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Spreeaue zwischen Döbbrick und Schmogrow

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In der Spreeaue

Nur einige Kilometer nördlich der Stadt Cottbus befindet sich die Spreeaue. Ein 400 Hektar großes Gebiet am Laufe der Spree wird hier renaturiert. Auenlandschaften und traditionelle Dörfer laden zum Erkunden zu Fuß oder mit dem Fahrrad ein.

Die Spreeaue im Laufe der Zeit[Bearbeiten]

Karte mit Radwegen

Über Jahrhunderte war die Spree und ihre umgebende Landschaft Veränderungen unterworfen. Auch künstliche, wasserbauliche Maßnahmen trugen zu einem letztendlich erheblichen Defizit gegnüber dem natürlichen Zustand bei. Am Ende krankte die Spree an mangelnden Strukturen und Vernetzungen mit dem Umland. Dieses führte auch zu fehlender Selbstreinigungskraft, einseitigem Fischbestand und komplett fehlender Ufer- und Auenvegetation. Dazu gesellt sich zwischen den Ortschaften ein etwas widersprüchlich klingender Umstand. Aufgrund geomorphologischer Umstände und durch die künstlichen Eingriffe fließt die Spree in höchster Geländelage und nicht in der Tiefenlinie.

Die Renaturierung der Spreeaue[Bearbeiten]

Seinen Ursprung nahm das Renaturierungsprojekt im Jahre 2006. Der Energiekonzern Vattenfall bekam die Genehmigung, die einige Kilometer östlich liegende Gruppe der Lakomaer Teiche für den Braunkohlentagebau in Anspruch zu nehmen. Für diesen Eingriff in die Natur soll ein Ausgleich geschaffen werden. So bekommt die Spree auf einer Länge von 11 Kilometern wieder eine naturnahe Fluß- und Auenlandschaft. Dazu gesellen sich 8 neu angelegte Teiche mit einer Fläche von insgesamt 21 Hektar. Ziel ist die Schaffung einer eigendynamischen und selbst regulierenden Flußlandschaft unter Wahrung des Hochwasserschutzes. Um diese Vorgaben langfristig zu erreichen wurden folgende Maßnahmen eingeleitet:

  • Anhebung des Wasserstandes sowie die Anlage von Buchten und Nebengerinnen sowie der Einbau von Inseln und Buhnen mit dem Ziel, die Strukturvielfalt der Spree zu erhöhen - dies führt zur Verbesserung der Lebensräume für Fische und Amphibien.
  • Lokale Deichverlegung, Wiedereinbindung eines abgeschnittenen Mäanders und Anlage von Teichen im Hinterland der Aue mit dem Ziel Lebensräume für Amphibien und Fischotter zu schaffen.
  • Anpflanzung typischer Ufervegetation.

Alle Renaturierungsmaßnahmen umspannen einen Zeitraum von 6 Jahren (2006-2011).

Flora und Fauna[Bearbeiten]

In der Spreeaue

Spreeauenteiche[Bearbeiten]

2007 und 2008 wurden im Bereich der Spreeaue acht Fischteiche angelegt. Ihre Fläche beträgt 21 Hektar und bietet differenzierte Strukturen mit Inseln und Flachwasserbereichen sowie Bruchwald und Feuchtbiotope an den Rändern. Zwei Drittel der Teiche werden zusätzlich für die einjährige Karpfenzucht genutzt.

Amphibien[Bearbeiten]

Die Umsiedlung sowie der Artenschutz von Amphibien war ein zentrales Vorhaben bei der Renaturierung der Spreeaue. 82.000 Amphibienlarven und Jungtiere wurden bis Mai 2008 in den Lakomaer Teichen gekeschert und in die Spreeaue umgesiedelt - davon allein 56.000 Rotbauchunken. Weitere Tierarten sind die Erd- und Knoblauchkröten, der Laub-, Moor-, Gras- und Grünfrösch, der Teichmolch und Sommerkiemenfuss sowie Ringelnatter und Blindschleiche. Die Umsiedlung wurde noch bis 2010 fortgeführt.

Weitere Tierarten[Bearbeiten]

Doch nicht nur Amphibien verloren mit den Lakomaer Teichen ihr Lebensgebiet. Auch für andere Tierarten wurden in der Spreeaue und ihrer Umgebung Ausgleichsreviere geschaffen. Dazu gehörte auch eine lokale Population der Grünen Keiljungfer - einer Großlibellenart. Sie wurde am Flusslauf des Hammergrabens im Gebiet von Teichland und Cottbus-Willmersdorf wieder angesiedelt. Für den Eremit (eineRosenkäferart) wurden 14 Höhlenbäume in die „Großen Zosna“ (ein 2,3 ha großer Stieleichen-Hainbuchenbestand) im westlichen Anschluss an die Spreeaue geschafft. Auch der Fischotter lebt jetzt in der Spreeaue und besitzt zusätzliche Wanderkorridore in die Umgebung. Spezielle Kästen als Quartiere bekamen die Teichfledermaus und ihre Artverwandten, die in halboffenen flachen Landschaften Wasserinsekten jagen.

Aueroxen[Bearbeiten]

Die Wiesengebiete im Bereich der Spreeaue werden auch für die Zucht von Aueroxen genutzt. Sie können sich frei auf den Wiesen bewegen. (Mit "x", da es eine Abwandlung des originalen Auerochsen ist.)

Radwege[Bearbeiten]

Radwegbeschilderung in Maiberg

Die Spreeaue läßt sich gut auf dem Fahrrad erkunden. 3 ausgewiesene Radwege führen durch die Spreeaue. Zwei Wege kommen aus östlicher Richtung aus der Festungsstadt Peitz an der Malxe entlang über Maiberg zur Spreeaue und führen weiter in den Spreewald.

  • Fürst Pückler Weg - Logo.svg Fürst-Pückler-Weg ( … → Cottbus → Maust → Peitz → Spreeaue (über Dissen und Striesow) → Burg (Spreewald) → Raddusch → Calau → …)
  • Gurkenradweg ( … → Cottbus → Maust → Peitz → Spreeaue (über Dissen und Striesow) → Burg (Spreewald) → Straupitz → Neu Zauche → …)
  • Spree-Radweg ( … → Cottbus (über Saspow, Döbbrick, Maiberg) → Spreeaue (direkt an der Spree entlang) → Burg (Spreewald) → Leipe → Lübbenau → …) eine Alternativroute des Spreeradwegs führt ebenfalls über Peitz zur Spreeaue.

Von Cottbus aus führt der Spree-Radweg immer direkt an der Spree entlang bis zur Spreeaue. Er bietet sich sehr gut für eine Ausflug von der Stadt aus an. Vom Stadtzentrum aus folgt man direkt der Spree linksseitig. Vorbei geht es an der Spreewehrmühle und gelangt zum Ortsteil Saspow. Weiter geht es auf der anderen Seite der Spree bis nach Cottbus-Skadow, wo wieder ein Wechsel auf die linke Seite erfolgt. Auf dem Spreedamm folgt man dem Weg und läßt den Stadtteil Döbbrick links leigen. An der nächsten Brücke erfolgt ein weiterer Seitenwechsel und es geht weiter bis nach Cottbus-Maiberg. Hier beginnen die ersten Ausläufer des Renaturierungsvorhabens.

Erkundung der Spreeaue[Bearbeiten]

Kirche in Dissen
  •  Ochsentour
  •  Spreeroute
  •  Karpfentour

Orte[Bearbeiten]

  • Witajśo k nam do Dešna ! (Herzlich willkommen in Dissen!) - Das „Storchen- und Museumsdorf“ Dissen (niedersorbisch: Dešno) wurde 1449 erste mal urkundlich erwähnt. Seit dem 31. Dezember 2001 bildet es zusammen mit dem westlichen Nachbarn Striesow eine Gemeinde mit 1000 Einwohnern. Dissen ist bekannt für seine vielen Störche. 8 bis 12 Paare belegen von April bis August die Nester und bieten Gelegenheit zur Beobachtung. Ein Heimatmuseum und eine reizvolle Kirche laden berichten dem interessierten Gast von der Lebendigkeit der sorbisch/wendischen Kultur. Das westlich gelegene Partnerdorf Striesow hat am Dorfanger einen netten kleinen Glockenturm.
  • Fehrow und Schmogrow liegen nordwestlich der Spreeaue.
  • Döbbrick, einschließlich der Streusiedlung Maiberg, ist ein recht abseits gelegener und ruhiger Ortsteil der Stadt Cottbus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkirche Dissen. Der Innenraum der schönen Fachwerkkirche ist recht reizvoll bemalt.
  • Heimatmuseum Dissen, Hauptstr. 32. Tel.: +49 (0)35606-256, Fax: +49 (0)35606-237, E-Mail: . Geöffnet: Di, Mi, Do: 09:00-16.00; Ostern bis Oktober: So und an Feiertagen 14:00-17:00 (oder nach Absprache). Preis: € 1,50/2,00/1,00 (Erw. mit/ohne Gästecard Spreewald bzw. Kinder).

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Glockenturm von Striesow

Wellness und Spa:

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Dissen:

  • Ferienhof „Jurisch“, Döbbricker Str. 17. Tel.: +49 (0)35606-40318. - Pension „Nico“, Döbbricker Str. 22. Tel.: +49 (0)35606-40330. - Pension „Storchenblick“, Hauptstr. 47. Tel.: +49 (0)35606-40239.

Döbbrick:

Gesundheit[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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