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Eight Bells

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Eight Bells ·ثمانية أجراس
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Eight Bells (deutsch: Acht Glocken, arabisch: ‏ثمانية أجراس‎, Thamānīyat Aǧrās) bezeichnet eine Kette von acht kegelförmigen Hügeln an den südöstlichen Ausläufern des Gilf-Kebir-Plateaus. Im Südosten dieser Kette wurde während des Zweiten Weltkriegs durch die britische Long Range Desert Group ein Flugplatz angelegt und betrieben.

Hintergrund[Bearbeiten]

Auf einer Strecke von ca. 7,5 Kilometern erheben sich von Nordwest nach Südost acht kegelförmige rote Sandsteinhügel. Sie liegen ziemlich genau in einer Linie und werden im Nordwesten von weiteren kraterförmigen Gebilden fortgesetzt. Die Hügel sind etwa 400 Millionen Jahre alt.

Die Sandsteinhügel enthalten keine Einschlüsse von Basalt oder Granit, so dass sie nicht direkt als Folge eines Magmaaustritts entstanden sein können. Der Geologe Norbert Brügge sieht aber dennoch magmatische Prozesse als Ursache, die zur Anhebung der Hügel führten. Damit haben diese Felsen wohl eine vergleichbare Entstehungsgeschichte wie die sog. Clayton-Krater auf dem Weg zum Gebel el-ʿUweināt.

Diese Hügelkette ist Teil des gleichnamigen ausgedehnten ebenen Wadis.

Dies und der Schutz durch das Gil-Kebir-Plateau waren wohl auch der Grund, dass die Long Range Desert Group (deutsch Langstrecken-Wüstengruppe) hier einen Flugplatz für ihre Aufklärungsflugzeuge in der Zeit des Zweiten Weltkriegs anlegen ließ. Diese Spezialeinheit der britischen Armee war von 1940 bis 1943 in der Libyschen Wüste im Einsatz, um feindliche Aktivitäten im Rahmen des deutsch-italienischen Afrikafeldzuges aufzuklären. Der Flughafen gehörte bereits zu den frühesten Bauten, da man mit einer italienischen Invasion Ägyptens von der Oase Kufra über den Gebel el-ʿUweināt rechnete und den Nachschub nach Kufra verhindern wollte.

Anreise[Bearbeiten]

Der Besuch der Hügelkette ist üblicherweise Teil einer Wüstenexkursion in den Gilf-Kebir-Nationalpark. Für die Reise durch die Wüste benötigt man ein geländegängiges Allradfahrzeug. Ortskundige Fahrer und Fahrzeuge gibt es z.B. in den Senken ed-Dāchla und el-Baḥrīya.

Man erreicht das Wādī Eight Bells über die Zwischenstationen Samīr-Lāmā-Felsen und Abū Ballāṣ.

Für eine Fahrt in den Nationalpark benötigt man eine Erlaubnis des ägyptischen Militärs. Während der Reise wird man von bewaffneten Polizisten und einem Militäroffizier begleitet. Für Reisen in das Gilf Kebir gibt es in Mūṭ ein eigenes Safari-Department, das auch die nötigen Begleitpolizisten und deren Fahrzeuge stellt. Die Pflicht-Dienstleistung ist natürlich kostenpflichtig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein Pfeil weist den Weg zur Landebahn
Daneben befindet sich der Schriftzug „8 Bells“
Für die Kennzeichnung eingesetzte Benzinkanister
Beispiele für Feuersteinwerkzeuge
Überreste eines Straußeneis

Hauptsehenswürdigkeit ist der 1 Flugplatz (22° 46′ 59″ N 26° 16′ 12″ O) selbst oder, genauer gesagt, die zugehörigen Wegweiser. Ein großer schmallanger Pfeil, der die Landeflugrichtung anzeigt, und der Schriftzug „8 Bells“ wurden aus Hunderten ausgedienter Flugbenzinkanister der Shell Company gebildet, die zu diesem Zweck mit Sand gefüllt wurden. Die einstigen Weißblechkanister haben durch Oxidation ihre schwarze Farbe erhalten. Leider gibt es nun Touristen, die es nicht sein lassen können, ihre Namen in die Kanister zu stechen.

In unmittelbarer Nähe dieser Wegweiser befinden sich die beiden südlichsten Hügel der Eight-Bells-Kette.

Küche[Bearbeiten]

Das Wādī Eight Bells bietet sich für ein Picknick an. Speisen und Getränke müssen mitgeführt werden. Abfälle müssen mitgenommen werden und dürfen nicht liegen gelassen werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Für die Übernachtung in einiger Entfernung müssen Zelte mitgeführt werden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Auf dem Weg zum ca. 40 Kilometer entfernten Denkmal des Prinzen Kamal ed-Din gelangt man bei 1 22° 39′ 1″ N 26° 13′ 40″ O zu einem archäologischen Fundgebiet, in dem sich u.a. Klingen und Messer aus Feuerstein, Mahlsteine und ein Straßenei, das von einem modernen Steinkreis umgeben ist, finden lassen. Die Funde sollten natürlich vor Ort verbleiben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass sich das Klima vor ca. 10.000 Jahren an dieser Stelle deutlich vom heutigen unterschied: hier befand sich eine Savannenlandschaft.

Diese Route zum Denkmal des Prinzen Kamal ed-Din wird üblicherweise für die Weiterfahrt vorbei an den Clayton-Kratern zum Gebel el-ʿUweināt gewählt.

Man kann Eight Bells auch als Ausgangspunkt zu Besichtigungen verschiedener Wadis im Osten des Gilf-Kebir-Plateaus wie dem Wādī el-Bacht oder an der Südostspitze des Plateaus wie der Höhle Maghārat el-Qanṭara nutzen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kelly, Saul: The hunt for Zerzura : the lost oasis and the desert war. London : Murray, 2002, ISBN 978-0-7195-6162-7. Auch unter dem Titel „The lost oasis : the desert war and the hunt for Zerzura ; the true story behind The English patient“.
  • Gordon, John W.: The other desert war : British special forces in North Africa, 1940 - 1943. New York : Greenwood Pr., 1987, (Contributions in military studies ; 56), ISBN 978-0-313-25240-2.

Weblinks[Bearbeiten]

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