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Sirīrīya

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Es-Sirīrīya ·السريرية
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Es-Siririya oder es-Saririya, arabisch: ‏السريرية‎, as-Sirīrīya, auch ‏السرارية‎ und ‏السررية‎, ist ein Dorf in Mittelägypten im Norden des Gouvernements el-Minyā etwa 24 Kilometer nördlich der Stadt el-Minyā und nördlich von Gebel eṭ-Ṭeīr östlich des Nils. Das Dorf lebt hauptsächlich von den hiesigen Kalksteinbrüchen, die sich nordöstlich des Dorfs befinden. Von Interesse ist vor allem die archäologische Stätte in der Ebene von el-Bābein zwischen den Dörfern es-Sirīrīya und Benī Chālid.

Hintergrund[Bearbeiten]

Kalkstein wird hier seit dem altägyptischen Alten Reich gebrochen. Der hier vorhandene Kalkstein ist ein weißer, sehr feinkörniger Nummulitenkalkstein, d. h., er wurde aus den Kalkablagerungen einzelliger, Gehäuse tragender und im Meer lebender Amöben im Tertiär gebildet. In den Hohlräumen sind Kalzitkristalle eingelagert. Diese Felsen reichen nach Süden bis etwa bis in das Gebiet von esch-Scheich ʿIbāda. Auch heute wird Kalkstein gefördert, und zwar hauptsächlich für die Stahlindustrie in Helwan.

In der Ebene von el-Bābein, arabisch: ‏البابين‎, al-Bābain, „die beiden Tore“, zwischen es-Sirīrīya im Norden und Benī Chālid im Süden befinden sich mehrere archäologische Denkmäler wie Gräber und der Felsentempel des Merenptah, eines Königs (Pharao) der 19. altägyptischen Dynastie. Es ist eine der häufigen Kombinationen aus (antikem) Steinbruch und Heiligtümern bzw. Gräbern, so wie man sie auch in Ṭihnā el-Gebel, Zāwiyat el-Maiyitīn und Deir el-Barschā vorfindet. Der Name der Ebene rührt von einem freistehenden Steinbruchrest in Form zweier Tore her.

Die hier im Felsentempel des Merenptah verehrte Göttin, Hathor, Herrin von ʿAchwj (altägyptisch: Ḥatḥor nebet ʿachwj/ʿḫwj), ist wohl nur hier belegt und war Schutzpatronin der Steinbrucharbeiter. ʿAchwj/ʿḫwj, die „beiden Altäre“,[1] ist der Name eines Orts, nicht notwendig einer Siedlung. Die zugehörige Siedlung wäre wohl in es-Sirīrīya selbst oder in Benī Chālid zu suchen, da es im Bereich des Tempels keine Siedlungsreste gibt.[2] Die Einkünfte der Priesterschaft der Hathor, Herrin von ʿAchwj, wurden von einer einzelnen Landparzelle auf der Westseite des Nils bezogen.[3]

In ptolemäischer Zeit erlebte Hathor eine Transformation. An Stelle der Hathor wird die Göttin Sachmet verehrt.

Anreise[Bearbeiten]

Man reist üblicherweise mit einem PKW oder Taxi auf der Nilostuferseite in Richtung Gebel eṭ-Ṭeīr nach Norden weiter. Man verlässt Gebel eṭ-Ṭeīr im Norden und durchquert das folgende Dorf Benī Chālid, ‏بني خالد‎, an dessen Nordrand sich eine Zementfabrik befindet. Im Nordosten der Fabrik befindet sich ein 1 Hubschrauberlandeplatz (28° 18′ 16″ N 30° 44′ 51″ O). Die Straße an seiner Südseite führt weiter östlicher Richtung zur archäologischen Stätte. Man kann nicht direkt bis an die altägyptischen Denkmäler fahren, sondern muss die letzten Meter zu Fuß bewältigen.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Denkmäler lassen sich relativ einfach zu Fuß ergründen, sie befinden sich auf engstem Raum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Antiker Kalksteinsteinbruch
Hathor-Kapelle
Rückwand der Hathorkapelle
Felsstele Ramses' III.

Die 1 archäologische Stätte von es-Sirīrīya (28° 18′ 13″ N 30° 45′ 3″ O) liegt etwa 5 Kilometer nördlich des Dorfs und ist unter den Einheimischen unter dem Namen el-Bābein bekannt. Dieser Name rührt von zwei mächtigen Felstoren oberhalb der Hathorkapelle her. Da in der Nähe keine Überreste einer Siedlung gefunden wurden, haben die hier vorgefundenen Denkmäler einen ausschließlichen Bezug zum Steinbruch.

Die Felskapelle (Speos) des Merenptah und der Hathor, Herrin von ʿAchwj, ist die Hauptsehenswürdigkeit. Die in der 19. altägyptischen Dynastie dekorierte Kapelle ist aber eine Sekundärnutzung eines Galeriesteinbruchs oder eines Grabes aus dem Alten Reich. Ursprünglich Teil einer Felswand steht die Kapelle heute frei. Sie bestand einst aus zwei Hallen, aber von der vorderen Querhalle existieren heute nur noch wenige Mauerreste im Osten. Die Kapelle ist mit einer Eisengittertür verschlossen, durch die man aber einen Großteil der Dekoration betrachten kann. Die Fassade selbst ist undekoriert. Einige Textreste befinden sich auf dem östlichen Pfosten. An den nicht sichtbaren Eingangswänden befinden sich die Darstellungen der Götter Onuris-Schu, Gottheit des Kampfes und des Himmmels, im Westen und Osiris im Osten. Die linke (westliche) Wand der rechteckigen Längshalle zeigt den opfernden König Merenptah vor den Göttern Herischef, einem Schlacht- und Fruchtbarkeitsgott, der Göttin Hathor, Herrin von ʿAchwj, und dem Amun-Re, König der Götter (Amunrasonter). Auf der Ostwand erkennt man den opfernden Merenptah vor den Göttern Anubis, Hathor bzw. Ptah, der dem König den Sieg über den Libanon überreicht. Die Rückwand zeigt drei Statuen: in der Mitte die des Merenptah, rechts (östlich) die der Hathor, Herrin von ʿAchwj, und links wohl die der Gemahlin Merenptahs. An der gewölbten Decke sind mehrere geflügelte Geier hintereinander dargestellt. Der obere Abschluss der Szenen an den Seitewänden wird durch ein sog. Cheker-Fries gebildet, der von Kartuschen des Merenptah unterbrochen wird. Oberhalb des Speos befindet sich der Zugang zu einem Grabschacht.

Etwas unterhalb auf der Westseite des Speos befindet sich eine 3,6 m breite und 3,9 m hohe Stele Ramses’ III. Der nach links blickende König wird von Hathor gefolgt und erhält das so genannte Ḥeb-sed vom vor ihm stehenden Gott Sobek-Re von [Jw-n]šꜢ als Zeichen seines Krönungsjubiläums. Ramses III. hält in seiner rechten Hand das Anch-Zeichen (Lebenszeichen) und in seiner linken das Zeichen für Krönungsjubiläum. Vor seinem Kopf befinden sich zwei Kartuschen mit seinem Thronnamen User-Ma'at-Re merj-Amun (Wsr-MꜢʿat-Rʿ mrj-Jmn, „Reich an Ma'at, ein Re, Geliebter des Amun“) und seinem Eigennamen Ramessu heqa-Junu (Rʿ-msj-sw ḥqꜢ-Jwnw, „Ramses (Re ist es, der ihn geschaffen hat), Herrscher von Heliopolis). Der Gott vor ihm besitzt eine unvollständige Inschrift, ist sicher Sobek, die ihn als Herrn von Scha ausweist. In der ersten Fassung war er krokodilköpfig, bevor er menschenköpfig umgearbeitet wurde. Auf seinem Haupt trägt er eine Krone mit Sonnenscheibe und Federn, in seiner rechten Hand einen Krummdolch und in seiner linken eine Palmenrispe mit den Jahreseinträgen. Hathor, Herrin von ʿAchwj, Herrin des Himmels und Herrscherin der beiden Länder, trägt auf ihrem Kopf die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern und in der linken Hand das Anch-Zeichen. Die Bezeichnungen Scha und ʿAchwi sind wohl hiesige Ortsbezeichnungen. Es ist interessant anzumerken, dass sich in der Nähe (Ṭihnā el-Gebel) ein vergleichbares Relief befindet. Neben dem Relief befinden sich zwei Kartuschen desselben Königs.

Das Namen gebende 2 Doppeltor el-Babein (28° 18′ 16″ N 30° 45′ 3″ O) befindet sich nördlich oberhalb der Kapelle, man erreicht es leicht über eine Rampe östlich der Kapelle.

Im Nordosten der Hathorkapelle befinden sich die Überreste des antiken Kalkstein-Steinbruchs. In den Felsgalerien befinden sich auch zwei Gräber aus dem Alten Reich.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen im nahe gelegenen el-Minyā.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch von es-Siririya lässt sich mit dem Besuch des Klosters Deir el-ʿAdhrāʾ und der archäologischen Stätten Ṭihnā el-Gebel und den Fraser-Gräbern verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

Die Denkmäler und der Steinbruch werden in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben:

  • Klemm, Rosemarie ; Klemm, Dietrich D.: Steine und Steinbrüche im alten Ägypten. Berlin [u.a.] : Springer, 1993, ISBN 978-3-540-54685-6, S. 82–85, 87 f.
  • Sourouzian, Hourig: Une chapelle rupestre de Merenptah dédiée à la déese Hathor, maîtresse d'Akhouy. In: Mitteilungen des Deutschen archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (MDAIK), ISSN 0342-1279, Bd. 39 (1983), S. 207–223, Tafeln 48–59 (in Französisch).
  • Habachi, Labib: Three Large Rock-Stelae Carved by Ramesses III near Quarries. In: The Journal of the American Research Center in Egypt (JARCE), ISSN 0065-9991, Bd. 11 (1974), S. 69–75, insbesondere S. 70 f., Tafeln 6 und 9, doi:10.2307/40000775 (in Englisch).

Einzelnachweise

  1. Manchmal auch die beiden Höllen.
  2. Kessler, Dieter: Historische Topographie der Region zwischen Mallawi und Samaluṭ. Wiesbaden : Reichert, 1981, ISBN 978-3-88226-078-6, S. 68, 329.
  3. Papyrus Wilbour, Teil A, A 98, 25. Siehe auch: Gardiner, Alan H. ; Faulkner, Raymond O.: The Wilbour Papyrus. Oxford : Oxford University Press, 1941–1952 (vier Bände).
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