stehende Propheten, Maria zwischen Engeln und die Vorbereitung des Thrones Christi dargestellt sind. Diese Fresken zählen zu den Höhepunkten mittelalterlicher Kirchenmalerei in Griechenland.
  • Die Kirche Haghia Sophia wurde nach 1350 auf Anordnung des Despoten Manuel II,. Kantakuzenos oberhalb des Palastes errichtet. Sie war als Katholikon eines Klosters und Palastkirche dem Christos Zoodotos (lebensspenden Christus) geweiht und später in Hagia Sophia (Heilige Weisheit) umbenannt. Die Architektur entspricht der Kirche Panaghia Perivleptos: ein basilikaler Kuppelbau. An den Kapitellen befinden sich Monogramme der Stifters und Wappen des Manuel Kantakuzenos mit dem Doppeladler. In der Kuppel ist Gott Vater dargestellt, darunter befindet sich am Fussboden ein Mosaik, das als Omphalos (Nabel der Welt) interpretiert wird. Die nördliche Vorhalle diente dem Despoten als Eingang, hier befindet sich eine Kapelle der Muttergottes mit dem Bild der Panaghia als Fürbitterin in der Apsis. An den dreistöckigen Glockenturm schließt im Westen die Begräbnisstätte der Despotenfamilie an. Die Haghia Sophia war die einzige Kirche Mistras, die in der Türkenzeit als Moschee diente.
  • Die Kirche Haghii Theodorii (Hlg. Theodore) ist den Kriegerheiligen Hlg. Theodor Stratelares (Heerführer) und Hlg. Theodor Tiro geweiht. Sie war ursprünglich wahrscheinlich das Katholikon und später die Bestattungskirche des Vrontochion-Klosters. Sie wurde vor 1296 von dem Archimandriten Pachomios errichtet. Die Kirche hat einen quadratischen Mittelraum mit einer großen Kuppel. In den Außenwinkeln der Kreuzarme befinden sich die Grabkapellen der Äbte. Vorbild des Baues waren die Kirche Hagia Sophia in Monemvasia und die Klosterkirche von Daphni, die allerdings wesentlich größer ist. Die Fresken aus der Erbauungszeit sind stark beschädigt, an den unteren Mauerpfeilern sind die farbkräftigen Darstellungen der Kriegerheiligen zu erkennen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nikos V. Georgiadis, Mistra, Athen 2006, 9. Auflage (leider keine ISBN), 7,50 €
  • Löhneysen, Wolfgang von: Mistra. Griechenlands Schicksal im Mittelalter; Morea unter Franken, Byzantinern und Osmanen, München: Prestel 1977, ISBN 3791304054 (vergriffen)
  • Runciman, Steven: Mistra. Byzantine Capital on the Peloponnese, London, 1980, Neuauflage: Runciman, Steven: The Lost Capital of Byzantium. The History of Mistra on the Peloponnese, Harvard University Press, 2009, ISBN 0-674-03405-8 (englisch, auch als e-book verfügbar)

Weblinks[Bearbeiten]

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