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ʿAin el-Charāb

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ʿAin el-Charāb ·عين الخراب
ʿAin et-Turba ·عين التربة
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'Ain el-Charab (auch Ain el-Kharab, arabisch: ‏عين الخراب‎, ʿAin al-Charāb, „Ruinenquelle“) oder 'Ain et-Turba (auch 'Ain/Ayn el-Turbeh, arabisch: ‏عين التربة‎, ʿAin at-Turba) ist eine archäologische Stätte im Norden der ägyptischen Senke el-Chārga in der Westlichen Wüste. Hier befinden sich eine römische Siedlung und ein Friedhof aus ptolemäisch-römischer Zeit. Für diese Stätte dürften sich vorwiegend Archäologen interessieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stätte befindet sich zwischen dem Tempel von Hībis und dem Friedhof von el-Bagawāt. Im Westen erhebt sich ein Siedlungshügel, der in die römische und christliche Zeit datiert, und im Osten wurden Felsengräber in ptolemäischer oder römischer Zeit angelegt. Diese Stätte gehörte zum Stadtgebiet des antiken Hībis. Möglicherweise gab es keine Beziehung zwischen den hiesigen, vorchristlichen Einwohnern und dem Friedhof von el-Bagawāt.

Im Rahmen der Untersuchungen des Friedhofs el-Bagawāt durch die Egyptian Expedition des Metropolian Museum of Art (New York) seit 1907 wurde ʿAin et-Turba 1907/1908[1][2] und 1930/1931[3] kurz untersucht. Zu den Funden aus dem Jahr 1908 gehörten undekorierte und dekorierte Keramik, glasierte und Glasperlen, Ornamente, eine Gipsstatuette, Münzen aus der Zeit zwischen Kaiser Diokletian (Regierungszeit 284–305), Kaiser Maximian (Regierungszeit 286–305) und Konstantin d. Gr. (Regierungszeit 306–337) sowie Glasgegenstände. Ein Teil der Glaswaren gehörte zu den mehrfarbigen sog. Millefiori-Gläsern (Fadengläsern). Ein weiteres, 2,7 Zentimeter großes Glasbecherfragment zeigt einen Tiger, wie er eine Antilope reißt.[4]

Insbesondere das Siedlungsgebiet wird seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts vom ägyptischen Antikendienst, dem Supreme Council of Antiquities, unter der Leitung von Manṣūr 'Osmān untersucht. Bei den Grabungen kam auch ein Wandgemälde zutage, das Jesus’ Heilung der Kranken zeigt.[5]

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Man verlässt el-Chārga in Richtung Asyūṭ vorbei am Tempel von Hībis bis zu einem nach Norden führenden Abzweig 1 Abzweig (25° 29′ 0″ N 30° 33′ 43″ O). Der Asphaltstraße folgt man bis zum Eingang des Friedhofs von el-Bagawāt. Vor dem Eingang befindet sich ein großer Parkplatz.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Die archäologische Stätte kann man auch zu Fuß erreichen, entweder an der beschriebenen Straße entlang oder besser über den „Umweg“ Hībis dann auf direktem Weg durch die Wüste.

Im Folgenden läuft man nicht nach Norden nach el-Bagawāt, sondern nach Süden.

Mobilität[Bearbeiten]

Die archäologische Stätte kann nur zu Fuß ergründet werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingang zum Grab 30
Im Inneren des Grabs 30

Von der 1 Siedlung (25° 28′ 52″ N 30° 33′ 22″ O) im Westen wurden schon zahlreiche Häuser und Straßenzüge freigelegt. Die Häuser wurden aus Lehmziegeln errichtet und besaßen einst Tonnengewölbedecken. Die Anordnung der Räume war unregelmäßig. Die Wände waren verputzt und geweißt. Einzelne Häuser besaßen noch Reste von Fresken an den Innenwänden.

Im Westen und Süden des Grabungshügels befinden sich die Palmengärten der heutigen Bewohner.

In den Felsen auf der Ostseite wurden etwa 30 Gräber angelegt. Die Gräber liegen in der Ebene oder im Felsabhang. Meist führt eine Treppe zum Grab. Die Gräber besitzen keinen Schmuck (mehr). Einige besitzen in ihren Kammern vier quadratische Pfeiler. In mindestens einem Grab befinden sich vier Säulen als Stützen.

Das 2 Grab 30 (25° 28′ 49″ N 30° 33′ 29″ O) besitzt einen undekorierten Eingang, zu dem eine Treppe hinabführt. Die Opferhalle wurde grob aus dem Felsen gehauen, die vier Pfeiler wurden dabei deutlich sorgfältiger ausgearbeitet. Die Pfeiler scheinen auf Steinblöcken zu stehen. Vor der Rückwand des Halle führt ein Schacht zur Bestattung. Zum Grab gehören zudem Seitengräber.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es in der Stadt el-Chārga und im Eingangsbereich zum Friedhof von el-Bagawāt.

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga gewählt.

Ausflüge[Bearbeiten]

Die archäologische Stätte lässt sich mit verschiedenen Zielen im Norden von el-Chārga verbinden: mit den Tempeln von Hibis und en-Nadura bzw. mit dem Kloster von 'Ain Mustafa Kaschif und dem Gebel et-Teir.

Einzelnachweise

  1. Lythgoe, Albert M.: The Oasis of Kharga. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin (BMMA, BMetMuseum), ISSN 0026-1521, Bd. 3,11 (1908, Nov.), S. 203–208, insbesondere S. 208.
  2. Lythgoe, Albert M.: The Egyptian Expedition. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin (BMMA, BMetMuseum), ISSN 0026-1521, Bd. 4,7 (1909, Jul.), S. 119–123, insbesondere 121–123, Abb. 4, 7.
  3. Hauser, Walter: The Christian Necropolis in Khargeh Oasis. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin (BMMA, BMetMuseum), ISSN 0026-1521, Bd. 27,3 (Part 2: The Egyptian Expedition 1930-1931) (1932, Mar.), S. 38–50, insbesondere S. 38.
  4. Acc. no. 15.1.1. Siehe: Alexander, Christine: Accessions of Greek and Roman Antiquities. In: The Metropolitan Museum of Art Bulletin (BMMA, BMetMuseum), ISSN 0026-1521, Bd. 32,7 (1937, Jul.), S. 175–177, insbesondere S. 176 f., Abb. 3. Rest des Aufsatzes.
  5. Archaeological mural on Christ’s miracles discovered in New Valley, Nachricht vom 2. September 2012 auf Egypt Online.
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