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Wādī Nugruṣ

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Wādī Nugruṣ ·وادي نجرص
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Wadi Nugrus, arabisch: ‏وادي نجرص‎, Wādī Nugruṣ, auch Wādī Nuqruṣ, ‏وادي نقرص‎, ist ein Tal nördlich des Tals Wādī el-Gimāl, an dessen Hängen sich eine verlassene Bergarbeitersiedlung befindet, die zum Smaragdbergbaugebiet Mons Smaragdus gehört. Die Bergarbeiter waren im Umfeld der Siedlung Sikait beschäftigt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Wādī Nugruṣ befindet sich etwa zweieinhalb Kilometer südwestlich von Sikait. An beiden Flanken des Wadis befinden sich sowohl die Gebäude als auch flachen Schächte, in denen nach den Smaragden geschürft wurde.

Wādī Nugruṣ ist ein moderner Name. Der antike Name dieser Stätte ist unbekannt.

Keramikscherben im Wādī Nugruṣ

In den 1990er-Jahren wurden Vor-Ort-Begehungen durch die Arbeitsgruppen von Steven Sidebotham and von Ian Shaw (1994) durchgeführt. Anhand der vorgefundenen Keramikscherben war eine Datierung der Siedlung zwischen früh- und spätrömischer Zeit (etwa 6.–9. Jahrhundert) möglich. Sidebotham berichtete, dass eins der Gebäude, etwas südlich der Hauptgebäudegruppe gelegen, ein römischer Tempel gewesen sein könnte, der auf einer künstlichen Plattform errichtet wurde und über eine Treppe zugänglich war. Zu den Funden gehörte ein Statuenfragment einer sitzenden Gottheit mit einer Tierfigur auf den Seiten des Throns.

Die Smaragde wurden im Tagebau angelegt. Die flachen Schächte unterhalb der Ansiedlung, etwa 2 Meter tief und 3–4 Meter im Durchmesser, sind üblicherweise mit Scheinschutt übersät. Mit der Zeit wurden die neuen Schächte immer weiter nach oben angelegt, und der Abraum überbedeckte die tiefer gelegenen Schächte.

Der Smaragd kristallisierte vorwiegend an den Rändern von Quarzlinsen und -gängen, die in Schieferschichten eingebettet sind. Die Smaragde enthalten Einschlüsse aus Quarz und Biotit.

Anreise[Bearbeiten]

Für die Anreise benötigt man neben der Genehmigung durch das Militär und die Nationalparkverwaltung mehrere allradgetriebene geländegängige Fahrzeuge.

Die Anreise erfolgt von Marsā ʿAlam auf der Fernverkehrsstraße 24, bis man nach 52 Kilometern den 1 Zugang zum Wādī el-Gimāl (24° 39′ 44″ N 35° 5′ 28″ O) erreicht. Kurz vorher passiert man das Gebäude der 1 Nationalparkverwaltung (24° 41′ 12″ N 35° 5′ 1″ O).

Nun folgt man dem Wadi nach Westen und erreicht nach 40 Kilometern eine 2 Gabelung (24° 34′ 35″ N 34° 49′ 37″ O), und man fährt nach rechts in nordnordwestlicher Richtung 2,3 Kilometer weiter bis zu einer weiteren 3 Gabelung (24° 35′ 17″ N 34° 48′ 50″ O). Nach Norden (nach rechts) gelangt man in das Wādī Sikait und erreicht nach 6 bzw. 8 Kilometern die Bergarbeitersiedlung Sikait und später die Smaragdmine. Fährt man an der letzten Gabelung weiter nach Westen in das Wādī Nugruṣ, so erreicht man nach weiteren 6 Kilometern ein weiteres 4 Seitental (24° 37′ 3″ N 34° 46′ 33″ O) nach Nordwesten und gelangt dann nach 400 Metern zur Bergarbeitersiedlung Wādī Nugruṣ.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Piste zur Siedlung lässt sich mit einem gländegängigen Allradfahrzeug zurücklegen. Die Besteigung der teilweise steilen Talhänge muss zu Fuß erfolgen. Festes Schuhwerk ist angeraten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An beiden Hängen, vorwiegend jedoch auf dem Nordhang, befinden sich die die Überreste von über Hundert Gebäuden, von denen sich etwa zwei Dutzend in gutem Erhaltungszustand befinden. Die Gebäude sind meist quadratisch oder rechteckig und übermannshoch. Einige Gebäude verfügen sogar über zwei Geschosse. Der Zweck der einzelnen Gebäude ist unbekannt.

Die Gebäude besitzen Trockensteinmauern ohne Mörtel aus lokalem Sandstein. Türen und Fenster besitzen einen Sturz aus einem großen Felsstein. Im Mauerwerk wurden gelegentlich auch Regale eingefügt. Die Dächer wurde mit großen Steinplatten ausgeführt.

Gebäude auf dem Nordhang
Gebäude auf dem Nordhang
Gebäude auf dem Nordhang

Küche, Unterkunft und Sicherheit[Bearbeiten]

Siehe Artikel Mons Smaragdus.

Ausflüge[Bearbeiten]

Den Ausflug nach Wādī Nugruṣ kann mit mit Besichtigungen von Sikait und Umm Kābū verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Shaw, Ian ; Bunbury, Judith ; Jameson, Robert: Emerald mining in Roman and Byzantine Egypt. In: Journal of Roman archaeology (JRA), ISSN 1047-7594, Bd. 12 (1999), S. 203–215, insbesondere S. 210 f, doi:10.1017/S1047759400017980.
  • Sidebotham, Steven E. ; Hense, Martin ; Nouwens, Hendrikje M.: The Red Land : the illustrated archaeology of Egypt’s Eastern desert. Kairo : American University in Cairo Press, 2008, ISBN 978-977-416-094-3, S. 130–132, 298‒300.
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