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Mīt Namā

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Mīt Namā ·ميت نما
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Mit Nama (arabisch: ‏ميت نما‎, Mīt Namā, engl. auch Meet Nama) ist ein Dorf im Norden von Großkairo mit 21.321 Einwohnern (2006)[1] und bildet defacto eine Eingemeindung im äußersten Norden des Stadtteils Schubrā el-Cheima. Sehenswert ist die Sīdī-Abū-Bakr-Brücke.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise kann nur mit einem PKW oder Taxi erfolgen. Man folgt dabei der Straße westlich der U-Bahn-Linie nach Shubra el-Kheima, die später als Route agricole nach Alexandria (Landwirtschaftsstraße, arabisch: ‏طريق مصر الإسكندرية الزراع‎, Ṭarīq Miṣr al-Iskandarīya az-zirāʿ) fortgesetzt wird. Im Bereich der Auffahrt zur Cairo Ring Road (arabisch: ‏الطريق الدائري‎, aṭ-Ṭarīq ad-dāʾirī) befindet sich das Dorf, und zwar südlich der Ring Road und östlich der Route agricole. Die Entfernung zwischen der Endhaltestelle Shubra el-Kheima der U-Bahn-Linie 2 (Shubra el-Kheima – Giza Suburban) und dem Dorf beträgt etwa 4 Kilometer.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Dorf verfügt nur über eine, dafür wichtige Sehenswürdigkeit: Die 1 Sīdī-Abū-Bakr-Brücke (30° 8′ 28″ N 31° 13′ 46″ O), arabisch: ‏كوبري سيدي أبو بكر‎, Kūbrī Sīdī Abū Bakr, auch als Pont de Beysous[2] nach einem Dorf in der Nähe benannt. Die Brücke befindet sich etwas außerhalb südwestlich des Dorfes. Die Brücke ist 3 km nördlich der U-Bahn-Haltestelle Shubra el-Kheima und einen knappen Kilometer südlich der Auffahrt zur Cairo Ring Road 120 m westlich der Route agricole inmitten von Feldern gelegen.

Die Brücke ist eines der wenigen islamische Bauwerke dieser Art in Ägypten. Sie ist 80 m, mit den Auffahrten 144 m lang, 10,5 m breit und führt in westnordwestlicher Richtung.

Die Brücke, zumindest einer ihrer Bögen, überspannte einstmals den Abu-el-Munaggā-Kanal. Der Kanal wurde ab 1113 (506 AH) im Auftrage des Wesirs el-Afḍal Schāhanschāh angelegt, um die Provinz esch-Scharqīya zu bewässern. Er wurde nach dem jüdischen Ingenieur benannt, der für die Bauausführung verantwortlich war. Anfang des 20. Jahrhunderts verlief der Kanal noch unter der Brücke, heute jedoch weiter westlich.

Die Brücke wurde im Auftrag von Sultan eẓ-Ẓāhir Baibars el-Bunduqdārī, dem ersten Herrscher der Baḥrī-Mamelucken, unter der Leitung von Emīr ʿIzz ed-Dīn Aibak Afrām 1266/7 (665 AH) errichtet und 1487 (892 AH) im Auftrag des Sultans el-Aschraf Qāitbāy unter Leitung des Architekten Badr ed-Dīn Ḥasan ibn eṭ-Ṭūlūnī restauriert, wobei die Südseite der Brücke neugestaltet wurde.

Die Brücke besitzt sechs Spitzbögen mit einer Weite von neun Metern. Der oberste Teil bildet gleichzeitig die Brüstung. Die Dekoration auf beiden Seiten der Brücke ist jedoch unterschiedlich.

Die Nordseite ziert ein Fries mit vierzig identischen Panthern (manchmal auch als Löwen bezeichnet), die zur Brückenmitte schreiten. Eine der vorderen Pranken ist erhoben. Das Gesicht der Panther ist frontal ausgerichtet und zeigt einen hervorstechenden Kiefer, die Schurhaare, die mandelförmige Augen und Ohren. Jeder der Panther wurde aus einem einzigen Steinblock gehauen.

Pantherfries an der Nordseite der Brücke
Südseite der Brücke
Inschrift des Qaitbay an der Südseite der Brücke

Der Panther ist das Wappentier von Sultan Baibars, das sich auf Waffen, Münzen und Bauwerken dieses Herrschers in Ägypten, Palästina und Syrien wiederfindet. Die türkische Bezeichnung bars für Panther ist auch sein Namensbestandteil. Der Panther ist auf zwei weiteren Kairoer Bauwerken vertreten: in der Madrasa des Baibars (MMC 37) in der islamischen Altstadt und an der Löwenbrücke (Qanṭarat es-Sibāʿ) nahe der Moschee der Saiyida Zeinab.

An der Südseite gibt es keinen Fries. In den Bogenzwickeln gibt es fünf runde Kartuschen mit dem Durchmesser von 1,2 m, vier davon enthalten eine Inschrift des Sultans Qāitbāy, während die fünfte leer ist. So diente die Restauration unter Qāitbāy wohl auch dazu, sich hier zu verewigen.

Am obersten Rand der Brücke befand sich einstmals auf beiden Seiten eine Inschrift auf Marmorplatten, die bis auf wenige Reste an der Südseite heute verloren ist.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte wählt man üblicherweise in Kairo.

Literatur[Bearbeiten]

  • Creswell, Keppel Archibald Cameron: The Muslim Architecture of Egypt. Band 2: Ayyūbids and Early Baḥrite Mamlūks; A.D. 1171–1326. Oxford : Oxford Univ. Press, 1959, S. 148–154, Tf. 46 f. Nachdruck New York: Hacker Art Books, 1978.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 17. Dezember 2014.
  2. Description de l’Égypte, État moderne, Band 1, Tf. 74.
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