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Kairo/ʿAbbāsīya

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El-ʿAbbāsīya ·العباسية
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El-Abbasiya (auch el-Abbasiyya, arabisch: ‏العباسية‎, al-ʿAbbāsīya) ist ein Kairoer Stadtteil nordöstlich des Stadtzentrums und nördlich der islamischen Altstadt und Teil von el-Wāilī. Heutzutage ist es ein Wohngebiet für die Mittelschicht. Der Stadtteil besitzt einige bedeutende Sakralbauten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Wenn man heutzutage durch el-ʿAbbāsīya läuft, könnte man den Eindruck gewinnen, dass dies ein recht junger Stadtteil sei. Der Stadtteil ist aber bereits im Spätmittelalter, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besiedelt, wovon die Moschee Qubbat el-Fadāwīya noch Zeugnis ablegt. Leider ist sie eines der wenigen Zeugnisse aus dieser Zeit. Einst befand sie sich nicht weit von einer Pferderennbahn inmitten von Gärten und umgeben von einem künstlichen Teich und mehreren Residenzen von Sultanen und Prinzen.

Begrenzt wurde dieser Stadtteil vom Wüstenareal er-Raidānīya (arabisch: ‏الريدانية‎), das immer wieder Schauplatz von Schlachten war. Die bedeutendste Schlacht war die des osmanischen Sultans Selim I. (1470–1520) gegen den Mameluckensultan el-Aschraf Ṭūmān Bāy am 23. Januar 1517, die Selim für sich entscheiden konnte. Der unterlegene Ṭūmān Bāy wurde 14. April 1517 am Bāb Zuweila hingerichtet, und Selim I. leitete mit dem Sieg die Zeitepoche der osmanischen Herrscher über Ägypten ein, die bis zur napoleonischen Eroberung 1798 dauern sollte.

Die heutige Wohnstadt einschließlich eines psychiatrischen Krankenhauses ließ der Khedive (Vizekönig) ʿAbbās Ḥilmī I. (1813–1854) anlegen, von dem sich auch der Name des heutigen Stadtteils ableitet.

Anreise[Bearbeiten]

Stadtteilplan von el-ʿAbbāsīya

Auf der Straße[Bearbeiten]

Der Stadtteil lässt sich mit PKW, Taxi, Minibus (Linien 27, 35) oder Bus erreichen (Linien 1, 4, 400, 500, 611, 973). Die Busse fahren vom Mīdān ʿAbd el-Muniʿm Riyād im Norden des Ägyptischen Museums. El-ʿAbbāsīya ist über die Ramsīs St. mit dem Stadtzentrum verbunden. Sie kreuzt in el-ʿAbbāsīya die el-'Uruba St., die durch Heliopolis zum Flughafen führt.

Mit der U-Bahn[Bearbeiten]

El-ʿAbbāsīya ist mit der Linie 1 in Richtung el-Marg über die Haltestelle 1 el-Damerdash (‏الدمرداش‎), ca. 500 Meter nördlich der Kathedrale des hl. Markus, erreichbar.

Alternativ kann man die Linie 3 nutzen und an den Stationen 2 El-Geish (‏الجيش‎), 3 Abdou Pasha (‏عبده باشا‎) oder 4 Abbassia (‏العباسية‎) aussteigen.

Mobilität[Bearbeiten]

Durch den Stadtteil lässt sich am besten zu Fuß laufen. Insbesondere in der Rush-Hour bewegt sich nur wenig in der Ramsis St.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Stadtteil gibt es mehrere bedeutende Sakralbauten. Von der leicht auffindbaren en-Nūr-Moschee oder besser noch der Kathedrale des hl. Markus lassen sich die weiteren Bauten fußläufig erreichen.

Kirchen[Bearbeiten]

Die drei wichtigsten Kirchen befinden sich alle auf dem Areal der Kathedrale des hl. Markus.

Kathedrale des hl. Markus des Evangelisten[Bearbeiten]

Die 1 Kathedrale des hl. Markus des Evangelisten Kathedrale des hl. Markus des Evangelisten in der Enzyklopädie Wikipedia Kathedrale des hl. Markus des Evangelisten im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKathedrale des hl. Markus des Evangelisten (Q1477289) in der Datenbank Wikidata (30° 4′ 21″ N 31° 16′ 31″ O), arabisch: ‏الكاتدرائية المرقسية‎, al-Kātidrāʾīya al-Marqusīya, ist eine der größten Kirchen Afrikas und nach dem ersten Bischof von Alexandria benannt. Sie ist 100 Meter lang, 36 Meter breit, 55 Meter hoch und fasst 5.000–6.000 Gläubige im Hauptgeschoss auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern. Der Glockenturm im Südosten ragt 85 Meter in die Höhe. Am 24. Juli 1965 wurde der Grundstein der Kirche vom ägyptischen Präsidenten Gamal ʿAbd en-Nasser (1918–1970) gelegt. Zur 1.900jährigen Wiederkehr des Martyriums des hl. Markus wurde die Kathedrale geweiht, und seine Reliquien wurden am 2. Juni 1968 durch Papst Paul VI. aus Venedig hierher gebracht. Die Kathedrale und umliegende Gebäude sind Hauptsitz des koptischen Patriarchats und ersetzten die Patriarchatskirche des hl. Markus in el-Azbakīya.

Glockenturm der Kathedrale
Eingang zur Kathedrale
Südseite der Kathedrale
Mittelschiff der Kathedrale

Die Basilika besitzt ein überwölbtes Mittelschiff, während die Seitenschiffe mit Holzdecken versehen sind. An den Wänden der Seitenschiffe befinden sich Bleiglasfenster, Wandtäfelungen aus Holz mit Ikonen. Mehrere Stufen im Osten der Kirche führen zur Ikonenwand, die drei Heikale (Altarräume) abschirmt. Der mittlere Heikal ist für den hl. Markus, der linke für den hl. Menas und der rechte für die hl. Jungfrau bestimmt. Die farbigen Reliefs an der mittleren Ikonenwand zeigen das letzte Abendmahl und die zwölf Apostel, rechts und links vom Zugang Maria und Jesus. Zu den Darstellungen im mittleren Altarraum gehören die Passion Christi, seine Bestattung und Gethsemane.

Im Osten der Kathedrale befindet sich der Schrein mit den Reliquien des hl. Markus. Sie sind in einem Rosengranitblock aus Assuan eingelassen. An der Wand befinden sich fünf Gemälde, die hier 1969 von Isaak Fanūs und Mansūr Farag angebracht wurden. Das mittlere Bildnis zeigt den hl. Markus den Evangelisten, zu seiner linken die Überführung seiner Reliquien von Venedig nach Kairo im Jahre 1908 und zu seiner rechten das Martyrium des hl. Markus in Alexandria. Rechts außen erkennt man den Erzengel Michael, links außen den Erzengel Gabriel.

Ikonenwand der Kathedrale
Schrein des hl. Markus
Kirche des el-Anba Rewez

Unter dem Hochaltar befindet sich das Mausoleum für Papst Kyrill VI. (1902–1971), dem 116. Patriarchen von Alexandria. Seine Reliquien befinden sich in einem Grab aus grauem Marmor. Unter der Kathedrale befinden sich zudem noch die in den Bau integrierten älteren Kirchen für die Kirchenväter el-Anba Bischoi und el-Anba Rewez.

Gottesdienste finden mittwochs um 18:30 Uhr statt.

Kirche der hll. Peter und Paul[Bearbeiten]

Südlich der Kathedrale befindet sich die 2 Kirche der hll. Peter und Paul Kirche der hll. Peter und Paul in der Enzyklopädie Wikipedia Kirche der hll. Peter und Paul im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKirche der hll. Peter und Paul (Q16127527) in der Datenbank Wikidata (30° 4′ 18″ N 31° 16′ 30″ O), arabisch: ‏كنيسة الرسولين بطرس وبولس‎, Kanīsat ar-Rasūlaini Buṭrus wa-Baulus, „Kirche der beiden Apostel Peter und Paul“, meist el-Buṭrusīya (‏الكنيسة البطرسية‎, al-Kanīsa al-Buṭrusīya) genannt. Die Kirche wurde 1911 über dem Grab von Boutros Ghālī Pascha (1846–1910) von den Mitgliedern seiner Familie errichtet. Architekt der Kirche war Antonio Bey Lasciac (1856–1946). Die Kirche wurde am 21. Februar 1912, zwei Jahre nach dem Tod von Boutros Ghali, geweiht.

Der Kopte Boutros Ghali entstammte einer Politikerfamilie. Nach einer juristischen Laufbahn wechselte er später ebenfalls in die Politik und hatte mehrere Ministerämter während der britischen Besatzung inne und wurde 1908 Premierminister unter dem Khediven (Vizekönig) ʿAbbās Ḥilmī II. (1874–1944). Sein Wirken für die Besatzungsmacht machte ihn nicht unbedingt beliebt unter seinen Landsleuten, und er wurde am 20. Februar 1910 vom Medizinstudenten Ibrahim Nassif el-Wardani angeschossen. Am Tag darauf erlag Boutros Ghali seinen Verletzungen.

Man erreicht die Kirche mit ihren beiden Glockentürmen von der Straße, der Ramsis St., im Süden. Vor der Kirche befinden sich zwei Höfe im Westen, im Hof unmittelbar vor der Kirche befindet sich eine Büste von Boutros Ghali Pascha.

Die aus verputztem Stein errichtete, 28 Meter lange und 17 Meter breite Kirche besteht aus einem Haupt-, den beiden Seitenschiffen, dem Chor, zwei Allerheiligsten und einer Taufkapelle und besitzt ein Holzdach. Neben dem zentralen Allerheiligsten für die hll. Peter und Paul befindet sich im linken Seitenschiff das der hl. Jungfrau. Das mittlere Saktuar besitzt einen Marmoraltar, der auf vier Marmorsäulen ruht. An der Rückwand der Apsis sind der hl. Paulus der Einsiedler, der hl. Kyrill von Alexandrien, der hl. Athanasius d. Gr. und der hl. Antonius d. Gr. dargestellt. Im Altarraum der hl. Jungfrau befinden sich Darstellungen der hl. Jungfrau mit ihrem Kind, des hl. Paulus, der hl. Barbara, der hl. Maria von Ägypten und des Königs David. Zudem wurde die Witwe des Boutros Ghali Pascha im Beisein der hl. Anna und der hl. Elisabeth dargestellt, wie sie mittels eines Engels die Kirche an die hl. Jungfrau darreicht.

El-Buṭrusīya von Nordwest
Eingang zur el-Buṭrusīya
Hauptschiff der el-Buṭrusīya
Büste des Boutros Ghali
Hof der el-Buṭrusīya

Über den auf je fünf Marmorsäulen ruhenden Arkadenbögen, die die Seitenschiffe vom Hauptschiff trennen, befinden sich Wandgemälde, die vom römischen Maler Primo Panciroli (1875–1946) ausgeführt wurden. Sie zeigen auf der rechten Seite von rechts den hl. Matthäus, die Verkündigung, die Geburt Christi, die Flucht der hl. Familie nach Ägypten, die Vermehrung von Brot und Fisch, den Einzug nach Jerusalem sowie den hl. Lukas. Zur linken erkennt man von links den hl. Markus, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung Christi, seine Auferstehung und Himmelfahrt, das Herabkommen des hl. Geists und den hl. Johannes. Auf der linken Seite befindet sich auch der Ambon (Kanzel) aus Marmor.

Das Mosaik über der Apsis des mittleren Sanktuars, von der Mosaikfirma Angelo Orsoni aus Venedig ausgeführt, zeigt Jesus als Allherrscher auf einem Thron, links von ihm die hl. Jungfrau Maria und rechts den Evangelisten Markus. Die koptische und arabische Inschrift auf dem Bogen bedeutet „Ehre sei Gott hoch oben [im Himmel]“. Jesus hält ein aufgeschlagenes Evangelienbuch, in dem man den lateinischen Text „Ego sum ostium. Per me si quis introierit, salvabitur.“ („Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“, Joh 10,9 EU) lesen kann.

Die Wände der beiden Seitenschiffe tragen weitere Wandgemälde in je zwei Reihen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi, Heilige und Kirchenväter. Die obere Reihe zur rechten zeigt Christus, umgeben von den zehn Jungfrauen. Darunter befinden sich von links die Bildnisse des Erzengels Michael, des Patriarchen Isaak von Alexandrien, der Apostel Thaddäus, Andreas, Bartholomäus, Jakobus, Sohn des Alphäus, und Simon sowie des Erzengels Raphael. Die obere Reihe auf der Nordseite zeigt die hl. Damyana und ihre vierzig Jungfrauen. Darunter befinden sich von links die Bildnisse des Patriarchen Abraham, des Erzengels Uriel, der Apostel Philippus, Thomas, Matthäus, Jakobus, Sohn des Zebedäus, und Johannes sowie des Erzengels Gabriel.

Eine Treppe am Ende des Mittelschiffs führt in die Krypta mit dem Granitsarg von Boutros Ghali sowie den Gräbern seiner Witwe und seines ältesten Sohnes Nagib Ghali Pascha. Die Inschrift über dem Zugang zur Krypta nennt Geburts- und Sterbedaten von Boutros Ghali in römischen Zahlen. In dieser Krypta wurde am 18. Februar 2016 auch der zwei Tage vorher verstorbene ehemalige UN-Generalsekretär, Boutros Boutros-Ghali (1922–2016), bestattet.[1]

Am 11. Dezember 2016 kamen bei einem verheerenden Selbstmordanschlag auf diese Kirche 24 Menschen ums Leben. Etwa 50 weitere Personen wurden verletzt.[2]

Kirche des hl. Ruweis[Bearbeiten]

Westlich der Kathedrale befinden sich die 3 Kirche und das Grab des hl. Ruweis (30° 4′ 21″ N 31° 16′ 28″ O), ‏كنيسة الأنبا رويس‎, Kanīsat al-Anba Ruwais, die auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Die Kirche wurde 1949 (Krypta) und 1976 rekonstruiert. Die Kirche betritt man durch ihren Eingang auf der Südseite, der Zugang im Westen wird nicht benutzt. Die Kirche besteht aus einem Querschiff, in der Mitte befindet sich der Zugang zum Heikal des hl. Ruweis bzw. davor ein Lichtdom. Rechts vom Heikal befindet sich die Taufkapelle, links der Zugang zum Grab des Heiligen.

Die ganze Ostwand wird durch eine hölzerne Abschirmwand ausgefüllt. Über dem mittleren Heikal befindet sich ein Kruzifix, auf der linken Tafel ist Maria, auf der rechten Johannes dargestellt. Über der rechten Hälfte der Schirmwand befinden sich acht Ikonen, und zwar mit der Darstellung (v.r.) der Heiligen Michael, Philipp, Thomas, Jakob, Bartholomäus, Simon, Matthäus und Petrus. Über der linken Hälfte sind die sieben Heiligen Paulus, Matthias, Thaddäus, Andreas, Johannes, Jakob und Apoli dargestellt. An der Nordwand der Kirche befinden sich rechts die Ikonen des hl. Ruweis bzw. links neben dem Fenster die von Antonius und Paulus sowie die der drei Makarii.

Süd- und Westseite der Kirche
Im Inneren der Kirche
Mittlerer Heikal der Kirche des hl. Ruweis
Ikonen an der Schirmwand
Grab des hl. Ruweis

Auf der linken Seite der Schirmwand führt eine L-förmige Treppe zur Krypta. Auf halber Höhe befindet sich die Ikone und die Reliquie des Märtyrers Abālī bin Jusṭus (arabisch: ‏الشهيد أبالي بن يسطس‎). Am Fuße der Treppe gelangt man zur Grabkrypta des hl. Anba Ruweis (arabisch: ‏الأنبا رويس‎), auch Anbā Farīg/Fareig genannt, die sich genau unter dem mittleren Heikal befindet. Auf dem Sarkophag befindet sich eine arabische Inschrift, die besagt, dass hier der Herr, der Heilige, der rechtschaffene Anbā Farīg, der als Anbā Ruweis bekannt ist, ruht. Er schlief am 21. des Babah 1121 AM [des koptischen Kalenders], dem 18. Oktober 1404 AD, ein. Im Süden der Krypta nennt eine Tafel vier Patriarchen, die hier ebenfalls bestattet sind: dies sind Matthäus I. (87. Patriarch), Johannes XI. (89.), Matthäus II. (90.) und Gabriel VI. (91.), die im 14. bzw. 15. Jahrhundert im Amt waren.

Moscheen[Bearbeiten]

Östlich der el-Buṭrusīya befindet sich das große 4 Kuppelgrab (30° 4′ 17″ N 31° 16′ 40″ O) für Aḥmad Maḥir Pascha (1888–1945) und Maḥmūd Fahmī en-Nuqrāschī Pascha (1888–1948). Beide waren als Premierminister unter König Fārūq (1920–1965) tätig und wurden von Anhängern bzw. Mitgliedern der Muslimbruderschaft ermordet.

Qubbat el-Fadāwīya[Bearbeiten]

Wenn man von der Kathedrale des hl. Markus nach Südosten der el-Fadāwīya St. folgt, gelangt man nach 400 Metern auf der Westseite der Straße in der Nähe der Kreuzung mit der ʿAbbāsīya St. (natürlich) zur 5 Qubbat el-Fadāwīya (30° 4′ 10″ N 31° 16′ 48″ O), arabisch: ‏مسجد القبة الفداوية‎, Masǧid al-Qubbat al-Fadāwīya, „Opferer-Kuppelmoschee“, MMC 5,, auch Qubbat Yaschbak genannt. Der quadratische Steinbau mit aufgesetzter Ziegelkuppel wurde in der Mameluckenzeit von 1479–1481 (884–886 AH) vom Prinzen Yaschbak bin Maḥdī ed-Dawādār (arabisch: ‏الأمير يشبك بن مهدي‎, al-Amīr Yaschbak bin Maḥdī) errichtet, der im Dienste des Sultans Abū Saʿyid Ǧaqmaq/Dschaqmaq (arabisch: ‏أبو سعيد جقمق‎) stand und es nach seiner Freilassung aus der Sklaverei unter Sultan Qāitbāy bis zum Wesir und Befehlshaber der Armee brachte. 1479 wurde er Vizekönig Ägyptens. Bei einem Feldzug 1480 gegen den Schah Yaʿqūb in Anatolien wurde er gefangen genommen und hingerichtet.

Die Moschee misst an jeder Seite etwa 14,3 Meter. An allen Seiten befinden sich oben je ein spitz zulaufendes Fenster und in der unteren Hälfte zwei bis drei rechteckige Fenster. Außen besitzt die Moschee nur wenig Schmuck oberhalb der unteren Fenster, Säulen an den Ecken und oberhalb der Eingangstür ein Stalaktitenmuster (Muqarnaṣ). Die Inschriften an beiden Seiten der Tür benennen Sultan Qāitbāy als den Erbauer, der den Bau nach dem Tod Yaschbaks vollendet hatte. Ein Minarett gibt es nicht. Heute erreicht man den Eingang an der Südwestseite über ein paar Treppenstufen, früher war er über einen Zuweg auf einer Arkade mit dem Stadtteil el-Ḥuseinīya verbunden. Die aus Ziegeln errichtete Kuppel gehört zu den größten ihrer Art.

Das Innere besteht aus zwei Etagen, in der oberen befindet sich die Gebetshalle. Diese Halle geht fast nahtlos in die Kuppel über, die Zwickel in den Ecken sind dekoriert. Ansonsten besitzt die Halle nur wenig Dekoration. Nur der Sockel und die Gebetsnische waren mit Marmor verkleidet, der Rest stuckiert. Der Stuck besaß einst eine farbige Bemalung. Die Verwendung von Stuck ist im Moscheenbau seiner Zeit selten und besitzt nur noch in der Moschee des Qāitbāy auf der Insel er-Rōḍa eine heute kaum noch wahrzunehmende Parallele. Im Bereich der Kuppel befinden sich zwei Inschriftenbänder. Die untere enthält Qurʾan-Verse, die obere erinnert an die Reise des Sultans Qāitbāy im Jahr 1480.

Folgt man im Osten der Kathedrale des hl. Markus der Mustashfā el-Damirdāsch St. nach Norden, so erreicht man nach ca. 500 Metern auf der Ostseite die Moschee und Grab des Muḥammad Damirdāsch el-Muḥammadī aus dem 16. Jahrhundert. Damirdāsch el-Muḥammadī war Soldat zur Zeit des Qāitbāy. Er studierte im iranischen Täbris und kehrte um 1500 nach Kairo zurück, um hier seine eigene Sufi-Bruderschaft zu gründen. Er starb 1523 (929 AH). Sein Geburtstag (14. Schaʿban) wird mit einem Mūlid begangen. In osmanischer Zeit erreichte die Bruderschaft enormen Einfluss.

en-Nūr-Moschee[Bearbeiten]

Fassade der en-Nūr-Moschee
Gebetsnische der Moschee
Kuppel der en-Nūr-Moschee
Im Inneren der en-Nūr-Moschee

Folgt man der Straße im Süden der Kathedrale des hl. Markus weiter nach Osten, so gelangt man im Bereich der Kurve zur 6 en-Nūr-Moschee (30° 4′ 31″ N 31° 16′ 58″ O), auch el-Nour-Moschee, arabisch: ‏مسجد النور‎, Masǧid an-Nūr, „Lichtmoschee“, nordwestlich vom ʿAbbāsiya-Platz. Die Moschee wurde im Auftrage von Scheich Ḥāfiẓ Salāma errichtet, der als Anführer des Widerstands in der Stadt Sues während des Oktoberkrieges 1973 wirkte. Zu beiden Seiten des Eingangs erhebt sich je ein 112 Meter hohes Minarett. Die Moschee besteht aus einer zentralen Halle mit einer mächtigen Kuppel, von der ein großer Kronleuchter herabhängt. Auf allen vier Seiten befindet sich ein Umgang, über den Seitengängen befinden sich flache Lichtdome und in den Ecken kleinere Kuppeln.

Die Moschee verfügt über eine eigene Bibliothek.

Synagoge[Bearbeiten]

Im Westen des Stadtteils befindet sich die 1932 errichtete 7 Moussa-Dar'i-Synagoge (30° 3′ 43″ N 31° 16′ 27″ O), arabisch: ‏معبد موسى الدرعي‎, Maʿbad Mūsā ad-Darʿī, am Midan el Gueish, 25 Sabīl El Khazindār St.

Weitere Einrichtungen und Gebäude[Bearbeiten]

El-Huseiniya-Sekundarschule

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Restaurants befinden sich im Stadtzentrum oder im Stadtteil Heliopolis.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels befinden sich im Stadtzentrum oder im Stadtteil Heliopolis.

Lernen[Bearbeiten]

In el-ʿAbbāsīya befinden sich fast alle Teile der 1950 gegründeten ʿAin-Schams-Universität. Westlich der en-Nūr-Moschee befindet sich die medizinische Fakultät, im Süden des Viertels weiterhin technische Institute. Nur die landwirtschaftliche Fakultät befindet sich in Schubrā el-Cheima bzw. die Fakultät für Erziehungswissenschaften in Heliopolis.

Gesundheit[Bearbeiten]

In el-ʿAbbāsīya befinden sich mehrere Krankenhäuser. Die sind neben dem erwähnten psychiatrischen Krankenhaus[3] u.a. das italienische und griechische Krankenhaus, die Krankenhäuser der ʿAin-Schams- und der el-Azhar-Universität und das Damardasch-Krankenhaus.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Tourismusbehörden[Bearbeiten]

  • 1 Misr Travel Tower (برج مصر للسياحة, Burǧ Miṣr lis-Siyāḥa) (in der Nähe des ʿAbbāsīya-Platzes). Im Gebäude sind sowohl das ägyptische Tourismusministerium als auch die Egyptian Tourist Association untergebracht. Geöffnet: täglich außer freitags 9-14 Uhr. (30° 4′ 21″ N 31° 17′ 8″ O)

Antikenbehörde[Bearbeiten]

  • 2 Zweigstelle Abbasiya der ägyptischen Antikenbehörde (المجلس الاعلى للأثار بالعباسية, The Supreme Council of Antiquities). Geöffnet: täglich außer freitags 9-14 Uhr. (30° 4′ 16″ N 31° 17′ 10″ O)

Visa und Arbeitserlaubnisse[Bearbeiten]

  • 3 Passports, Emigration and Nationality Administration (جوازات القاهرة), 17 Madrasa Al Abbaseya Al Mekanekeya St., Al Abbaseya (Al-Waili), Cairo, ١٧ ش مدرسة العباسية الميكانيكية ، العباسية (الوايلي) ، القاهرة. Tel.: +20 (0)2 2794 8661. Rechtzeitiges Erscheinen, ab etwa 7 Uhr, ist sinnvoll. Nach dem Nummernziehen warten, bis man aufgerufen wird. Geöffnet: täglich außer freitags 8-14 Uhr. (30° 4′ 0″ N 31° 17′ 10″ O)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kirchen
    • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo : American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 306–311.
  • Qubbat el-Fadāwīya
    • Behrens-Abouseif, Doris: Islamic architecture in Cairo : an Introduction. Cairo : American University in Cairo Press, 1996 (2. Auflage), ISBN 978-977-424-203-8, S. 149 f.
    • Behrens-Abouseif, Doris: The North-eastern Extension of Cairo under the Mamluks. In: Annales Islamogiques, Bd. 17 (1981), S. 157–189, insbesondere S. 176–183, Tf. IX.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Egypt bids former UN secretary-general Boutros Ghali farewell in military funeral. In: Ahram Online, Montag, 18. Januar 2016.
  2. Reuters/dpa/AFP: Anschlag in Kairo Bombe in Kirche explodiert - viele Tote. In: Spiegel Online, Sonntag, 11. Dezember 2016.
  3. Das Areal des jetzigen psychiatrischen Krankenhauses soll in eine archäologische Stätte umgewandelt werden, da sich auf deren Areal mehrere Paläste aus der Zeit des Khediven Ismail befinden, siehe Carr, Sarah : Abbaseyya Psychiatric Hospital to be made into an Islamic heritage site, says SCA, Artikel in der Daily News Egypt vom 29. Dezember 2010.
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