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Monte Pelmo

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Der Monte Pelmo ist mit 3.168 m Höhe der dritthöchste Gipfel der Dolomiten und der zweithöchste Gipfel in den Östlichen Dolomiten. Der markante Einzelberg wird auch als "Thron Gottes" bezeichnet und liegt in Venetien und rund 13 Kilometer südlich von Cortina. Seine Erstbesteigung im Jahre 1857 gilt als wichtiger Meilenstein für den beginnenden Tourismus in den gesamten Dolomiten.

Orte[Bearbeiten]

Talort ist Borca die Cadore, ein Vorort von San Vito di Cadore (1011 m) im Tal des Boite.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Berg hat neben dem Hauptgifpel Pelmo im Norden noch den südlich gelegenen Pelmetto (2.990 m) als einen zweiten Gipfel, vom ehemaligen Gletscher im Hochkar sind heute nur noch einige Altschneefelder erhalten.

Die Bezeichnung der Einheimischen für den Pelmo ist auch "el Caregon de ‚l Padreterno" (Gottes Thron), sie leitet sich von der Form her: mit dem Hochkar als Sitzfläche und den das Kar beidseitig flankierenden Pelmo und Pelmetto als die Armlehnen ähnelt die Formation einem Thron.

Eine weitere Bezeichnung der Einheimischen für den Berg ist "Pelf" für "bewaldet" oder "haarig": Nach einer Legende war der Berg früher grün und bewaldet, an Stelle des felsigen Hochkars mit Gletscher gab es eine Almweide, die jedoch nach einem gewaltigen Erdrutsch verschwand.

Erstbesteigung[Bearbeiten]

Felsplatten der Gipfelregion

Wie beim benachbarten Antelao ist auch für den Pelmo die tatsächliche allererste Besteigung unklar: Bereits im Jahre 1844 gibt der Ungar Wilhelm Fuchs die Höhe des Berges mit 3.162,8 Metern sehr genau an, außerdem sind ihm die Muschelkalkschichten der Gipfelregion bekannt. Auch der einheimische Jäger Belli Battista Vechio gab seinerzeit an, schon vor 1856 auf dem Gipfel gewesen zu sein.

Als erste offizielle Besteigung gilt heute das Datum des 19. Septembers 1857. Erstbesteiger ist der Ire John Ball, ein Politiker, Naturwissenschaftler und Pflanzenkundler, der aus Gründen der Forschung in den Bergen allgemein und auch in den Dolomiten eigentlich nur zum Wandern unterwegs ist. Er brach an jenem Datum zunächst mit einem Einheimischen Gämsenjäger um drei Uhr in der Frühe auf, ist aber am bald alleine, da sich der Jäger geweigert hatte weiter mit aufzusteiegen. Er quert das später nach ihm benannte Ballband der Südostflanke in das vermutlich schon vor ihm von einheimsichen Jägern besuchte Hochkar, auch heute noch der wichtigste Normalweg, und steigt alleine über den seinerzeit noch vorhandenen Gletscher bis zum Gipfel auf, den er um 1 Uhr Mittags erreicht, ihm glückt auch der Abstieg.

Diese Begehung des Pelmo gilt als die erste offizielle Besteigung eines hohen Berges in den Dolomiten: Dem Naturforscher folgten die Pioniere der Erstbegeher aus ganz Europa, die jetzt aus rein sportlichem Ehrgeiz systematisch alle Gipfel und dann die Wände in allen Varianten erkletterten, es ist der Auftakt für die Verbreitung des "Dolomiten Mythos" in Europa und in der ganzen Welt.

Ausführlichere Infos hierzu auf www.dolomythos.com.

Der Pelmetto wurde erstmals im Jahr 1896 von den Bergführern Clemente Callegari und Angelo Panciera bestiegen.

Sprache[Bearbeiten]

Das Cadore mit dem Tal des Boite gehört zu den Regionen in denen das Ladinische die Hauptsprache ist, gefolgt vom Italienischen. Die deutsche Sprache wird außerhalb der Tourismuszonen eher selten gesprochen.

Anreise[Bearbeiten]

  • Die Anfahrt aus dem Norden erfolgt am einfachsten über die Brennerautobahn und von der Ausfahrt Brixen (Bressanone), durch das Pustertal über Bruneck (Brunico) bis Toblach (Dobbiaco). In Toblach nach Süden in das Höhlensteintal abbiegen und noch 32 km bis Cortina d'Ampezzo, von Cortina aus sind es dann noch 14 Kilometer durch das Tal des Boite bis nach San Vito und Borca.
  • Die nächsten Bahnhöfe sind die Endstationen der ehemaligen Dolomitenbahn mit Toblach in Südtirol im Norden und Calalzo im Belluno im Südosten, von Cortina aus jeweils in gut dreißig Kilometer Entfernung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Normalweg[Bearbeiten]

Stützpunkt ist die Berghütte Rifugio Venezia. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich, ausreichende Kondition auch.

Der Schlüssel zum Gipfel des allseitig mit steilen Flanken abweisenden Bergstumpfs Antelao ist das Hochkar, das aus halber Höhe bis zum Gipfel führt, der Zugang in das Hochkar ist das Ballband des Erstbesteigers, eine Verschiebung in den Kalkschichten des Pelmo und durchgehend zwischen einem halben und einem knappen ganzen Meter breit.

Von der Hütte (1.950 m) ist der Einstieg zum Ballband durch Latschenfelder und Schotter über knapp 200 Hm zu erreichen, am Einstieg (rot markiert) ist auch etwas luftige Kletterei erforderlich.

Ballband und Kriechstelle (Fixseil)

Das Ballband führt dann nahezu horizontal verlaufend, ungesichert und recht ausgesetzt mit Tiefblick durch die Südostflanke des Berges, die Schlüsselstelle ist eine versicherte kurze Kriechstelle, bis dann das untere Ende des mittlerweile gletscherfreien Hochkars bei rund 2250 m Höhe erreicht wird.

Der weiter Aufstieg zum Gipfel (3.168 m) erfolgt dann im Hochkar auf stellenweise auch heiklem Felsen- und Schuttgelände. Die großartige weil nahezu vegetatitonsfreie und monoton graufarbige Felsenlandschaft des Kars ist bei entsprechendem Lichteinfall nur durch die Schatten strukturiert und erinnert dann stark an eine Mondlandschaft.

Im Aufstieg von der Hütte um die fünf Stunden, im Abstieg nur wenig schneller, Helm gegen Steinschlag ist für das Ballband sinnvoll. Trotz des Rummels an der Hütte ist man am Berg eher alleine unterwegs.

Bis gegen Ende des Frühjahrs und auch im Herbst können die Felsen durch Nachtfrost, zusätzlich noch gefährlich vereist sein. Bei Wolken und Nebel sind im Hochkar Orientierungsprobleme zu erwarten, im Frühsommer auch steile Schneefelder.

Wandern[Bearbeiten]

Die Umrundung des Bergs auf verschiedenen Wanderrouten ist äußerst beliebt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft im Tal siehe im Abschnitt Orte vor.

Alpine Schutz- und Berghüten für Wanderer und Bergsteiger:

  • Rifugio Venezia (1.950 m). Tel.: +39 04369684. Geöffnet: Mitte Juni bis Mitte September.
Die Hütte ist für ihre gute Küche bekannt und auch daher immer vielbesucht, vor allem von Italienern, die dann aber nicht alle den Gipfel im Sinn haben, sondern tagsüber vor allem das Umfeld der Hütte bevölkern.
Der Parkplatz für den Hüttenanstieg befindet sich bei Borca di Cadore (1.100 m), der Zustieg zur Hütte erfolgt auf einem Wanderweg Pfad Nr. 475 in rund zwei Stunden.

Klima[Bearbeiten]

Der im Vergleich mit anderen Dolomitengipfel bereits etwas weiter südlich gelegene und vorgelagerte Monte Pelmio gilt auch als bereits anfälliger für die Wettereinflüsse der nahen Adria: Nebel und Wolken mit Dunst und Niederschlägen sind am Berg häufiger als in den übrigen Dolomitenregionen.

Literatur[Bearbeiten]

Karten[Bearbeiten]

  • Cortina d'Ampezzo e Dolomiti Ampezzane, 1:25 000, Bd. 03. Tabacco, (Wanderkarte Südtirol), ISBN 9788883150036. 9,50 €

Weblinks[Bearbeiten]

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