Lumnezia

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Lumnezia
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Lumnezia ist seit 2013 eine Talgemeinde, entstanden durch die Fusion mehrerer Dörfer in der Val Lumnezia (zu deutsch: Lugnez). Das Tal verläuft auf der Höhe von Ilanz in südlich Richtung und liegt im Kanton Graubünden.

Karte von Lumnezia

Regionen[Bearbeiten]

Lugnez / Val Lumnezia
  • aus zahlreichen kleinen Dörfern der Val Lumnezia (dt. Lugnez) entstand 2013 durch Fusion die Grossgemeinde Lumnezia. Deren Grenzen decken sich weitgehend aber nicht vollständig mit der Talschaft. Die Dörfer Luven, Riein, Duin und liegen zwar am Talausgang des Lugnezer Glenners, politisch zahlen sie heute jedoch zu Ilanz.
  • die Val Lumnezia gehört zur Surselva, dem Bündner Vorderrheintal.
  • von der Val Lumnezia zweigt beim Zusammenfluss des Valserrheins und des Glenners (rom. Glogn) das Bündner Valsertal ab (mit Orten St. Martin und Vals) ab.

Orte[Bearbeiten]

Morissen
  • Cumbel liegt am Taleingang auf einer Südost - Terrasse auf ca. 1140 m ü.M.
  • Morissen liegt an einem Abhang südöstlich des Piz Mundauns oberhalb von Cumbel auf ca. 1350 m.
  • Vella (früher Villa) liegt auf einer Terrasse im mittleren Lugnez auf ca. 1240 m und ist das politische Zentrum der Talschaft und auch der Ausgangsort der Bergbahnen rund um den Piz Mundaun.
  • Degen liegt auf einer klimatisch günstigen Talebene im mitteleren Lugneztal und besitzt zahlreiche Kirchen und Kapellen. Jährlich findet hier das Open Air Lumneziastatt.
  • Vattiz und Rumein sind zwei Nachbarschaften von Degen mit günstigem Klima und typisch bündnerischen Bauernsiedlungen. Oberhalb von Vattiz-Prada befindet sich der saisonale Badesee und Campingplatz Davos-Munts.
  • Vignogn ist ein Bauerndorf mit vielen stattlichen Bauernhäusern und liegt auf einer Höhe von ca. 1240 m
  • Lumbrein ist ein schmuckes Bauerndorf mit vielen Ferienwohnungen und historischen Bauten. Der Ort wird als Mühlenstandort bereits im 9. Jhdt. urkundlich erwähnt und war Sitz der Herren von Lumerins.
  • Vrin ist auf 1450 m zuhinterst im Lugnez gelegen. Es zeichnet sich durch sein geschütztes Dorfbild mit vielen Holzbauten aus. Die Greina-Hochebene gehört grösstenteils zu seinem Gemeindegebiet und wird über den Pass Diesrut erreicht. Vom Dorf Vrin aus führt eine geteerte Strasse bis Puzzatsch, wo im Sommer ein Wanderbus verkehrt. Die Greina ist für Biker gesperrt, da der Weg hochalpin ist. Eine neue Greina-Hängebrücke verkürzt verkürzt seit 2018 die Wanderung zu SAC Piz Terri Berghütte.
  • Suraua war einst eine eigene Gemeinde "über dem Wasser" des Glogn mit den Nachbarschaftsdörfern Surcasti, Uors und Peiden.Tersnaus liegt auf der Ostseite des Glenner, am Eingang zum Valsertal. Alle diese Nachbarschaften sind heute Teil der fusionierten Talgemeinde Lumnezia.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • die Greinahochebene liegt zwischen der Surselva und dem zum Kanton Tessin gehörenden Bleniotal, sie gehört zum "Bundesinventar bedeutender Landschaften" und wurde nach langem politischem Kampf unter Schutz gestellt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Als grösstes und östlichstes Seitental der Surselva zieht sich das Val Lumnezia (deutsch Lugnez) von Ilanz aus nach Südwesten. Aus zahlreichen kleinen Bergdörfern entstanden 2013 durch Fusionen die Talgemeinde Lumnezia. Eine Grosszahl der Dörfer und Nachbarschaften (romanisch: vischnauncas) in der Talschaft ist in der Talgemeinde Lumnezia zusammengefasst.

Die Ortschaften liegen vornehmlich auf Südostterrassen westlich des noch frei fliessenden Glogns (deutsch Glenner), der das Tal entwässert und sich auf der Süd- oder vom Vorderrheintal her gesehen der "Rückseite" des Massivs des Piz Mundaun leigen. Nachdem die Talschaft über die Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt war und ihren Charakter weitgehend erhalten konnte, gewann sie erst nach den Siebzigerjahren durch den Bau von Skiliften als Wintersportorte für den Tourismus an Bedeutung. Die touristische Infrastruktur machen das Gebiet für Familien, Naturliebhaber und auch Einzelreisende attraktiv, vorab für Leute, die mit dem Einheitsbrei an Skidestinationen mit XXL-Pisten und Schneebars nicht allzu viel anfangen können. Der Sommertourismus ist dominiert von Angeboten fürs Biken (e-Biking), Bergwandern und den Alpinismus. Zunehmend werden auch kulturelle Angebote gefördert und Sprachkurse in Rätoromanisch für Interessierte, da im Lugnez noch eine sehr starke Bindung zur romanischen Sprache besteht.

Sprache[Bearbeiten]

Historisch sind die Dörfer des Lugnez katholisch und romanischsprachig (Rumantsch Sursilvan).

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Privatfahrzeug über Chur bis zum Autobahnende bei Reichenau und weiter auf der Hauptstrasse 19 bis Ilanz. Per Bahn ebenfalls via Chur mit der Rhätischen Bahn bis Ilanz.

Ab Ilanz geht's mit dem Privatfahrzeug oder dem Postauto etwa im Stundentakt ins Tal bis nach Vrin. Um die Greina zu erreichen, wird im Sommer von Bus Alpin ein Kleinbus / Rufbusverkehr für Wanderer bis zum Aufstieg zum Pass Diesrut bei Puzzatsch organisiert.

Mobilität[Bearbeiten]

Zwischen den Ortschaften verkehrt die genannte Postautolinie. Im Winter verkehrt im Tal ein Gratis-Sportbus für alle.

Cumbel (dt. Cumbels)[Bearbeiten]

Cumbel (dt. Cumbels)
Cumbel

Die Gemeinde Cumbel ging mit der Fusion in der Talgemeinde Lumnezia auf. Nördlich des Dorfes gibt es einen Grillplatz.

  • an der Zufahrt ins Val Lumnezia steht bei Porclas das 1 Frauentor, das gemäss einer Sage an die Mitbeteiligung der Lugnezer Frauen in der Werdenberger-Belmont'schen Fehde erinnert.
  • im Strassendorf 1 Cumbel steht die aus dem frühen 16. Jhd. stammende spätgotische 2 Dorfkirche St.Stephan etwas erhöht, im im Barockstil ausgeführten Innern ein sehenswertes Chorgestühl und Fresken. Die für die Region untypischen Sgraffiti an den Aussenwänden entstanden um 1689.
  • die 3 Kapelle des Hl. Mauritius / St. Murezi steht am Ort des frühesten urkundlich erwähnten Gotteshauses im Val Lumnezia. Im Jahre 1716 wurde die Kapelle unter Verwendung von Aussenmauern eines Vorgängerbaus aus dem 11./12.Jhd. im Barockstil neu errichtet.
  • ausserhalb von Porclas steht ein Grenzstein aus dem Jahre 1715 der talwärts das Wappen von Ilanz und bergwärts den Schutzpatron der Talschaft, den hl. Mauritius zeigt.

Vella (dt. Villa)[Bearbeiten]

Vella (dt. Villa)
Vella

Die Gemeinde 2 Vella ist der politische und kulturelle Hauptort des Lugnez und liegt auf einer Terrasse am Südhang des Piz Mundaun auf ca. 1'240 m. Hier gibt es ein Gemeindehaus, zwei Banken, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurationen, Hotels, Ferienwohnungen und eine Bergbahn.

  • die katholische 4 Dorfkirche Sogn Roc mit Fresken von Hans Ardüser und Alois Carigiet (der auch Bilderbücher illustrierte, u.a. den Schellenursli) wurde 1587/95 erbaut.
  • die 5 Kirche St. Vinzenz / S. Vintschegn im Weiler Pleif auf den Fundamenten einer karolingischen Saalkirche aus dem 9. Jhd. ist die älteste Kirche der Talschaft. Sie wurde im 12. Jhd. im romanischen Stil neu aufgebaut (und der freistehende Turm zugefügt) und im 17. Jhd. im Barockstil erneuert. Die Altäre und das Chorgestühl stammen aus dem 17. Jhd., der Taufstein aus dem späten 13. Jhd. An der Aussenmauer der Kirche sind Grabsteine von Pfarrherren und Edelleuten des Tales zu besichtigen.
  • das 6 Schloss / Casti de Mont wurde nach einer Feuersbrunst 1666 wieder aufgebaut. Der Turm an der Südecke mit den Sgraffiti wurde nachträglich angebaut. Das Gebäude mit dem Krüppelwalmdach und den Lukarnen wurde 1983/96 renoviert.
  • im Sommer eignet sich die Region zum Wandern und für Mountainbiketouren. Der Kulturweg "Senda Culturala" führt über den Badesee Davos Munts über Vignogn, Degen und Pleif wieder zurück nach Vella. In PLanung ist der Höhenweg vom Piz Mundaun bis zum Piz Sezner auszubauen.
  • im Winter lockt das Wintersportgebiet 1 Piz Mundaun - Obersaxen zum Ski- und Snowboardfahren. In Vella ist die Talstation als Zugang zu den sonnigen Südhängen des Skigebiets. Ein Gratis-Sportbus steht den Gästen im ganzen Tal von Vrin bis Ilanz zur Verfügung.

Degen (dt. Igels)[Bearbeiten]

Degen (dt. Igels)
Degen Dorf

Die Gemeinde Degen, bis 1983 auf Deutsch Igels genannt, ging in der 2013 gebildeten Talgemeinde Lumnezia auf. Sie wurde erstmals 840 n.Chr. erwähnt. Die Ortschaft ist immer noch stark landwirtschaftlich geprägt. Das Klima ist sonnig und mild.

  • in 3 Degen (Igels) sind mehrere Kirchen erwähnenswert: die 7 Dorfkirche Maria Himmelfahrt, die 8 Kapelle St.Viktor und die 9 Kapelle St. Sebastian, (Sogn Bistgaun) aus dem Jahre 1494 mit einer spätgotischen Leistendecke und einem Christophorusfresko aus 1592 an der Aussenfassade des Turms ausserhalb der Ortschaft.
  • oberhalb von Degen / Vattiz wurde bei 1 Davos Munts im Jahre 1999 auf einer Höhe von 1300 m ein Badesee angelegt. In dem von der Gemeinde Lumnezia betriebenen Seecafé finden auch kulturelle und touristische Veranstaltungen statt. Der kurze Winterweg von Vella nach Davos-Munts gehört zu den beliebtesten Spazierwegen im Lugnez.
  • Campingplatz. Tel.: +41 (0)81 931 32 52. sanitären Anlagen und einer einfachen Wirtschaft/Kiosk.
  • jeweils im Juli wird das Openair Lumnezia. mit bis zu 14.000 Besuchern organisiert.
  • Im Winter eignet sich die Ortschaft Degen zum Langlaufen und ab Vattiz und Davos-Munts das Schneeschuhwandern auf die Maiensässe Richtung Pi Sezner. Der Zugang zum Skigebiet Piz Mundaun - Obersaxen ist in Vella oder jenseits des Mundauns in Obersaxen, abzuwägen je nach Wetterlage und Parkiermöglichkeiten. Ab Ilanz verkehrt im Winter ein Gratis-Skibus, der auch Wanderern zusteht in die Val Lumnezia: damit wird der Verkehr auf der Talhauptachse entlastet.}}

Lumbrein[Bearbeiten]

Lumbrein
Lumbrein

Die Gemeinde 4 Lumbrein liegt zum Grossteil auf der Westseite des Flusses Glogn, auf Deutsch: Glenner. Bereits in der Bronzezeit und in der Römerzeit wurde die Region besiedelt, eine erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf im 9. Jhdt.

  • die katholische 10 Baselgia Sogn Martin liegt im Dorfzentrum und wurde 1646 erbaut.
  • die 11 Kapelle Sogn Roc zu Ehren des Pestschutzheiligen St. Rochus wurde in der Pestzeit 1628/9 erbaut.
  • die 12 Caplutta Sogn Andriu im Weiler Sogn Andriu stammt aus dem Jahre 1660. Die Barockkirche ist ganz mit Fresken ausgemalt.
  • die im zur Gemeinde Lumbrein gehörigen jenseits des Glenner gelegenen Weiler 13 Surin stehende Kapelle ersetzte 1695 ein älteres Gotteshaus.
  • der Wohnturm Il Casti wurde zu Beginn des 13. Jhdt. als Sitz der Herren von Lumerins erbaut, die Wohngeschosse auf der Südseite sind jüngeren Datums. Um 1969/70 wurde der heute noch bewohnte Turm vom Architekten Peter Zumthor renoviert.
  • die Casaulta ist ein ebenfalls hohes Wohnhaus aus dem späten 16. Jhdt. mit spätgotischen Fensterwänden, das Gebäude ist ebenfalls noch bewohnt.
  • in 14 Crestaulta westlich von Surin wurde 1935/8 auf einer Anhöhe am Abhang zum Glenner eine bronzezeitliche Siedlung ausgegraben. In Siedlungsresten fanden sich Werkzeuge und vor allem ausserordentliche Keramikgefässe. Fund sind heute im Rätischen Museum Chur aufbewahrt.
  • jeweils am zweiten Sonntag im Oktober wird eine farbenprächtige Marienprozession abgehalten, alle zwanzig Jahre ein Passionsfestspiel. Im Dorf findet man das Kulturhaus "Casa d'Angel", wo man den grössten Kristall der Region besichtigen kann und während des Jahres Kulturangebote organisiert werden.

Vrin[Bearbeiten]

Vrin
Vrin

Die zuhinterst im Val Lumnezia gelegene Gemeinde 5 Vrin ging mit der Fusion 2013 ebenfalls in die Grossgemeinde Lumnezia über. In den Achziger-/Neunzigerjahren wurde in der Gemeinde ein Modellprojekt mit dem Ziel die Landflucht aufzuhalten und die Bodenspekulation zugunsten einheimischer Gewerbetreibender zu verhindern, umgesetzt. Das Dorf hat nur begrenzt Parkplätz, den grössten davon beim Schulhaus.

  • die 15 Pfarrkirche Mariae Geburt und Johannes Baptist wurde 1689/94 auf dem Boden älterer Vorgängerbauten im Barockstil mit einem freistehenden Turm erstellt und wiederholten Renovierungen unterzogen, das sich an die Kirche anlehnenden Beinhaus ist mit einem etwas makaber anmutenden Fries aus Totenschädeln umgeben. Die neue Totenstube wurde vom lokalen Architekten Gion A. Caminada entworfen.
  • im Gemeindegebiet liegen in verschiedenen Weilern teils auf grosser Höhe noch weitere Kapellen, so die Kapelle San Giusep
  • vom Vriner Architekten Gion A. Caminada wurden zahlreiche Wohnhäuser, Ställe und öffentliche Gebäude in Vrin entworfen. Das Ensemble verleiht dem Ort ein aussergewöhnliches Dorfbild, welches 1998 in der Verleihung des Wakkerpreises des Schweizer Heimatschutzes resultierte.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wandern, von gemütlichen Familienspaziergängen über Bergwanderungen bis zum klassischen Alpinismus, Mountainbiketouren
  • Besuch des Badesees in Davos-Munts oberhalb von Vattiz (Postautohalt).
  • im Winter Ski- & Snowboardfahren im Skigebiet von Piz Mundaun - Obersaxen, am Südhang Richtung Lugnez gibt es keinen Sommerbetrieb der Bergbahnen. Skitouren auf den Lapi (gemeint: Umsu 2357 m.ü.M) oder in die Val Cavel.

Sehr sicheres Tal. Autofahrer müssten sich an den Verkehr auf Bergstrassen gewöhnen (insbesondere im Winter)

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist sonnig, niederschlagsarm in einem inneralpinen Trockental mit wenig Nebeltagen. Im Sommer sind durchaus hohe Temperaturen an geschützten Lagen zu erwarten. Die Winter sind die Monate Januar/Februar sehr eisig und schneesicher. Die Wandersaison im hochalpinen Bereich liegt in den Monaten Juni (nach der Schneeschmelze) bis zum ersten Wintereinbruch etwa Mitte Oktober. Die Skisaison der Bergbahnen dauert je nach schneeverhältnissen von Mitte Dezember bis etwa Ostern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Duri Capaul, Peter Egloff. Lumnezia und das Valsertal. Bern 1988
  • Duri Blumenthal, Armin Caduff, Curdin Casaulta, Peter Schmid. Kulturführer Val Lumnezia und Vals. Lumnezia 2000

Weblinks[Bearbeiten]

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