Iphofen

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Iphofen
Rödelseer Tor
Kurzdaten
Regierungsbezirk: Unterfranken
Einwohner: ca. 4300 (Dez. 2007)
Höhe: 255 m
Tourist-Information: http://www.iphofen.de/
Lage
Lagekarte von Deutschland
Iphofen
Iphofen

Iphofen liegt am Fuß des zum Steigerwald gehörenden Schwanbergs in Unterfranken und ist einer der renommiertesten Weinorte in Mainfranken. Daneben kann das Städtchen mit einer komplett und hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigung aufwarten.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund[Bearbeiten]

Marktplatz, Rathaus und Stadtpfarrkirche St. Veit

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Erstmalig wird der Ort im Jahre 741 urkundlich erwähnt, Iphofen hat seit 1293 Stadtrecht. Der Ort gehörte zum Bistum Würzburg, das Juliusspital, eine Stiftung für Bedürftige, hatte und hat in Iphofen Weinberge.

Das 16. und 17. Jahrhundert zeigt eine recht wechselhafte Stadtgeschichte mit Pestjahren (1584, 1611 und 1632) und Dreißigjährigem Krieg. Iphofen erlitt wiederholt schwere Schäden. Allein im Jahre 1632 wurde die Stadt insgesamt 14 mal ausgeplündert.

Nach der Säkularisation gelangte dann Iphofen Anfang des neunzehnten Jahrhunderts mit Würzburg und Franken zu Bayern.

Wirtschaftliche Bedeutung für Iphofen hat neben dem Weinbau und dem Tourismus die Forstwirtschaft und auch noch der industrielle Gipsabbau, namentlich durch die Fa. Knauf (www.knauf.de). Der Spruch der Iphöfer lautet "Wein, Gips und Holz sind Iphofens Stolz."

Weitere Stadtteile von Iphofen sind Birklingen, Dornheim, Hellmitzheim, Mönchsondheim, Nenzenheim und Possenheim.

Weinanbau[Bearbeiten]

Haus in der Ägidiengasse

Durch die Stadtchronik ist bereits für das Jahr 1476 belegt, dass der größte Teil der Einwohner ihren Lebensunterhalt in der Weinindustrie verdiente. Das Bierbrauen war bis zum 17. Jahrhundert verboten.

Die Reblauskatastrophe, Verwüstungen an den Rebstöcken in Folge des aus Nordamerika eingeschleppten Parasiten, führte auch in Iphofen ab 1905 zu einem Niedergang des Weinbaus. Abhilfe kam erst nach Jahrzehnten durch die Herauszüchtung reblausresistenter, amerikanischer Rebsorten als Propfunterlage für die Veredlung mit europäischen Rebsorten (Pfropfreben) und den allmählichen Austausch dieser Neuzüchtungen gegen die alten Rebstockbestände. Auch heute ist ständige Beobachtung der Reben hinsichtlich drohendem Befall durch den Parasiten erforderlich.

Der gute Ruf des Iphöfer Weins wird auf die örtlichen Faktoren Topographie (Hangneigung und Sonnenausrichtung), Geologie und Boden (mineralstoffreiche Keuperböden: Mergel - Gips), das Wasser und auf das Mikroklima zurückgeführt. Die Folge sind Weine mit kraftvoll-erdigem Charakter. Der Silvaner ist die charakteristische Rebsorte.

Der Silvaner ist eine Weißweintraube, benannt vermutlich nach ihrer Herkunft aus Transsylvanien (Rumänien). Sie hat es in keinem anderen Weinanbaugebiet außerhalb Frankens zu einem vergleichbar eigenständigen Weincharakter gebracht.

Weitere in Iphofen angebaute Sorten sind Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Rieslaner, Traminer, Müller-Thurgau, Scheurebe, Bacchus und Spätburgunder auf insgesamt ca. 290 Hektar Anbaufläche.

Die wichtigsten Lagen sind Iphöfer Julius-Echter-Berg, Iphöfer Kronsberg, Iphöfer Kalb und Iphöfer Domherr. Rotweine gewinnen, einhergehend mit der Klimaerwärmung der letzten Jahre, zunehmend an Bedeutung.

Lage
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Iphofen
Iphofen
Entfernungen (Straßen-km)
Kitzingen: 10 km
Marktbreit: 12 km
Ochsenfurt: 19 km
Würzburg: 30 km
Schweinfurt: 50 km
Bamberg: 80 km
Nürnberg: 94 km
Frankfurt am Main: 144 km

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Iphofen liegt an der Bahnstrecke Würzburg - Nürnberg und ist Haltestelle für alle Regionalzüge auf dieser Verbindung. Der Bahnhof in Würzburg ist mit dem Zug innerhalb von etwa 30 Minuten zu erreichen, Nürnberg ist etwa 45 Minuten entfernt.

Tagsüber wird an allen Wochentagen ein Stundentakt angeboten. Sollte man am Abend an- oder abreisen wollen, sollte man aber unbedingt den Fahrplan im Vorfeld prüfen, da der Takt dann erheblich ausgedünnt wird.

Fährt man ab Iphofen nur kürzere Strecken, gelten die Tarife von Verkehrsverbünden: in Richtung Nürnberg die Tarife des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg/VGN, in Richtung Würzburg die Tarife des Verkehrsunternehmensverbundes Mainfranken/VVM.

Der Bahnhof befindet sich ca. 1 km südlich des Stadtzentrums am Stadtrand.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Nordwestlich von Iphofen kreuzen sich die Autobahnen A3 und A7, sodass die Stadt aus allen Himmelsrichtungen gut erreichbar ist.

Iphofen selbst liegt an der Bundesstraße 8 im Abschnitt Würzburg - Neustadt/Aisch (- Nürnberg). Sowohl von Würzburg als auch von Neustadt/Aisch ist Iphofen innerhalb von ca. 30 min erreichbar.

Das Zentrum der Stadt ist verkehrsberuhigt, an der Stadtmauer sind mehrere Parkplätze ausgewiesen.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Main-Radweg ist 9 km entfernt.

Mobilität[Bearbeiten]

  • ÖPNV: Die Buslinien der Region betreut der Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken GmbH;
Info: Fahrpläne; Tel.: 01801 886 886 ; mailto:mail@vvm-info.de; www.vvm-info.de;
St. Veit, Innenraum

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Stadtpfarrkirche St. Veit, erbaut von 1414 – 1612; im Stil entsprechend der langen Bauzeit: eine Mischung aus Spätgotik, Renaissance und Frühbarock. Wichtigste Sehenswürdigkeiten sind Johannes der Täufer aus der Riemenschneiderschule und Johannes der Evangelist, der als eigenhändiges Frühwerk Riemenschneiders gilt.
  • Die Spitalkirchewurde 1338 mit dem Bürgerspital St. Johannis Baptistae errichtet. Während sie von außen eher einfach gestaltet ist, ist ihre Innenausstattung durchaus einen Besuch wert. Besonders sehenswert sind die Darstellungen der Madonna mit dem Jesuskind und die eines Bischofs. Diese sind übrigens von dem in Iphofen geborenen Augustin Reuß geschaffen worden, der ein Schüler von Riemenschneider war.
  • Michaelskapelle, gotisch, Beinhaus und ehemalige Friedhofskapelle, entstanden um 1380.
  • Wallfahrtskirche zum Heiligen Blut , für 1329 urkundlich belegt, 1605-1615 grundlegend erneuert.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung, nach der Stadtchronik angelegt ab 1293 bis 1349 unter der Leitung des jüdischen Baumeisters Michelmann für den Bereich der würzburgischen Neugründung. In einer zweiten Bauphase ab 1421 wurde auch das ältere hohenlohische Gräbenviertel mit in die Befestigung einbezogen.

Die vier Stadttore sind:

  • Rödelseer Tor (1422 erwähnt), Doppeltorturm, Wahrzeichen der Stadt;
  • Einersheimer Tor, Doppeltorturm, ab 1451 belegt, östlicher Stadteingang;
  • Mainbernheimer Tor (erbaut 1533-1548), auch Spitaltor oder äußeres Gräbentor;
  • Pesttor (erbaut 1455–1466), durch das Tor wurden die Pesttoten zum Friedhof vor der Stadt gebracht, unpassierbar weil seit 1596 zugemauert;
Mittagsturm
Pesttor
  • Die mittelalterlichen Stadttürme:
  • Mittagsturm: Gefängnis für "Kriminelle";
  • Bürgerturm, das ehemalige Gefängnis für die Bürger;
  • Henkerturm, Wohnung des Henkers;
  • Eulenturm, ehemaliger Wachtturm;
  • Zehntkeller, früher Lager für den Zehntwein des Fürstbischofs und heute Hotel;
  • Rathaus im barocken Stil, erbaut von 1716 – 1718 nach Plänen des Baumeisters Josef Greising;

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Marktplatz mit Marienbrunnen;

Museen[Bearbeiten]

  • Knauf-Museum Iphofen, entstanden aus einem ehemaligen Wirtshaus. Kunstwerke der alten Weltkulturen mit Exponaten aus Ägypten, Mesopotamien, Persien und weiteren; Sonderausstellungen.
Öffnungszeiten: Ende März bis Ende Oktober, jew. Die. bis Sa. 10 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr, So 14 – 18 Uhr; Eintritt Erwachsene: 2 €;
Adresse: Am Marktplatz, 97343 Iphofen; Tel:. 09323 / 31- 528 oder 31- 625, Fax. 09323/5022; Knauf-museum@Knauf.de; Info: www.knauf-museum.de;
  • Kirchenburgmuseum Mönchsondheim: Freilichtmuseum mit Museumsdorf im Ortsteil Mönchsondheim, Sonderausstelungen; Museumsfeste; Kirchenburgschänke am Eingang des Museums.
Adresse: Kirchstraße 7, 97346 Iphofen - Mönchsondheim; Tel.: 09326 / 1224, Fax: 09326 / 979317; kirchenburgmuseum@kitzingen.de; Info: www.kirchenburgmuseum.de;
  • Iphöfer Julius-Echter-Berg am Schwanberg, eine der bekanntesten Weinlagen in Franken;

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Hallenbad Iphofen, Boverystraße, 97346 Iphofen, Tel.: 0049 09323 / 870587. ab Nachmittag geöffnet, Mittwoch geschlossen
  • "Herrengraben", ein Rundweg entlang der historischen Stadtbefestigung;
  • Kneippbecken Iphofen;
  • Weinfest Iphofen: Anfang Mai auf dem Marktplatz;
  • Weihnachtsmarkt Iphofen an den Adventswochenenden auf dem Marktplatz;
  • Fränkische Feinschmeckermesse: Geschmacksstationen der Direktvermarkter, Wirte und Winzer mit Geschmackserlebnissen und Informationen, im Zweijahresrhythmus jeweils im Frühjahr, nächstmalig 2010; Info;
  • Iphöfer Weinfreundschaften: (im zweijährigen Wechsel mit der Feinschmeckermesse jeweils im Frühjahr): Genusspalette rund um das Thema Wein, mit Teilnehmern auch aus anderen Weinanbaugebieten;

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Bäckerei, Metzgerei, Blumen- und Geschenkeladen sind im Zentrum vertreten;
  • Verschiedene Läden bieten Kunsthandwerk an.

Wein[Bearbeiten]

Einersheimer Tor
von Innen
  • Galerie in der Vinothek: Galeristen und Künstler aus Iphofen; Erzeugnisse der Iphöfer Winzer; Weinshop, Weinbistro, Bauernladen, weitere Produkte der Region;
Adresse: Kirchplatz 7, 97346 Iphofen; Tel.: 09323 / 870317; Fax: 09323 / 870319; Info: www.vinothekiphofen.de; mailto:info@vinothekiphofen.de ;
Öffnungszeiten: Die. - Fr.11 - 18 Uhr, Sa. und So. 11 - 17 Uhr;
  • Weingut Ernst Popp, Rödelseerstr. 14-15, 97346 Iphofen, Tel.: +049 (0) 9323 / 3371, Fax: +049 (0) 9323 / 5781, E-Mail: info@weingut-popp.de. Mo. bis Sa. 8-18 Uhr, So. und Feiertage von 10 -12.30 Uhr
  • Weingut Johann Ruck (einer der bekanntesten Winzer Deutschlands), Marktplatz 19, 97434 Iphofen, Tel.: +049 (0)9323 / 800880, Fax: +049 (0)9323 / 800888. Mo. bis Fr., 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr; Sa.: 10 bis 16.30 Uhr; So. u. Feiertag: 10 bis 12 Uhr
  • Weingut Hans Wirsching, Ludwigstraße 16, 97346 Iphofen, Tel.: +049 (0)9323 / 8733-0, Fax: +049 (0)9323 / 8733-90, E-Mail: info@wirsching.de. Mo. bis Fr. 8 bis 18 Uhr; Sa.: 9 - 18 Uhr; So. - und Feiertage: 10- 12.30 Uhr

Küche[Bearbeiten]

Zehntkeller

Die Küche ist allgemein empfehlenswert, auch die "besseren" Restaurants (es gibt keine "schlechteren") durchaus preiswert.

  • Deutscher Hof (Gasthof, Zimmer), Ludwigstr. 10 97346 Iphofen, Tel.: +049 (0)9323 / 3348, Fax: +049 (0)9323 / 872424. 11.30-14.00 und 17.30-23.00 Uhr, Ruhetag: Mi., Do;

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Außerhalb der Gastronomiebetriebe ist nicht soviel geboten, aber Kitzingen oder auch Würzburg sind nicht weit.
Straßenszene

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Markt-Apotheke, Marktplatz 6; 97346 Iphofen; Tel.: 09323 / 3301‎;

Klarkommen[Bearbeiten]

  • Touristinformation Iphofen
in der Vinothek Iphofen, Kirchplatz 7, 97346 Iphofen;
Tel.: 09323 / 870306; Fax: 09323 / 870308; Email: tourist@iphofen.de;
Stadtbefestigung
Ruhezone

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

  • Post Iphofen (Deutsche Post AG): Marktplatz 17, 97346 Iphofen; Tel.: (0)1802 / 3333;

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Der Schwanberg, beliebtes Ausflugsziel mit Aussicht, Schloss, Schlosspark und Cafe ist auf der Fahrtstraße (ca. neun Kilometer) oder als Wanderung auch zu Fuß (ca. dreieinhalb Kilometer, eine knappe Stunde) erreichbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Brombierstäudl : Iphofen. Eine fränkische Kleinstadt im Wandel der Jahrhunderte. Iphofen : Druckhaus Goldammer, 1983 (1. Auflage), 376 Seiten.
  • Andreas Brombierstäudl : Iphofen: Katholische Stadtpfarrkirche St. Vitus / Broschüre. Schnell & Steiner, 2005, ISBN 3795442389.

Weblinks[Bearbeiten]

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