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Guémar

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Guémar
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Guémar ist eine Gemeinde im Osten Frankreichs im Département Haut-Rhin (Nr. 68) und Mitglied im Gemeindeverbund Pays de Ribeauvillé et Riquewihr.

Guémar ist eine Ville fleurie, eine "blumengeschmückte Stadt" und trägt im Concours des villes et villages fleuris ("Wettbewerb der blumengeschmückten Städte und Ortschaften") 2 von 4 Rosen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Guémar ist ein altes Fischer- und Bauerndorf. Nicht umsonst beinhaltet das Ortswappen eine Egge und einen Fisch.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen Sélestat und Colmar, von beiden Städten 10 bzw. 14 km entfernt. Der Hauptort des Kantons, Ribeauvillé, liegt wenige Kilometer westlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes als Ghermari erfolgte im Jahre 768. Zu jener Zeit bestanden noch zwei Ortsteile: Oberg-Gemar mit einer eigenen, der Saint-Denis-Kirche, dem Priorat von Lièpvre unterstellt, dieses wiederum der Abtei von Saint-Denis unterstellt, und dem größeren Nieder-Gemar mit der Kirche Saint-Léger, die zur damaligen reichen und einflussreichen Abtei von Murbach gehörte. Für die Entwicklung des Dorfes bedeutend war die Lage an der Fecht, an der schon im Jahre 1298 ein Hafen ("Ladhof") nachgewiesen ist, über den man Waren wie Wein und Getreide zur Ill beförderte. 1479 wurde der mittlerweile veraltete Hafen zugunsten einer neuen Anlegestelle an der Ill aufgegeben. Dort wurde schon bald das Dorf Illhaeusern von den Fischern, Kaufleuten und Fährleuten gegründet. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) wurde die Kirche in Ober-Gemar zerstört und die beiden Ortsteile zusammengelegt. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort befestigt, weil er an strategisch wichtiger Stelle befand, dem Übergang der Straße Straßburg-Colmar über die Fecht. 1369 erhielt der Ort Stadtrecht. Damals im Besitz der Herren von Ribeauvillé, die Ribeaupierres, erhielt das alte Holzschloss aus dem Jahre 1287 in 1291 einen Schlossnachfolger, der 1572 als "Molkenburg" bezeichnet wurde und ein Sommersitz der Ribeaupierres wurde. Nach Beschädigungen im 30jährigen Krieg und auch danach wurde es letztlich kurz vor der Französischen Revolution abgerissen, das Abbruchmaterial wurde verkauft. Von 1871 bis 1918, als das Elsass deutsches Gebiet war, hieß der Ort, wie er ausgesprochen wird: Gemar. So auch schon im Mittelalter (Siehe Foto in der Gallery). Gegen Ende des 2. Weltkriegs wurde Guémar zu 70 % zerstört.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Guémar

Blasonierung: (Quelle: Wappenbuch der Gemeinden von Haut-Rhin von 1981)

De sinople à une herse sommée d'une croix pattée d'or et soutenue d'un poisson contourné d'argent, le tout accompagné de trois écussons d'or, deux en chef et un en pointe. ("Auf grünem Grund eine Egge, von goldfarbenem Tatzenkreuz gekrönt, darunter ein silberfabener, nach links schauender Fisch, alles von drei goldenen Schilden begleitet, zwei oben und eines unten.")

Fisch und Egge stehen für die beiden Zünfte des Ortes, die Landwirte und die Fischer, die das wirtschaftliche Leben im Mittelalter bestimmten.

Siehe auch: Beschreibung des Wappens von Illhaeusern

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

  • 1 Aéroport de Strasbourg Der nächstliegende internationale Flughafen liegt in Straßburg-Entzheim, etwa 10 Kilometer südwestlich von Straßburg. 47 km von Guémar entfernt.
  • 2 Aérodrome de Strasbourg-Neuhof Ein kleinerer Verkehrslandeplatz ist der von Straßburg-Neuhof, etwa 3 Kilometer südlich des Zentrums. 60 km von Guémar entfernt.
  • 3 Euroairport Der zweite große internationale Flughafen ist der von Basel-Mulhouse in 75 km Entfernung.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

  • Ein alter Bahnhof an der Straße nach Ribeauvillé ist stillgelegt.
  • Die nächsten Bahnhöfe sind in
  • 4 Gare de Colmar Colmar, 15 km entfernt, und in
  • 5 Gare de Sélestat, Sélestat, 12 km entfernt

Mit dem Bus[Bearbeiten]

  • Buslinie 109, alle 4 Std. in 24 Min. nach Colmar

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der durch den östlichen Elsass verlaufenden Nord-Süd-Verbindung, der N 83, zweigt die D 106 ab, die unmittelbar in den Ort führt. Weiter östlich geht sie in die D 10 über, die den Rhein bei Marckolsheim überquert (16 km).

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Guémar hat keinen Anschluss an ein Schifffahrtsnetz.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Guémar

Die Sehenswürdigkeiten des Ortes sind recht gut zu Fuß zu erkunden. Es gibt im ganzen Ort kaum bemerkenswerte Höhenunterschiede.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Guémar
Guémar (damals "Gemar") auf einem Stich von M. Merian (1663)
  • 1 Église Saint-Léger - Die barocke Kirche Saint-Léger ist außer dem Obertor die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes. Sie wurde 1741 erbaut, während die romanische Basis des Turms schon aus dem 12. Jahrhundert stammt und den einzigen Rest eines älteren Kirchenbaus darstellt. Die Turmhaube stammt von 1772. Die Kirche enthält ein dreiteiliges Schiff und eine Apsis von 1739/40. Die leicht gegenüber des umgebenden Landes höhere Lage der Kirche lässt darauf schließen, dass sie einst von einem befestigten Friedhof umgeben war.
Die Kirche wurde als Eigentum der Abtei von Murbach (bei Colmar) schon ab 1278 erwähnt.
  • 2 Presbytère catholique(Katholisches Pfarrhaus) - Das Gebäude wurde im Jahre 1831 auf der Stadtmauer errichtet, neben dem Burgerturm, dem Stadtgefängnis, von dem nur noch die Grundmauern erhalten sind.
  • 3 Monument des morts (Kriegerdenkmal) - Die bronzene Statue der Jeanne d'Arc, eingeweiht am 8. November 1925, wurde von den deutschen Besatzern abgebaut und 1946 bei Barr, 30 km nördlich von Guémar, wiedergefunden. Sie wurde überarbeitet und wieder aufgestellt, 1973 an den aktuellen Standort.
  • 4 - Das Schloss Molkenburg stammt aus dem 10. Jahrhundert.
  • 5 - Hier, an der Stelle der Fontaine aux armes, stand ehedem das in den Jahren 1859/60 errichtete alte Rathaus, von dem heute nur noch das Giebelfeld erhalten ist, das in den Brunnen eingearbeitet wurde. Es zeigt das Wappen von Guémar.
  • 6 Das Obertor von 1400 ist ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Vom Beginn des 21. Jahrhunderts bis August 2009 wurde es restauriert. Die Stadtmauer wurde als Verteidigungswerk in den Jahren von 1363 bis 1369 errichtet. Erhalten sind das Obertor als Hauptzugang zur mittelalterlichen Stadt. Im 30-jährigen Krieg wurden die nördlichen und östlichen Teile der Stadtmauer sowie drei Wachttürme zerstört. Weiterhin sind erhalten:
7 - Die Porte des Pêcheurs ("Fischertor") bildet das südliche Ende des alten Marktes, bezeichnenderweise hin zum Flüsschen Fecht, das vor dem Bau des Canal du Logelbach nahe Turckheim im 18. Jahrhundert noch wesentlich mehr Wasser führte. Die Fischer bildeten eine von zwei Zünften der damaligen Ortsgeschichte. Anfang 1980 wurde das Fischertor restauriert.
8 - Dieser namenlose Turm wurde in den Jahren 1995-1996 von einer Privatperson wiederhergestellt.
  • 9 - Der Bereich, auf dem heute das Rathaus mit dem Gemeindesaal steht, war früher ein landwirtschaftliches Anwesen, das im Dezember 1944 durch Kriegseinwirkung komplett zerstört wurde. In den Jahre 1954-56 wurde der neue Rathauskomplex gebaut.
  • 10 - Maison des Châtelaines ("Haus der Schlossherrinnen"): Traditionell verweilten hier die Damen der Adelsfamilie der Ribeaupierres, wenn ihre Männer für wichtige Feste nach Guémar zu kommen.
  • 11 - Ancienne école des filles ("Ehemalige Töchterschule"): Das 1727/28 erbaute Gebäude beinhaltete zunächst die Räume des Gemeindeschreibers, dann das Backhaus, nach 1831 das Pfarrhaus und von 1832 bis 2000 eine Töchterschule (Mädchengymnasium).
  • 12 - Pavillon de chasse des Ribeaupierre ("Jagdschloss der [Familie der] Robespierre"): Dieses Gebäude aus dem 16. Jahrhundert diente den Herren von Ribeaupierre als Jagdschloss.
  • 13 - Poste aux chevaux aux Quatre-Vents ("Pferde-Poststation zu den vier Winden"): Diese und die folgende Raststation für Pferde stammen aus dem 19. Jahrhundert.
  • 14 - Poste aux chevaux aux Boeuf-Roge ("Pferde-Poststation zum roten Ochsen")
  • 15 - Étang de la Canardière ("Entenkoog"): Der 4 ha große Entenkoog diente im 18. Jahrhundert den Herren von Ribeaupierre der Wildentenjagd während der Jagdsaison im Winter. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fing man hier pro Jahr etwa 8.000 Enten, das einzige in der Fastenzeit erlaubte Fleisch.
  • 16 - Séchoirs à tabac ("Tabak-Trockenhäuser"): Die vier ehemaligen Tabaktrockenhäuser wurden nach den Bombardements der letzten Kriegsjahre zerstört. 1950 wurde fünf wieder errichtet, von denen vier erhalten und noch in Betrieb sind.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Touristinformation - Fremdenverkehrsamt[Bearbeiten]

Notrufnummern[Bearbeiten]

Siehe Notrufnummern in Frankreich

  • Code postal (PLZ): 68970
  • Code Insee: 68113

Ausflüge[Bearbeiten]

Von Guémar aus kann man schöne Ausflüge ins umliegende Weinland und seine Dörfer sowie in die Vogesen unternehmen. Die Touristinformation berät hier, auch in deutsch, je nach Bedarf.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  • Broschüre der Tourist-Information (auch in deutsch)

Weblinks[Bearbeiten]

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