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Clayton-Krater

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Clayton-Krater ·كلايتون الحفر
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Die Clayton-Krater (englisch Clayton Craters oder Clayton’s Craters, arabisch: ‏كلايتون الحفر‎, Klāitūn al-Ḥafr) sind kraterähnliche Strukturen vulkanischen Ursprungs zwischen dem Gilf-Kebir-Plateau und dem Gebel el-ʿUweināt in der ägyptischen Westlichen Wüste. Sie wurden erst 1932 von Sir Robert Clayton entdeckt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Clayton-Krater wurden von Sir Robert Alan Clayton-East-Clayton (1908–1932) und Major Hubert Jones Penderel (1890–1943) während eines Überflugs der gemeinsamen Almásy-Clayton-Penderel-Expedition 1932 entdeckt und nach Clayton benannt.

László Almásy (1895–1951) versuchte seit 1931, sowohl mit Kraftfahrzeugen als auch mit einem Flugzeug das Gilf-Kebir-Plateau zu erforschen und die Oase Zarzūra zu finden, die er im Nordwesten des Gilf-Kebir-Plateaus vermutete. Zu diesem Zweck kaufte er 1931 ein Doppeldeckerflugzeug D.H.60G Gipsy Moth der de Havilland Aircraft Company, das er liebevoll „Motte“ nannte – obwohl das englische Gipsy Moth doch ein Schwammspinner ist. Der einmotorige zweisitzige Dppeldecker war relativ preiswert und verhältnismäßig einfach zu fliegen. Die Überführung nach Ägypten gelang aber nicht. Bei einer Notlandung bei Antiochia wegen eines Sandsturms ging die Maschine zu Bruch und musste zur Reparatur nach England zurückgesandt werden. In dieser Situation half ihm Robert Clayton-East-Clayton aus, indem er Almásy das Geld für eine neue Maschine vorstreckte. Aber auch die ägyptische Bürokratie machte ihm zu schaffen, eine Erlaubnis für seine Expedition zu bekommen. So wandte er sich an das Oberkommando der Royal Air Force, das Almásy bereitwillig bei seinem Vorhaben unterstützte. Als Beobachter wurde Mayor Penderel zugeteilt.[1] Die Expedition begann im März 1932.

Die ersten ernsthaften Untersuchungen stammten von Kenneth Stuart Sandford (1899–1971), der bereits erkannte, dass diese Strukturen vulkanischen Ursprungs und nicht durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sind. Sandford war 1934 Mitglied der von Ralph Alger Bagnold (1896–1990), dem Gründer der Long Range Desert Group der britischen Armee, gebildeten Expedition zur Erkundung des Gebiets um den Gebel el-ʿUweināt. Hierbei blieb Sandford leider nur begrenzt Zeit für seine Untersuchungen.

In der Folgezeit wurden weitere Krater im Gebiet des Gilf-Kebir-Nationalparks und angrenzenden Bereichen gefunden. Vulkanische Aktivitäten sind auch in anderen Formen und an anderen Stellen der Westliche Wüste wie z.B. im Wadi Eight Bells und in der Schwarzen Wüste sichtbar.

Anreise[Bearbeiten]

Clayton und Penderel flogen mit einer DH 60G „Gipsy Moth“

Der Besuch des Felsen ist üblicherweise Teil einer Wüstenexkursion in den Gilf-Kebir-Nationalpark. Für die Reise durch die Wüste benötigt man ein geländegängiges Allradfahrzeug.

Man erreicht die Clayton-Krater auf der Fahrt von der Südspitze des Gilf-Kebir-Plateaus, vom Denkmal des Prinzen Kamal ed-Din, zum Gebel el-ʿUweināt.

Für eine Fahrt in den Nationalpark benötigt man eine Erlaubnis des ägyptischen Militärs. Während der Reise wird man von bewaffneten Polizisten und einem Militäroffizier begleitet. Für Reisen in das Gilf Kebir gibt es in Mūṭ ein eigenes Safari-Department, das auch die nötigen Begleitpolizisten und deren Fahrzeuge stellt. Die Pflicht-Dienstleistung ist natürlich kostenpflichtig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Clayton-Krater[Bearbeiten]

Im Inneren des nördlichsten Clayton-Kraters
Am Innenrand des Clayton-Kraters sind Trachyte zu finden
Innenrand des Clayton-Kraters
Peter- und Paul-Berge

Die Ränder der fast kreisrunden oder elliptischen 1 Krater-Becken (22° 19′ 45″ N 25° 29′ 18″ O) bestehen aus Sandstein, die durch vulkanische Kräfte langsam angehoben wurden. An der Innenseite dieser Ränder kam es aufgrund der Hitze zur Quarzitisierung des Sandsteins. Es handelt sich hier aber nicht um einen Vulkanausbruch, und an der Oberfläche sind auch nur vereinzelt Basalt-, Trachyt- oder andere vulkanische Gesteine sichtbar. Auf den Bildern (rechts) sind sog. Trachyte (eine andere Art von weißem Basalt) im Zentrum eines großen Kraters zu sehen.

Das Magma erhob sich aus der Magmakammer nicht nur in einem Schlot, wie dies bei den meisten Vulkanen der Fall ist, sondern auch in ringförmigen Gesteinsgängen (engl. dyke). Das Magma gelangte aber meistens nicht an die Oberfläche, sondern erstarrte bereits innerhalb der Erdkruste, aber nahe der Erdoberfläche. Dadurch kam es zur Anhebung bzw. Steilstellung der Oberflächenschichten und aufgrund der hohen Temperatur des Magmas zu dessen teilweisen Quarzitisierung.

Der größte Krater hat maximale Ausmaße von 1,5 Kilometern. Die Kraterränder erreichen maximal 120 Meter. Das Innere der Krater ist entweder eben oder ebenfalls durch vulkanische Kräfte aufgewölbt.

Unterbrechungen in den Kraterrändern ermöglichen einen einfachen Zugang.

Peter- und Paul-Berge[Bearbeiten]

Etwa 12 Kilometer nordwestlich der Clayton-Krater befinden sich die beiden 2 Peter- und Paul-Berge (22° 24′ 36″ N 25° 25′ 2″ O). Die Berge bestehen aus dem Tiefengestein Granit und erreichen eine Höhe von 1.069 Metern (über dem Meeresspiegel). Man kann sie bereits von Weitem erkennen. Ein Zutritt ist aber nicht möglich, da sie noch aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs vermint sind!

Küche[Bearbeiten]

Außerhalb der Clayton-Krater kann man ein Picknick machen. Speisen und Getränke müssen mitgeführt werden. Abfälle müssen mitgenommen werden und dürfen nicht liegen gelassen werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Für die Übernachtung in einiger Entfernung müssen Zelte mitgeführt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sandford, Kenneth Stuart: Vulcanic Craters in the Libyan Desert. In: Nature, ISSN 1476-4687, Bd. 131 (1933), S. 46–47.
  • Sandford, Kenneth Stuart: Geological Observations on the Northwest Frontiers of the Anglo-Egyptian Sudan and the adjoining part of the Southern Libyan Desert. In: The quarterly journal of the Geological Society of London, ISSN 0370-291X, Bd. 91 (1935), S. 323–381.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Almásy, Ladislaus E.: Schwimmer in der Wüste : auf der Suche nach der Oase Zarzura. Innsbruck : Haymon, 1997 (3. Auflage), ISBN 978-3852182483, S. 76–78. Die Entdeckung der Krater erwähnte Almásy nicht.
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