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Wałbrzych

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Wałbrzych
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Wałbrzych (deutsch: Waldenburg) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Waldenburg datiert auf das Jahr 1305. Damals ließ der schlesische Herzog Bolko I. von Schweidnitz, zu dessen Herrschaft das Gebiet gehörte, den altschlesischen Grenzwald roden. Ab 1368 gehörte Waldenburg zum Königreich Böhmen. Bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde hier belegtermaßen Bergbau betrieben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Waldenburg zu weiten Teilen zerstört, anschließend jedoch wieder aufgebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert spielten die Weberzunft und der Leinenhandel eine große Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 kam Waldenburg – wie der größte Teil Schlesiens – zu Preußen. Der zuvor unterdrückte evangelische Glaube konnte sich anschließend ausbreiten und wurde zur Mehrheitsreligion.

In dieser Zeit begann auch die Steinkohleförderung. Ab 1793 war Waldenburg Sitz eines Bergamts und damit das Zentrum des niederschlesischen Steinkohlereviers. In der Folgezeit war die Stadt klar von Bergbau und zunehmend auch Industrie geprägt. Zudem war Waldenburg bzw. der 1919 eingemeindete Nachbarort Altwasser (Stary Zdrój) ein bedeutender Standort der Porzellanherstellung. Zu den größten und bekanntesten Produzenten gehörten Krister Porzellan-Manufaktur (KPM) und Carl Tielsch. Bereits 1853 wurde die Stadt an die Eisenbahn angeschlossen. Ab 1898 fuhren in Waldenburg Straßenbahnen. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl rapide: Von rund 12.000 Einwohnern im Jahr 1880 sprang sie auf 44.000 im Jahr 1925 (was auch mit Eingemeindungen umliegender Dörfer und Gutsbezirke einherging) und weiter auf 64.000 im Jahr 1939. Folglich ist der historische Kern der Stadt eher beschaulich, während die 1902 gegründete Neustadt (Nowe Miasto) und weitere Stadtteile von der Architektur des frühen 20. Jahrhunders geprägt sind. Waldenburg wurde 1924 ein eigenständiger Stadtkreis (kreisfreie Stadt), 1934 wurde die Nachbarstadt Dittersbach (heute Dzietrzychów) eingemeindet. Einer Legende zufolge wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein Sonderzug mit 300 Tonnen Gold, Schmuck und Kunstschätzen in einen Stollen bei Waldenburg gefahren. Dieser sogenannte „Gold-Zug von Wałbrzych“ wurde jedoch bislang nicht gefunden.

Nach Kriegsende kam Waldenburg unter polnische Verwaltung und es kam zu einem beinahe vollständigen Bevölkerungsaustausch: Die deutsche Bevölkerung floh oder wurde vertrieben, stattdessen siedelten sich Polen an, die ihrerseits oftmals aus dem sowjetisch besetzten Ostpolen vertrieben worden waren. Die Stadt bekam den polnischen Namen Wałbrzych, der auf den ersten Blick kaum Ähnlichkeit mit dem deutschen Namen hat, sich aber damit erklären lässt, dass dieser im gebirgsschlesischen Dialekt Walmbrich ausgesprochen wurde. Die Stadt behielt ihre industrielle Bedeutung auch in der Volksrepublik Polen und die Bevölkerung wuchs kontinuierlich weiter, auch dank weiterer Eingemeindungen (z. B. Biały Kamień/Weißstein): Anfang der 1950er-Jahre wurde die Marke von 100.000 überschritten, in den Sechzigerjahren 125.000, in den Achtzigern 140.000. Für die neuen Bewohner wurden – wie im Ostblock üblich – Plattenbausiedlungen am Stadtrand erbaut. Von 1975 bis 1998 war Wałbrzych Verwaltungssitz einer eigenen Woiwodschaft, bevor diese mit Jelenia Góra, Legnica und Wrocław zur Woiwodschaft Niederschlesien zusammengefasst wurde.

Nach dem Ende des „real existierenden Sozialismus“ gerieten Steinkohleförderung und Industrie in eine Krise. Viele Bewohner verloren ihre Arbeit und wanderten ab. Die Bevölkerung sank von über 140.000 Anfang der Neunzigerjahre auf 115.000 im Jahr 2015. Dennoch ist Wałbrzych weiterhin nach Breslau die zweitgrößte Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt gehören der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer, der Schauspieler und Synchronsprecher Christian Brückner, der Fußballkommentator Marcel Reif und der American-Football-Spieler Sebastian Janikowski.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Wałbrzych

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist in Breslau.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnhof Wałbrzych Miasto

Von Görlitz aus erreicht man Wałbrzych mit einem Umstieg in Jelenia Góra in 2½ bis 3 Stunden. Aus Dresden kommend, muss man zweimal umsteigen (Görlitz und Jelenia Góra) und braucht rund 4 Stunden. Die schnellste Verbindung aus Berlin dauert 5½ Stunden und erfordert dreimaliges Umsteigen (Cottbus, Görlitz, Jelenia Góra). Nur wenig langsamer, aber mit weniger Umsteigen ist die Verbindung mit IC-Bus über Breslau.

Wałbrzych hat zwei wichtige Bahnhöfe, an denen auch Fernverkehrszüge halten: den ziemlich abgelegenen Hauptbahnhof 1 Wałbrzych Główny Wałbrzych Główny im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsWałbrzych Główny (Q2726216) in der Datenbank Wikidata und den etwas näher an der Innenstadt gelegenen Bahnhof 2 Wałbrzych Miasto Wałbrzych Miasto im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsWałbrzych Miasto (Q9371695) in der Datenbank Wikidata. Regionalzüge halten noch an weiteren Stationen, etwa am Bahnhof 3 Wałbrzych FabrycznyWałbrzych Fabryczny (Q9371694) in der Datenbank Wikidata, der der Altstadt am nächsten liegt (1,3 km vom Marktplatz).

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Berlin aus fährt man am besten über die Autobahn A13/A15 zum Grenzübergang bei Forst. Von dort aus geht es über die Autobahn 4 weiter nach Legnica (Liegnitz), wo man nach Süden in Richtung Wałbrzych abbiegt. Von Österreich aus fährt man über Brünn, Olmütz und Kłodzko (Glatz).

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Da die Stadt im Gebirge liegt, ist sie mit dem Schiff nicht zu erreichen.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Fürstenstein

Kirchen[Bearbeiten]

  • 1 Erlöserkirche (Kościół Zbawiciela). Erlöserkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Erlöserkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsErlöserkirche (Q11745971) in der Datenbank Wikidata. Evangelische Kirche, erbaut 1785 bis 1788.
  • 2 Schutzengelkirche (Kolegiata Najświętszej Maryi Panny Bolesnej i św. Aniołów Stróżów w Wałbrzychu). Schutzengelkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Schutzengelkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchutzengelkirche (Q11740998) in der Datenbank Wikidata. Katholische Kirche, 1898–1904 im neogotischen Stil erbaut.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • 3 Schloss Fürstenstein (Zamek Książ) (10 km nördlich der Stadt). Schloss Fürstenstein im Reiseführer Wikivoyage in einer anderen Sprache Schloss Fürstenstein in der Enzyklopädie Wikipedia Schloss Fürstenstein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchloss Fürstenstein (Q738109) in der Datenbank Wikidata. Drittgrößtes Schloss Polens.
  • 4 Burg Alt-Fürstenstein (Zamek Stary Książ). Burg Alt-Fürstenstein in der Enzyklopädie Wikipedia Burg Alt-Fürstenstein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBurg Alt-Fürstenstein (Q9386558) in der Datenbank Wikidata. Die 800 Meter vom Hauptschloss entfernte Burgruine wurde 1794–97 gemäß einer damaligen Mode bewusst als Ruine angelegt, war also niemals eine intakte Burg.
  • 5 Schloss Waldenburg (Zamek Czettritzów w Wałbrzychu, Palais Czettritz). Schloss Waldenburg in der Enzyklopädie Wikipedia Schloss Waldenburg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchloss Waldenburg (Q19366327) in der Datenbank Wikidata.
  • 6 Burg Nowy Dwór (Zamek Nowy Dwór, Burg Neuhaus), Ortsteil Dzietrzychów. Burg Nowy Dwór in der Enzyklopädie Wikipedia Burg Nowy Dwór im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBurg Nowy Dwór (Q241225) in der Datenbank Wikidata. Ruine einer Burg aus dem 13. Jahrhundert.

Bauwerke[Bearbeiten]

Rathaus
  • 7 Rathaus (Ratusz), plac Magistracki 1. Rathaus in der Enzyklopädie Wikipedia Rathaus im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRathaus (Q9304614) in der Datenbank Wikidata. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das repräsentative Rathaus, 1856–57 im neogotischen Stil erbaut. Es erinnert ein bisschen an ein romantisches Idealbild einer mittelalterlichen Burg. Es befindet sich am gepflegten Rathausplatz (plac Magistracki).
  • 8 Amtsgericht (Sąd rejonowy), ul. Słowackiego. Amtsgericht im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAmtsgericht (Q30082769) in der Datenbank Wikidata. Ehemals Sitz einer Handelsgesellschaft, 1852 erbaut, neogotisch.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • 9 Schlesier-Ehrenmal (Mauzoleum w Wałbrzychu, Totenburg). Schlesier-Ehrenmal in der Enzyklopädie Wikipedia Schlesier-Ehrenmal im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchlesier-Ehrenmal (Q11771827) in der Datenbank Wikidata. Ruine des 1936–38 (in der Zeit des Nationalsozialismus) errichteten Ehrenmals für die 170.000 im Ersten Weltkrieg gefallenen Schlesier. 1945 wurde es, kurz bevor die Rote Armee einmarschierte, gesprengt und seither dem Verfall überlassen.

Museen[Bearbeiten]

Stara Kopalnia (Alte Grube)
  • 10 Stara Kopalnia (Stara Kopalnia w Wałbrzychu, Alte Grube). Stara Kopalnia in der Enzyklopädie WikipediaStara Kopalnia (Q11787155) in der Datenbank Wikidata. Auf dem Gelände des stillgelegten Steinkohlebergwerks "Julia" im Stadtteil Biały Kamień (Weißstein) ist heute ein Wissenschafts- und Kunstzentrum eingerichtet, das vor allem der Geschichte und Tradition von Bergbau und Industrie in Wałbrzych gewidmet ist.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • 11 Ring (Rynek). Ring in der Enzyklopädie Wikipedia Ring im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRing (Q16598716) in der Datenbank Wikidata. Alter Marktplatz und Zentrum der Altstadt. Rund um den Platz stehen sehenswerte, restaurierte historische Gebäude.

Parks[Bearbeiten]

Palmengarten
  • 12 Palmengarten (Palmiarnia). Palmengarten in der Enzyklopädie Wikipedia Palmengarten im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPalmengarten (Q11802395) in der Datenbank Wikidata.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Hengstgestüt Fürstenstein (Stado Ogierów Książ). Hengstgestüt Fürstenstein in der Enzyklopädie WikipediaHengstgestüt Fürstenstein (Q9341279) in der Datenbank Wikidata.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Górnik Wałbrzych. Górnik Wałbrzych in der Enzyklopädie WikipediaGórnik Wałbrzych (Q1142711) in der Datenbank Wikidata. Der Bergmanns-Sportverein hat seine besten Zeiten hinter sich: In den 1980er-Jahren spielte er in der 1. Liga, heute ist er nur noch drittklassig. Heimspielstätte ist das Stadion 1000-lecia mit 15.000 Plätzen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Galeria Victoria
  • 1 Galeria Victoria, ul. 1 Maja 64. Galeria Victoria in der Enzyklopädie Wikipedia Galeria Victoria im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGaleria Victoria (Q16548823) in der Datenbank Wikidata. Größtes Einkaufszentrum in Wałbrzych.

Küche[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Am günstigstem aber Unkomfortabelsten sind Jugendherbergen (meist nur nächtliche Unterkunft von 16/17 bis 9/10/11 Uhr) und Stundenhotels (in welchen auch der Prostitution nachgegangen wird). Letzteres ist meist nur für eine Nacht bestimmt. Beispiel für ein Stundenhotel ist das "Truckers Paradize".

Mittel[Bearbeiten]

In der mittleren Preisklasse liegen einfache Hotels und Pensionen (etwa zwischen 10-30€/Person und Nacht).

Gehoben[Bearbeiten]

Am teuersten sind Ferienhäuser (300-500€/wöchntl.) und Ferienwohnungen (200-300€/wöchntl.), welche nur im Wochentaktbetrieb (meist Samstag bis Samstag) zu mieten sind. Außerdem entsprechende Hotels.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Burg Grodno
  • 13 Burg Grodno Burg Grodno in der Enzyklopädie Wikipedia Burg Grodno im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBurg Grodno (Q951156) in der Datenbank Wikidata (Kynsburg), Ruine einer Gipfelburg aus dem 13. Jahrhundert (10 km östlich)
  • Świebodzice (Freiburg in Schlesien), historische Stadt mit Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung, frühklassizistischem Rathaus, Pfarrkirche St. Nikolaus, restauriertem historischem Bahnhofsgebäude (12 km nördlich, 25 Minuten mit der Bahn)
  • Im kleinen Ort Mokrzeszów (weitere 4 km östlich von Świebodzice) gibt es ein beeindruckendes altes Krankenhaus/Sanatorium
  • Stollensysteme des Projekts „Riese“ – während des Zweiten Weltkriegs ließen die Nazis im Eulengebirge weit verzweigte Stollensysteme anlegen; mutmaßlich sollten diese als sichere Ausweichstandorte für Führerhauptquartier, Oberkommando des Heeres und der Luftwaffe, Reichsaußenminister und Reichsführer SS dienen. 20.000 Häftlinge des KZ Groß-Rosen wurden zum Bau eingesetzt, 5.000 starben dabei. Zu besichtigen sind insbesondere die Stollen am 14 Wolfsberg Wolfsberg in der Enzyklopädie Wikipedia Wolfsberg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsWolfsberg (Q674453) in der Datenbank Wikidata (Włodarz; 18 km südöstlich von Wałbrzych) und die 15 Unterirdische Stadt OsówkaUnterirdische Stadt Osówka (Q11800947) in der Datenbank Wikidata (Säuferhöhen; 24 km südöstlich)
  • Gedenkstätte KZ Groß-Rosen, bei Strzegom (35 km nördlich)
  • Jelenia Góra (55 km östlich, knapp 1 Stunde mit der Bahn)
  • Legnica (65 km nördlich)
  • Breslau (80 km nordöstlich, gut 1 Stunde mit der Bahn)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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