Erioll world 2.svg
Artikelentwurf

Sirīrīya

Aus Wikivoyage
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Doppeltor el-Babein nördlich von es-Siririya
Es-Sirīrīya ·السريرية
GouvernementMinyā
Höhe
43 m
keine Touristinfo auf Wikidata: Touristeninfo nachtragen
Lage
Lagekarte von Ägypten
Reddot.svg
Sirīrīya

Es-Siririya (arabisch: ‏السريرية‎, as-Sirīrīya) ist ein Dorf in Mittelägypten im Norden des Gouvernements el-Minyā ca. 24 km nördlich der Stadt el-Minyā und nördlich vom Gebel eṭ-Ṭeīr östlich des Nils. Die Stadt lebt hauptsächlich von den hiesigen Kalksteinbrüchen, die sich nordöstlich der Stadt befinden. Von Interesse ist vor allem die archäologische Stätte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Kalkstein wird hier seit dem altägyptischen Alten Reich gebrochen. Der hier vorhandene Kalkstein ist ein weißer, sehr feinkörniger Nummulitenkalkstein, d.h., er wurde aus den Kalkablagerungen einzelliger, Gehäuse tragender und im Meer lebender Amöben im Tertiär gebildet. In den Hohlräumen sind Kalzitkristalle eingelagert. Diese Felsen reichen nach Süden bis etwa bis in das Gebiet von esch-Scheich ʿIbāda. Auch heute wird Kalkstein gefördert, und zwar hauptsächlich für die Stahlindustrie in Helwan.

In der Ebene von el-Bābein (arabisch: ‏البانين‎, al-Bābain, „die beiden Tore“) befinden sich mehrere archäologische Denkmäler wie Gräber und der Felsentempel des Merenptah, eines Pharao (Königs) der 19. altägyptischen Dynastie. Es ist eine der häufigen Kombinationen aus (antikem) Steinbruch und Heiligtümern bzw. Gräbern, so wie man sie auch in Ṭihnā el-Gebel, Zāwiyat el-Maiyitīn und Deir el-Barschā vorfindet. Der Name der Ebene rührt von einem freistehenden Steinbruchrest in Form zweier Tore her.

Die hier im Felsentempel des Merenptah verehrte Göttin, Hathor, Herrin der beiden Höllen (altägyptisch: Ḥatḥor nebet ʿachwj), ist wohl nur hier belegt und hat möglicherweise ihren Namensursprung in den hiesigen klimatischen Verhältnissen insbesondere in den Sommern. In ptolemäischer Zeit erlebte Hathor eine Transformation, in ihrer Stelle wird die Göttin Sachmet verehrt.

Anreise[Bearbeiten]

Man reist üblicherweise mit einem PKW oder Taxi auf der Nilostuferseite in Richtung Gebel eṭ-Ṭeīr nach Norden weiter, bis man die Stadt erreicht. Man verlässt die Stadt im Norden und durchquert das Dorf Beni Chalid, an dessen Nordrand sich eine Zementfabrik befindet. Im Nordosten der Fabrik befindet sich ein 1 Hubschrauberlandeplatz (28° 18′ 16″ N 30° 44′ 51″ O), die Straße an seiner Südseite führt weiter östlicher Richtung zur archäologischen Stätte. Man kann nicht direkt bis an die altägyptischen Denkmäler fahren, sondern muss die letzten Meter zu Fuß bewältigen.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Denkmäler lassen sich relativ einfach zu Fuß ergründen, sie befinden sich auf engstem Raum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Antiker Kalksteinsteinbruch
Hathor-Kapelle
Rückwand der Hathorkapelle
Felsstele Ramses' III.

Die 1 archäologische Stätte von es-Sirīrīya (28° 18′ 13″ N 30° 45′ 3″ O) liegt ca. 5 km nördlich der Stadt und ist unter den Einheimischen unter dem Namen el-Babein bekannt. Dieser Name rührt von zwei mächtigen Felstoren oberhalb der Hathorkapelle her. Da in der Nähe keine Überreste einer Siedlung gefunden wurden, haben die hier vorgefundenen Denkmäler einen ausschließlichen Bezug zum Steinbruch.

Die Felskapelle (Speos) des Merenptah und der Hathor, Herrin der beiden Höllen, ist die Hauptsehenswürdigkeit. Die in der 19. altägyptischen Dynastie dekorierte Kapelle ist aber eine Sekundärnutzung eines Galeriesteinbruchs oder eines Grabes aus dem Alten Reich. Ursprünglich Teil einer Felswand steht die Kapelle heute frei. Sie bestand einst aus zwei Hallen, aber von der vorderen Querhalle existieren heute nur noch wenige Mauerreste im Osten. Die Kapelle ist mit einer Eisengittertür verschlossen, durch die man aber einen Großteil der Dekoration betrachten kann. Einige Textreste befinden sich auf dem östlichen Pfosten. An den nicht sichtbaren Eingangswänden befinden sich die Darstellungen der Götter Onuris-Schu (Gottheit des Kampfes und des Himmmels) im Westen und Osiris im Osten. Die linke (westliche) Wand der Längshalle zeigt den opfernden König Merenptah vor den Göttern Herichef und einer Göttin, der Hathor bzw. dem Amun-Re, König der Götter. Auf der Ostwand erkennt man den opfernden Merenptah vor den Göttern Anubis, Hathor bzw. Ptah, der dem König den Sieg über den Libanon überreicht. Die Rückwand zeigt drei Statuen: in der Mitte die des Merenptah, rechts (östlich) die der Hathor, Herrin der beiden Höllen, und links wohl die der Gemahlin Merenptahs. An der gewölbten Decke sind mehrere geflügelte Geier hintereinander dargestellt. Der obere Abschluss der Szenen an den Seitewänden wird durch ein sog. Cheker-Fries gebildet, der von Kartuschen des Merenptah unterbrochen wird. Oberhalb des Speos befindet sich der Zugang zu einem Grabschacht.

Etwas unterhalb auf der Westseite des Speos befindet sich eine 3,6 m breite und 3,9 m hohe Stele Ramses’ III. Der nach links blickende König wird von Hathor gefolgt und erhält das so genannte Ḥeb-sed vom vor ihm stehenden Gott Sobek als Zeichen seines Krönungsjubiläums. Ramses III. hält in seiner rechten Hand das Anch-Zeichen (Lebenszeichen) und in seiner linken das Zeichen für Krönungsjubiläum. Vor seinem Kopf befinden sich zwei Kartuschen mit seinem Thronnamen User-Ma#at-Re merj-Amun (Wsr-M3ʿat-Rʿ mrj-Jmn, „Reich an Ma'at, ein Re, Geliebter des Amun“) und seinem Eigennamen Ramessu heqa-Junu (Rʿ-msj-sw ḥq3-Jwnw, „Ramses (Re ist es, der ihn geschaffen hat), Herrscher von Heliopolis). Der Gott vor ihm besitzt eine unvollständige Inschrift, ist sicher Sobek, die ihn als Herrn von Scha ausweist. In der ersten Fassung war er krokodilköpfig, bevor er menschenköpfig umgearbeitet wurde. Auf seinem Haupt trägt er eine Krone mit Sonnenscheibe und Federn, in seiner rechten Hand einen Krummdolch und in seiner linken eine Palmenrispe mit den Jahreseinträgen. Hathor, genannt Herrin der beiden Höllen (ʿaḫwj), Herrin des Himmels und Herrscherin der beiden Länder, trägt auf ihrem Kopf die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern und in der linken Hand das Anch-Zeichen. Die Bezeichnungen Scha und ʿAchwi sind wohl hiesige Ortsbezeichnungen. Es ist interessant anzumerken, dass sich in der Nähe (Ṭihnā el-Gebel) ein vergleichbares Relief befindet. Neben dem Relief befinden sich zwei Kartuschen desselben Königs.

Das Namen gebende 2 Doppeltor el-Babein (28° 18′ 16″ N 30° 45′ 3″ O) befindet sich nördlich oberhalb der Kapelle, man erreicht es leicht über eine Rampe östlich der Kapelle.

Im Nordosten der Hathorkapelle befinden sich die Überreste des antiken Kalkstein-Steinbruchs. In den Felsgalerien befinden sich auch zwei Gräber aus dem Alten Reich.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen im nahe gelegenen el-Minyā.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Besuch von es-Siririya lässt sich mit dem Besuch des Klosters Deir el-ʿAḏrāʾ und der archäologischen Stätten Ṭihnā el-Gebel und den Fraser-Gräbern verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

Die Denkmäler und der Steinbruch werden in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben:

  • Klemm, Rosemarie ; Klemm, Dietrich D.: Steine und Steinbrüche im alten Ägypten. Berlin [u.a.] : Springer, 1993, ISBN 3-540-54685-5, S. 82–85, 87 f.
  • Sourouzian, Hourig: Une chapelle rupestre de Merenptah dédiée à la déese Hathor, maîtresse d'Akhouy. In: Mitteilungen des Deutschen archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (MDAIK), ISSN 0342-1279, Bd. 39 (1983), S. 207–223, Tafeln 48–59 (in Französisch).
  • Habachi, Labib: Three Large Rock-Stelae Carved by Ramesses III near Quarries. In: The Journal of the American Research Center in Egypt (JARCE), ISSN 0065-9991, Bd. 11 (1974), S. 69–75, insbesondere S. 70 f., Tafeln 6 und 9 (in Englisch).
ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.
Erioll world 2.svg