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Antelao

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Antelao: Gipfel von der "Laste" aus gesehen

Die Felspyramide des Antelao beherrscht das Cadore und ist mit 3.264 m der zweithöchste Berg der Dolomiten und der höchste Gipfel in den Östlichen Dolomiten. Der markante Einzelberg wird auch als "Dolomitenkönig" bezeichnet und liegt in Venetien und rund 15 Kilometer südöstlich von Cortina.

Orte[Bearbeiten]

Talort ist San Vito di Cadore (1011 m) im Tal des Boite.

Hintergrund[Bearbeiten]

Eine der Entstehungslegenden erzählt von dem durch Zauberspruch einer Hexe verwunschenen Riesen Antelao, der solange stark, jung und schön bliebe, solange sein Herz kalt bleiben und er sich nicht verlieben würde.

Das Schicksal für Antelao kommt als Königstochter Pomauria aus dem Palast von Berg Malòn. Das wunderschöne Mädchen sucht und findet Antelao in den Bergen der Maramarole. Der Riese weist die Prinzessin zunächst ab, die Liebe trifft ihn aber, als er in einer von Pomauria zurückgelassenen Blüte einer Vergißmeinicht ihre blauen Augen wiedererkennt.

Der Unglückliche besucht trotz einer Warnung der Hexe die angebetete Pomauria in ihrem Schloss, spürt den Beginn seiner Verwandlung, flüchtet in die Berge der Marmarole und stürzt sich in das Wasser des Boite. Über Nacht wurde der Riese zu Stein und wuchs vor den Augen der ihm gefolgten Pomauria zum riesigen Berg.

Die offizielle Erstbesteigung ist etwas unklar, sie wurde vermutlich von Matteo Ossi, einem Gemsenjäger aus San Vito und schon um das Jahr 1850 durchgeführt. Die erste offizielle touristische Besteigung erfolgte dann am 18. Juni 1863 durch Paul Grohmann, Francesco und Alessandro Lacedelli und mit dem hinzugezogenen Matteo Ossi, der aber dann nach Aussage Grohmanns den Übergang zum eigentlichen Gipfel nicht kannte. Des ehrgeizige Paul Gromann bestritt später auch die belegte und bereits zuvor am 19. September 1857 erfolgte Erstbesteigung des nahen Monte Pelmo durch den Iren John Ball.

Sprache[Bearbeiten]

Das Cadore gehört zu den Regionen in denen das Ladinische die Hauptsprache ist, gefolgt vom Italienischen. Die deutsche Sprache wird außerhalb der Tourismuszonen eher selten gesprochen.

Anreise[Bearbeiten]

  • Die Anfahrt aus dem Norden erfolgt am einfachsten über die Brennerautobahn und von der Ausfahrt Brixen (Bressanone), durch das Pustertal über Bruneck (Brunico) bis Toblach (Dobbiaco). In Toblach nach Süden in das Höhlensteintal abbiegen und noch 32 km bis Cortina d'Ampezzo, von Cortina aus sind es dann noch 12 Kilometer durch das Tal des Boite bis nach San Vito.
  • Die nächsten Bahnhöfe sind die Endstationen der ehemaligen Dolomitenbahn mit Toblach in Südtirol im Norden und Calalzo im Belluno im Südosten, von Cortina aus jeweils in gut dreißig Kilometer Entfernung.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Normalweg[Bearbeiten]

Die Felspyramide des Antelao wird, auch wegen seiner isolierten Lage, weniger oft bestiegen als die vergleichbar hohen Dolomitengipfel, Ausgangspunkt ist das Rifugio Galassi (2018 m). Der Gipfel ist fast kletterfrei erreichbar, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber unbedingt erforderlich.

Plattenschüsse der "Laste"

Von der Berghütte am Forcella Piccola aus erfolgt der Anstieg über Geröllfelder und Bänder bis zum Anfang der charakteristischen breiten Plattenschüsse aus Kalkgestein, als "Laste" bezeichnet.

Der weitere Anstieg verläuft dann über diese steil geneigte Hochfläche der Felsplatten ab einer Höhe von rund 2700 m mit gleichmäßiger Neigung von rund 35° bis knapp vor den Gipfel, die Strecke wird wegen der starken Neigung verschiedentlich auch als strapaziös empfunden. Dabei muss auch eine Felsstufe mit einigen Metern Höhe und nicht allzu schwierig überwunden werden.

Der Gipfel ist dann etwas vom oberesten Ende der Plattenschüsse abgesetzt, am Übergang ist eine ausgesetzte leichte Kletterei (Stellen bis II) erforderlich.

Bis gegen Ende des Frühjahrs können die Platten, auch durch Nachtfrost, noch gefährlich vereist sein.

Aufstieg von der Hütte um die vier Stunden, im Abstieg nur wenig schneller.

Wandern[Bearbeiten]

Die Region um den Antealao ist beliebtes und fast einsames Wandergelände in der fantastischen Felskulisse der Dolomiten.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft im Tal siehe im Abschnitt Orte vor.

Alpine Schutz- und Berghüten für Wanderer und Bergsteiger:

  • 1 Rifugio "Pietro Galasssi" (2018 m) ((Sezione CAI Mestre)), Comune di Calalzo di Cadore (Bl). Tel.: +39 (0)436 9685. Der Hüttenzustieg erfolgt aus dem Talort S. Vito de Cadore und auf dem Wanderweg Nr. 229 in ca. zweieinhalb Stunden.
  • 2 Rifugio Scotter - Palatini (1580 m) (Privathütte). Tel.: +39 (0)436 99035. Die Hütte befindet sich am Zustieg zur Rifugio Gallassi (siehe vor), der Zustieg erfolgt aus dem Talort S. Vito de Cadore auf dem Wanderweg Nr. 229 in ca. einer dreiviertelsen Stunde.
  • Rifugio San Marco (1823 m). Tel.: +39 (0)436 9444.

Klima[Bearbeiten]

Der im Vergleich mit anderen Dolomitengipfel bereits etwas weiter südlich gelegene und vorgelagerte Antelao gilt auch als bereits anfälliger für die Wettereinflüsse der nahen Adria: Nebel und Wolken mit Niederschlägen sind am Berg etwas häufiger als in den übrigen Dolomitenregionen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Günter Richardi: Die Erschließung der Dolomiten: Auf den Spuren der Pioniere Paul Grohmann und Viktor Wolf-Glanvell in den Bleichen Bergen. 2008 (1. Auflage), ISBN 978-8882665241; 224.

Karten[Bearbeiten]

  • Cortina d'Ampezzo e Dolomiti Ampezzane, 1:25 000, Bd. 03. Tabacco, (Wanderkarte Südtirol), ISBN 9788883150036. 9,50 €

Weblinks[Bearbeiten]

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